Lampengehäuse selbst drehen - machbar?

Ich weiss, der Titel ist wenig aussagekäftig. Ich möchte gern meine eigenen Lampe bauen, wobei es mir nicht in erster Linie um das Innenleben, sondern das Äußere geht, also mehr Schein als Sein. (Genialer Gag im Bezug auf Lampen, oder?)

Einige kennen mich vielleicht aus der Messerecke, ein gewisses handwerklichen Geschick ist durchaus vorhanden, außerdem bin ich seit neustem stolzer Eigner einer Drehbank, mit der ich allerdings noch überhaupt nicht umgehen kann. Aber ich werde mich da einarbeiten (lassen).

Das Projekt soll eine kleine Schlüsselbundlampe im Stil der Lummi werden. Ich dachte an eine Modifikation einer 4Sevens Mini CR2. Die ist vom Innnenleben und von der Lichtleistung sowie den Abstufungen und Funktionen für mich perfekt.

-Lassen sich diese Lampen so demontieren, dass man das Innenleben weiterverwenden kann? (Ich denke mir das so).

-Ist es für den motivierten Laien möglich aus Alu oder (was mein eigentlicher Wunsch ist) aus TITAN ein Gehäuse zu fertigen nach eignenen Vorstellungen?

-Und meine Hauptfrage, wie funktioniert dass mit den Gewinden? Hat jemand da ein Tutorial, oder einen vernünftigen Link für mich, wo das so beschrieben ist, dass ein Doofer wie ich das versteht?

Bin dankbar für jede Hilfe und Anregung!

PP
 

cugar

Super Moderator
Moin,

Was isst es denn für eine Maschine? Weiler? Mauser? Manuell oder CNC ? :rolleyes:

CNC schliesse ich mal aus.
Zum Gewindeschneiden mit der Drehmaschine braucht dein Drehmaschine eine Leitspindel.

Weiter brauchst du einen Formstahl der dem Flankenwinkel des Gewindes entspricht das du schneiden möchtest.
Den Vorschub stellst du über Zahnräder und Hebel auf die gewünschte Steigung des Gewindes.

Der Vorschub muss immer Exakt in der selben Position zum Werkstück bleiben.

Du darfst den Vorschub auch nicht ausschalten, sondern über den "Rückwärtslauf" der Maschine zurückfahren.

Aus diese Art bleibst du immer in der "Spur", und mit jedem Durchlauf stellst du etwas mehr zu, und das Gewinde wird immer tiefer, bis es das Zielmaß erreicht hat.

Klar was ich meine?

Selbiges gilt für ein Innengewinde, nur das du da nicht viel sehen wirst, wenn es sich in Lumigrösse bewegt. :D



Üben würde ich mit Alu, oder Messing. Beides lässt sich ganz gut drehen.
Geschwindigkeiten sind dabei langsam, Schnittgeschwindigkeit so um die 5.
Gutes Schneidöl wäre auch von Nöten.


Alternativ würde ich einen Gewindebohrer und ein Schneideisen kaufen,
metrisches oder zölliges Feingewinde, was halt besser passt, und damit arbeiten.

Ist deutlich einfacher als mit der Maschine zu schneiden.

Wäre auch für eine Kleinserie nicht schlecht.
Finde ich eh gut das du das machen würdest, :teuflisch
AAA, Titan, Luxeon Rebel Led, 2 Stufen, 5 und 35 Lumen.

Du machst das schon ....


Alex
 
Das hört sich für mich erstmal so an, als sein das machbar. Den Hersteller der Drehbank weiß ich nicht, ich schaue aber mal nach und häng hier ein Bild an. Ist aber kein Schrott, stand jahrzehntelang bei einem Goldschmied und ist wenig benutzt worden. Also kein Drehmonster, aber auch kein Spielzeug.

"AAA, Titan, Luxeon Rebel Led, 2 Stufen, 5 und 35 Lumen."

ist eher nicht das, was ich vorhabe, aber wenn ich mich mal in das Thema eingebissen habe, könnte ich mir sowas durchaus vorstellen, und dann könnte bei entsprechendem Interesse durchaus eine Kleinserie dabei entstehen. Allerdings brauchte ich dafür einen Partner für die Elektronik etc., da ich im Moment nicht die Lust und die Zeit habe, mich da komplett einzuarbeiten. Soll heißen, ich brauche jemanden, der mir konkret sagt, wo und was ich verbauen soll, wo ich es am günstigsten und in hoher Qualität bekommen und mir per mail Hilfestellung geben kann und auch will.

Und Spezialwerkzeuge anschaffen, darauf steh ich total!!!

