Lampentest Thrunite Scorpion V2

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pitter

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Diskussion zur Lampe und weitere Beamshots im thread von andreas0401: http://www.messerforum.net/showthread.php?t=99996

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Bernd Auler vom Flashlightshop hat die aktuelle Thrunite Scorpion V2 für einen Test zur Verfügung gestellt. Danke! Das Besondere an der Scorpion ist die Bedienung mittels eines Drehring am Lampenende - angelehnt an die Blackhawk Gladius. In der aktuellen Version V2 wurde einiges geändert (Angaben nach Herstellerinformationen):

  • Im High Modus und Betrieb mit 2xCR123 Batterien wird die LED mit 3A angesteuert - das ergibt etwa 1000 LED Lumen. Um die Batterien vor Überlastung zu schützen, schaltet die Scorpion nach etwa 1 Minute auf 89% Leistung (2,5A) zurück. Was etwa 750 OTF Lumen entspricht. Bei Betrieb mit einem 18650 Akku kommt man auf etwa 650 OTF Lumen maximale Helligkeit.
  • Die Stufen des Drehschalters wurden verändert: Arretiert - Benutzermodus - Firefly - Momentary Strobe - Momentary on. Nach Information von Thrunite geschah das nach den Wünschen professioneller Anwender aus Militär und Polizei.
  • Das Ramping im Benutzermodus wurde von linear auf logarithmisch umgestellt. Subjektiv ergibt sich so ein linearer Helligkeitsverlauf
  • Die Ramping-Zeit wurde verkürzt, Einstellen geht also schneller
  • Es gibt eine "Ramping Reverse" Funktion. Wenn man bei der Auswahl der gewünschten Helligkeit die richtige verpasst, muss man nicht den kompletten Regelbereich durchfahren. Sondern man schaltet die Lampe aus, wieder an und das Ramping geht jetzt wieder in die andre Richtung zurück.
  • Einstellbare Helligkeit mittels Ramping von etwa 5% bis 89% möglich
  • Momentary on und momentary Strobe werden mit max 3A (abhängig von der Stromquelle), also mit maximaler Helligkeit, angesteuert
  • Die Steuerung wurde von PWM auf Current Control umgestellt; auch auf niedrigen Stufen ist kein Flackern durch die PWM Ansteuerung mehr sichtbar.
Ansonsten blieb alles beim alten:
  • LED ist eine Cree XM-L (T6)
  • Betrieb mit 2xCR123 oder 1x18650 Akku. Keine Freigabe für 2x 16340!
  • Verpolungsschutz
  • Aluminiumbody, Type III hartanodisiert
  • Digital regulierte Leistung, konstant 650 OTF Lumen. maximal 1000 LED Lumen
  • Verpolungsschutz
  • Warnung (durch Blitz) bei niedrigem Ladestand
  • Elektronischer Endkappenschalter mit Selektorring
  • Fünf verschiedene Modi: Arretierung - User Mode (100mA bis 2.5A) - Firefly (1 Lumen fix) - Momentary Strobe (10Hz, maximale Helligkeit für 2,5 Stunden) - Momentary On
  • Entfernbarer Clip, entfernbarer Edelstahlbezel
  • Smooth Reflektor (30mm Durchmesser, 24mm tief)
  • Wasserfest macn IPX8 Standard, 1,5m für 30 Minuten

BTW, falls es jemandem auffallen sollte, dass im Thrunite cpf-Thread, den Webseiten diverser Händler und in der Bedienungsanleitung zur Lampe unterschiedliche Helligkeitsangaben auftauchen (etwa zur max. Helligkeit oder dem Fireflymodus) - ja, das ist mir auch aufgefallen ;) Ich halte mich ans Manual.

So sieht die Schachtel aus (btw, kann mir mal jemand den Sinn von Schachtelbildern erklären? Ok, wenns gewünscht ist, dann eben Schachtel)
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Und das ist drin: Lampe, Holster, Manual, Ersatz O-Ringe, Handschlaufe und in der Lampe noch ein Kunststoffröhrchen für den Betrieb mit CR123. Zeige ich später.
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Thrunite Scorpion V2
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Und von hinten ein Blick auf den Schalter
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Womit wir bei der Bedienung sind. Die ist zum Glück sehr simpel. Zum Glück, weil sich das "Manual" dazu ausschweigt.

