Landsknechtmesser v. Herbertz

Griffin

Mitglied
Hallo ihr Messerfreunde !
Als neues Mitglied möchte ich gleich mal eine mir sehr wichtige
Frage stellen.
Ich habe zum Geburtstag DAS Herbertz Landsknechtmesser geschenkt bekommen, nach welchem ich mir jahrelang die Augen rausgeguckt habe.
Nachdem das Ding zwar als Unikat, jedoch als voll gebrauchsfertig und "nahezu unverwüstlich" beschrieben wurde, habe ich es an einem Fichtenholzbrettchen ausprobiert. Nichts grobes - nur ein paar kleine
Späne in Längsrichtung gehackt - für den Kachelofen zum Anheizen.
Und siehe da: nach ein paar Schlägen wackelt der Griff - es dürfte von der Vernietung stammen. Soll heissen, es gibt kein Spiel zwischen den Nieten und dem Holzgriff gibt, wohl aber zwischen Niet und Angel.
Toll - und das bei einem 200€ Teil.
Wer kennt dieses Messer / Problem ? Abhilfe ????
Ist mir echt wichtig - denn ein Messer mit 6,5 mm Klingenrücken
sollte doch schon etwas mehr herhalten, hmm ?
Griffin
 

HankEr

Super Moderator
Soetwas darf nicht passieren, wenn das Teil nicht als Deko-Stück verkauft und beworben wird. Zurück zum Händler damit.
 

kanji

Super Moderator
Hi Griffin

herzlich willkommen im Forum.

MAil doch mal Herbertz an, mit Böker hab ich da eigentlich recht gute Erfahrung gemacht.
 

Griffin

Mitglied
Böker ?

Musst du mir bitte erklären ?
Herbertz habe ich gestern gemailt - mal sehen ob das was zurückkommt...
Griffin
 

HankEr

Super Moderator
kanji, möchte damit vermutlich ausdrücken, daß der große Mitbewerber von Herbertz, nämlich Böker sich eigentlich recht kundenfreundlich verhält und man evtl. annehmen kann, daß das bei Herbertz nicht viel anders aussieht.
 

Griffin

Mitglied
leider habe ich bisher...

...keinerlei Antwort von Herbertz erhalten.
Auch der Händler (der hatte das gute Stück jahrelang liegen) meinte,
er müsste es halt zum Reparieren zurückschicken.
Na da bin ich aber sehr gespannt, wielange das dauern wird.
Gibt es niemanden, der dieses Messer besitzt oder Erfahrungsberichte
von Besitzern kennt ???
 

Flaming-Moe

Mitglied
Selbst wenn einer hier im Forum genau dieses Modell von Herbertz besitzt, ich glaube nicht, daß er mutig genug ist, sich hier zu outen. :D

Der von dir geschilderte Fall scheint bezeichnend für die Erfahrungen, die schon manch einer vor dir mit Herbertz-Messern gemacht hat...
 

kanji

Super Moderator
Gestern gemailt

dann würd ich an Deiner Stelle noch mind. einen Tag warten, wenn dann noch keine Antwort würd ich es auf dem schriftlichen Weg versuchen.
Deutsche Firmen sind was moderne Kommunikation angeht evtl. etwas zäh.
 

crashlander

Premium Mitglied
Hm, wenn ich mich an die Fotos in alten Herbertz-Katalogen erinnere, hat dieses Messer keine durchgehende Klinge, der Erl endet nach zwei Dritteln des Griffes. Kein Wunder, daß es gleich wackelt, ist einfach nicht als Haumesser geeignet (was man bei dem Preis wohl erwarten könnte). Zurückgegen und was Gescheites kaufen, wäre mein Tipp. Schade eigentlich, die Optik des Messer ist schon reizvoll.
 

Magic

Mitglied
Weiss jemand aus welchem Material die Klinge besteht, ist das irgend ein Kohlenstoffstahl oder Solinger 420´er??? Eigentlich wäre es ja auch reizvoll sowas in einer full tang Version aus ordentlichem Material zu bauen:)
 

Palladin

Mitglied
@Griffin:
Wenn Du das Messer behalten möchtest - Geduld !
Ich habe mit dem Kundenservice von Herbertz bislang nur gute Erfahrungen gesammelt, ich würde jedoch mal vorsichtshalber mit 8-10 Tagen Feedbackdauer rechnen.
Ob eine Reparatur/Nachbesserung Deinen Ansprüchen gerecht wird, kann ich nicht vorhersagen.
Falls Dein Vertrauen in das Messer derart gelitten hat, daß Du kein Spaß mehr daran hast, empfehle ich Dir es zum Verkäufer zurückzubringen zwecks Umtausch/Rückgängigmachung des Geschäfts.
 

zorro_43

Mitglied
Na ja, nur weils keinen durchgehenden Erl hat muss es noch lange nicht Wackeln!
Wenns gut gemacht wär müsste es die Belastung LOCKER aushalten.
Jede Axt hält auch ohne "Full-Tang"!

