Keramikmesser für die Küche - taugt nix ? taugt viel ?

HeroHamster

Mitglied
Hallo,
ich habe gerade bei *** Gelöscht. Hinweise auf Internet-Auktions-Plattformen sind im Messerforum nicht erwünscht. *** ein Angebot eines Keramikmesserherstellers gesehen (http://cgi.*** Gelöscht. Hinweise a....de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2309888402)
und wollte mich mal hier umhören, ob schon jemand Erfahrungen mit Keramikmessern gemacht hat.
Sind die wirklich nie stumpf und super scharf etc.?
Vielleicht hat ja jmd. eines von euch - die meisten werden wohl Schnittlauch mit einem Strider schneiden, aber einen Versuch ist es wert.

thorsten
 
uih guck ein Herforder, da hab ich auch mal gelebt :)
Also "nie stumpf" ist natürlich Unsinn, die werden halt nicht durch Abrieb, sondern eher durch Ausbrechen stumpf.
Das Keramikmesser, was ich mal hatte, nervte mich dadurch, dass es die Rasierklingenschaerfe doch schnell verlor, und dann kaum nachzuschleifen war. Wenn man mit einer mittelmäßigen Schärfe über lange Zeit zufrieden ist, kann es wohl eine Alternative sein. Was auch stört ist, dass ein Keramikmesser aufgrund der hochpolierten Schneide keinerlei "Biss" hat.
Und natürlich hat man ein kleines Problem, wenn man mit dem Messer mal an einen Tellerrand schlägt oder es fallen lässt :)
 

sibrgger

Mitglied
hab mein Keramikmesser jetzt ein Jahr und bin total zufrieden. Immer noch sauscharf. Ich nehme es hauptsächlich für Fleisch und Gemüse und...
Aber natürlich muß man das gute Stück ein bißchen pfleglich behandeln.
Gruß
Stefan
 

aqua

Mitglied
Ich halte nix von den Dingern. Mein Vater hat das meiner Mutter mal zu Weihnachten geschnekt und im Sommer war das Teil fertig (vielleicht lags auch daran dass es von Böker war). Jedenfalls wenn das einmal stumpf ist kriegst Du das - zumindest mit konventionellen Mitteln - nicht mehr scharf und kannst es eigentlich fortschmeissen. Ein gutes Messer aus Stahl hält fast ewig und Du kriegst es auch problemlos scharf und kostet mit Sicherheit auch nicht wesentlich mehr. Oder noch besser, bau Dir doch einfach selber eines!!
 

Major

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also ich hab die Erfahrung gemacht, dass Keramik-Küchenmesser eigentlich fürn Popo sind:D

Kein Profi-Koch der Welt würde mit so einem Teil arbeiten. Einmal runterfallen lassen und man hat 25 kleine Klingen.

Aber trotz aller Schelte, muss ich zugeben, dass für ganz bestimmte Zwecke (wie z.B. einen Fisch filetieren oder Fleischstücke super sauber zu "enthäuten") so ein Keramikmesser mit seiner Schärfe eine super Sache sein kann.

Aber im Allgemeinen ist es ein Küchenspielzeug und kein richtiges Kücheninstrument;) man kann also getrost darauf verzichten.

Gruß

Frank
 

freagle

Mitglied
Ich hab schon einige Keramikmesser gesehn, neue, von richtig scharf (im Vergleich zu nem ixbel. Stahlmesser was auf jedenfall schärfer wird) konnte man da nicht sprechen, fühlte sich regelrecht stumpf an.

Hab aber schon von einigen Leuten gehört dass die Messer doch sehr gut, vor allem lange schneiden, vielleicht hat Keramik ja nen geringeren Reibwert.