Mit dem Druckschalter wird die Lampe ein- und ausgeschaltet.
Mit dem geriffelten Drehring vor dem Schalter stellt man den gewünschten Modus ein. 5 mögliche Positionen für fünf Modi, alle Positionen haben eine Rasterung, so dass man genau fühlt, wenn man die nächste Stufe geschaltet hat.
  1. Schalter ganz links: Der Einschalter ist arretiert, die Lampe kann transportiert werden, ohne dass sie sich ungewollt einschalten kann
  2. Eine Rasterung nach rechts: Benutzermodus. Der Schalter verhält sich wie ein Forward-"Klicky". Klicken ein, klicken aus. "Klicky" weil da nichts klickt, der Schalter schaltet rein elektrisch. Bleibt man beim Einschalten auf dem Schalter, rampt die Lampe durch den ganzen Regelungsbereich - von 100mA bis 2,5A. Loslassen, und die aktuelle Helligkeit wird gespeichert. Vertut man sich, schaltet man einfach kurz aus, wieder an und bleibt auf dem Knopf. Dann rampt die Lampe wieder zurück. Sehr praktisch. Die eingestellte Helligkeit wird gespeichert (memory funktion) - die Lampe startet also immer in der einmal gewählten Helligkeit.
  3. Zweite Rasterung nach rechts - Firefly Modus. Fest eingestellt auf etwa 1 Lumen. Schalter funktioniert wie im Benutzermodus, also wie ein normaler Forward-Klicky.
  4. Eins weiter - Strobemodus. Die Lampe blinkt mit 10Hz auf voller Helligkeit. Schalter verhält sich wie ein Tacswitch, also drücken ein, loslassen aus.
  5. Ganz nach rechts gedreht: Momentary On auf voller Helligkeit. Schalter wieder wie ein Tacswitch.
Fertig. Nix programmieren, nicht dreimal rechts und achtmal links. Fünf Modi, vier davon fix. Ein Benutzermodus mit frei einstellbarer Helligkeit. Durchschalten mit dem Drehring. Damit komme ich gut zurecht (ok, das Blinkiblinki brauche ich nicht, aber wenns denn taktisch sein soll).

Was mir auch gut gefallen hat, ist das logarithmische Ramping - die Lampe schaltet recht flott durch den ganzen Regelbereich und man hat eine subjektiv gleichmäßig heller bzw. dunkler werdende Lampe. Im Gegensatz zu einer linearen Ansteuerung, bei der weit vor Maximum subjektiv nicht mehr viel passiert.

Pfiffig finde ich, dass sich der Druckschalter je nach Modus wie ein Tacswitch oder eben wie ein normaler Ein/Aus Schalter bedient. So hat man beides in einer Lampe. Der Druckschalter schaltet sehr weich. Thrunite verwendet Hartplastik für den Schalter, keine Gummiummantelung - finde ich recht angenehm; viele Gummischalter fühlen sich für mich ein wenig wabbelig an. Der Schalter steht weit genug vor und lässt sich auch mit Handschuhen bequem schalten. Der Drehring ist sehr griffig, läuft sauber, rastet sauber. Allerdings hat er etwas Spiel - stört zwar nicht bei der Bedienung, wirkt aber nicht sehr hochwertig.

Halten im "Zigarrengriff". Der Combatring dient auch als Wegrollsicherung
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Ansonsten ist die Scorpion sehr sauber gemacht. Eine satte, dunkle gleichmäßige Anodisierung, ordentliche Gewinde und ein paar nette Details - wie der abnehmbare Clip. Der Clip wird hinten über den Body geklemmt und sitzt verdrehsicher in einer kleinen Tasche. Gehalten wird der Clip mit dem Ring - siehe Bild - der sich über die Spange am Clip schiebt. Da wackelt und kratzt nichts; finde ich eine saubere Lösung.

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Hier mal die Lampe zerlegt. Ziemlich viel Metall im Schalter, die Feder ist kurz aber kräftig. Auch der zweite Kontakt hinter dem Lampenkopf ist eine Feder. Damit ist die Scorpion - laut Thrunite - recoilfest. Wenn, ist das nur für Behörden interessant, wir armen Schlucker dürfen ja keine Lampe an eine Waffe montieren. Das müssen die also selber testen (send pics). Messing rund um die LED stellt den Wärmeübergang her, vier sehr sauber gemachte Lamellen rund um den Kopf unterstützen die Wärmeabfuhr.

