Lebensmittelechter Korrosionsschutz für niedrig legierte Werkszeugstähle?

mark23

Mitglied
Hallo!

Hat schon mal jemand niedrig legierte Werkszeugstähle mit Carnauba Wax (Karnaubawachs, Cearawachs) als quasi lebensmittelechtem Korrosionsschutz beschichtet? Ich bin auf www.ckdforums.com drauf gestoßen ...

Beschreibung Carnauba Wax (Karnaubawachs, Cearawachs) hier

Irgendwelche anderen Ideen, wie man Messer aus nicht-rostfreien Stählen lebensmittelecht vor Korrosion schützen kann?

Danke!!!

Gruß

Mark23
 

mark23

Mitglied
Mit Balistol habe ich auch meine "Rohlinge" vor Rost geschützt.

Aber wie kann man sie im Gebrauch schützen? Eine etwas haltbarere Behandlung, ich will ja nicht ständig ein Fläschchen Balistol in der "Wildnis" mit mir rumschleppen ... die "alte" Problematik :rolleyes: mal wieder ...

Wie kritisch sind denn Brünierpasten wie z.B. Kal-Gard o.ä.?

Danke!

Gruß

Mark23
 

Flieger

Mitglied
Die Chemikalien die für die Brünierung benutzt werden sind soweit ich weiß ziemlich giftig... Tränke doch einfach einen kleinen Lappen mit Ballistol (oder z.B. Olivenöl); den kann man prima in eine kleine Tüte stecken, damit er nicht so schnell austrocknet und z.B. in der aufgenähten Tasche der Messerscheide verstauen. Bei Bedarf Messer abspülen und kurz mit dem Lappen drüber - fertig...

Gruß Chris
 

freakfigur

Mitglied
Könnte man nicht mit EisenIIIChlorid oder Essig oder Cola eine Patina erzeugen, bei D2 soll das doch gehen...

Gruß Felix
 

DeadlyEdge

Mitglied
Hallo, mark23,

Bei Dick-GmbH gibt es so ein chinesisches Öl, Kamelienbaum-Öl, glaube ich. Es soll gut als rostschutmittel geeignet sein und völlig lebensmittelvertäglich (wird auch zum Kochen genommen). Teuer war es auch nicht.

Gruss,

Martin
 

Leonardo75

Mitglied
Hallo Korrosionsschutzfans!

Was haltet Ihr eigentlich von Leinölfirniss?

Bei geschmiedeten Klingen mit einem rauheren Finish zieht das ein wenig ein und bleibt nach dem Aushärten auch bei ein wenig Beanspruchung noch drauf. Meine Äxte habe ich damit auch geschützt, dort merkt man aber zum Teil, dass die Schicht abgeht, an den Stellen wo das Holz langschabt beim Hacken.

Gruß Leo.
 

Silkcut

Mitglied
Wird die Klinge nur gelagert und soll vor Rost geschützt werden ist einölen mit Balistol, Kamelien oder Nelkenöl ausreichend.
Der Frage nach soll die Klinge aber benutzt werden. Da meine Klingen (geölt oder nicht) schon nach wenigen Schnitten in Fleisch, Zwiebel, Spargel und wahrscheinlich überhaupt direkt anlaufen frage ich mich ob nicht eine galvanische Oberflächenvergütung machbar ist.
Lacke oder Teflonspray will ich nicht einsetzen.
 

Bene686

Mitglied
ich würd da garnichts machen , öle meine küchenmesser überhaubt nicht ein , die rosten auch nicht obwohl c60 . nach gebrauch mit wasser abwaschen abtrocknen gut is . kein rost nur eine gleichmäßig graue oberfläche.
 

xtorsten

Mitglied
habe gerade was gefunden und zwar im MM (!)
Erster Wettbewerb Messer des Jahres. Fliege ( Stefan Kühne) hat da einen Griff "brüniert", indem er Tannenzapfen auf einem Feuer verbrannt hat. Das am Griff (der Teil, der brüniert wurde) anhaftende Öl wurde langsam über schwelendem Rauch verbrannt, so dass sich ein schwarzer Überzug als Rostschutz ins Metall einbrennen konnte.
Vielleicht mal anmailen, inwiefern das wirklich funzt.
so eine Art Ökobrünierung wär` ja schon eine interessante Sache, gell?
gruß,
xtorsten
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von xtorsten

so eine Art Ökobrünierung wär` ja schon eine interessante Sache, gell?

