Magnet Rasierklingen-Schärfer "Blade Master" --- Fiktion oder Wahrheit?

HankEr

Super Moderator
Kann jemand was zu dem im aktuellen Messer Magazin auf Seite 73 erwähntem Rasierklingenscharfhaltegerät "Blade Master" etwas sagen? Wer hat es mit welchen Erfahrungen probiert? Wie ist das Teil aufgebaut? Was ist pyhsikalisch davon zu halten?
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Blademaster

@HankEr: Also probiert hab ich das noch nicht. Ich habe vor einiger Zeit mit meinem Friseur gesprochen, mit dem ich ab und zu über Rasiermesser rede. Der hat mir einen Zeitschriftenartikel gegeben, in dem behauptet wird, daß die Schneide sich unter dem Einfluß starker Magnetfelder wieder "stabilisiere". Er hat sich so ein Dings auch mal zur Probe besorgt, aber da heutzutage nicht mehr viel mit dem Rasiermesser gearbeitet wird, könne er höchstens einen subjektiven Kommentar abgeben. Er meint, das funktioniert. Ich bin da skeptisch, ich kann den Mechanismus nicht nachvollziehen. Allerdings gibt es REM-Aufnahmen, die die Schneide mit und ohne Blademastereinsatz vergleichen. Hier angehängt. oben nach 7 Rasuren mit, unten ohne Blademaster. Uni Erlangen 4000 fache Vergrößerung. Vielleicht hat einer im Forum bereits Erfahrungen gesammelt?
 

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HankEr

Super Moderator
Danke für das Bild, wenn das auf den Bildern gezeigte exemplarisch ist (mehrer Versuche kommen zu dem selben Ergebnis und der gezeigte Ausschnitt ist charakteristisch für die gesamte genutzte Schneide) und mir das ganze jetzt noch jemand pyhsikalisch erklären kann, dann brauche ich so ein Teil. (Vorerst bleibe ich skeptisch.)
 

Hammer

Mitglied
mal nachdenken

aaaalso,
wenn man davon ausgeht, daß ein rasiermesser so ultrascharf ist, weil es mittels eines sehr feine grates schneidet, der sich bei benutzung umbiegt/ausbricht
dann wäre es vorstellbar, daß ein magnetfelt hilft diesen grat wiederaufzurichten
durch abziehen werden dann die ausbrüche ausgebügelt ? oder wie ?
und: je rostfreier der stahl also ja höher der chromgehalt desto ANTIMAGNETISCHER wird auch ein
stahl
oder soll ich davon ausgehn, daß die eisenatome im magnetfeld an den anderen legierungspartnern vorbeiwandern? und so wieder einen µfeinen grat bilden ?
noch jemand ne theorie zu der sache ???
sonst probier ich das mit nem starken elekromagneten aus!
bis denne
Hammer
 
Also ich halte das für ebensolchen Humbug wie diese ominösen Spritspargeräte die vor Jahren mal in der Presse waren. Die sollten auch mit irgendwelchen Magneten den Kraftstoff polarisieren und den Verbrauch senken. Geldmacherei für den der's vertreibt und Placebo für den der's kauft.

Aber wenn es jemand wissenschaftlich belegen kann bin ich natürlich offen dafür.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Ja richtig, Pablo Escobar, man muß da sehr vorsichtig sein. Auch die von mir geposteten Bilder stellen keinen echten Beweis dar. Erstens stellt sich die Frage nach der Reproduzierbarkeit, desweiteren ist unklar, wie HankEr anmerkt, wie repräsentativ der Bildausschnitt für die gesamte Klinge ist, und dann sind die Versuchsbedingungen nicht klar. In der Zeitschrift war nur allgemeines Wischiwaschi zu lesen, hab ich hier gar nicht erst wiedergegeben. Wenn es keine plausible Theorie/Erklärung/Modellvorstellung dazu gibt, riecht es mehr nach Hokuspokus als nach Technik. Nachdem fast alle physikalischen Wirkungen ausgelutscht worden sind, rückt der Magnetismus immer mehr nach vorn.
Im Auge behalten sollte man das mal, aber unter nachvollziehbaren Bedingungen testen. Denk ich mal.
 

