Klingenbruch

Habe gestern meine neue Klinge RWL 34 ( sollte ein Beaver mit Nußwurzelgriff und Neusilberabschluß werden ) stempeln wollen.

Essig :angst: :staun: :boes:! !

Obwohl ich sehr vorsichtig zu werke gegangen bin und mit einem Schraubstoch gearbeitet habe ist mir die ungehärtete Klinge in zwei Teile zerbrochen.
Bei der Begutachtung der Bruchkante war im oberen Drittel deutlich eine Verfärbung zu erkennen die den Eindruck von Rost machte.

Frage: Hat schon mal jemand ähnliche Dinge bei der Verarbeitung von RWL festgestellt ?
 

AchimW

Mitglied
RWL

Ich sag's doch, rostfrei und nicht geschmiedet = alles Käse! :steirer:

Im Ernst, was Du beschreibst hört sich für mich ganz klar nach einem Fehler an, der beim Walzen des Materials passiert sein muss. Wahrscheinlich ist das einmal zu oft zu kalt erfolgt, so daß Haar-Risse entstanden. Wenn's so ist, dann wird man davon voraussichtlich in nächster Zeit noch mehr hören, da die Hersteller ja nicht gerade in Kleinstmengen verarbeiten.

Achim
 

freagle

Mitglied
Das Problem hat ich jetzt noch nicht mit RWL, schreib doch mal Damasteel den Hersteller an und berichte, vielleicht schicken sie dir zum Trost ein Stück Damasteel vorbei, könnt ja sein:D


freagle
 

Wolf

Mitglied
Re: RWL

Original geschrieben von AchimW
Ich sag's doch, rostfrei und nicht geschmiedet = alles Käse! :steirer:
Achim

so an schmarrn! einmal beim schmieden die temperatur unterschritten, noch eben schnell ein paar hammerschläge gemacht und ganau das kann vorkommen.
Ganz nebenbei: habe schon unmengen von RWL und anderen stählen gehärtet und keine probleme gehabt oder davon erfahren. wenn jetzt einmal eine klinge bricht ist gleich alles mist! Wo ist denn die große erfahrung her um solche globale aussagen zu rechtfertigen?
Was mich stutzig macht, ist der haarriß. möchte das mal sehen. Und jetzt ein tip für euch spezialisten: ein zu heiß geschliffener klingenrücken führt eben zu solchen ausfällen. Das ist eine bekannte tatsache bei allen messerfabriken. Mir sind gekaufte tafelmesser schon reihenweise abgebrochen. alle beim rückenschliff zu heiß geworden. Das wird in der regel auch anstandslos umgetauscht. Glaubt denn jemand aber ernsthaft, daß sich ein stahlwerk mit tonnenausstoß an einer gebrochenen klinge stört? Da müssen statistisch schon höhere ausfälle kommen.
Was sollten wir daraus lernen? bevor schuldzuweisungen getätigt werden sollte man zuallererst den fehler bei sich suchen. erst wenn da alle negativen einflußfaktoren eindeutig auszuschließen sind kann man woanders weitersuchen.
Und ganz nebenbei: für den, den ein klingenbruch trifft ist das ärgerlich, aber statistisch fällt das doch überhaupt nicht ins gewicht. Das schließt nicht aus, daß mal ein materialfehler vorhanden ist, aber das ist, wie gesagt äußerst, äußerst selten.

wolf
 

AchimW

Mitglied
?

Mannomann, das war ein SCHERZ!

Aber wenn's denn sein soll, bringen wir es mal auf den Punkt.
Dass man auch beim Schmieden Fehler machen kann bestreitet niemand. Allerdings hat Markus nichts von Fehlern bei der Verarbeitung gesagt. Vielmehr war seine Aussage, daß er sehr vorsichtig zu Werke gegangen sei. Eine globale Aussage wurde nicht geäußert, ebensowenig wie eine Schuldzuweisung. Vielmehr gab es eine Vermutung über das, was passiert sein könnte! Und die beruht unter Anderem gerade darauf, dass auch in industrieller Fertigung mal Fehler unterlaufen können, die sich dann gleich (mengenmässig) viel gravierender auswirken. Aber zum Glück fällt das ja statistisch nicht ins Gewicht. Was dem Einzelnen leider gar nicht hilft.

