Klarus XT 20

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Zwick2

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Einleitung / Vorstellung

Nachdem auch hier im Forum recht kontrovers über die Lampe diskutiert wurde und dabei vor allem das etwas andere Aussehen eine große Rolle spielte, liegt das Objekt des Anstoßes :haemisch: nun dank Pitter und Herrn Schiermeier vor mir.
Anhand der Produktfotos des Herstellers konnte man tatsächlich zu der Auffassung kommen ein durch und durch hässliches Entlein vor sich zu haben.
Sieht man dagegen die Lampe in natura vor sich, gelangt sicher der Eine oder Andere zu einem anderen Ergebnis.
Ohne zu viel vorweg zu nehmen, die Lampe sieht hochwertig aus und hat einige Eigenschaften, die sie für manchen Anwender sehr interessant werden lassen

Lieferumfang

Die Klarus wird in einer Blisterverpackung geliefert.
Der Lampenkopf und das Batterierohr liegen extra und müssen noch zusammengeschraubt werden.
Das sollte auch für Leute mit zwei linken Händen voller Daumen :hehe: kein Problem darstellen und hat den Vorteil, das die Verpackung nicht übermäßig lang wird.
Außerdem findet sich ein praktisches Holster, ein Beutel mit einem Lanyard, vier O- Ringen, einem kleinen Schlüsselring, dem Gripring aus Aluminium sowie einer Ersatz Schalterkappe in der Verpackung.

Lieferumfang

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Dazu kommt eine englischsprachige Bedienungsanleitung.
Das Zubehör macht ebenso wie die Lampe einen hochwertigen Eindruck.

Funktionen, technische Spezifikationen

Die Klarus XT20 verfügt über zwei XM-L LED mit U2 Binning.

Blick in die Reflektoren

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In der mir vorliegenden Lampe sind SMO Reflektoren eingebaut, es soll aber auch eine Version mit OP Reflektoren geben, jedoch meines Wissens nach nicht in Deutschland.
Die Klarus hat drei verschiedene Leuchtstufen.

High mit 1200 Lumen für 2 h
Mid mit 370 Lumen für 5,3 h
Low mit 10 Lumen für 205 h
plus
Strobe mit 1200 Lumen für 4 h

Die XT 20 ist wenig wählerisch hinsichtlich Batterie bzw. Akku Bestückung.
2X 18650 sind genau so möglich,wie 4x CR 123.
In der Betriebsanleitung wird auch erwähnt, dass eine Bestückung mit 16340 möglich ist, dabei jedoch darauf zu achten ist, dass die Akkus nicht tiefentladen werden.

Um auf Nummer sicher zu gehen würde ich 2 geschützte 18650 empfehlen,da nirgends erwähnt wird, dass die Lampe bei Unterspannung abschaltet.

Die Lampe ist kleiner,als man laut den Produktfotos erwarten könnte.
Sie ist 218,8mm lang, der Kopf hat die Dimensionen 68,8mm hoch, 67,3mm breit und 33,5mm dick.Das Gewicht beträgt 250 Gramm ohne Batterien.

Größenvergleich mit bekannten Lampen

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Die Handlage ist gut

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Verarbeitung

Klarus hat ja schon bei anderen Modellen bewiesen, das man in der Lage ist top verarbeitete Lampen herzustellen.
Die XT20 ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Sie macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Alleine,wenn man den aufwändig verarbeiteten Kopf betrachtet,kann man schon ins Schwärmen kommen. Die sauber aufgebrachte dunkelgraue Anodisierung gibt der Lampe ein edles Äußeres, die beiden sauber gefertigten Edelstahlbezelringe tun ihr Übriges die Lampe wertig aussehen zu lassen.
Knurling, Gewinde und Wandstärken geben ebenfalls keinen Anlass zur Kritik.

Aufwändig gearbeiteter Lampenkopf

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Sauber gearbeitete Gewinde, ordentliche Wandstärken

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Bedienung, Ergonomie, UI

Die XT20 verfügt wie ihr kleineres Schwestermodell über einen zweiteiligen Schalter.
Hierzu gilt das Gleiche wie beim kleineren Modell. Sofern keine hektische Situation vorliegt, ist die Bedienung problemlos möglich.
Mit Handschuhen, übermäßig dicken Fingern, oder unter Stress, ist das Schalten der Leuchtstufen schwieriger zu realisieren.
Da die Lampe nicht über eine Memo Funktion verfügt und bei Druck auf die große hervorstehende Taste immer auf High startet, ist das aber zu verschmerzen.

