Loch für Spitzerl bohren - wie? [bohren, bohrer, erl]

Floppi

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Loch für Spitzerl bohren - wie?

Eine einfache Frage, die mir so manches Kopfzerbrechen bereitet hat: Wie bohre ich ein Loch für einen Spitzerl?
Griffmaterial soll Holz sein, zur Klinge abgeschlossen mit einer massiven (mehrere Millimeter dicken) Metallplatte. Ich sollte erwähnen, daß ich vom Griffende aus keine Bohrung machen wollte. Somit bleibt das Ende des Holzgriffes unversehrt. Klingenstärke, bzw. Erlstärke sind 3 mm. Erlbreite kann ich noch beeinflussen.

Über Ideen würde ich mich freuen. :)
 

Matthias

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Loch für Spitzerl

Yo, die Metallplatte sollte gut angepassts sein, kein Spalt zur Klinge. Das ist bereits die halbe Miete.
Im idealen Fall ist der Spitzerl rund, dann gibt es keine Probleme. Wenn der Erl rechteckig ist, erst mal ein Loch in der Stärke des Erls bohren. (4, 6, oder auch 8 mm.) Dann mit Spezialwerkzeug (Brisa) oder Schlüsselfeilen das Langloch dem Erl anpassen. (Das hört sich einfach an, ist es aber nicht.)
Wichtig ist dann ein guter Kleber.

Grüße, Matthias
 

Andreas

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metall-platte bohren und das loch für den erl der klinge passgenau erweitern (schlüsselfeile).
holz einspannen und senkrecht bohren (stärke des bohrers ca. erl-stärke). stichsägeblatt in ein feilenheft "schlagen" und das loch im holz so erweitern, dass die klinge komplett in das holz passt (evtl. das stichsägeblatt vom rücken her vorne flacher schleifen). das werkzeug, dass brisa.fi dafür unter "tools" anbietet, sieht fast genau so aus.
das ganze (klinge, metallplatte und holz, evtl noch fiber) dann mit epoxyd-kleber verkleben.
 

gundacker

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Hallo Floppi !
Wie gesagt, bei brisa.fi gibts eine ganz gute Anleitung; vielleicht noch einige Kerben in den Erl feilen um dem Klebstoff etwas mehr Halt zu geben. Der Erl sollte meiner Meinung nach relativ streng im Holz sitzen, ich hab einfach ein besseres Gefühl dabei (wahrscheinlich tuts der Kleber allein aber auch, falls das Loch etwas größer ist). Betreffend Werkzeug (zB lange, schmale Säge) kannst du auch bei http://www.dick-gmbh.de reinschauen. Falls du das Griffholz schon zugeschnitten hast pass auf, dass die Bohrung schön parallel zu den Seitenflächen wird, sonst gibts Probleme; Standbohrmaschine wäre nicht schlecht.
Viel Spaß
Grüsse, Hannes
 

Floppi

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Ich hab heute Nachmittag schonmal einem Block getestet. Sägen ist zwar gut und schön, funktioniert aber nicht - genausowenig das Feilen.
Nochmal zur Erinnerung: Der Erl ist 3mm dick = 3mm Bohrung. Schlüsselfeilen sind 2,8 - 3mm stark - da kann man nicht feilen - hab's ausprobiert. Auch 4mm Bohrungen funktionieren nicht. Nach unten hat man keinerlei Wirkung.
Stichsägeblatt: viel zu groß für 'ne 3mm Bohrung - auch mit dem mir bereits bekannten Brisa-Sägetool unmöglich.
An Tutorials hab ich in der Richtung auch schon 'ne Menge durch. Die Methode von Bo Bergmann funzt auch nicht. Das Problem ist, daß ich in 'ne 3mm Bohrung keine Erweiterungswerzeuge reinbekomme. Einzige Möglichkeit wäre mit 'ner Laubsäge - da muss ich aber das Griffende beschädigen... :(
 
Zuletzt bearbeitet:

Andreas

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bohr doch das loch im holz größer. das loch wird doch von der metallplatte verdeckt. wenn du das loch zum schluss vollkommen mit epoxyd füllst, hält das.
 

Nidan

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Jo da hat Andreas recht. Ich mach es immer so, daß ich v.a. das Loch am vorderen Ende etwas größer mache, hinten wird es eh schmäler.

