Kohle in Ostfriesland

Mühli

Mitglied
Hallo,

Bin erst neu hier und habe jetzt aus Hobby eine kleine Schmiede. Leider finde ich keinen Händler für Schmiedekohle oder Koks. Habe mir bisher einen Sack übers Internet bestellt. Jedoch ist der Versand auf Dauer zu teuer. Und der Sack wahrscheinlich auch. Wüsste vielleicht jemand einen Händler in Ostfriesland?

Habe kein ähnliches Thema in der Suche gefunden.

LG
 
Hallo Mühli,

Frag mal bei der Raiffeisengenossenschaft nach, die haben manchmal auch Brennstoffe im Programm. Wenn es keine spezielle Schmiedekohle geben sollte, so ginge z.B. auch Anthrazitkohle. Je nach verfügbarer Körnung müsstest Du sie vielleicht ein wenig zerkleinern. Die übliche Körnung zum Schmieden ist 10/20 mm.

Viele Schmiedegrüße,

Der Schlosser
 

Eisenbrenner

Mitglied
Hi Mühli,
der Schlosser hat schon das Meiste gesagt.

Ich würde (je nach Abzug/Schmiedeort) wirklich versuchen alles außer Steinkohle/Fettnus zu bekommen, die raucht derart ...
Es geht wohl auch mit normalem Heizkoks/Antrazit der Körnung 3-4.
Pass aber auf, das du nicht die gepressten Nussbrikets bekommst.
Die zerbröseln dir in der Esse zu Staub, und du hast keinen richtiges Glutnest mehr.
 

sanjuro

Mitglied
...... Leider finde ich keinen Händler für Schmiedekohle oder Koks..... Wüsste vielleicht jemand einen Händler in Ostfriesland?......
Solche Fragen tauchen hier zahlreich im Forum auf; vielleicht hast Du nicht die richtigen Schlüsselwörter verwendet.

Richtig ist, dass RAIFFEISEN in vielen Fällen die Schmiedekohle (Fettnuss 4) von RHEIN-BRAUN anbietet, allerdings nicht selten etwas teurer als die Brennstoffhändler (die gibt es selbst in Ostfriesland! Die Zeiten, in denen der gemeine Ostfriese selbst Torf stechen ging, sind lange vorbei!).

Wenns gar nicht klappt mit der Beschaffung, frag doch mal bei einheimischen Schmiedekollegen.

Ich würde alles andere außer Schmiededekoks und Schmiedekohle/Fettnuss vermeiden, weil nur diese ein ordentliches Glutbett ergeben. Allerdings ist Holzkohle eine gute, wenn auch teure Alternative, falls Du eine dafür geeignete Esse hast.

Gruß

Jean
he
 
Zuletzt bearbeitet:

Eisenbrenner

Mitglied
@Sanjuro
Ich hoffe doch daß das Koks Hausbrandqualität, Körnung 3 von Besagem Rhein-Braun ein ordentliches Glutbett ergibt.

Ich habe beim Händler angefragt, dieser meinte Schmiedekoks hätte er nicht mehr, aber das oben genannte Koks müsse in Ordnung sein, die örtliche Schmiedeschule würde es auch kaufen ...
Ansonsten müsste ich 50 Kilometer fahren, und die noch nicht geöffneten Säcke zurückgeben.
Probieren konnte ich es leider noch nicht, da ich draußen schmiede, schon seit längerem erkältet bin, und mich so nicht an ein Feuer stellen möchte. (wegen dem Staub + Rauch )

Die Antrazit Nüsse, und deren Glutbett waren auch in Ordnung ... bis sie zu Staub zerfielen. Aber das Glutbett bei Fettnuß-Kohle war schon etwas besser.
Dessen Rauch/Gestank/Ruß ist aber m.M. in einem besiedelten Gebiet keinem zuzumuten.

Grüße, Eisenbrenner
 

luftauge

Mitglied
Ich würde mal bei Ritzerfeld, Wittrock (EL/Pbg.), Dönneweg, Carl Büttner oder evtl. bei Rhenus-WTAG nachfragen. Sind im LK Leer (bis auf Rhenus = Massengut) die größten Brennstoffgroßhändler, vllt. ist bei denen ein Treffer oder eine hilfreiche Information dabei.

Wenn die selber keine Kohle anbieten, wissen sie möglicherweise jemanden. Alternativ könnte ein Anruf bei Boekhoff/Leda-Werk nicht schaden, die werden ihre Öfen sicher auch mal zur Probe anheizen und könnten den einen oder anderen Händler kennen.

Gruß Andreas
 

sanjuro

Mitglied
.....Ich hoffe doch, dass das Koks Hausbrandqualität, Körnung 3 von besagtem Rhein-Braun ein ordentliches Glutbett ergibt......
Ich hatte geschrieben: ....Ich würde alles andere außer Schmiededekoks und Schmiedekohle/Fettnuss vermeiden....

