Mehrbahnendamast wie im Mittelalter

fotoandy

Mitglied
Hi ich melde mich mal wieder, vorab eine kleine Geschichte.
Ich müsste leider vor einem Jahr, ich hoffe kurzfristig, in den Osten ziehen. Daher musste ich mich von meiner kleinen Schmiedewerkstatt in Franken trennen. Da ich aus finanziellen Gründen leider hier keine Schmiede mehr einrichten kann, aber ohne nicht leben will, habe ich mir wenigstens eine Garage gemietet, in der ich jetzt einen kleinen 160 kg Amboß mit wunderschön mittig duchgedrückter Bahn habe, er hat ca 150 Jahre auf dem Buckel, eine Flex, zwei Feilen einen Ferm- Bandschleifer für 50 Euronen, und eine selbstgebastelte Werkstattpresse die leider noch keine Gesenke hat. Und zu guter letzt meine Gasesse. Vom letzten Geld noch eine 11 kg Propangasflasche gemietet und ein wenig Stahl von Achim und los gings.
Ein mehrbahniger Damast soll es für den Anfang werden, eigentlich voll bescheuert, mit der Ausrüstung, aber es musste sein. Es war halt seit einem Jahr in meinem Kopf.
Also ging es los mit sieben Lagen 2842 und 60ni20, aber nach der ersten Schweißung ging der hintere Teil auf, warum auch immer, vermutlich nicht heiß genug, und ich halbierte das Stück.
Und machte mit der einen Hälfte weiter, nach dem dritten Falten
schmiedete ich das Stück quadratisch aus und wollte über Eck schmieden , Explosionsdamast, dann teilte ich das Stück vier mal und schweißte es zusammen, ein Teil hatte 10x10x30mm, sauwenig, denn 20x20x30mm zu schmieden ist etwas bescheidener als die normale Größe. Also hatte ich nach der Schweißung und Ausschmiedung, 80x12x12 und ich schnitt das Zieharmonika-Muster ein und los ging`s mit dem Entfalten, ich sag nur ein mal und nie wieder in dieser lächerlichen Größe. Als zweites schmiedete ich einen Lagendamast und tordierte ihn, aber die ganze Arbeit mit der Entfaltung des Mosaikstückchens hätte ich mir sparen können, denn ich musste ihn
hochkant nehmen. Also in der Mitte den Hochkantmosaik, dann die Torsion, zwei Steifen 75ni8, und zwei 2842 Schneide und Rücken, und das ganze zusammenzimmern. Das Ergebnis ich jetzt ein kleines Messerchen in der Größe von, Klinge 118mm x 23mm x 3mm. Warum ich diesen ganzen Roman schreibe, ich wollte damit nur erleutern, dass man mit ganz wenigen Hilfsmitteln auch etwas zusammenzimmern kann. Ich hatte zwar am Schluss 10 Lagen Schmiergelpapier verbraucht, natürlich müssen die Feilenspuren noch weg, aber ich konnte nach drei Stunden schmirgeln halt nicht mehr, das mache ich später noch. Zum Schluss, wenn ich noch ein wenig gespart habe, baue ich mir nen Bandschleifer, dann kann ich auch finishen.
Ich habe gestern noch eine zweites Messer geschmiedet, das komplette Gegenteil, ca. 300 x 35 x 8 mm in 60 ni 20,2842,75ni8 hochkant ausgeschmiedet, a paar Streifen halt. Stelle ich am Wochende vor. Mfg fotoandy

Bilderlink:
http://www.thomaier-fotograf.de/bilder/Damast_Mehrlagen_web.jpg
 
G

gast

Gast
Hi,
also ich finds sehr gelungen! Weiter so! Ich wünschte ich könnte soetwas.

Gruss
Lars
 

ombre3000

Mitglied
Hallo und Wilkommen in Franken,

ja diese Utensilien reichen, hab auch nicht mehr außer noch nen selbst gebauten Reifenhammer und Bandschleifer! :super:

Gruß

André
 

Chris Deminie

Mitglied
Es kommt nicht unbedingt auf die Ausrüstung an,sondern auf das Können und einen eisernen Willen! Weiter so freue mich schon auf die nächsten Bilder.
Gruß Chris