Blick auf den Schalter

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Die Funktionen sind wie folgt verteilt:

- Druck auf die große Taste Momentlicht High
- Große Taste durchdrücken Dauerlicht High
- Druck auf die kleine versenkte Taste schaltet weiter auf Mid und Low.
- Kleine Taste drücken und halten aktiviert Strobe

Beamshots, Leistung, Lichtverteilung

Die Klarus XT 20 ist vom Hersteller mit 1200 Lumen angegeben. Entsprechend hoch waren die Erwartungen. Um es kurz zu machen, die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil, für diese noch handliche Größe bietet die Klarus extrem viel Licht.
Natürlich ist der Throw erwartungsgemäß geringer als der einer Surefire Invictus.
Wenn es jedoch darum geht, auf nahe und mittlere Distanz extrem viel Licht ins Ziel zu bringen, schlägt sich die Klarus hervorragend.
Da ich glücklicherweise beide Lampen zur gleichen Zeit bei mir hatte, habe ich ein paar Beamshots mit beiden Lampen gemacht.
Mit der Klarus in ein dunkles Zimmer geleuchtet ist schon fast lichttechnischer Overkill....

Anbei ein paar Beamshots, Entfernung zur Lagerhalle knapp 200m,
aufgenommen mit 70'er Tele,mit Cropfaktor 1,6 = Brennweite 112 mm 2 Sekunden Blende 4 bei Iso 200


Kontrollshot

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Solarforce Masterpiece Pro 2

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Klarus XT20

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Surefire Invictus

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Solarforce Masterpiece Pro 1

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Entfernung zum Haus ca 20m gleiche Einstellungen wie bei vorherigen Beamshots

Solarforce Masterpiece Pro 2

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Surefire Invictus

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Klarus XT20

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Solarforce Masterpiece Pro 1

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Laufzeit:

Akku Trustfire 2400mAh (geflammt) Lampe auf Max
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Man sieht hier wieder deutlich, daß auch diese Klarus nach ca 3 1/2 Minuten um eine Stufe zurückregelt. Etwas übervorsichtig, 5 Minuten würden auch gehen. Zum Schutz der Akkus fängt die Lampe bei leer werdenden Akkus zu Blinken an. :super:


Wärmeentwicklung:

0 Minuten 24°
8 Minuten 38°
15 Minuten 48°
38 Minuten 53°

ab hier wurde mit leichtem Wind (entfernter Ventilator) gekühlt.


Reichweite:

Obwohl diese Lampe eine breite Ausleuchtung mit großem Hotspot hat, bringt sie noch ca. 22.000 lux/1m. Damit kann sie mit so manchem Thrower gut mithalten.

Erweiterbarkeit, Zubehör

Im Lieferumfang befindet sich so ziemlich das Wichtigste was benötigt wird.
Zusätzlich und das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Klarus, ist es möglich,einen Kabelschalter zu montieren.
Außerdem sollte es möglich sein, durch Lösen der Edelstahlbezelringe bei Bedarf auch mal eine Scheibe zu wechseln, was ich als sehr positiv empfinde.

Lampe im Holster

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Preis/Leistung und Fazit, persönliche (!) Beurteilung

Für 150 Euro erhält man eine sehr gut verarbeitete, beeindruckend helle und gut durchdachte Lampe.
Mehr Licht für weniger Geld wird man kaum erhalten.
Dazu kommt, das die Klarus dank ihres flachen Kopfes auch am Koppel eine gute Figur macht und nicht so aufträgt, wie eine vergleichbar leistungsfähige Lampe mit großem runden Kopf.

Der Großteil meiner Kollegen, denen ich die Lampe gezeigt habe, waren von der Leistung beeindruckt und fanden das Aussehen zwar irgendwie außergewöhnlich, aber nicht etwa hässlich sondern eher modern und innovativ.
Ein Kollege hat spontan sofortiges Kaufinteresse gezeigt.....

Wie unschwer aus dem bisherigen Bericht herauszulesen ist, bin ich von der Lampe sehr angetan.

weitere Fotos der Lampe finden sich hier

Dischn, persönliches Fazit:

Top Lampe mit einfacher Bedienung, und hervorragendem Tragekomfort im Holster. Mein Favorit in dieser Klasse. :super:


Grüße Jens
 
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Palladin

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Nachfolgend mein Kommentar


Ich hatte das große Vergnügen die Lampe einem ausführlichen Praxistest zu unterziehen.
An 5 Nächten hatte ich sie im Wald für insgesamt gut 10 Stunden im Betrieb.

Der bisherige Lob ist voll gerechtfertigt.

Der Beam ist ausgesprochen praxistauglich und hat mich voll und ganz überzeugt.
Ein leichter Halo Ring in der Peripherie ist einzig dafür verantwortlich, daß ich ihn nicht als perfekt bezeichne.
Verursacht wird der Ring durch die Edelstahlbezel. Evtl. würde ein strahlen dieser, den Effekt etwas mindern.
Wirklich stören tut dieser Ring aber nicht und ist outdoor ohnehin nur am Boden wahrnehmbar.