Damit ist doch alles gesagt. Wenn Du eine sehr große Esse hast, ist Körnung 3 sicher in Ordnung, bei mir geht es nicht.

Wenn man einen Schornstein in der Schmiede hat, sind die Rauchgase kein Problem. Schmiedet man im Freien, dann kann man schon eine Verbesserung (zumindest für den Schmied) erzielen, indem man sich eine Abzughaube auf die Esse stellt (was gleichzeitig die Lichtverhältnisse verbessert) und ein Rohr aufsteckt.

Gruß

sanjuro

PS. Es heißt übrigens DIE Coke, aber DER Koks
 

Eisenbrenner

Mitglied
Ich hatte geschrieben: ....Ich würde alles andere außer Schmiededekoks und Schmiedekohle/Fettnuss vermeiden....

Damit ist doch alles gesagt. Wenn Du eine sehr große Esse hast, ist Körnung 3 sicher in Ordnung, bei mir geht es nicht.

Wenn man einen Schornstein in der Schmiede hat, sind die Rauchgase kein Problem. ...

Danke für deine Ausführungen. Das mit dem Kamin sollte besser gehen.
Es handelt sich aber gerade nicht um Schmiedekoks.
Im Umkreis (zwischen Augsburg und München) führt das keiner mehr, und ich muste um die 50 Km (einfach) fahren, um normalen, groben Koks zu bekommen.

Das mit dem Rauchabzug stimmt nur Teilweise.
Bei einem Bekannten schmieden wir am Schornstein. Und naja bei Tiefdruck weiß der ganze Ort, wer seinem Hobby nachgeht. Außerdem setzt sich schon Ruß im Umkeis ab.

Ich bin auf jeden Fall heute dazu gekommen (den?) Koks auszuprobieren, und er brennt sehr gut.
Sehr großes Glutnest, ruhige kleine Flamme, rauchfrei.
Beim ersten Befüllen der Esse muß man bei so grober Körnung immer noch kleinere Teile hinzufügen, sonst bleibt die Esse kalt. Bei mir waren es reste vom letzten Steinkohlefeuer.
Fazit: Mit Koks kann ich besser Umgehen, es ist angenehmer und ich komme zu besseren Resultaten. Ich möchte nicht mehr auf Steinkohle schmieden.

@Mühli
Mein Tipp:wenns geht halte dich an Schmiedekoks, aber es muss wohl nicht unbedingt "Schmiede"-Koks sein.
Das hilft zwar nicht direkt bei deiner ursprünglichen Frage, könnte aber die Zahl der möglichen Händler erhöhen.
Andere Sachen wie Antrazit mögen auch funktionieren (keine Nüsse!), es kann aber sein das du 15 Euro in den Wind setzt. Auch eine Mischung aus Koks und Steinkohle ist möglich.
 

Mühli

Mitglied
Vielen Dank für die Antworten.
Habe mal ein paar Genossenschaften angerufen und tatsächlich eine gefunden. Für Ostfriesen mit dem gleichen Problem:

Raiffeisen Genossenschaft in Neermoor

25 Kg ca 15 Euro. Ist das ein normaler Preis?
 

Ammerländer

Mitglied
Hallo,

Bin erst neu hier und habe jetzt aus Hobby eine kleine Schmiede. Leider finde ich keinen Händler für Schmiedekohle oder Koks. Habe mir bisher einen Sack übers Internet bestellt. Jedoch ist der Versand auf Dauer zu teuer. Und der Sack wahrscheinlich auch. Wüsste vielleicht jemand einen Händler in Ostfriesland?

Habe kein ähnliches Thema in der Suche gefunden.

LG

Hallo Mühli,

ich hab gesehen das du aus Ostfriesland kommst. Kennst du einen Schmied, wo man bei uns in der Gegend nen Messerschmiedekurs belegen kann.

Gruß aus der Nachbarschaft

Ammerländer
 

jablo

Mitglied
Moin,
zwischen Ammerland und Ostfriesland gibt es in
der ´´Eisenstadt Friesoythe´´ einen Stadtschmied,
der Mann heisst Bullermann, näheres kann man
googeln. Der macht meines Wissens mehr in
Kunstschmiede, aber Koks braucht der auch.
Grüsse jablo
 

IronISteve

Mitglied
Hallo Eisenbrenner,
meinen Bedarf an Fettnuss und Koks decke ich bei dem Brennstoffhandel Gmeinwieser in Nürnberg. Ist der Nachfolger von Rhein- Braun im Süden.
Bei etwas Wartezeit liefert der sogar Koks 4 (kleiner Bruch), mit Koks bin ich auch sehr zufrieden, man muss nur etwas kräftiger anblasen.
Die zur Zeit gehandelte Fettnuss ist nicht mehr die Qualität (extremer Schwefelanteil, viel Krümeldreck und geringe "Kuchenbildung"), so daß ihre Vorteile nicht mehr so recht gegenüber dem Koks zum tragen kommen (sogar Angele Fettnuss macht hier keinen großen Unterschied). Die entsprechenden Lieferanten bedienen sich alle wohl aus den gleichen Quellen. Den Koks vor dem verfeuern unbedingt über Nacht mit der Restwärme der Esse trocknen, in den Poren des Koks sitzt Feuchtigkeit (wird natürlich als Gewicht mit verkauft, Kohlenhändler und Gebrauchtwagenhändler - kennt man ja).
Schicke dir die Adresse von Gmeinwieser gern per mail, falls Interesse besteht.

