Klingenstärke an der Schneide?

mark23

Mitglied
Hallo!

Wie groß sollte denn bei einem Messer mit den ungefähren Abmessungen eines Fällkniven A1 oder Busse SH/SJ die Klingenstärke (Flankenstärke) an der Schneide sein? D.h. wie dick soll ich das Klingenmaterial "stehen lassen" wo später die Schneide geschliffen wird. 1,5-2mm? Ist das ebenfalls abhängig vom Stahl (Optionen:; Vanadis 4, 100Cr6, 1.5028)?

Danke!

Gruß

Mark23
 

HankEr

Super Moderator
Was hast Du denn für einen Schliff? Wie flach soll die eigentliche Schneide werden, welchen Winkel haben die Flanken? Willst du mit dem Messer hauptsächlich hacken? Was?
 

mark23

Mitglied
... soll ein "mißbrauchbares" Camp-Messer werden. Weitere Infos zur Geometrie: Flachschliff, die Flanken sind ca. 41 mm hoch, Klingenrückenstärke ca. 5-6 mm.

Danke!

Gruß

Mark23
 
G

gast

Gast
Hallo Marc23,

wie so oft...kommt ganz darauf an...

manche Messermacher schleifen erst nach dem Härten...daran sieht man, dass es eigentlich nie zuviel sein kann. Wichtig...nicht zu dünn ausarbeiten, denn der Schneidenbereich wird dadurch beim Härten zu sehr belastet.

Wenn du einen Bandschleifer hast, dann würde ich zwischen 0,5-1 mm stehen lassen und nach dem Härten nachschleifen. Selbst leichten verzug kann man dann etwas korrigieren. Mußt du nah an das Fertigmaß, dann sollte es wohl so etwa 0,3 sein, sonst wird die angeschliffene Schneide sehr breit...hängt natürlich auch von der übrigen Klingengeometrie ab.

Bin gespannt was der Rest der Truppe so meint...

So long

Volker
 

Flaming-Moe

Mitglied
Wenns zum Hauen geeignet sein soll würde ich schon so 0,8-1 mm stehen lassen und später mit eher größerem Winkel (30°) schärfen. Ne superfeine Schneide brauchst du bei so nem Messer ja nicht.

1,5-2mm halte ich für etwas hoch gegriffen...
 

HankEr

Super Moderator
Hm, also 2mm sind natürlich schon seeehr üppig, daß währen ja 33-40% der Rückenstärke. Flachschliff der Flanken steht wohl schon fest?

Ich würde mich da eher am unteren Ende des von Flaming-Moe genannten Bereiches orientieren und die Schneide selbst dann konvex schleifen.
 

heiko häß

Mitglied
Hallo Mark 23
Ich schleife grundsätzlich vor dem Härten bis auf Maß.Das heißt ich lasse ca.0,3-1mm stehen,je nach Messer.Nach dem Härten lasse ich kein Bandschleifer mehr an die Klinge.Die Schneide könnte sonst durch die Schleiftemparatur wieder weichgeglüht werden.Den Schleifwinkel mache ich dann mit dem Lansky.In deinem Fall würde ich zwischen 0,6-0,8mm stehen lassen und einen Schneidwinkel von 30° wählen.
Gruß Heiko
 
G

gast

Gast
Na, da lagen wir doch gar nicht so schlecht...

Wenn ich nach dem Härten noch an den Bandschleifer geh, dann nur noch mit viel Schleiföl, langsamer Bandgeschwindigkeit und ungeschützten Fingerchen...bevor da Härte durch Wärme verloren geht ziehste die Flossen von alleine weg...

Viel Spaß

Volker
 

mark23

Mitglied
Hallo!

Vielleicht nur mal so zum vergleichen ... wäre jemand so freundlich und mißt mal mit dem Meßschieber z.B. bei einem Busse SH/NO, Sumpfratte CT/BR, Fällkniven A1, einem Black Jack Trailguide II oder ähnlich dimensionierten Messern nach und postet den Wert hier zum Vergleich?

Wäre cool.

Danke schon mal im voraus!!!

Gruß

Mark23
 

jfive

Mitglied
ist es sehr wichtig, dass man überall an der Schneide die gleiche Dicke hat, wenn man di eKlinge zum Härten gibt? Ich hab da teilweise nämlich ca. 0,2mm Unterschied...schwankt also zwischen 0,5 und 0,3mm
 

OniKudaki

Mitglied
Hmm, bei meinem Cold Steel Recon Scout sind es etwa 1,2 mm an der Fase.