Mechanisch sieht das alles sehr ordentlich aus, gleichmäßige Riffelungen, ein paar Zierfräsungen. Fühlt sich wertig an.

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Für den Betrieb von CR123 liefert Thrunite ein Kunststoffrohr mit, damit die im Vergleich zu 18650 Akkus etwas schlankeren Batterien nicht im Body wackeln. Nett. Ist ein Pfennigteil, aber Thrunite lieferts eben mit, andere nicht. Die Scorpion hat einen Verpolungsschutz. Der Betrieb mit Flattopzellen ist möglich - wie man hier sieht. Ich verwende einen AW18650.

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Der Edelstahlbezel lässt sich abschrauben. Als Plätzchenstecher taugt er nicht, seine Funktion als Gehäuseschutz ;) wird er erfüllen. Außerdem macht ein Edelstahlbezel einfach was her.

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Ein Blick in den Reflektor. Durch den tiefen smooth Reflektor ist die Thrunite Scorpion throwlastig, mit einem hellen, klar abgegrenztem Hotspot aber noch relativ viel Sidespill, so dass man nicht in eine Röhre schauen muss. Dazu mehr bei den Beamshots.
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Whitewall-shot: Spot/Corona sind zwar sauber abgegrenzt, dazwischen (und auch außerhalb der Corona) gibts noch ein paar Ringe. Ist eben ein smooth Reflektor. Und eher ein Thema für Whitewallpeeper. Mich stört das weder beim Betrachten weißer Wände (was eher selten vorkommt). Und schon gar nicht im praktischen Einsatz.
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Größenvergleich zu meinen aktuellen Vergleichslampen. Oben die Surefire G2X Pro, in der Mitte eine Surefire C2 (von Overready mit einem Solarfoce XM-L Drop-in).
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Und die Thrunite in der Hand. Sieht gut aus, fühlt sich gut an, alles einwandfrei
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Fazit: Bis auf das geringe Spiel im Drehschalter, eine sehr ordentlich verarbeitete Lampe. Die Scorpion macht richtig hell. Und ist durch das Bedienkonzept sehr vielseitig einsetzbar. Die Bedienung - und auch die "Programmierung" des Benutzermodus - ist einfach und auch ohne Taschenlampendiplom machbar.

Pitter
 
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pitter

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Beamshots von cugar

Bei Tag
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Inova T4
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Scorpion auf 100%
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Scorpion auf 89% (maximale Stufe im Benutzermodus)
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HDS Rotary
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125er Roller - Fernlicht ! :D
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grinsefalle

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AW: Thrunite Scorpion - Organisation

Die Scorpion wurde schon mehrfach vorgestellt, auch die Neuerungen der v2 gibt es sehr detailiert nachzulesen. Ich beschränke mich auf Gemeinsamkeiten/Unterschiede zur Gladius Creemator und auf Punkte, die mir in Bezug auf dienstliche Anwendung der Scorpion v2 aufgefallen sind.

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Bedienung, Ergonomie, UI

Die Scorpion liegt gut aufgrund der Größe und des Gewichtes gut und wertig in der Hand. Die Bedienung mit Handschuhen ist problemlos möglich, auch nasse und schmierige Hände finden guten Halt. In Punkto Handling und Bedienung gibt es nichts zu bemängeln.

Die Scorpion und die Gladius verwenden einen besonderen Schalter. Dieser hat keinen Druckpunkt und läßt sich butterweich und lautlos betätigen. Ab einem gewissen Punkt geht die Lampe dann an. Der Schalterweg der Gladius ist ein klein wenig länger.
Die Wahl der Stufe geschieht bei beiden Lampen über ein Stellrad am Schalterende.
Die Bedienung ist sehr gut gelöst. Der Daumen kann sowohl schalten, als auch die Leuchtstufe wählen - Das können nur sehr wenige Lampen von sich behaupten.