Claymore

Mitglied
Ich glaub schon das das funktioniert......

die Magnetfelder ziehen einem ganz flux die Kohle aus der Tasche wenn man sich so ein teil zulegt
:steirer:

Ob die Schneiden länger scharf bleiben müßte wie schon gesagt erst mal bewiesen werden.
Daran glaube ich nicht !!!



gruß
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Gut formuliert, Claymore.
Ich habe auch ein wenig über Magnetismus nachgedacht und hab da schon Probleme, eine plausible Erklärung zu finden. Aber das wegfluxen der Kohle aus der Tasche, das klappt, daran glaube auch ich.
 

Odin

Mitglied
Ich glaube an sowas auch nicht. wenn man mal die beiden fotos vergleicht, erkennt man schnell die große scharte in der mitte der Schneide. Es müsste also Material von den seiten "Zufliessen" d.h es müsstens sich Atombindungen etc auflösen.
Ich denke dafür wäre der Magnet wohl zu schwach. außerdem müsste das rasiermesser ja immer platter werden wenn ich es auf einen magneten lege.
Das würde bedeuten das sich das rasiermesser irgentwann in eine Crepepfanne verwandeln würde:hmpf:
Ist genau so ein schwachsinn wie die titaniumII Messer aus dem teleshop:irre:
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Also, mal zum Magnetismus: Alle für uns in Frage kommenden Messerstähle, also auch die Rasiermesser, sind ferromagnetisch. Die Besteckteile aus Cromargan sind austenitisch, aus der kubisch raumzentrierten Modifikation des Eisens (das kommt durch das zulegierte Nickel und Chrom) sind das nicht.
Und Magnetfelder richten Teilbereiche (Weiss'sche Domänen) magnetisch aus, ohne dass nennenswerter Materialtransport stattfindet, und diese Bereiche haben auch nicht notwendigerweise was mit den Körnern im STahl zu tun. Es sausen also keine Atome oder teilchen in der Gegend herum, um Scharten auszuwetzen. Je länger ich drüber nachdenke, umso mehr meine ich, dass es sich hier um ziemlichen Humbug handelt. Vor allem weil magnetische Kräfte eher zu den schwächeren gehören.
Machen wirs doch so,lassen wir doch mal die Jungs von Blademaster mit mehr infos rüberkommen. Zu Hause werd ich mal den Originalaritkel suchen und die Leute anschreiben, mal sehen,was die so erzählen. Wenn die antworten, poste ich das mal.

Ach ja Odin, messerscharfe Crepes, rasiergeeignet, nach der Rasur zu verzehren...
Hat doch was, oder:D
 
...und die Leute anschreiben, mal sehen,was die so erzählen. Wenn die antworten, poste ich das mal.

Die schreiben bestimmt einen ähnlichen Murks wie Böker bei seinem kleinen Titanmesser für das "ganz andere physikalische Gesetze gelten"... Steht oder stand mal so im Katalog.

Ach ja Odin, messerscharfe Crepes, rasiergeeignet, nach der Rasur zu verzehren...
Hat doch was, oder:D

Igitt!!! Oder gibt's Rasierschaum mit Schokoaroma? Nur die Bartstoppeln... *würg*
 