Dann kommt man auch ganz gut mit den Feilen rein. Ich bohr immer 2 Löcher und versuch dann den Zwischenraum mit dem Spezialwerkzeug, kleinen Feilen (du brauchst Nadelfeilen , keine Schlüsselfeilen) und der winzigen Raspel die es bei Brisa gibt zu erweitern. Das funktioniert ganz gut, auch wenn es eine ganz schöne Arbeit ist, da die winzigen Feilen ja gerade bei Holz nicht wirklich viel ausrichten.

Aber da gab`s ja mal ein Post, von wegen sich Zeit nehmen und so, gell ;)

Also nicht verzweifeln, das wird schon ! :super:

P.S. Die Dimant-Nadelfeilen die ich benutz sind 1,5 mm stark, hab es gerade nachgemessen.
 

Floppi

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Zu meiner Idee

Also ich hatte mir schon folgendes überlegt:
Man bohrt ein Loch, daß etwas größer ist als der Erl breit. Der Erl verklemmt sich dann selbst an seinen 4 Aussenkanten. Eine drehen sollte damit schon im ungeklebten Zustand kaum möglich sein. Die Hohlräume links und rechts werden mit Kleber aufgefüllt. Das ganze würde so aussehen (Ansicht von vorne, bzw. hinten):
spitzerl.gif

Das rote ist der Spitzerl in der Bohrung. Die weißen Bereiche links und rechts sind die oben beschriebenen Hohlräume. Das graue ist das Griffmaterial.
Je nachdem wie das Verhältnis von Erlhöhe zu Erlstärke isr, ist das Loch unterschiedlich groß.

Die Frontplatte wird natürlich nur mit kleinen Bohrungen versehen, so daß diese bündig mit dem Erl abschließt.
 

Seb

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Ich steh zur Zeit vor nem ziemlich ähnlichen Problem :) Wenn man den Griff noch vernieten will, gibt das dann Probleme mit den Hohlräumen? sollte man evtl. erst kleben und dann das Nietloch bohren? Ich erwäge zur Zeit auch eher die Idee das Loch größer zu machen und dann Widerhaken in den Erl zu feilen....

Seb
 

Andreas

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@floppi: die idee ist nicht schlecht. du mußt dabei nur die endgültige griffform berücksichtigen. sonst kann es passieren, dass du beim ausformen des griffes ins "weiße", also den kleber, kommst. das ganze ist also u.a. auch abhängig von der erl-höhe, sprich der größe des lochs, das du ins holz bohrst.
man könnte evtl. 2 löcher bohren (oder entsprechend mehr, je nach bohrergröße und erl-höhe), die zusammen die erl-höhe ergeben. dann ist das loch neben dem erl nicht ganz so breit.
ich glaube den griff an meinem ersten habe ich mit nem 6er oder 6,5er bohrer gebohrt (bin mir aber nicht mehr so ganz sicher).
 
Erl und Griff bohren

Also ich mach es so. Beim Griff kann das Loch ja größer sein. Bei Dick gibt es auch Raspeln in der Größe von Nadelfeilen. Hat mal jemand einen eingeklebten Griff runtergemacht ? Ich ja, ging nur noch mit der Bandsäge seitlich am Erl vorbei und den ausgehärteten Kleber mußte ich auch noch abschleifen. ( übrigens hält jeder Kleber nur auf einer chemisch reaktiven Oberfläche richtig d.h. max 15 min nach dem Strahlen oder Beizen, danach sind die Adhäsionskräfte nur noch 50%) Gerade bei einer größeren Bohrung läuft der Kleber erst richtig rein. Ich glaube, daß ist besser als ein enges Loch und die Luft geht nicht raus.

Erl: Tja einen 3 x ? Schlitz zu machen ist nicht einfach, der soll ja auch passen. Ehrliche Antwort wie ichs mache: Drahtschneiden bei nem Werkzeugbau. :hehe: Sonst den Schlitz zur Griffseite hin konisch feilen. Passgenau muß die vorderste Kante sein. Also vorne etwas kleiner, hinten größer lassen, Klinge mit Leder und Holz einspannen und dann von hinten draufkloppen. Das kalibriert dann die vorderste Kante. Evtl. nochmal loskloppen und die Sichtseite nochmal planschleifen
 

spyderbug

Mitglied
Hallo Floppi!

Eine Möglichkeit gibt es noch (allerdings muss man da ein wenig schummeln ;-) )...