Schärfen ist halt denk ich nur mit Diamantwerkzeugen möglich.

freagle
 

aqua

Mitglied
@freagle: Die Teile bekommt man auf keinen Fall mit Diamatschärfsteinen wieder hin. Ich hab das nämlich mal mit einem Wetzstab der diamantbeschichtet war ausprobiert und hatte danach weder ein scharfes Messer, noch einen Wetzstahl mit Diamantstaub drauf!!:irre: Kann sein, dass das mit den DMT Steinen besser geht, aber wers versuchen will, sollte das wirklich nur an einer kleinen Stelle tun und sehen, ob sich nicht die Diamantpartikel loslösen.
 

Ralle

Mitglied
Keramikmesser werden mit einem deutlich größeren Keilwinkel geschliffen. Es ist also ein Vergleich mit einer dünn ausgeschliffenen Stahlschneide unsinnig. Die feine Reißschneide kann sich aufgrund des Materials nicht bilden. Feine Ausbrüche in der Schneide bilden eine Art Säge die über sehr lange Zeit gehalten wird.
Das "Schärfen " ist auf einer Diamant-Lapidierscheibe auch für Laien eine Arbeit von wenigen Minuten.
Ein feines "Nachschärfen" ist mit 60er oder auch 40er Diapaste auf HDF-Trägermaterial(Laminat) problemlos möglich. Es dauert etwas länger, ergibt aber eine bessere Schneide als den Erstanschliff.
Gruss Ralf
 
Hallo Messerfreunde,

habe mir trotz der schlechten Kritiken bezüglich Keramikmesser ein Kyocera
Keramikmesser zugelegt.
Bin wirklich sehr begeistert. Ich koche sehr gerne und viel, und das Messer geht ganz sauber durch Fleisch, Gemüse & Obst. Was will man mehr. Sicherlich sollte das Messer nicht fallen gelassen werden, aber welchem Messer tut das schon gut.
Ich kann nur Werbung für Keramikmesser machen, ich werde mir sicherlich noch einige zulegen.
Bis denne
 
G

gast

Gast
Viel Spaß damit, bis Du zum ersten mal im Gemüse auf ein Sandkorn oder im Fleisch auf Knochen oder Splitter triffst.

Ansonsten schließe ich mich den negativene Erfahrungen aus dem Jahre 2003 :lechz: an. Schneidenwinkel und Klingengeometrie sind gerade für Gemüse ibs. gelbe Rüben zu derb. Zugschnitt geht ganz gut, Flächenreibung ist gering. ABER die Schneide zeigt auch ohne Runterfallen nur durch Gemüseschnippeln Ausbrüche.

Gruß Michael
 

Ookami

Mitglied
ich schließe mich der taugt nix fraktion an.

hatte eins mit den üblichen problemen:
- war nicht so richtig scharf
- ließ sich nicht nachschärfen

ich hab dann einen destruktive test gemacht und mß sagen, dass ich überrascht war, wieviel kraft ich gebraucht hab, um die klinge abzubrechen. das was ich hatte war also sehr viel stabiler, als hier erwähnt, obwohl es nur ein billig-teil war.

Ookami
 

schnittwunde

Mitglied
@Ookami: echt stabil? Also meins, und das ist wirklich schon ne Ewigkeit her, das fiel aus Dummheit auf einen Kunststoffboden, da hatte ich dann 2.
Fazit für mich, Murks ohne Ende, nicht einsetzbar in der Küche.

Bin mal gespannt wie lange der OP daran in der Küche Spass hat:irre:

Grüße

Jörg
 

WalterH

Mitglied
Ich habe mir spasseshalber auch mal ein Billig-Keramikmesser und einen Sparschäler dazu gekauft.

Fazit: Das Messer landete sehr bald in meiner Werkstatt und liegt seitdem da, weil ich nicht recht weiss, was ich damit machen soll. Es war nicht wirklich scharf, aber auch unmöglich nachzuschärfen. Jedenfalls mit meinen bescheidenen Mitteln (DMT Diamantstein).

Der Sparschäler allerdings war super! Scharf genug, um wirklich was damit anfangen zu können, wegen der geringen Reibung blieb nichts daran haften und spülmschinentauglich war er auch. Hört sich an sich nach einer tollen Kombination an.