Falls es was wird, muss man bei mir übrigens sowas wie dieses Lummi-desaster nicht befürchten...
 
Ja, cool oder? Und das, wo ich damals als Pitter die Umfrage startete, ob es ein Lampenunterforum geben sollte mit "NEIN" gestimmt hatte...

:hehe:

Jetzt hab ich eine Fenix TK35, Sunwayman V60C, V10R Titan, 47 Quark Mini, HDS Clicky und denke über eine Kleinserie nach. Das nennt man dann wohl eine Superinfektion!

Die Drehbank hat leider kein Typenschild, daher kann ich den Hersteller nicht nennen, hab gerade mal geschaut. Ich mach morgen mal Fotos.
 

Spion

Mitglied
Hallo

Also machbar ist es ganz sicher, gibt schon einige die es gemacht haben. Wenn du wirklich keine Erfahrung hast mit der Drehbank würde ich mir jemanden suchen der dir das ganze ausführlich erklärt. So eine Drehbank ist ja nicht gerade ungefährlich.

Ich würde anfänglich in Alu und in Messing üben wenn du dass dann beherrschst kannst du dich ja mal an Titan versuchen.

Wenn du irgendwelche Fragen hast kannst du mich gerne per Mail kontaktieren, habe die letzten 4.5 Jahre nichts anderes gemacht als Drehen, Fräsen, ect.

Grüsse Luca
 

ichausmitte

Mitglied
Für Gewinde etc. hilft auch ein Tabellenbuch :) ...
Die Werkzeugspitzen sind natürlich auch ganz anders...Alu ist weich und hat damit einen ganz anderen Span als Messing. Messing ist hart (und zerfällt in kleine "Späne"). Gewinde würde ich auch lieber mit Schneideisen und Gewindeschneider (1/2/3) machen als mit "Vorschub" und "Einstelltiefe" (vergessen wie das heißt) :)
 

ScorpioDesign

Moderator Forum ScorpioDesign
Moin Nils,

wenn Du da Bock drauf hast, könnten wir uns ja zusammen mal an sonem Projekt versuchen... ähnliche Gedanken spukten mir nämlich auch schon im Kopf rum, insbesondere bezüglich Gehäusen aus... na was wohl... Damast. :D

Drehmaschine ist am Start, ich kann auch (einigermaßen) damit umgehen ;)

Cool fände ich auch mal spacige Formen, die von reinen rotationssymmetrischen Geometrien abweichen... hab da ein paar Ideen.

Wenn Du magst, können wir uns ja mal kurzschließen (und/oder die anstehenden "Sylter Messertage" mit Hilfe einiger Beamshots auf Taschenlampen erweitern...)


Grüße,
Gunther
 
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saachi

Mitglied
Ich würde dir folgendes raten:

-Lass dich von einem Werkzeugmacher-Industriemechaniker etwas unterweisen, das spart dir sicherlich sehr viel Zeit und Geld (eventuell Inserat aufgeben) und ist wesentlich sicherer

-Sehr wichtig im Maschinenaufbau ist die Steifigkeit (Lagerspiel usw) sonst wird es sehr schwierig schöne Oberflächen zu erzeugen

-Titan.....gehört sicherlich zu den am schwierigsten zu bearbeitenden Materialien, sehr zäh, sehr fest, hohe Schneiddrücke erforderlich und bestes Werkzeug...lieber erstmal Alu und Messing
 

Wotan

Premium Mitglied
Hi,
einigen kennen mich ja noch von den HDS-Body's.

Am einfachsten zu gearbeiten ist "Duralu", also eine feste Alu-Legierung.
ReinAlu schmiert zu sehr, da zu weich.

Messing geht eigentlich recht gut.

Edelstaht ist sehr zäh und nur mit gutem (scharfen) Stahl richtig zu bearbeiten.

Titan ist richtig übel !
Je höher die Zahl der Legierungsart, desto schlimmer ist es. Grad2-> "weich"; Grad5 -> Extrem zäh ! !
Läst sich nur mit Hartmetall einigermasen bearbeiten, HSS-Werkzeugen sind sehr schnell stumpf und versauen dann alles. Wird dann, gerade beim bohren, auch extrem heiß, wenn nicht Literweise Kühlmittel läuft.

