Materialien bei Laguiole Messern Info erbeten!

Sir

Mitglied
Hallo zusammen,

nachdem es nun offensichtlich ist, dass es nur wenige Bücher zu dem Thema gibt frage ich einmal hier.

Ich plane ein hochwertiges Laguiole-Messer zu erwerben. Ich habe schon einige Messer, würde mich aber noch als Anfänger bezeichnen.

Auch habe ich einige Bücher zur Materialkunde gelesen.

Ich möchte nun hier das ultimaitve EDC kaufen, dass ich, wenn ich mal den Deckel zumache an meinen Sohn vererben kann.

Ich würde gerne Eure Meinung zu 2 Fragen wissen:

1. Sind Laguiole-Messer mit Korkenzieher genauso stabil wie die ohne? Ich weiß nicht wie ich das formulieren soll, aber im Auto heißt es auch "mehr Technik...mehr kann kaputt gehen". Aber eine Flasche Wein für die Herzdame entkorkt man ja schon mal...

2. Was für Griffmaterial? Ich finde das Wacholderholz klasse weil ich vielfach gelesen habe es duftet. Und es sieht auch super aus. Aber mir gefällt auch das Widderhorn. Wie verhalten sich diese Werkstoffe im Dauereinsatz? Das eine Holz, das andere vom Tier, wo ist der Pflegeaufwand höher, was ist bei guter Behandlung langlebiger?

Ich habe nicht im Kaufberatungsthreat gepostet, da ich schon weiß, dass es ein "en Aubrac" werden wird.

Für Eure Antworten schon jetzt vielen Dank und eine schöne Woche.

Gruß derzeit aus Dänemark, wo meine Skandinavischen Messer derzeit viel Holz und Schinken schneiden müssen...:D

Hendrik
 

dirkb

Super Moderator
Was die erste Frage angeht: wenn das Messer ordentlich verarbeitet ist, wird die Stabilität durch den Korkenzieher sicher nicht beeinträchtigt.

Zur Frage der Materialien wirst du über die Suchfunktion einiges finden. Insbesondere Schafhorn ist dafür bekannt (manche anderen Materialien aber auch), dass es stark arbeitet. Da hängt viel von den Einsatz- und Lagerungsbedingungen ab. Und Wacholderholz zum Beispiel gehört nicht zu den härtesten Hölzern, der pfeffrige Geruch ist aber – zumindest für mich – sehr lecker.
 

Sir

Mitglied
Gut, dann sollte ich doch nochmal die ganz harten Hölzer mit in Betracht ziehen. Ich will das ja auch eine Weile mit mir herumtragen bevor Sohnemann das mal bekommen soll. Ich werde es ordentlich behandeln aber auch nicht schonen. Dann muss ich den Blick wohl doch mehr auf Funktionalität legen....
 

UglyKid

Premium Mitglied
Ob das Laguiole das ultimative EDC-Messer ist, da streiten sich hier wohl die Geister :) Aber wenn Du das für Dich entschieden hast, denke ich, obwohl das Wacholderholz nicht das härteste Holz ist, dass Du das Messer auch mit dieser Holzvariante an Deinen Sohn weitervererben kannst.
Ich habe ein Forge de Lagiuole (allerdings in Alu) und ich würde behaupten, dass alleine die Klingengeometrie und evtl. noch Dein gewünschter Korkenzieher das Einsatzgebiet dieses Messers bestimmt und Du deshalb das Messer wohl kaum zur Gartenarbeit samt Heckenstutzen nutzt ;) Daher wirst Du, obwohl mir dazu Studien fehlen, das Wacholderholz mit Schinken, Käse, Baquette und Rotwein nicht überfordern (kommt natürlich darauf an, wie Du es hinterher reinigst) :D
 
Zuletzt bearbeitet:

Sir

Mitglied
Genau so denke ich auch. Für die gröberen Sachen habe ich andere Messer. Aber diese sind einfach edel und schick, keiner regt sich über die Optik auf und es ist was Besonderes.

Mein Spyderco Bug oder das Swede 88 und das Helle Eggen sind auch spitze. Aber ich denke sowas Elegantes ist schöner und besser mal zu vererben als ein runtergenudeltes "Einsatzmesser" das von Holzhacken bis Fugen auskratzen alles mitgemacht hat. Ein EDC für die schönen Tage im Leben eben.

