Lagerbronze erkennen?

Xerxes

Mitglied
Hallo Leute,

es geht um dieses Messer, genauer gesagt, um die Bronzeelemente am Griff.

Ich bin mir leider nicht sicher, um welche Brozelegierung es sich dabei handelt. Das Ausgangsmaterial war ein Block mit den Abmessungen 55x55x150mm.

Nun hat mich Achim W. darauf hingewiesen, dass Lagerbronze mit Blei legiert ist, was als Teil eines Küchenmessers ja nicht unbedingt zu empfehlen wäre.

Ich habe diese Bronze einfach aus Unwissenheit verwendet und hätte kein gutes Gefühl dabei, das Messer aus dem Haus zu geben, ohne genau zu wissen um was es sich handelt und ob es evtl. ein Gesundheitsrisiko gibt...

Im Netz hab ich Lagerbronze bis jetzt nur als Rundmaterial gefunden aber das ist nicht unbedingt aussagekräftig.

Kennt irgendjemand eine Möglichkeit herauszufinden, ob es sich dabei um Lagerbronze handelt und ob diese mit Blei legiert ist?

Außerdem würde mich eure Einschätzung bezüglich der Gesundheitsgefährdung interessieren, sollte es sich tatsächlich um Lagerbronze handeln....

Vielen Dank...

Gruß Jannis
 

kababear

Mitglied
Dein Scheibchen kann zwischen 2 und 26(!)% Blei enthalten. Typisch wären ca 10%.
Hast Du Zugang zu einem Mikroskop mit >100facher Vergrößerung? Da Blei nicht als Legierung, sondern als "Seigerung" vorliegt, kannst du ein Stück schleifen, mit geringem Druck polieren und dann im Gefüge nach silber-grauen Bestandteilen suchen. Findest Du nichts, bist Du sicher.

Auf der anderen Seite..die Zwischenlage hat eine Höhe von vielleicht 7mm, diese Fläche enthält vielleicht 10%. Wenn Du nicht täglich 10h mit dem Messer arbeitest sollte die Menge, die du über die nächsten 20Jahre durch die Haut oder über das zubereitete Essen aufnimmst zu keinen Schäden führen. (ja, ich weiß, dass sich Blei im Körper ablagert. Meine Eltern wohnen in einem Haus der ev. Kirche das noch Bleirohre hat...:teuflisch)
 

AchimW

Mitglied
Was die Struktur angeht, hat kababear Recht. Die Seigerungen des Bleis führen auch dazu, dass Lagerbronze oft sehr "bröselig" ist. Man merkt das beim Bohren, Feilen und Sägen. Während Zinnbronze lange Späne zieht, gibt es bei Lagerbronze nur kurze Späne oder Brösel.
 

Xerxes

Mitglied
Ok, das ist doch schonmal sehr aufschlussreich. Das die Bronze sehr bröselig wäre, ist mir nicht aufgefallen. Hat sich beim Bohren und bearbeiten ganz "normal" verhalten. Als ersten Test werd ich nochmal Bohren und besonders darauf achten. Und dann werd ich mich um ein Mikroskop bzw. Besitzer eines Mikroskops kümmern...

Vielen Dank euch...

Gruß jannis