Uraken

Mitglied
Blademaster funktioniert einwandfrei

Hallo,

Ich wollte zu diesem Thema schon lange einen Hinweis einstellen, habe jetzt aber erst einmal nachgeschaut ob schon etwas dazu vorhanden ist. Deswegen wird hier jetzt ein älterer Artikel ausgegraben.
Ich habe den Blademaster schon ca. 2 Jahre im Einsatz und er funktioniert einwandfrei. Ich rasiere mich mit Mach3 und normalerweise waren die Klingen nach 1 bis 2 Wochen nicht mehr gebrauchsfähig. Jetzt lege ich sie nach dem Rasieren immer auf den Blademaster und sie halten bis zu einem Monat lang, was eine Menge Geld spart. Meinem Vater hab ich auch so ein Teil besorgt (über Messer Rödter) und er war so begeistert davon, daß er gleich mehrere für seine Freunde geordert hat. Soviel ich weiß funktioniert das Gerät dadurch, daß der umgelegte Grat durch den Magneten wieder aufgerichtet wird.

Gruß Uraken
 

feuervogel69

Mitglied
daß durch magnetismus atome in relevanten größenordnungen wandern halt ich für unsinn, aber was für mich absolut denkbar ist: daß sich durch den magnetismus einfach der "feine" grat aufrichtet und dadurch die schärfe scheinbar länger hält.
unterschätzt die stärke eines "ordentlichen" magneten nicht!
durch die seltenen erden (neodym, samarium etc.) sind in letzter zeit wirklich erstaunlich starke magneten auf den markt gekommen
d.h. ganz praktisch (ich besitze das teil ja nicht): vielleicht könnte irgendjemand einen doppelversuch starten mit einem rasiermesser wo der grat bestmöglich weg ist und einem rasiermesser wo doch etwas grat da ist!

ich würde aus eben genannten gründen darauf tippen daß letzteres dann funktioniert. ergo: dié ganze sache ist für leute, die ihr messer nicht superfein schärfen können bzw. für "schlechte" rasiermesser aus nicht so gutem stahl immerhin hilfreich.vielleicht.

p.s. in einem küchenforum stand mal was, das jap. supermesser immer mal gewendet werden sollten, eben wegen dem erdmagnetfeld ....
 

Hayate

Mitglied
Ich halte das für ziemlichen Humbug.
Das Experiment hat natürlich immer Recht.
Aber bisher gibts wohl noch kein vernünftig dokumentiertes wissenschaftliches Experiment,das die Wirksamkeit des Gerätes eindeutig bestätigt. Man müßte sich Klarheit über die magnetischen Verhältnisse und die Änderung der Beschaffenheit der Schneide verschaffen können, indem man den Nachschärfvorgang unter Ausnutzung der magnetooptischen Kerr-Effekts mikrospisch beobachtet.

Mir fällt auch keine wirklich sinnvolle Erklärung dafür ein.
Die Vorstellung, daß nennenswert viele Atome des Metalls durch das Magnetfeld zur Wanderung angeregt weden, ist ungefähr so sinnvoll wie die Annahme, daß Metallatome nach unten wandern,wenn die Klinge im Gravitationsfeld ruht.

Daß die Schneide sich wieder gerade ausrichtet, könnte vielleicht mit Magnetfeldern erreicht werden, aber ich würde spontan vermuten,daß man dazu schon einige Tesla benötigt.Die bringt so ein Kleingerät nicht.
 

Uraken

Mitglied
Probieren geht über Studieren

Aller Theorie zum Trotz, das Teil funktioniert einwandfrei.
Vielleicht stimmt der Spruch doch: "Probieren geht über Studieren".
Um es noch mach klar zu stellen, der Blademaster ist nicht für Messer oder Rasiermesser sondern nur für Rasierklingen.
 

