Klingenachse

zorro_43

Mitglied
Hi,
wie macht ihr die Klingenlagerung bei Klappmessern?
Ich hab bei meinem ersten Versuch in die Klinge ein 6mm Loch (H7) gebohrt und gerieben. Als Achse hab ich eine Hülse aus Messing gedreht, 4mm Innendurchmesser für eine M4 Schraube und 4mm breiter als die Klinge, so das an jeder seite 2mm der Hülse in den Backen ruhen. Die M4 Schraube muß nur die Griffhälften zusammenhalten.
Allerdings hat sich Messing für die Buchse nicht bewährt. Danach hab ich die Buchse aus einer 8.8 Schraube gedreht, die zeigt aber auch schon deutliche Verschleiserscheinungen.
Der Versuch die Buchse aus einem 6er Passtift herzustellen war zum Scheitern verurteilt, da der in der Klinge ja einen Pressitz hat.

Habt ihr Vorschläge für ein geeignetes Material?
Gibt es fertige Achsen/Buchsen mit ordentlichem Durchmesser?

Zorro

P.S.: Ich kenne aus meiner Lehrzeit "Silberstahl" oder "Blank Gezogen".
So hießen bei uns die Stähle aus denen ich sowas gemacht hätte.
Kennt das einer? Und weiß jemand eine Bezugsquelle für homöopathische Dosen? Oder `ne Werkstoffnummer?

Zorro
 

luftauge

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Hast Du schon an harte Bohrbuchsen oder Führungshülsen für Schneidstempel gedacht, oder wären die zu hart ?.
Die müssten "nur" auf Innen-Maß endgeschliffen werden, geht auch mit Proxxon/Dremel an einfacher Drehmaschine.

Soweit ich mich erinnere haben die auch H7-Maße, nur ob die in den kleinen Größen im Magazin D(einer) Firma vorrätig sind, weißt Du selbst besser ;)
Evtl. kann man sowas bei Conrad oder Selva als Modellbau-Zubehör auch bekommen.

Gruß Andreas/Luftauge
 
Zuletzt bearbeitet:

zorro_43

Mitglied
Ja, danke erstmal für eure Tips!

@Luftauge: Wenn die Buchsen zum einpressen in H7 Bohrungen sind klemmt meine Klinge darauf- das gleiche Problem wie bei einem durchbohrten Passtift.

@Heiko Häß: hast du da Erfahrungen mit gemacht? Sind die Gehärtet?
Mir sind 4mm Aussendurchmesser etwas zu wenig, 0,5mm Wandstärke finde ich ziemlich knapp und M3 um das ganze Messer zusammenzuhalten (und das bei einer nutzbaren Gewindelänge von ca. 2mm ) ist auch etwas mager.

@Claymore: Ich werd mir mal 2210 besorgen und selber härten, mal sehen was passiert.

Zorro
 

heiko häß

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klingenachsen

hallo zorro
bisher habe ich noch keine erfahrungen mit den achsen von borger gemacht.
ich denke aber das er sie auch für seine folder benutzt. so schlecht können
sie also nicht sein.sie sind übrigens nicht gehärtet. mein erstes folder hatte
einen 2,5mm starken broncestift als klingenachse und hat auch gehalten.
 

hogado_willi

Mitglied
Messerachsen

Den Tip mit dem Silberstahl halte ich für stark rostgefährdet. Warum kein Paßstift aus VA die es im 1mm Schritt gibt, ein Gewinde rein nach Wahl und wem das zu weich ist kann die Achse noch plasmatrieren lassen. Vorteil: Oberflächenhärtung,( nicht so hart wie Silberstahl), verzugsfrei aber die Korrosionsfestigkeit nimmt etwas ab. Die liegt aber noch weit über Silberstahl.
Für Bohrungen gibt es auch Reibahlen mit Über-bzw. Untermaß in 0,01 Schritten. Wenn man seinen bevorzugten Achsendurchmesser mal hat sind die Anschaffungskosten überschaubar
 

zorro_43

Mitglied
Hi hogado_willi,
den Passtift hatte ich wegen der Reibahle verworfen, da ich ja nicht in Serie gehe.
Für mein fertiges Messer wede ich jetzt erstmal eine Achse aus einem HSS-Bohrer machen.

Zorro
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Richtig, Armin II, ich war bisher auch immer der Ansicht, daß hart auf hart nicht richtig läuft, sondern irgendwann festfrisst.
 

zorro_43

Mitglied
Hi,
wie ich oben geschrieben habe, hat Messing bei mir nicht so recht gehalten. Ich hatte sehr schnell einen deutlichen Grat.

Die Gefahr von Fressen sehe ich nicht, da beim öffnen und Schließen das Lager ja kaum belastet wird und die Drehzahl ist ja auch sehr gering. Wenn dann noch etwas Fett da ist kann eigentlich nix passieren.
Richtig belastet wird das Lager nur bei geöffneter Klinge (Spinewahk-Test)!