Dann zu dem Ding mit dem zu heiss geschliffenen Klingenrücken. Könnte man dafür mal eine metallurgisch fundierte Erläuterung bekommen? Einleuchten würde mir das nämlich nur bei Stählen, die zumindest eine gewisse Tendenz zur Lufthärtung haben, also meist bei hoch mit Chrom und/oder Molybdän legierten Stählen. Sicherlich handelt es sich bei RWL34 um einen solchen Stahl, aber die Äußerung wurde so allgemein gehalten, dass man davon ausgehen müsste, das gelte für alle Stähle. Bei den erstgenannten Stählen können durch selektives Erhitzen beim Schleifen sicherlich Spannungen auftreten, die Haarrisse verursachen. Aber dazu muss man wohl ordentlich Temperatur in den Rücken bringen, was ich bei den Methoden die die meisten Leute hier auf dem Forum anwenden (Feile oder barhändiges Arbeiten) nahezu ausschliesse. Aber wahrscheinlich bin ich als "Spezialist" ja zu blöd, um das zu kapieren.

Achim
 

Wolf

Mitglied
Die globale aussage war: rostfrei und nicht geschmiedet = alle käse. Habe über den scherz sehr gelacht. Das problem liegt doch darin, daß man fehler macht ohne es zu wissen (sehr vorsichtig vorgegangen, was soll das heißen? ). Meine erfahrungen mit werkstofffehlern waren wohl ausreichend dargelegt. Verneine nicht, daß fehler vorkommen, aber da ich material oft von der gleichen charge erhalte, müßten sich solche fehler wiederholen. Das ist mir eben noch nicht untergekommen. Weiterführende Litaratur Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfahlen Nr. 2923 Dipl. Ing. H. Stüdemann "Das scleifen von rostbeständigem Stahl....". Bei RWL 34 handelt es sich eben darum.

Gruß
Wolf
 
Friede meiner Asche,

also liebe leut, da ich hier anscheinend was in Gang gesetzt habe was nicht unbedingt meine intension war, nämlich das es zu deutlichen Misstimmungen gekommen ist, hier einmal ein paar klärende Worte.

1.) "vorsichtig" heißt in diesem Falle, daß ich nicht versucht habe mit Brachialgewalt und einem überdimensioniertem Hammer den Stahl zu stempeln

2.) Ich halte es für durchaus legitim wenn ich versuche, für ein mir bisher unbekanntes Phänomen, nämlich Klingenbruch bei nicht wärmebehandeltem RWL 34, auf dem Weg der Diskusion hier im Forum eine Erklärung zu finden.

3.) Soweit ich mich entsinnen kann habe ich keinerlei schuldzuweisungen oder ähnliches vorgenommen.

Ansonsten viele Dank an diejenigen die mir geantwortet haben

Gruß
Markus Antonius

P.s.
Habe die Klinge letzte Woche nach Graben-Neudorf geschickt. Vielleicht war ja schon Gelegenheit nen Blick drauf zu werfen. Über eine Antwort würd ich mich freuen.
 

micknives

Mitglied
hallo wolf,
kannst du mir dazu einzelheiten mailen, wo ich diese abhandlung nachlesen kann. habe auf der website der uni leider nichts gefunden.

2923 Dipl. Ing. H. Stüdemann "Das scleifen von rostbeständigem Stahl....".

gruß

michael
 

Wolf

Mitglied
Literatur

Das gibt es nicht im net, ist von 1980. Der forschungsbericht ist im Wests´deutschen Verlag erschienen.

wolf