Dann bin ich schon mal mit der Frage mit dem Korkenzieher im Reinen. Also mit.

Und beim Holz/Horn entscheidet dann der Geschmack. Danke schon mal allen postern bisher. Werde berichten wenn es dann da ist. Gehe nun nochmal etwas "Materialkunde" aneignen. Wenn, dann soll es wirklich DAS Messer sein. :p
 

Hoss

Mitglied
Wenn, dann soll es wirklich DAS Messer sein.

Da wäre neben dem Griffmaterial auch die nicht unwichtige Frage nach der Klinge. Da Du Dich ja schon für ein Aubrac entschieden hast, fällt rostfähiger Stahl wohl weg, da von dieser Firma nicht verwendet.
Bleiben aber als Alternative zwei Damaszenervariationen, wobei sich die Homepage über die verwendeten Stähle nicht auslässt (oder ich hab´s nicht gefunden). Ferner gibt es wohl noch die Option der Klinge "Brut de forge" - anscheinend eine stehengelassene, optisch ansprechende Schmiedehaut, vermutlich aber auf 12C27.
Neben optischen Aspekten wäre die Damastvariante je nach verwendeten Stählen u.U. auch leistungsfähiger als der 12C27.

Grüsse
Hoss
 

excalibur

Super Moderator
Ahoi Sir, ich würde Dir auch eher zu Holz raten, ich war gerade in Paris und habe mir ein wunderschönen Laguiole in Wengenholz mitgebracht. Bin gerade sehr glücklich damit. Ich würde Dir raten zu einem Händler zu gehen und Dir einfach mal einige Messer anzuschauen und zu befummeln. So bekommt man am besten ein Feeling dafür. Ist halt was anderes als Internetrecherche.
Bon Chance wünscht Excalibur
 

Sir

Mitglied
Nun ja, Damast wäre natürlich wirklich das non plus ultra. Das sieht einfach toll aus. Vielleicht überdenke ich den Hersteller doch noch mal.
Nur: Befummeln ist in Hannover schlecht. Habe mich schon umgesehen. Leider nirgendwo etwas gefunden.

Ich habe mehrere Damast-Messer (meist so ganz günstige) aber auch die sehen schon klasse aus. Und gepflegt würde es. Holz finde ich ist ein großartiges Material. Ich möchte es dann auch klassisch, also mit einem Holz, das auch in der Gegend dort wächst. Und Damast dazu wäre natürlich extra gut. Da habt Ihr schon recht. Ich denke, mit dem Hinweis habt Ihr einen geheimen Wunsch von mir getroffen. Holz mit Damast. Manchmal ist das gut wenn Außenstehende mit einwirken. Der Wunsch "Damast" war irgendwie bei der Nachdenkerei über das Griffmaterial auf der Strecke geblieben....
 

Sir

Mitglied
So langsam bin ich in der "Vorkaufphase". Wird nun wohl doch ein Forge de Laguiole. Mit Korkenzieher. Nun geht es nur noch darum Amourette oder Olivenholz oder doch Wacholder. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher. H.Hehn schreibt in seinem Buch "Messer" dass das Schlangenholz unter Umständen Risse an Nieten u.ä. bekommen kann. Da überdenke ich das gerade wegen des Hirtenkreuzes...und das Olivenholz/Wacholderholz wohl mehr Pflege bräuchte.
Aber wenn die Frage hier mittels Suchfunktion beantwortet ist...oder noch einer der "Profisammler/Messermacher" hier helfend eingreifen kann werde ich zur Tat schreiten. Beides sieht für mich gleich gut aus. Das Amourette ist sehr elegant finde ich. Da ich sonst nur Messer mit Birkenholz habe wäre das mal etwas Neues. Die beiden anderen Holzsorten würden dem Ursprünglichen Holz entsprechen was wohl auch dort wächst. Bei Amourette habe ich irgendwo mal gelesen, dass es das auch in Frankreich geben soll? Aber ich lese sonst meist, das es aus Brasilien etc. kommt. Daher würde das vom absoluten Original wieder etwas abweichen, wäre aber wohl langlebiger....na, mal schauen.