Folgende Stufen stehen zur Verfügung (in dieser Reihenfolge):

Lockout. Dies ist bei Scorpion und Gladius absolut gleich und verhindert ungewolltes Einschalten.
Dauerlicht. Bei der Gladius kann ich im eingeschalteten Zustand drücken und halten, um die Lampe zu dimmen oder heller zu machen. Loslassen und erneut drücken+halten wechselt die die Richtung der Helligkeitsänderung. Bei der Scorpion muss ich zuerst ausschalten und dann drücken+halten, um die Helligkeit anzupassen. Das gefällt mir bei der Gladius ein wenig besser.
Die Scorpion meldet das Maximum und Minimum jeweils mit einem Doppelblinken, die Gladius macht das nicht.
Firefly (nur Scorpion). Diese Minimale Leuchtstufe reicht bei Nachtadaptierten Augen zum Lesen, orientieren und dergleichen, ohne seine Position sofort preis zu geben.
Strobe. Beide Lampen können Blitzen, die Gladius etwas schneller als die Thrunite. Beide ballern dabei 100% Lichtleistung in die Augen des Gegenüber, was wirklich unangenehm ist. Zur Wirkungsweise des Strobos gibt es sowohl pro als auch kontra Beiträge - kann, muss aber nicht.
Momentlicht. Immer mit maximaler Leistung - der wohl "taktischste" Modus. Kurze und sehr helle Lichtimpulse mit einem höchst angenehmen Schalter: perfekt! Aber... -> siehe unten

Zum Schalter: Lautlos, butterweich, kein Kraftaufwand. Läßt sich auch über längere Zeit im Momentlichtmodus halten, ohne dass der Daumen lahm wird. Zur Not kann man die Lampen auch mit dem Schalterende auch kurz gegen die Brust schlagen und sie geht an (falls zB der Daumen weggeschossen wurde). Allerdings ist auch die Gefahr recht hoch, ihn unbemerkt zu betätigen (im Holster etc). Es kann auch passieren, dass man unbeabsichtigt das Stellrad eine Raste weiter dreht (im Holster oder dergleichen), denn der Widerstand ist nicht so hoch.
Es gibt Berichte, dass feiner Sand den Schalter ausser Gefecht setzen kann - was aber mit fliessend Wasser schnell wieder behoben sein soll. Überprüft habe ich das nicht.


Licht, Leistung

Barbolight T220 XRE
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Gladius Creemator XPG
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Scorpion V2 XML
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Barbolight
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Gladius
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Scorpion
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Die Scorpion habe ich nur mit einem 18650 betrieben, weil sich gezeigt hat, dass der Betrieb mit CR123 nicht sinnvoll ist. Zu diesem Punkt können die Elektronik- und Messexperten mehr sagen. In der Tat ist die Scorpion verdammt hell.
In einem Thread wird diskutiert, ob es "zu hell" gibt. Ich sage noch immer: ja, unter Umständen schon. Wer die Scorpion bestimmungsgemäß einsetzt (Polizei etc), der muss sich darüber im klaren sein, dass sie nicht nur das Gegenüber blenden kann. Innerhalb von Gebäuden reicht ein kurzer Impuls mit 100% Leistung und das von den Wänden reflektierte Licht blendet auch den Anwender und die Kollegen. Bei Augen, die sich etwas an Dunkelheit gewöhnt haben (was in der Nachtschicht vorkommt), ist der Effekt wirklich heftig. Es ist also Vorsicht geboten!


Zubehör

Leider muss ich auch im Fall der Scorpion sagen, dass das mitgelieferte Holster wenig praxistauglich ist. Der obere Rand des Holsters ist nicht verstärkt, so dass sich die Öffnung verformt. Dadurch wird es sehr schwer, die Scorpion blind und schnell wegzustecken. Beim Holster out-of-the-box muss man die Lampe richtig hineinpfriemeln. Wenn an der Scorpion die Stufe Dauerlicht gewählt, der Anwender die Lampe wegsteckt und dann den Deckel des Holsters eng schließt, dann reicht der Druck, um sie einzuschalten. Das Holster hat keine Öffnung im Boden, der Anwender bekommt das nicht mit. Die Lampe brennt also locker vor sich hin, zieht den Akku leer und wird ordentlich heiß. Das kann auch passieren, wenn der Anwender eine Schutzweste trägt (was in meinen Augen immer der Fall sein sollte!) und sich ins Auto setzt. Der untere Rand der Schutzweste kann - je nach Position des Holsters am Gürtel und je nach Körperbau des Trägers - die Lampe aktivieren. Abhilfe: den Schalter immer sperren (wobei dann der Nutzer erst entsperren muss, bevor es Licht gibt), auf Momentlicht schalten (dann brennt sie wenigstens nicht dauerhaft), anderes Holster kaufen.


