Kuhhorn vorbereiten

luftauge

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Moin zusammen !

Gerade kam der Kumpel eines Nachbarn und hat mir eine Tüte mit frischen Kuhhörnern vorbeigebracht.

Wie muss/sollte ich die Teile zum späteren Bearbeiten vorbereiten (haltbar machen) ?

Aufkochen, in Waschmittel oder Spiritus einlegen, oder erstmal liegenlassen, bis sie trocken sind ?
Im Frühjahr/Sommer würde ich sie ein paar Tage den Ameisen überlassen, zwecks "biologischer Reinigung"

Sind wohl gestern erst abgesägt worden, und das Blut ist fast noch zähflüssig.

Gruß Andreas/Luftauge
 

rolynd

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Wenns noch blutig ist über nacht in kaltes wasser damit - das zieht das blut raus. Dann mit wenig waschmittel auskochen, so ne halbe stunde bis ne stunde dürfte ausreichen dann den knochenkern aus dem horn auslösen, mit ner groben rundbürste ausschrubben, fertig. Wenn du die so liegenläßt fangen sie nach kurzer zeit an "tierisch" zu stinken:haemisch: da sich zwischen dem knochen und dem umgebenden horn eine gewebeschicht befindet. Oder zur späteren verarbeitung einfrieren. Die sache mit den ameisen funktioniert nicht so gut, kann ich nicht zu raten. Wenn schon insekten dann bitte speckkäferlarven(Dermestes spp.), die nehmen auch die profis. Literatur zur präperation :Rudolf Piechoki, Biologische präparationstechnik,Band 1 Wirbeltiere.
 

luftauge

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Über nacht hab ich es eingeweicht und heute nochmal mit etwas Waschpulver in warmes Wasser eingelegt. Kochen werde ich heut noch nicht.
Hat sich schon 'ne ganze Menge Brühe und Schmutz rausgelöst.

Die Frage hat sich erledigt, ich hab's selbst rausgefunden, war einfacher als erwartet.

Gruß Andreas/Luftauge
 
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luftauge

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So sieht es jetzt aus:
Horn ist vom Knochen getrennt, die Gewebeschicht muss ich noch ausschrubben. Muss das Horn imprägniert werden, oder kann es nach dem Trocknen so liegen bleiben? Ich weiß nicht, wann ich es mal verarbeiten werde.
 
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Camig

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Kuhhorn

Hi luftauge,

sieht ja schon ganz gut aus. Jetzt l a n g s a m trocknen lassen, z.B. kühl und trocken in der Garage. N i c h t warmmachen, z.B. über der Heizung oder im Ofen- sonst reißt´s.
Vor dem Weiterarbeiten melden und neue Tips abholen - so in ca. 6 Wochen.
 

luftauge

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Hallo Camig !

Bin gerade dabei, die letzten Fett-/Gewebereste aus den Hornschalen zu entfernen, angefangen mit Gallseife, ein bischen Spiritus und viel Wasser - leider reichen die Rundbürsten nicht ganz bis in die Hornspitzen und mit einem Schaber komme ich auch nicht viel weiter.
Aber sie sind jetzt beinahe so sauber, dass ich daraus trinken würde/könnte :lach2: - Skol

Voerst letzte Frage dazu :
Offen liegen lassen, oder irgendwo zum langsamen Abtrocknen reinlegen, wegen Schimmelbildung o.Ä., der Rest in der Schale soll Gelatine sein, ist ziemlich zäh. Im Moment liegen sie in einem Edelstahlstopf nur mit einem Tuch abgedeckt.

Gruß Andreas/Luftauge
 
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luftauge

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Soo, ich habe gerade mal nachgesehen, wie weit die Teile weitergetrocknet sind :
Die "Schuppen" vom Fellansatz an den Schalen blättern fast von selbst ab, die Hörner sind etwas nachgebleicht.

Wie konserviere ich weiter ? - für Vollmaterial sind sie zu dünnwandig, meine Vorstellung geht mehr in Richtung "Horn in Holz" eingelegt.
In Leinöl tränken, wie Zorro an anderer Stelle vorgeschlagen hat, oder erst in Scheiben/Streifen schneiden ?

Gruß Andreas/L
 

zorro_43

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Hi Luftauge!

Mit Horn habe ich noch keine große Erfahrung, aber Leinöl härtet sehr langsam aus. Darum würde ich nichts ölen, was ich noch kleben will.

Zorro
 

luftauge

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Och, die Zeit ist kein Problem.
Hauptsache, es ist haltbar und vor allem möglichst passiv bzw. neutralisiert, wenn ich es verarbeite.
Das mit dem Einlegen hat den Hintergedanken, dass evtl. auftretende Ausdehnungen/Schrumpfungen "gedämpft" sind; direkt auf Metall würde ich es nicht kleben.
Für die Messer, die ich noch plane, ist das Horn allein sowieso zu dünn.

Gruß Andreas/L
 

Aleena

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Hi Luftauge,

Horn brauchst Du gar nicht zu konservieren, das hält so.;) Die Gewebereste und Gelatine müssen allerdings raus. Würde ich zuerst trocken versuchen (kratzen und bürsten) Flaschenbürsten mit "Zipfel" am Ende gibt es im Laborbedarf bis 5mm (Draht ca 1,5mm) und zur Zahnreinigung bis 1,6mm (Draht 0,7mm) alles was kleiner ist sollte dann in so einem Horn vernachlässigbar sein.:steirer:
Um die Gelatine anzulösen kannst du frischen (roh) Ananassaft nehmen (Ananas essen und die Reste versaften), dann geht es leichter raus (wenns trocken nicht klappt).
Horn schrumpft bei weitem nicht so sehr wie Holz, also keine Angst vorm Verarbeiten.:super:
 

luftauge

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Hallo Aleena !

Das hört sich gut an !
Mit kleiner Flaschenbürste habe ich schon versucht, Borsten zu weich - Drahtstab zu hart; der nächste Versuch wird mit biegsamer Welle vom Proxxon und Kunststoffrundbürste gemacht.
Das Meiste hat sich schon beim Kochen mit Waschmittel rausgelöst, die Reste sind minimal, mittlerweile sind die Hörner geruchlos - ist wohl auch der Endzustand :)

Gruß Andreas/L
 

Tierlieb

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Hallo zusammen!
Den Thread habe ich erst gerade gefunden (Suchmaschine! Ich!) und will ihn nochmal aufwärmen...
Ein guter Tipp, der auch bei meinen Trinkhörnern funktioniert hat:
Das leere, blutige Horn mit Wasser füllen und Corega Tabs rein. Oder ein anderes Reinigungsmittel für die Dritten.

Das löst nämlich Speisereste sehr gut. Auf. Irgendwie finde ich das beunruhigend...

MfG, Tierlieb
 
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