Zorro
 

Flaming-Moe

Mitglied
Nachzüglerfrage hierzu:

Kennt jemand Bezugsquellen für Gleitlagerbuchsen aus Bronze in diesen Durchmessern?
Alles was ich bislang finden konnte ist so ab 20 mm aufwärts.

Alternativ dazu wäre ich schon mit Bronze-(CUSN8 oder CUSN8P)rohren in geeigneten Durchmessern zufrieden, wo man dann selbst ein Gewinde reinbohren kann. Kennt einer auch dafür ne Bezugsquelle (am besten im i-net und mit Onlineshop)

Ich tu mich noch etwas schwer damit, ein Durchgangsgewinde exakt zentriert in Vollmaterial zu bohren. Gibts dafür nen Trick??? :(
 

luftauge

Mitglied
Einen Trick gibt es eigentlich nicht, normalerweise bohrt man Rundmaterial an/in einer Drehmaschine im Backenfutter -
wenn man keine hat wird schwierig, weil:

1. die Freihand-Zentrierung ohne Zentrierwinkel meist daneben geht
2. das Bohren an der Tischbohrmaschine ohne einzelnes Backenfutter daneben geht (Schraubstock: naja, lieber nicht)
3. Dein Material wohl auch sehr kleine Durchmesser hat, was die Sache nicht gerade vereinfacht

Das einfachste wäre, einige einfache Zubehörteile anzuschaffen (Zentrierwinkel, 80er Backenfutter), um ohne Drehmaschine Rundmaterial zentrisch zu Bohren
(Garantie für zenrische Bohrungen/Gewinde ist das aber auch nicht).
Alles andere ist IMO vertane Zeit und mit Ausschuß verbunden - vielleicht weis jemand hier aber doch noch Tricks.

Gruß Andreas
 

zorro_43

Mitglied
Hi,
Meine Idee:

Nimm ein Stück 4-Kant Material und spann das auf deinem Bohrtisch fest.

Dann erst mit dem Kernlochbohrer durchbohren und dann mit dem Achsenaussendurchmesser einige Millimeter aufbohren.

Dann hast du eine Schablone!

Zum Spannen:

Nimm zwei Stücke Flachmaterial und spann die gemeinsam in den Maschinenschraubstock (hochkant).

In die Trennfuge ein loch mit Achsenaussendurchmesser bohren.

Danach das Flachmaterial etwas abfeilen und du hast Spannbacken.

Zorro
 

freagle

Mitglied
Wegen den Bronzebuchsen, bei Conrad im Modellbaukatalog hab ich ölimpregnierte Sinterbrozebuchsen gefunden. Die Buchsen die ich von Conrad habe, haben 10mm Aussendurchmesser und 6mm Innen, davon stech ich mir dann ein je nach Klingenstärke z.B. 4mm breites Stück ab. es gibt aber auch andere Maße.

Wenn du nicht in Serie gehen willst, lohnt sich die Anschaffung einer Drehbank wohl nicht, wenn du eine passgenaue Achse brauchst, dreh ich dir gern eine musst mir nur die genauen Maße geben.Ich mach meine Achsen aus 6mm Silberstahl (null Probleme mit Rost warum auch) mit 4mm Innengewinde und härte sie nicht, pass sie aber spielfrei in eine geriebene Bohrung ein, Verschleiss gibts da bei der geringen Belastung quasi keinen. Ich hab am Anfang auch rumexperimentiert, aber erst die gedrehten exakten Achsen waren zufriedenstellend.

freagle
 

Flaming-Moe

Mitglied
Ich hab mal nen Bekannten drauf angesetzt, er kann mir evtl. welche machen.
Aus Phosphorbronze.

Falls das nicht funktioniert, komm ich gerne auf das angebot zurück. Ich werd wohl auch erst mal rumexperimentieren.

Ich hab gelesen, daß die Achsen und Distanzhülsen im Schanz Folder aus V2A sind. Das kann also auch nicht das verkehrteste sein.

Mal schauen, was sich bewährt...
 

Kevin Wilkins

Moderator Forum Kevin Wilkins
Meine Drehachsen sind aus V4A Edelstahl, weil es viel härter ist als V2A. Kopf ist 8mm Buchse ist 4mm mit M3 Innengewinde. Schrauben sind aus V2A Edelstal. Lager sind aus Bronze, 8 mm Durchmesse.
 

freagle

Mitglied
Ich glaub Kevin dreht seine Teile auch selbst.

Ich hab mir am Anfang als ich noch keine Drehbank hatte auch Teile in den USA bestellt, da gibt es alles Achsen, Bushings usw, nur bestellt man sich da am besten gleich die passenden Reibahlen mit weil die US Teile keine glatten Maße haben. Mir waren diese Teile aber auch zu schwach dimensioniert, die liegen noch alle bei mir rum.

freagle