Kupferlegierungen

HankEr

Super Moderator
Für ein Messer (wer hätte das gedacht ;)) suche ich als Handschutz etwas, daß wie Kupfer aussieht, sich auch so verarbeiten läßt, aber nicht zum Grünspanmonster verkommt.

Was gibt es da für interessante Legierungen, die sich nach Möglichkeit auch noch gut herstellen lassen?
 

Moppekopp

Mitglied
Hi HankEr!

Wie wärs mit Aluminiumbronze. Cu>80% + 5-10% Al
Sieht golden aus, wird als Münzmetall verwendet.
Bleibronze: Cu>60% und Blei bis max.40% mit Anteilen von Antimon
Wird für Gleitlager verwendet.

Gruß Moppekopp
 

Moppekopp

Mitglied
Soll es denn ein Gebrauchsmesser werden? Wenn nicht sollte es eigendlich reichen den Handschutz aus reinem Kupfer zu machen, zu polieren und dann einfach nur an der Luft oxidieren zu lassen. Es entsteht dabei das Cu1-Oxid. Das sieht fast geauso aus wie elementares Kupfer, ist nur etwas dunkler ( Heizungsrohre aus Kupfer haben diese Farbe). du musst dann nur bei der wahl des Scheidenmaterials aufpassen. Leder ist da vielleicht nicht so angebracht, durch die Gerbsäuren kann dir bei feuchter Witterung das Kupferoxid weierreagieren und dann bist du wieder bei Grünspan und ähnlichem. Viele Kupfersalze sind hygroskopisch, und wasserreichen Zustand blau oder grün. Zum Schutz kannst du ja den Handschutz noch mit Fett oder einem Öl einreiben, das darf dann aber keine oxidierenden Substanzen enthalten wie Carbonsäuren, Aldehyde oder Ketone. zB.: Mit Essigsäure entsteht aus dem Kupfer1-Oxid Kupfer2-Hydroxyacetat.
Ich hoffe ich konnte helfen!
Gruß Moppekopp
 

HankEr

Super Moderator
Ein Gebrauchsmesser soll es schon werden, allerdings nicht für mich sondern als Geschenk, und da habe ich mit der Pfelge ein wenig meine Bedenken. Fleckig oder dunkel darf es ruhig werden, nur Grünspan sollte halt nicht sein. Irgendwie schwebt mir irgendeine Kupfer/Gold bzw. Gold/Silber Legierung vor die evtl. weniger grünspananfällig ist als reines Kupfer.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Ich kann das, was Moppekopp sagte, voll bestätigen. Ich habe mein Damastmesser mit reinem Kupfer ausgerüstet, und die hellrosa Farbe (matt) ging im Laufe der Zeit in eben den geschilderten Farbton über, der auch noch glänzt. Ich finde, das sieht jetzt noch besser aus. Ich mach nachher mal ein Foto und zeig das. Nix von Grünspan.mein rustikales Damastmesser
 
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Moppekopp

Mitglied
Hi HankEr!

Grünspan ensteht meistens da wo Kupfer mit Säuren in Kontakt kommt. Das wäre einmal wie schon gesagt bei Kontakt mit Leder und Wasser, aber auch beim Schneiden von Obst und Gemüse und zB. bei stark Schadstoff belasteter Luft. Kupferdächer färben sich auch hauptsächlich in Städten grün, da hier der Anteil an SO2 in der Luft am größten ist. Mit Wasser ergibt das H2SO3 - Schweflige Säure - oder auch den sog. Sauren Regen. Wenn das Messer also trocken aufbewhrt und gelegendlich geputzt wird, dürft eigendlich kein Problem entstehen.

Gruß Moppekopp
 

AchimW

Mitglied
Finger weg von der Bleibronze wegen der Giftigkeit des Bleianteils.
Aluminiumbronze geht zwar, ist aber sauhart zu verarbeiten. Unsere neuen Euro-Münzen zu 10, 20 und 50 cent sind aus Nordic Gold, einer Zink-Aluminiumbronze und Schwermetall in Stolberg hatte monströse Probleme das Zeug zu walzen.

Ich kann Zinnbronze in allen Variationen empfehlen. Außerdem die japanischen Legierungen Shibu Ichi aus 75 % Kupfer und 25 % Silber sowie Shakudo aus 95 % Kupfer und 5 Gold.

Achim