Bei meiner Recherche habe ich auf der Tube auch einen Artikel über Laguioles aus Eifelturmstahl was gefunden. Auch recht nett der Bericht.

Gruß und danke an alle, die mir bisher schon was zu den Materialien gesagt haben!
 

Gawan

Mitglied
Habe ein Laguiole von Au Sabot. Nun, das ist nicht gerade die Oberliga, aber ordentlicher Stahl und ich hab auch schon andere Modelle dieser Firma.

Meines hat auch Wacholderschalen: Es gibt nichts Schöneres! Aaaber: Das Holz hat Risse entlang der Nieten bekommen! Keine Ahnung, was ich nun dagegen tun kann.

Vielleicht solltest Du Dich in Richtung des traditionellen Buchsbaumholzes Gedanken machen. Das ist sehr hart. Oder Hornschalen...
 

ToniMang

Mitglied
Hi,

hab eins von Fontenille Pataud Gilles.

Hat Maserbirke drauf und die Klinge ist aus 12C27 Sandvic.

Hab das Teil schon viele Jahre und hat mir beim Brotzeitmachen gute Dienste erwiesen.

Viele Grüße
 

Sir

Mitglied
Hallo Toni! Maserbirke habe ich bei meinen "Skandinaviern" wirklich schön. Wenn es irgend geht suche ich diesmal was anderes. Dunkles. Oder eben "Tier". Interessant finde ich auch die Holster mit dem Wetzstab die ja angeblich nur Gimmick sein sollen. Aber etwas werden die für den Notfallm sicher bringen. Momentan deutet alles auf Amourette hin und doch ohne Korkenzieher, da das nur ein Behelf sein soll....
 
Hallo,
ich habe ein Fontenille Pataud mit Kohlenstoffstahl Klinge und Buxbaum.
Dieses Messer begleitet mich immer wenn es um stilvolles Picknick geht.

Was ich vermisse: Einen Korkenzieher!!! Deshalb kommt gelegentlich ein Hubertus Jagdtaschenmesser mit, nicht ganz so elegant, aber traditionell, robust und vielseitig.

Das nächste Laguiole MUSS einen Korkenzieher haben!

Bei Slipjoints kann man übrigens so ziemlich alles reparieren. Bevor die Federn und Erle am Ende sind, ist meistens die Klinge total ausgeschliffen....;)

Gruss
surfer
 

Sir

Mitglied
Hallo Surfer,

mich machte auf der Seite eines Herstellers stutzig, dass es nur ein "Notkorkenzieher" sei. Also nix Stabiles. Das schreckte mich doch etwas ab... Und das war eine der Top-Firmen....
 

chamenos

Super Moderator
dass es nur ein "Notkorkenzieher" sei. Also nix Stabiles. ..

Diese Schlußfolgerung erschließt sich mir nicht ganz.......... bzw sie ist schlicht falsch.

Der Korkenziehr ist ein Notbehelf, weil er einfach ab und an... bei teuren Weinen und leicht angegangenen langen Korken sogar ziemlich sicher..... den Korken killen aber nicht ziehen wird.

Bei einem professionellen Korkenzieher hat die Seele viel mehr Durchmesser, er hat mehr Wendelungen und deutlich mehr Abstand zwischen den Wendelungen.

Die Korkenzieher an allen Messern, die es da so gibt, sind halt geschrumpfte Grobmotoriker die für einen billigen, kurzen Korken oder diese neumodischen Gummidinger prima funktionieren..... und das auch noch lange, nachdem die Klinge des Messers weggeschliffen oder abgebrochen ist.

Sie sind halt das klassische Werkzeug um beim Picknick den einfachen, ehrlichen Landwein zu entkorken.

Für deinen 1998er Château Lafite nimmst du aber besser ein anständiges Sommeliermesser (was besagter Händler überraschenderweise auch im Programm hat:rolleyes:)

Macht dann auch nicht so "weinzerstörend" und ordinär "Plopp";)

Gruß
chamenos (der sich sein Laguiole natürlich mit Hornschalen geholt hat, - Holz.... pffft)
 

excalibur

Super Moderator
Zitat Chamenos:
Bei einem professionellen Korkenzieher hat die Seele viel mehr Durchmesser, er hat mehr Wendelungen und deutlich mehr Abstand zwischen den Wendelungen.