Gewinde,

mit Schneideisen und Gew. bohrer ist es zwar "unkomplizierter" mit dem Gewindeschneiden, als mit dem Vorschub, aber nicht wirklich einfacher.
Denn mit dem Vorschub werden (mehrmals) kleinere Mengen Material abetragen. Beim "Eisen- oder Boher" geht alles auf einmal; da ist die Kraftübertragung viel größer ! Was zu verformung oder "durchdrehen" des Werkstücks führen kann.
Bei kleineren Maschinen wird der Vorschub über umbauen/änderen der (Vorschubs-) Zahnräder eingestellt.
Mit einer Exel-Datei, kann man da alle möglichen Steigingen anhand der zur verfühgung stehenden Z-Rädern ausrechnen.
 
Hallo,


ich kann dir für den Einstieg die Legierung AlCuMgPb empehlen.
Lässt sich sehr schön bearbeiten, man brauch keine Schmiermittel, durch das Blei darin (Ich hoffe ich sage jetzt nichts falsches) und ist auch einigermaßen robust.

Nur leider ist die Legierung nicht eloxierbar.

Bilder der Maschine wären interessant, wäre klasse wenn du mal ein paar reinstellen könntest!


MfG
 
Latürnich, kommt sofort:
 

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gast

Gast
Hallo Niels.

Ich bin der Manuel.
( Der mit dem Klappmesser ohne Feder )

Deine Drehbank ist eine "Proxxon" ( älteres Modell )

Habe die gleiche im Keller zu stehen, und schon vieles gedreht damit.
Aber an Gewindeschneiden mit der Drehbank habe ich mich auch noch nicht herangetraut obwohl die Maschine mit automatischem Vorschub
sowas könnte.

Auch habe ich mir jetzt eine kleine Portalfräse ( ohne CNC ) gebaut.
Die in Alu einwandfrei funktioniert, aber bei Stahl auch an ihre Grenzen
stößt.

Titan ist sehr schwer zu bearbeiten, weil hart und zähe.

Gruß Manuel
 

ansel

Mitglied
Hallo,
denke du kannst mit deiner Maschine Gewinde schneiden. Zumindest sagen es die Tabellen die auf deiner Maschine aufgedruckt sind aus. Wenn du dir im 2. Bild die mittlere Tabelle anschaust (wo mm draufsteht) kannst du bei mm die Steigung des Gewindes ablesen und dahinter die zugehörige Zahnradkombination. Mit welchen Hebeln du die Leitspindel zum Gewindescheiden in Gang setzt, mußt du versuchen. Im Tabellenbuch kannst du zu den entsprechenden Gewinden die Gewindetiefe ablesen die du am Planschlitten zustellst, meist sind mehrere Schnitte nötig. Du mußt wahrscheinlich auch die Gewindetiefe doppelt zustellen, da der Nonius auf die Bearbeitung des Durchmessers geeicht ist (wenn du beim Längsdrehen 0.2mm zustellst wird der Durchmesser 0,2mm kleiner während sich der Planschlitten aber nur 0,1mm bewegt hat. Da die Gewindetiefe auf jeder Seite ist mußt du so doppelt zustellen.) Am besten ist es wenn du erstmal das Ganze ordentlich ausprobierst. Am Besten lässt du dir es mal von einem Facharbeiter zeigen.....
Gruß Andreas
 

Spion

Mitglied
Hallo

Habe eine identisch aussehende Maschine bei mir im Keller stehen. Arbeiten tue ich damit jedoch nicht mehr. Das Handrad des Planschlittens wird ziemlich sicher im Radius sein, also man stellt 0.1mm zu und der Durchmesser wird 0.2mm kleiner. Aber das findest zu ziemlich schnell heraus.
Mit dem Gewinde ist es so wie Andreas das gesagt hat, die Zahnräder nach der Tabelle montieren und dann den Vorschub mittels Hebel einschalten. Komischerweise sehe ich den Hebel an deiner Maschine nicht, müsste auf der Linken Seite neben den Schaltern, vor den ganzen Zahnrädern sein. Selber habe ich jedoch auf der Maschine noch nie ein Gewinde geschnitten. Wichtig ist dass du den Hebel während des Schneidens nie ausschaltest, also immer die Drehrichtung des Motors umdrehen um wieder an den Gewindeanfang zu fahren. Das wird dir dein Vater aber sicherlich zeigen können.

€dit: Hier noch ein Bild des Hebels, bei dir fehlt da wohl was.
Gewindeschneiden_Drehbank.jpg


Grüsse Luca
 
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G

gast

Gast
Ja, das habe ich gar nicht bemerkt, das da ein Teil zum einkuppeln des automatischen Vorschubs fehlt. Damit fällt dann das Gewindeschneiden schon mal flach.

Proxxon hat zwar einen super Service.
Aber bei dem Alter der Maschine weiß ich nicht ob man da noch Ersatzteile bekommt. Vielleicht mal fragen...

Gruß Manuel