Zorro
 

crashlander

Premium Mitglied
Da hast Du natürlich vollkommen recht. Allerdings ist bei einer Axt ja der Kopf um den Stiel herum festgemacht und nicht im Griff entlang der Längsachse mit zwei Nieten fixiert. Die beim Hacken entstehenden Schwingungen können bei einer Axt IMHO viel besser aufgefangen werden als bei einem derart konstruiertem Messer.
 

Bamboo-Jack

Mitglied
Ich besitze ein Buschmesser mit Spitzerl. Es hält die Schlagbelastungen problemlos aus, ohne zu wackeln. "Spitzerl" ist also keine Entschuldigung.
Wahrscheinlich hat Herbertz zu viel Geld in die Klinge gesteckt und zu wenig in eine brauchbare Befestigung derselben.
Umtausch oder Garantiereparatur, auch wenns lästig ist und Arbeit macht.
 

Griffin

Mitglied
@all:

Vielen Dank für die zahlreichen Reaktionen.
Die Klinge besteht aus 420er Stahl - also was gescheites.
Das mit der Vernietung habe ich mir gestern nochmal angesehen.
Der Nietkern (so bezeichne ich das mal), also der innere Stift, besteht aus rostfreiem Stahl. Aussen rum - zumindest im Griffstück - sind Messinghülsen. Ob der Stahlstift im Inneren durch Stauchung mit dem Erl verbunden wurde, oder nur als eine Art Passstift durchgeschoben ist - kann ich nicht sagen. Zwischen Messingbuchse und Stahlstift vermute ich eine Presspassung. Jedenfalls wackelt der Erl, während die Nieten im Griff an sich fest sind.
Wer kennt diese Art der Vernietung - könnte ich die Stahlstifte austreiben, oder besser bohren ? Oder gehen die Messingbuchsen ebenfalls durch den Erl ?
Dann würde mich nichts wundern, denn das rel. weiche Messing hält sicher keine Schlagbeanspruchung aus.
Theoretisch würde sich ein drittes Niet ausgehen, zudem könnte man die Bohrungen im Erl erweitern, reiben und gegen etwas massivere
passgeneue Stifte tauschen.
Tipps ?
 
Zuletzt bearbeitet:

HankEr

Super Moderator
Naja 420er ist als Stahl für Schneidwerkzeuge sicher nicht der Hit, aber für Dein Problem wird er auch kaum verantwortlich sein. Stifte und Passungen hin oder her. Wenn Du wirklich selbst Hand anlegen willst, dann wirst Du das alles mit Epoxydharz (z.B. UHU plus endfest 300) verkleben müssen.

Um die Griffkonstruktion besser einschätzen zu können wäre aber ein Bild des Griffes oder zur Not des ganzen Messers schon hilfreich.
 

Magic

Mitglied
Früher hat da wohl der Schmied den Griff ordentlich vernietet und dann hält das auch. Zum Stahl muss ich sagen, dass es eigentlich schade ist dass Herbertz da keinen Kohlenstoffstahl verwendet, denn das wäre auf jedenfall authentischer.
 

HankEr

Super Moderator
Hm, naja wenn das alles nur gesteckt ist, dann kann das auch nicht (dauerhaft) halten. Insofern nützt Dir vermutlich auch ein neues bzw. nachgebessertes Messer nichts. Mein Vorschlag wäre also das Messer zurückzugeben (falls möglich) und mal die Messer von Claymore anschauen, der kann Dir bestimmt etwas ähnliches bauen, das authentischer ist, hält und nicht, oder zumindest nicht wesentlich, teuerer ist.

Wenn Du es nicht zurückgeben kannst und Herbertz nachbessert oder ein Austauschmodell liefert, dann kann das schon länger halten, aber ob es je dauerhaft ist, wage ich fast zu bezweifeln. Insofern wirst Du kleben müssen, ein zusätzlicher Stift wäre nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Aber vorsicht, der Kleber soll ja überall hin und deshalb sifft er auch schön heraus, so daß Du entweder sofort allen austretenden Kleber z.B. mit Terpentin(ersatz) abwischen, oder den Überstand hinterher wegschleifen mußt.