Ahoi, da hat unser frischgebackener Papa recht. Ich habe mir von Jemanden, der es wissen muss,sagen lassen das ein guter Korkenzieher mindestens fünf Windungen in einen bestimmten Abstand haben muss. Also, ich plädieren immer für ein "in die Hand nehmen" vor dem Kauf. Dann kannst Du auch die Windungen zählen, und ein Fläschchen Rotwein mitbringen.
Prost Excalibur
 

Sir

Mitglied
Das hatte ich gesehen, das der weniger Windungen hat....
Hm...wie schön, dass ich fast schon gekauft habe. Aber eben nur fast!
Nun stelle ich das nochmal auf den Prüfstand. Bei einem Wert mit Holster zwischen 150 und 200 Euro muss das einfach sein.

Ehrlicher Landwein....au ja...:D

Dann muss ich nun nur noch eines mit Schlangenholz und Korkenzieher finden. Irgendwo hatte ich das bei den 3 sogenannten Topschmieden gesehen.

Interessant auch die Holster mit dem Wetzstahl. Einerseits steht dabei:Funktioniert, andererseits ein Gimmick. Was denn nun? Notbehelf oder nur reine Optik?

Ich denke eine Woche muss ich noch überlegen und forschen, denn so schnell werde ich mir sowas Exklusives nicht wieder kaufen. Da muss alles passen. Haltbar sein. Und funktionieren.

Danke Euch nochmal für die Infos, auch zum Korkenzieher. Das mit dem "Notbehelf" stand bei einem Anbieter auf der Seite. Und da denkt man natürlich, dass nach dem 10. Picknick sowas verbiegen oder abbrechen kann. Denn 10 Mal ist dann kein "Notfall" mehr.
 

Sir

Mitglied
Habe nun einen Online-Laden gefunden der von Forge de Laguiole eine Serie "Luxe" führt. Angeblich werden diese Messer von den 2 besten Schmieden der Schmiede hergestellt. Ist das nur Effekthascherei oder sind die Messer dann wirklich noch ein wenig besser? Zumal man hier welche mit Buchsbaum empfohlen hatte. Und ich muss sagen, es ist zwar wieder ein helles Holz, aber es sieht toll aus.

Lohnt sich der Aufwand der ca. 30 Euro zur normalen Serie dieses Herstellers? Sind die Materialien dann eventuell noch ausgesuchter?


Ich meine hier bei Luxe (rostfrei) nicht Luxe (Carbonstahl)

Ich weiß, unentschlossene Leute sind nervig....:hehe:...aber das ist für mich eine Stange Geld und da hoffe ich hier natürlich Leute zu finden die sagen:"Sowas habe ich mal gesehen...hat Vor-/Nachteile". Hier in Hannover gibt es sowas ja leider nicht mal direkt zum Ansehen...

Danke und schönen Sonntag noch!

Gruß Hendrik
 
Zuletzt bearbeitet:

excalibur

Super Moderator
Aloha Hendrik, es wäre toll, wenn Du die Links zu den Messern, die Du in der Pipeline hast, mitsenden würdest , damit wir diskutieren u. helfen können. Ich habe auch nicht ganz verstanden, ob Du nun Carbonstahl möchtest oder nicht. Bitte um Erhellung!
Ich war ja wie gesagt gerade in Paris, dort sagte mir der kompetente Laguiole En Aubrac Händler, dass es immer weniger Carbonstahlmodelle geben wird, sie sterben sozusagen bei Aubrac aus.
Grooz Excalibur
 

Sir

Mitglied
http://www.scharferladen.de/shop/laguiole-luxe-buchsbaum-p-2845.html?osCsid=a2343f6a50253f6314d15886656037a6

Ist der Link des Messers über das ich nachdenke. Ich war mir nicht ganz sicher, ob hier Links erwünscht sind, denn manche Forenbetreiber möchten das nicht.

Hier steht halt, das es die "Luxe" Variante ist. Ich kann bloß nicht einschätzen, ob die wirklich merkbar besser verarbeitet sind, oder ob das nur absolute Kenner bemerken würden. Dann würde für mich auch die einfache Variante genügen.

Am liebsten wäre mir ein Rostfreier Stahl, der sich dann bei Bedarf auch noch selber mit meinem Schleifstein gut schleifen lässt.