Es gibt Langloch Bohrer! Diese Dinger sind soetwas wie eine Kombination aus Bohrer und Fräse. Einfach mit dem Langlochbohrer ein Loch in der gewünschten Tiefe bohren und dann das Werkstück vorsichtig gegen den Bohrer schieben. Es entsteht ein Schlitz-förmiges Loch! Hab ich zwar selber noch nicht probiert, aber das müsste am einfachsten sein (vorausgesetzt man hat zumindest einen Bohrständer)...

Bei Holz fand ich das Loch an Loch bohren nicht so einfach, da der Bohrer oft zu wandern anfing, aber zur Not geht das auch. Ich habe bei einem 3 mm Erl 4 mm Löcher bebohrt und mit Schlüsselfeilen passend gemacht. Das dauert zwar eine halbe Ewigkeit, aber es funktioniert :irre:

Viel Erfolg!

Güße, Robert

[EDIT]
Korrekter Weise ist es eigentlich eine Rotationsfeile. Langlochbohrer für Holz sind nämlich nicht dafür geeignet vertikale Löcher zu erzeugen. Rotationsfeilen eigentlich auch nicht, aber es gibt eben Rotationsfeilen, die sowohl vertikal, als auch horizontal Material abnehmen - also Eine Rotationsfeilen/Bohrer-Kombination

Ich hoffe das war jetzt verständlich

[/EDIT]
 
Zuletzt bearbeitet:

xtorsten

Premium Mitglied
ich habe mir da auch schon oft den Kopf drüber zerbrochen.
bin dann auch auf die Rotationsfeile gekommen, habe sie aber noch nicht ausprobiert. werde ich in den nächsten Tagen mal machen.
xtorsten
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Warum immer so umständlich und mit Spezialwerkzeug? Mit jeden Bohrer, hohen Touren und etwas Vorsicht kann man ein Langloch in Holz bohren, ist ja immer in Hirnholzrichtung. Hat bei mir bisher immer funktioniert. Man muß das Werkstück allerdings dabei freihand führen, dann kann man das Loch auch entsprechend konisch bohren/raspeln.
 

luftauge

Mitglied
Warum versteift Ihr Euch so auf die 3mm Klingen-/erldicke ?

Der Rest wird doch sowieso mit Kleber auf-/ausgefüllt.
Mit dem verjüngten Stichsägeblatt kommt man auch nur bedingt zum Ziel, weil das Blatt in der Bohrung kippt, wird aus der runden Bohrung sowieso ein Langei anstatt eines Langlochs.
Selbst zwei lange Stichsägeblätter nebeneinander reichen nicht ganz aus.
Ergebnis:
Kombination aller genannten Methoden - wobei das Griffholz noch gar nicht berücksichtigt wurde, bei Birke mag das Stichsägeblatt oder eine glühender Stahlstreifen ausreichen, aber bei Tropenholz (Ebenholz, Grenadill, Cocobolo) sieht es anders aus.

Gruß Andreas
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
@ xtorsten : 4mm würde ich als mindestes bohren, eher 5. Ich habe einen 4mm Bohrer mit ca. 150mm Länge, mit dem habe ich sowas schon gemacht, auch bei Hartholz. Bei zu kleinen Löchern hast Du schon Schwierigkeiten, das Harz hinein zu bekommen, wenn es nicht ganz dünnflüssig ist. Besonders, wenn Du kein kleines Luftloch am Ende der Bohrung vorsehen willst.
Aber auch größere Löcher sind kein Nachteil, gutes Gießharz hält mehr aus als das Griffholz.
 

Günther

Mitglied
Ich kann Guenter recht geben,hab ich auch schon gemacht.
Mit einem überlangem 5mm Spieralbohrer auf der Ständerbohrmaschine.
2 Löcher gebohrt und diese dann frei Hand mit dem Bohrer verbunden.War zwar kein wunderschönes Langloch, weil sich der Bohrer bei der Überlänge etwas vergeht, ist aber egal, weil ja das Loch später nicht zu sehen ist.

Grüße, Günther.
 

Matthias

Mitglied
:confused: Äh, mir ist da noch etwas eingefallen, was ich gelesen, aber noch nie ausprobiert habe: "the quick and dirty way"!
Kleines Loch bohren, nassen Lappen als Hitzeschutz am Übergang zum Erl an der Klinge anbringen, Erl erhitzen bis zur Rotglut! Griffstück vorsichtig aufschieben, Verdrehung vermeiden, perfektes Langloch?

Grüße, Matthias.