Fazit

Die Scorpion ist eine Neuauflage der Gladius. Sie hat das geniale UI übernommen. Sie hat etwas an Größe und Gewicht zugelegt und ist sehr viel heller geworden.
Die Gladius (wie z.B. auch die Surefires) ist eine "fire&forget" Lampe: CR123 Batterien einlegen und los gehts. Klappt immer, es gibt keine Stolpersteine. Wenn man gleiche Batterien verwendet und sie richtigherum einlegt, kann nichts passieren.
Die Scorpion ist da anders. CR123 sind nicht zu empfehlen, weil sie überlastet werden. Für einen sinnvollen Betrieb braucht es also gute 18650 Akkus und die Ladetechnik dazu. Dem einher geht, dass sich der Anwender mit Lithium-Ionen-Akkus auseinandersetzt, den Umgang damit erlernt, ein ordentliches Ladegerät anschafft. Das kostet Zeit, Ausdauer und Geld.
Die Scorpion ist somit nichts für jemanden, der nur schnell eine Lampe für den Dienst braucht und sich aber um nichts kümmern will. Wenn jemand einen Kollegen in Sachen Einsatzlampe berät und dieser nach wenigen grundlegenden Fragen/Aussagen schon schwer atmet und stöhnt, dann ist die Scorpion wahrscheinlich nicht das richtige für ihn.
Auch die immense Helligkeit kann nicht nur Gutes tun, sondern will bewußt eingesetzt werden. Dann bietet sie eine hohe Flexibilität, Leistung im Überfluss, wertige Verarbeitung.

Kurz: Wer die Scorpion ernsthaft einsetzen will, muss sich auskennen.
 

Creep

Mitglied
AW: Thrunite Scorpion - Organisation

Hier die Laufzeit Diagramme zur Scorpion:
Getestet habe ich die Lampe mit einem fast neuen AW 18650 Akku mit 2900 mAh. Die Zelle hat einen Flat Top, passt aber dank der Feder Lampenseitig am Plus Pol wunderbar. Der Akku passt ohne Probleme in den Lampenkörper. Somit können auch Zellen von Herstellern, welche die 18650 Spezifikationen überschreiten (z.B. XTar 18700) bedenkenlos verwendet werden. Das Aufschrauben der Tailcap fand ich etwas fummelig, weil das Gewinde leicht verkantet und der Gegendruck der Feder etwas größer ist.

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Aufgrund der schon bekannten hohen Stromaufnahme habe ich nur mit 18650 Zellen getestet. Wie bereits berichtet dimmt die Lampe nach 1min auf 89% herunter. Somit konnte ich den Laufzeit Test nur in dieser Stufe durchführen. Weiter habe ich die Lampe beim halben Luxwert der maximalen Stufe getestet. Für den Alltag reicht diese vollkommen aus.
Hier das Diagramm:

scorpione4ho.jpg


Auf der Hi Stufe ist selbst mit den sehr hochwertigen AW Zellen nach 70min Schluss. Erfreulicher Weise verfügt die Scorpion über eine Tiefenentlade Warnung bei 2.81V, die durch Blinken auf sich Aufmerksam macht. Wirklich schön reguliert läuft sie leider nicht. Nach etwa 30 Minuten liegt der Output bei rund 80%.
Viel schöner ist die Medium Stufe reguliert. Hier hat man vom kleinen Helligkeitsabfall zu Beginn abgesehen etwa 170min durchgehend gleichbleibendes Licht.
Nach Entnahme der Zelle nach dem Dauerbetrieb bei 89% war der Akku feuerheiß. Hier zeigt sich nochmals deutlich, warum keine CR123 oder 16340 Zellen eingesetzt werden sollten. Die Primärzellen würde ich höchstens bis 50% der Helligkeit empfehlen.
Auch kann ich zum Betrieb der Scorpion aufgrund der hohen Wärmeentwicklung der Zellen nur zu hochwertigen Zellen wie AW, Redilast und co raten. Billige Ultrafire Zellen mit hohem Innenwiderstand könnten hier gefährlich ausgehen!
Noch etwas zum Lichtbild. Den Head kann man abschrauben und hat so die blanke LED ohne Reflektor vor sich. Ich weiß nicht, was Thrunite für ein Farbbinning verwendet aber schön schaut das Resultat an einer weißen Wand nicht aus:

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Das zentral aus der LED emittierte Licht ist zwar schön kaltweiß, aber je mehr man zum Rand kommt, desto grün/gelblicher wird das Licht. Hier sollte der Hersteller vielleicht selektieren.
 
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