Allerdings ist der Anschliff auch etwa 2,5 mm breit.

#marc
 

Klaus1602

Mitglied
Hallo jfive,
ist es sehr wichtig, dass man überall an der Schneide die gleiche Dicke hat, wenn man die eKlinge zum Härten gibt? Ich hab da teilweise nämlich ca. 0,2mm Unterschied...schwankt also zwischen 0,5 und 0,3mm
Ich glaube den Unterschied kann man vernachlässigen wenn es einigermaßen symmetrisch ist. Der Anschliff wird an dieser Stelle etwas schmaler. Das hängt aber auch stark mit dem Flankenwinkel der Klinge zusammen. Je größer der Winkel, um so weniger wirst Du es nachher sehen. Wenn Dir allerdings einseitig die 0,2mm fehlen hast Du nachher nur noch 0,05mm für den Anschliff ! Dann kannst Du evtl schon Probleme mit der Randentkohlung vom Härten bekommen.

Wenn ich einen ungehärteten Rohling schleife, schleife ich beidseitig erst mal bis sich ein Grat an der Schneide bildet. Theoretisch auf Null also. Vor dem Härten ziehe ich dann die Schneide noch einmal auf dem Bandschleifer ab, so dass ich wieder ca. 0,5 mm Dicke habe. Damit habe ich recht gute Erfahrungen gemacht. Die Schnittkante bleibt, vorausgesetzt ich bekomme keinen Verzug, gerade und der Anschliff sieht nachher optisch ziehmlich gleichmäßig aus.

Klaus
 

Simple Blades

Premium Mitglied
Hi.

Bei meinen Messer mache ich die Klingenstärke über der Schneide vom Verwendungszweck abhängig. Ich hab ein großes Bowie mit einer etwa 4,5 cm breiten und etwa 6 mm starken Klinge. Das hat einen Flachschliff (den ich im Übrigen sowieso bevorzuge) und 2mm Materialstärke über der Schneide. Das reicht fürs grobe und man kann damit immer noch frisches Brot schneiden ohne es zu zerquetschen. Die kleineren Messer, die ich für leichtere Arbeiten verwende, bekomme eine Schneidenstärke von etwa 1mm bei 3mm Rückenstärke und rund 3 cm Breite.

Diese Klingen schneiden recht gut, da ich durch den Flachschliff und relativ breite Klingen einen kleineren Winkel zwischen den Flanken erhalte.

Selbstverständlich werden die Klingen tendenziell schärfer, je dünner sie ausgeschliffen werden. In diesem Punkt lege ich jedoch mindestens genausoviel Wert auf Stabilität.

Muss ja nicht unbedingt Absicht sein, aber es ist gut, wenn ein Messer gelegentliche Schusseligkeit des Benutzers ohne bleibende Schäden verkraftet.:D
 

jfive

Mitglied
Hallo jfive,

Ich glaube den Unterschied kann man vernachlässigen wenn es einigermaßen symmetrisch ist. Der Anschliff wird an dieser Stelle etwas schmaler. Das hängt aber auch stark mit dem Flankenwinkel der Klinge zusammen. Je größer der Winkel, um so weniger wirst Du es nachher sehen. Wenn Dir allerdings einseitig die 0,2mm fehlen hast Du nachher nur noch 0,05mm für den Anschliff ! Dann kannst Du evtl schon Probleme mit der Randentkohlung vom Härten bekommen.

Wenn ich einen ungehärteten Rohling schleife, schleife ich beidseitig erst mal bis sich ein Grat an der Schneide bildet. Theoretisch auf Null also. Vor dem Härten ziehe ich dann die Schneide noch einmal auf dem Bandschleifer ab, so dass ich wieder ca. 0,5 mm Dicke habe. Damit habe ich recht gute Erfahrungen gemacht. Die Schnittkante bleibt, vorausgesetzt ich bekomme keinen Verzug, gerade und der Anschliff sieht nachher optisch ziehmlich gleichmäßig aus.

Klaus
ja die idee mit dem ganz runterschleifen hatte ich auch schon aber hab es verworfen, weil ich das volle material nutzen will...ich denk auch nicht, dass es so schlimm sein wird, so wie es jetzt ist