Der Output ist souverän.
Zwei XM-L Emitter ermöglichen Leistung satt, ordentlich Reichweite und gleichzeitig eine exzellente Ausleuchtung des nahen und mittleren Bereiches.
Der Tint meines Testexemlares war hervorragend, ein ganz zartes Gelb, so wie ich es mag.
Der typisch schwache CRI des Emitters kann man nicht dem Lampenhersteller ankreiden.

Die 3 Mode sind gut abgestuft. Evtl. könnte man bei einem Folgemodell noch über eine 4. Stufe zwischen low und med. nachdenken.

Die Verarbeitungsqualität ist herausragend, volle Punktzahl.

Die Handlage hat mich durchweg überzeugt. Mit jeweils einem Finger über den unteren Kühlrippen lag sie satt und auch über längere Strecken komfortabel in der Hand, sowohl konventionell wie auch im Eispickelgriff.

Clicky und Umschalter machen einen vertrauenswürdigen Eindruck.
Daß deren Position bei der Länge der Lampe eher suboptimal für ein blitzschnelles umschalten ist - sei's drum, mich hat es nicht gestört.
Bei Lampen in diesem Format nervt mich eher ein Schalter, der auch versehentlich betätigt werden kann.

Das Holster ist durchdacht und für eine Beigabe außerordentlich gut verarbeitet.
Der ganz große Vorteil dieser Lampe: Sie macht sich extrem schmal am Gürtel, der Tragekomfort ist um einiges höher wie bei vom Output her vergleichbaren Lampen der Konkurrenz.
Für mich sind das Welten im Vergleich zur Fenix TK-70 oder gar Eagletac M3C4 tripple XM-L.
Nur wenn man sie auch beim sitzen tragen muß, dann rächt sich halt die Baulänge...

Die Bezel der Lampe sind plan.
Erspart mir bitte Plätzchenstecher, aber leicht wellige Bezel hätten den Vorteil, bei einer auf dem Kopf stehenden Lampe sofort zu erkennen ob sie ein- oder ausgeschaltet ist.

Damit dieser Test nicht allzu positiv ausfällt, zuguterletzt noch ein klein wenig jammern auf hohem Niveau ;)
Primär ist dies als Hinweis an den Hersteller zu verstehen, in welchen Bereichen noch eine Steigerung möglich wäre.

- Rund eine Minute nach dem Einsetzen der Akkuwarnung entnommene Akkus hatten nach ca. 30s noch eine Restspannung von ca. 3,25V
das ist schon (branchenüblich) recht knapp. Wer seine Zellen liebt, sollte die Warnung ernst nehmen und mit dem Wechseln nicht lange warten.
Ein endgültiger Cutoff scheint bei 4,8V zu erfolgen, falls keine Schutzschaltung dem zuvorkommt.
Das Dilemma ist, daß kaum ein Hersteller bereit ist, Warnung und ggf. Notabschaltung rechtzeitig erfolgen zu lassen, da dies auf Lasten der Laufzeiten gehen würde.
Ich kreide es trotzdem regelmäßig an :)

- Die Lampe hat auf allen Stufen - auch Max - PWM. Meine Fotozelle maß 917 Hz.
Das geht noch in Ordnung. Weder ich, noch offenbar meine Vortester hatten damit Probleme.
Trotzdem würde ich vorschlagen, künftig noch ein paar Takte draufzupacken.

- Mehr Transparenz!
Wie schon die kleinere XT 10 arbeitet auch dieses Modell mit einem Burst Mode, nach ein paar Minuten wird heruntergeregelt - gut, daß wir gemessen haben.
Geschätzt, bzw von den Luxmeter Werten heruntergerechnet, verbleiben dann noch 900-950 Lumen.
Irgendeinen Hinweis darauf konnte ich weder im Web, noch auf der Verpackung, noch der Anleitung finden.
Auch mit dem gedrosselten Output muß sich die Lampe nicht verstecken.
Andere Hersteller sind da ehrlicher, das macht einen seriöseren Eindruck.

- Mehr Konsequenz:
Ja, ich weiß, das wird diffizil.
Trotzdem, ich würde mich an Stelle des Herstellers der Herausforderung stellen, das sollte es wert sein.
Wenn es bei der Lampe noch gelingen würde, die beiden Zellen nebeneinander zu legen, wäre das eine völlig neue Dimension der Kompaktheit in dieser Lampenklasse.
Daran hätte die Konkurrenz mächtig zu knabbern.
Aus einer ohnehin sehr empfehlenswerten Lampe würde damit ein Referenzprodukt werden, ein Pflichtkauf.


Fazit:
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, die Klarus XT 20 ist ein großer Wurf.
Ich muß gestehen, es fällt mir sehr schwer mich von der Lampe zu trennen.
Mal sehen, wie lange ich es ohne sie aushalte :glgl:
 
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