Jetzt der Nachteil: Er brach nach ca einem Jahr gelegentlicher Benutzung beim Schälen einer Karotte einfach in der Mitte durch. Nur durch den Andruck.

Also ich bin auch durch mit Keramik...

-Walter
 

thrawn

Premium Mitglied
Mein Vater hat sich sowas mal schenken lassen (oder selbst gekauft, weiß ich nicht mehr).
Scharf war es schon, aber, obwohl er echt recht vorsichtig damit umgegangen war, hat das Ding viele kleine Ausbrüche bekommen.
Er hat es jetzt letztens zu Böker schicken lassen und die haben es dort geschärft - da es aber nicht von Böker ist, hat das, glaub ich, 25€ gekostet. Nochmal macht er das wohl nicht mehr.
 

Ookami

Mitglied
ich will es mal so ausdrücken, es hat mich überrascht, wieviel kraft ich aufwenden mußte, um es zu zerbrechen. ich hab es an leiste einer leiste angelegt, dann ein großes brett drauf und mich dann draufgelehnt (80kg lebendgewicht) und die ersten paar sekunden passierte nichts, bis es dann aufgegeben hat. ich kann mir nur unter ungünstigsten umständen kaum vorstellen, dass ich es bei der normalen benutzung hätte abbrechen können. beim einfachen runterfallen wäre höchstwahrscheinlich nichts passiert.

man darf auch nicht vergessen, dass es im bereich keamikmesser enorme verbesserungen gegeben hat, sprich, die ersten keramikmesser sind bedeutend bruchanfälliger, als die neuen.

Ookami
 

bergmichel

Mitglied
hi,
schliesse mich dem taugt-nix club an. Habe seit langem ein Böker. Bzgl Schärfe war es am Anfang "leidlich" OK, weshalb ich es über die Jahre wohl auch nur selten benutzt habe.
Letztes Jahr habe ich - weil ich wohl ein guter Mensch bin :hmpf: - dem Messer nochmal eine Chance geben wollen und habe es schleifen lassen; dummerweise ohne vorher die Kosten zu erfragen. Jetzt bin ich € 20 schlauer und das Böker lange nicht so scharf wie meine Selbstgeschliffenen.
 

Simple Blades

Premium Mitglied
N'Abend.

Ich halte recht viel von Ceramic-Klingen. Mein Vater hat schon seit einigen Jahren ein kleineres und ein größeres von Böker. Anfangs scharf wie die Hölle, haben die beiden die anfängliche extreme schärfe zwar etwas eingebüßt, sind aber immer noch schärfer als die meisten anderen Küchenmesser die in Gebrauch sind. Liegt vor allem an der extrem dünn ausgeschliffenen Klinge.

Damit werden immer noch Filets und andere Fitzelarbeiten erledigt. Von den harten Sachen bleiben die beiden verschont, hier kommen die guten alten Stahlklingen zum Einsatz. Ceramic ist halt eher was für Feinarbeiten. Es käme ja auch niemand auf die Idee mit einem Rasiermesser Brennholz zu spalten.:irre:

Und eins ist natürlich auch klar. Toleranzen bei der Fertigung und Endkontrolle gibts immer. Aber bei seinen beiden ist nichts auszusetzen.

Ich habe auch schon billigere Exemplare in die Finger gekriegt und wie bei normalen Messern ist hier die Qualität dem Preis entsprechend schlechter, verglichen mit denen von Böker oder Kyocera. Fertigungsqualität und eine sorgfältige Endkontrolle haben nun mal ihren Preis.

Wer partout eine Abneigung gegen reine Ceramic-Klingen hat, dem sei die neue Ceratitan-Serie von Böker zu empfehlen. Die können noch mit herkömmlichen Mitteln geschärft werden, wobei ich hier generell zu Diamantschleifsystemen á la DMT oder Lansky raten würde. Ansonsten dauerts...:irre: