Komische Härte-Probleme mit 1.2235 und Fragen zum Anlassen

Dan512

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Hallo,

Ich habe gestern meine ersten Messer "gemacht". Alle aus dem gleichen Stück 1.2235, am Bandschleifer bearbeitet.

Es sind 4 identische Kochmesser, Rückenstärke ca. 3mm. Länge ca. 20cm

Zum härten habe ich einen Laborofen, vorgeheizt auf 830 Grad.

Abschreckung in Rapsöl, vorgeheizt auf ca. 45 Grad.

Ich habe das erste Messer in den Ofen getan, nach 3 Minuten das 2.

Dann nach weiteren 3 Minuten das 1. rausgeholt (Haltezeit also ca. 6 Minuten), abgeschreckt und im Schraubstock zwischen zwei 10mm dicken Aluplatten eingespannt damit es sich nicht verzieht bzw. um etwaigen Verzug rauszukriegen.

Danach Feilentest gemacht, der klappt auch.

Bei den Messern 2 und 3 so weiter gemacht, ging auch alles ok und ohne Verzug.

Das 4. Messer wurde dann aber nicht hart (Feile kratzte die Oberfläche problemlos an).

1. Frage: Wie kann das sein?

Also Nummer 4 gleich nochmal in den Ofen, Haltezeit diesmal 10 Minuten.

Rein ins Öl, raus kam eine bogenförmige Klinge (Durchbiegung in der Mitte ca.3 mm), schnell zwischen die Aluplatten, aber der Verzug blieb und der Feilentest schlug wieder fehl.

2. Frage: wieso jetzt auf einmal Verzug, und noch immer nicht hart?

Und dann noch Fragen zum Anlassen:

An einigen Stellen lese ich 1 Stunde, an anderen 2x1 Stunde. Was ist besser? Und lasse ich die Klinge nach dem Anlassen an der Luft abkühlen oder tauche ich sie ins Wasser?

Muss ich sofort nach dem härten anlassen oder können die Klingen über Nacht liegen bleiben?
 

Dan512

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So ich habe es dann ein 3. Mal probiert, dann war es hart. Ist mir dann aber beim richten gebrochen.

Also habe ich den Kids ihr Mini-USB-Mikroskop rausgekramt und ein paar Bilder der Bruchstelle gemacht.

Vielleicht können die Experten mir ja sagen ob das Gefüge so OK ist.





 

alxh

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Moinmoin

zu ein paar deiner Frage mach ich mal den Start. Ja, mit dem Anlassen nicht warten. Es geht darum, die inneren Spannungen zu reduzieren und manch einer kann von einem nächtlichen Pling berichten, wenn er nicht angelassen hat. Das mit dem Richten, das geht schon direkt in den ersten Sekunden, aber auch da sind natürlich mechanische Grenzen. Wann hast du gerichtet, und wie sehr?

Edit: Haltezeit: Zeit, die die Klinge im Ofen verbringt, nach Erreichen der Härtetemperatur. Ofenzeit: gesamte Zeit im Ofen. Der Poster spricht hier von Ofenzeit, um das mal auseinander zu halten.

gruß
Alex
 
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Hamurra-e

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Das Gefüge hier ist viel zu grob, das lässt auf zu hohe Temperatur oder zulange Haltezeit schließen.
Bei Niedriglegierten Stählen muss man keine langen Haltezeiten einhalten, da können schon drei Minuten zuviel sein.
 

Dan512

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Das Gefüge hier ist viel zu grob, das lässt auf zu hohe Temperatur oder zulange Haltezeit schließen.
Bei Niedriglegierten Stählen muss man keine langen Haltezeiten einhalten, da können schon drei Minuten zuviel sein.

Temperatur müsste ok gewesen sein. Ca. 825 Grad. Aber ich habe den Ofen erst seit kurzem, muss die Temperatur mal genau einmessen.

Das Messer war ja 3x hintereinander im Ofen, da es die ersten beiden Male durch den Feilentest fiel.

Könnte es daran liegen?
 
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Dan512

Mitglied
Moinmoin:teuflisch:argw::argw::argw:

Wann hast du gerichtet, und wie sehr?

Ich hab das Messer direkt aus dem Öl zwischen 2 dicke Aluplatten im Schraubstock geklemmt und ca. 10 Minuten drin gelassen, es blieb aber krumm. Gerichtet habe ich dann per Hand bis zum Bruch.

Edit: Haltezeit: Zeit, die die Klinge im Ofen verbringt, nach Erreichen der Härtetemperatur. Ofenzeit: gesamte Zeit im Ofen. Der Poster spricht hier von Ofenzeit, um das mal auseinander zu halten.

gruß
Alex

Ich spreche von Ofenzeit. Wie lange braucht denn so ein dünnes Messer um auf Temperatur zu kommen? ich habe vielerorts gelesen, dass ein paar Minuten mehr nicht schlimm sind, solange das Messer keine Stunde im Ofen bleibt, und jetzt schreibt Hamurra-e 3 Minuten könnten schon zuviel sein. Ohje ich blick nicht mehr durch.
 

Hamurra-e

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Das du Probleme beim feilentest hattest, kann auch einfach daran liegen, dass deine Oberfläche entkohlt war und du darum das Gefühl hattest es sei zu weich!? So wei ich weiß ist der 2235 dafür bekannt dass er schnell mal an der Oberfläche entkohlt. Was aber auch manche Firmen bewusst benutzen so ist z,B, das Skramma von verreluska ???? oder so. damit beworben dass es eine Oberfläche mit 52 Hrc hat aber einen Kern von 59 Hrc, wie kommt dass wohl zu stande???
Gugg dich hier mal rum du bist nicht der einzige der mit seinen Stählen solche Probleme hatte und meist ist es zu hohe/niedrige Temperatur; Haltezeit; oder Entkohlung. aber es kann auch sein dass dein Abschreckmedium zu Heiß/Kalt oder für diesen Stahl einfach falsch ist...Härten ist mehr eine Kunst für den Anfänger als eine Wissen schaft, bis man es schaft mit seinen Mitteln die selben guten Resultate zu bekommen :glgl::glgl::glgl:
 

Dan512

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Das du Probleme beim feilentest hattest, kann auch einfach daran liegen, dass deine Oberfläche entkohlt war und du darum das Gefühl hattest es sei zu weich!? So wei ich weiß ist der 2235 dafür bekannt dass er schnell mal an der Oberfläche entkohlt. Was aber auch manche Firmen bewusst benutzen so ist z,B, das Skramma von verreluska ???? oder so. damit beworben dass es eine Oberfläche mit 52 Hrc hat aber einen Kern von 59 Hrc, wie kommt dass wohl zu stande???
Gugg dich hier mal rum du bist nicht der einzige der mit seinen Stählen solche Probleme hatte und meist ist es zu hohe/niedrige Temperatur; Haltezeit; oder Entkohlung. aber es kann auch sein dass dein Abschreckmedium zu Heiß/Kalt oder für diesen Stahl einfach falsch ist...Härten ist mehr eine Kunst für den Anfänger als eine Wissen schaft, bis man es schaft mit seinen Mitteln die selben guten Resultate zu bekommen :glgl::glgl::glgl:

Entkohlt dachte ich auch, aber beim 3. Versuch war es dann ja doch hart geworden. Auch an der Oberfläche.

Eventuell war ich davor zu langsam beim abschrecken. Die Öltemperatur war immer gleich, bei ca. 43 Grad.