Auf die Gefahr hin großes Augenrollen zu ernten;
Koks ist entgaste Steinkohle (Steinkohle mit hohem Phosphor- und Schwefelwerten von niedrigerer Qualitätsstufe wird durch Sauerstoffabschluss unter Hitze entgast, es bleibt im Verhältnis mehr vom Kohlenstoff übrig; das war früher das Stadtgas)
Fettnuss ist auch Steikohle, wird als Schmiedekohle bezeichnet und ist die Qualitätsstufe Anthrazitkohle, Fettnuss besagt ja vom Aussehen schon, daß sie speckig glänzt. Dadurch nimmt sie auch kein Wasser auf (ruhig mal ausprobieren), also bringt das wässern der frischen Kohle hierbei nichts. Habe immer wieder entsprechende Aussagen und Fragen hierzu, auch im Forum gelesen. Das wässern oder ablöschen der Kohle am Rand der Feuerschüssel hat vorwiegend seinen Ursprung bei der Holzkohlenfeuerung, da Holzkohle auch ohne nennenswertes anblasen von selbst glüht und dadurch ungewollt die Randbereiche ausserhalb der Feuerschüssel unnötig heizt. Mit wässern bei Fettnuss habe ich noch keine besonders hervorzuhebende Ergebnisse erzielt.
Wie oben erwähnt solltest du den porigen Koks in keinem Fall wässern, der fliegt dir schrapnellartig um die Ohren !!!

Noch viel Erfolg
Stefan
 

Eisenbrenner

Mitglied
Hi Steve,
danke für die Informationen!
Für die genauen Kontaktdaten reicht google.
Ich hab mich mit der Körnung 3 inzwischen ganz gut arangiert.
Zum anfeuern einfach ein mit Alt-Fritierfett getränkten Lappen/Küchentuch auf eine Schicht Koks, zwei Hände Holzkohle drüber, anzünden und die Luftzufuhr öffnen.
Mit der alten Füllung der Esse auffüllen und abwarten. Und wenn man im Betrieb rechtzeitig nachlegt hält sich die durchschnittliche Größe ganz gut im Rahmen.
Nur die größten Brocken sortiere ich noch aus.

Den Löschwedel konnte ich hierbei noch nie gewinnbringend einsetzen, deshalb habe ich meine Esse einfach "überdacht".
So hab ich weniger Sauerstoff am Schmiedegut und es können mir auch keine glühenden Splitter ins Auge schießen und ich kann immer "frisch" nachlegen.
Auch Härten geht deutlich besser.

Grüße,
Eisenbrenner
 

luftauge

Mitglied
Moin,
zwischen Ammerland und Ostfriesland gibt es in
der ´´Eisenstadt Friesoythe´´ einen Stadtschmied,
der Mann heisst Bullermann,
:glgl:
Naja, wenn man bedenkt, dass Friesoythe nicht wirklich zwischen Ammerland und Ostfriesland liegt, sondern südlich im Cloppenburger Land, passt das schon.

Hier im Forum ist ja noch ein Ammerländer Nachbar namens "Xerxes", bzw. Jannis aus Bad Zwischenahn - ob er allerdings schon Kurse anbietet, weis ich nicht, habe noch nichts darüber gelesen.

Dann wären da noch Günther Zimmermann aus Jheringsfehn/Boekzetelerfehn, Herbert Köhn aus Großheide und Bernhard Nitz aus Varel - wobei ich bei den letzten zweien nicht weis, ob die Kurse anbieten.

dann gäbe es da noch einen Geheimtip:
Es gibt eine eingetragene Schmiede in meinem "Heimatdorf" im Rheiderland, die in baldiger Zukunft voraussichtlich geschlossen wird, da der 85-jährige Inhaber aus Altergründen keine Trecker uns sonstige Landmaschinen mehr reparieren kann und will. Nachfolger aus der Familie gibt es leider nicht.

Werkraum mit zwei Reparaturgruben, großes Materiallager und abgetrennter Schmiedebereich. Keine Ahnung, ob die Chance besteht, so einen Betrieb innerorts wieder zu beleben, wenn er erst abgemeldet worden ist. Ich würde ja gern, kann aber aus anderen Gründen nicht.

Gruß Andreas
 
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