Tobse

Mitglied
Achtung, jetzt wird's physikalisch: eine mögliche Erklärung bietet vielleicht die Formanisotropie:
in einem Ferromagneten gibt es verschiedene, miteinander konkurrierende Prozesse: die Austauschwechselwirkung will alle Spins (die magnetischen Momente der für den Ferromagnetismus verantwortlichen Elektronen)
parallel ausrichten. Dem entgegen wirkt die Demagnetisierungsenergie, die Energie der Spins
im selbsterzeugten Streufeld. Der Ferromagnet sucht sich nun ein lokales Energieminimum, in einem größeren Körper bilden sich daher Domänen aus, Bereiche, in denen die Spins parallel sind.
Die Richtung der Magnetisierung wechselt von Domäne zu Domäne, so daß der Körper von außen betrachtet kein oder nur ein kleines Streufeld hat. Am Übergang von einer Domäne zur nächsten (Domänenwand) stehen die Spins also nicht parallel zueinander,was eine energetisch ungünstige Situation ist. Macht man den Körper nun immer kleiner, sinkt die Anzahl der Domänen und die Magnetisierungsrichtung paßt sich der äußeren Form an: in dünnen (d.h. einige 10 Nanometer) Filmen liegt sie in der Filmebene, um das Streufeld zu minimieren. In schmalen, langen Drähten liegt sie aus dem gleichen Grund in Richtung der langen Achse.
So, und jetzt wird's spekulativ: Wenn man die Klinge im Querschnitt betrachtet, ist der Grat evtl.
so etwas wie ein langer dünner (weniger als 1000 Nanometer) Draht, die Magnetisierung will also direkt
zur Schneide zeigen. Magnetisiert man nun mit einem Magneten den 'Klingenkörper' auf, so ist die energetisch günstigste Lage für den Draht im Streufeld des Klingenkörpers aufrecht, und wenn er nicht aufrecht steht, wirkt ein Drehmoment, das ihn 'hinbiegt'...Da müßte man nun länger überlegen, mehr über die mikromagnetischen Eigenschaften des Stahls wissen, und ggfs. eine Simulation der mikromagnetischen und mechanischen Situation anwerfen, um herauszufinden, ob dieser Effekt stark genug ist, um ein Aufrichten des Grats zu erklären.

Munter bleiben,
Tobse!
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Ich hatte früher ja mal was dazu geschrieben. Ich habe aber bislang keine weiteren Auskünfte erhalten.
Was Hayate sagt, ist sinnvoll. Das deckt sich ja auch mit der von Uraken festgestellten Wirksamkeit. Auch das mit den superstarken Magneten stimmt. Ich habe 6 oder sieben Magnete in Kugelform, gesinterter Werkstoff mit Neodym, die Teile sind so stark dass ich mir ensthaft die Finger geklemmt habe, Dabei sind die Teile im Durchmesser höchsten 10 mm groß. Ich mach mal ein Bild. Manchmal benutze ich zwei davon als Krawattenklemme.
Wenn man einmal davon ausgeht, dass das Magnetfeld in der Klinge an der Schneide auswärts gerichtet ist und stark genug ist, dann könnte unter Umständen eine Aufrichtung erfolgen, warum nicht.


Tobse: Prima Erklärung, ich denke, Du bist auf der richtigen Spur.
Ich hab das erst gesehen, nachdem ich meinen Post abgeschickt habe und nochmal lesen wollte. Dann hätte ich mir meinen Sermon sparen können.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hayate

Mitglied
@Tobse
So weit hatte ich noch gar nicht gedacht.. vielleicht kommst Du darauf, wie es genau geht. Ich versteh es noch nicht, hab ein paar Fragen.

Müßte das von Dir erwähnte Drehmoment nicht eine einheitliche Richtung haben, um die genannte Wirkung zu erzielen?
(Schließlich sprechen wir hier nicht bloß von ein paar Atomen, sondern von einem verbogenen Grat, der im Vergleich zum Atom so extrem dick ist, daß sich die magnetischen Momente bei Magnetisierung vorzugsweise parallel zur Oberfläche ausrichten.)

Dann ist noch die Frage zu klären, wieso der genannte Grat vor dem Nachschärfen eine einheitliche Magnetisierung aufweisen soll.Ich denke, die magnetischen Momente sind nur an der Oberfläche so ausgerichtet, wie du sagst. Und bei einem etliche hundert Nanometer dicken Grat machen die im Vergleich zu den inneren nicht viel aus.