Mehr Hintergrund zu Nontron

Habe gerade über Nontron einen sehr interessanten Bericht erhalten.
Hier was zum lesen für liebhaber der traditionellen Messer
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<font face="Arial, Helvetica, sans-serif" size="2">Das älteste Messer
Frankreichs Das Renommee der Messer von NONTRON besteht seit langer Zeit.
Sie sind das Ergebnis einer Alchimie, die sich aus dem Zusammentreffen des
kalten Wassers des Bandiat und des örtlichen Eisenerzes von Alters her entwickelt
hat. Bereits lange vor christlicher Zeitrechnung bauten hier in den verschiedenen
Gegenden des Périgord die Petrocoriker Eisenerz ab, und an den Hängen des
Azat in der Gegend von NONTRON errichteten die Gallier die ersten Schmieden.
Gegen 1300 rühmten die Dichter im Glossar des Heiligen Palaye die Qualität
von Eisen und Stahl der Messer aus dem "Pierregord" und es heißt, das Schwert
Karls des VII. sei in NONTRON gegossen und geschmiedet worden. Im Mittelalter
findet man die "Messer aus dem Pierregord" in den Aufzeichnungen in Paris.
Im Rahmen ihrer Wanderschaft wurde für die Pariser Handwerksgesellen ein
Aufenthalt in NONTRON zur Pflicht, um Ihre Künste zu perfektionieren. Sie
begründeten damit eine über Jahrhunderte währende Tradition. 1788 verzeichnet
das Betriebsregister von Bordeaux 39 Messerschmieden im Périgord, 5 davon
in NONTRON (2800 Einwohner), die sich durch die besondere Qualität ihrer
Arbeit hervorheben, und die 8 Arbeiter beschäftigen. Es wird von bemerkenswerten
Messern berichtet, die durch ihre geringe Größe und besondere Fertigungsqualität
bestechen. Sie werden als Kuriositäten exportiert: Miniaturmesser in Nuß-
oder Haselnußschalen...(ursprünglich entstanden als Geschenk der Messergesellen,
die damit ihrer Angebeteten imponierten wollten).... Zu Beginn des 20.Jhs
stellt jedoch eine Arbeiterin aus NONTRON einen Rekord auf, indem sie 154
mikroskopisch kleine NONTRON-Messer in einem Kirschkern unterbringt. Die
Firma Bernard, 1780 gegründet, hatte seinerzeit z.B. Taschen-, Metzger-
und Tafelmesser, Scheren, Rasiermesser sowie chirurgische Instrumente in
ihrem Sortiment. In Rundkäfigen laufende Hunde trieben über ein Riemensystem
die Pollersteine an. Das Wasser des Bandiat garantierte die besondere Härtung
der Stahlklingen und der Buchsbaum der Gegend, der Charante und aus den
Causses du Quércy lieferte das Material aus dem die Griffe gedrechselt werden.
Er ist das dichteste und härteste unserer einheimische Hölzer, oft so dicht,
daß er nicht mehr schwimmt. Er benötigt 40 bis 80 Jahre Wachstum und Reife
und Jahre der Trocknung, um die besondere Festigkeit und Feinheit der Maserung
zu erreichen. Alle diese Qualitäten sind in ganz Frankreich bekannt. Und
in seinen in der Normandie spielenden historischen Romanen legt La Varende
im 18.Jahrhundert diese Messer oft in die Hand seiner Helden. Zwar schätzen
besonders Bürger und Aristokraten die Messer aus Nontron und lassen sich
Luxusmodelle aus Ebenholz, Neusilber und Silber herstellen, doch gilt ein
gleiches auch für die schlimmste Pariser Unterwelt, wo Streitigkeiten gerne
und schnell mit dem Messer geregelt werden. Die Akten der Pariser Polizei
geben Zeugnis aus dieser Zeit. Auch HENRY VI. wurde mit einem noch heute
im Louvre aufbewahrten NONTRON gemeuchelt. Ungeklärt hingegen bleibt der
Ursprung des seit dem Ende des 19.Jahrhunderts auftauchenden Motivs der
Pyrogravur, einer Mouche (Fliege) in Form eines umgedrehten V mit drei darüber
angeordneten Punkten. Eine der zahlreichen Deutungen: man findet dieses
Motiv bereits seit dem Beginn des 16.Jahrhunderts als Siegeszeichen "Vitor"
bei den Studenten von Salamanca in Spanien. Zu dieser Zeit tauchen auch
verschiedene Formen der Griffe auf: zur Kugelform treten nun Messer mit
zwei Metallringen, Griffe in Form des Karpfenschwanzes und solche, die man
"Sabot" oder "Galoche" (Holzschuh) nennt. Seit dieser Zeit läßt sich auch
die Klinge mit Hilfe des Metallringes, der "Virole" feststellen. Die von
Zwangsverpflichteten hergestellten großen Messer aus NONTRON mit arretierter
Klinge dienten in den dunklen Zeiten des Ersten Weltkrieges auch als "Schützengrabenreiniger".
Zu Beginn des 20.Jahrhunderts bleibt in der Dordogne nur noch die Messerschmiede
von NONTRON. Die anderen Schmieden des Departements verschwanden nach und
nach. Während des Zweiten Weltkrieges wird diese Messerschmiede trotz der
Wechselfälle der Zeit weiterbetrieben: das Blech ausrangierter Citroens
C4 mußte als Ersatz für die Messingringe herhalten und neben dem heimischen
Buchs mußte man auf Stechpalme und Akazienholz zurückgreifen. Aber das kleine
Messer blieb heute wie damals immer ein unverzichtbarer Begleiter der Bauern
und der Bewohner der Region, entstanden aus den Materialien der Region.
Mit seiner Klinge in Form eines Olivenblattes teilt es den Käse, das Brot
zur abendlichen Suppe, schneidet Pilze oder Weidenruten. Es half schon immer
bei der Arbeit am Lederzeug der Pferde wie im Garten. Heute wird das NONTRON
noch immer an seinem Ursprungsort von Hand gefertigt. Seine Klingen werden
aus nichtoxidierendem Stahl A440 oder auf Wunsch aus traditionellem Carbonstahl
einzeln geschmiedet und gehärtet. Heute wie damals ist es Garant der Überlieferung
und führt die Tradition der feinen Klingen fort. Es läßt sich nichts vormachen.
Es kommt nicht in Frage, die Rolle des Zweit- oder Drittmessers zu spielen:
es ist das erste, das ursprünglichste, das älteste Messer Frankreichs. </font>
www.roedter-messer.de