Ich bin kein Lebensmittelchemiker, aber nur weil der Tannenzapfen am Baum und nicht bei Bayer wächst, muss das noch lange nicht heissen, dass das verbrannte Öl lebenmittelecht oder ungiftig ist. Alles eh eine Frage der Konzentration ;)

Ist das denn wirklich ein Problem? Ich würde sowieso einen Chromstahl für draussen nehmen, aber auch wenns rostend sein soll. Sobald man das Ding benutzt, muss man es eh regelmässig abwischen, fängt da ein Stahl so schnell/zu schnell das rosten an? Hat das schon wirklich mal jemand probiert?

Gruesse
Pitter
 

xtorsten

Mitglied
@pitter:
klar muß das nicht sein. "Öko" ist ja auch nicht so ernst gemeint. Schließlich stammen einige der giftigsten Substanzen aus dem Tier-/ Pflanzenreich. Kugelfischgift, Rizin, oder auch das Gift der Quallen z.B.
Ich selber habe ein rostendes Messer als Allzweck dabei und einfaches Trockenwischen mit einem Taschentuch hat bisher immer gereicht, um ihm das Rosten abzugewöhnen. Fliege als Agrarwissenschaftler hat sich da aber vielleicht auch einige Gedanken drüber gemacht. Fragen kost` ja nix, oder?
xtorsten
 

Silkcut

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Rosten ist wahrscheinlich nicht das eigentliche Problem. Jede Klinge aus Kohlenstoffstahl wird Grau (so in Richtung Patina). Leider wird das oft nicht akzeptiert. Was also tun???
 

Bene686

Mitglied
schwärzen

das einbrennen von öl ist ein sehr guter korosions schutz , mach das mit tür beschlägen die im freien sind . kein rost .
blos für messer hatt das einen nachteil .das öl muß wirklich verbrennen , am besten eignet sich eine mischung aus leinöl und wachs . wenn das verdampft ist das sehr giftig , deshalb ist ds auch eigentlich nicht mehr in betrieben erlaubt :teuflisch .
die schicht kann sich abreiben und du wirst sie irgentwann mitessen :irre: und , es funktioniert nicht schon bei 100 grad oder so , würd schon sagen das es so 300 grad warm ein muß , das ist dann für die meisten c stähle wieder zu viel anlasstemp .und mann muß das mehrmals machen um einen richtigen korosions schutz zu bekommen .
vor dem härten ist das zwar zu machen , aber beim härten verbrennt dann wieder ein teil der schicht .vieleicht tin beschichten oder pvd .
oder teflon
:glgl:
 

mark23

Mitglied
Die Temperaturen beim PVD-Beschichten sind noch höher ... so ca. 450-550°C. Nö, ich habe das was mit Limonen/Zitronensaft gehört ... gibt zwar eine leicht gräuliche Patina, aber der Stahl rostet nicht, ich glaube das werde ich dann probieren.

Trotzdem Danke an alle!

Gruß

Mark23
 
Sentry Solutions selbst sagt dazu, dass tuff cloth nicht von der FDA (also der Lebensmittelkontrolle in den USA) für den Kontakt mit Lebensmitteln freigegeben ist. Das läßt nichts gutes ahnen. Gleichzeitig empfehlen Sie, die Klinge einfach nur vor Gebrauch gut abzuwischen. Sprich: Es ist nicht direkt hochgiftig, aber auf's Brötchen schmieren sollte man es sich auch nicht grade. Ich würd's lassen, zumindest bei Küchenmessern oder Messen die hauptsächlich für Lebensmittel sind. Vom Geschmack mal ganz zu schweigen.
Für sowas nehm ich einfach ein nettes, nicht so schnell ranzig werdendes Öl wie Nelkenöl oder so. Bisschen Pflege braucht so ein Messer aus Kohlenstoffstahl, aber wenn man kein Interesse für Feinheiten hat, kann man auch gleich ein Schrottmesser aus dem Supermarkt nehmen und es getrost in die Spühlmaschine packen.