Keramikfaserwolle, Qualitätsunterschiede

aeglos

Mitglied
Hallo miteinander,

ich habe die SuFu bemüht aber leider kein resultat erziehlt.

Ich wollte wissen, welche Qualitätsunterschiede es bei Keramikfaserwolle gibt. Gibt es Marken, die ihr besonders empfehlen könnt? Und gibt es überhaupt Marken?

Bis jetzt weiß ich nur, dass es verschiedene Arbeitsbereiche gibt. Von 1200 bis ~ 1800°C ist ziemlich alles dabei. Für Gasessen ist ja die Wolle ab 1400 gut und ausreichend.

Bevor der Hinweis kommt. Ja ich weiß über den Shop von Peter Abel bescheid, nur leider hat er die Wolle im Moment scheinbar nicht verfügbar. Anfrage ist gestern los, aber in meiner Ungeduld hab ich natürlich die Antwort nicht abwarten können und einfach mal im Internet gesucht. Jetzt würde ich gerne etwas mehr über das Thema wissen, vielleicht gibt es hier ja auch den ein oder anderen Ofenbauer.

Gruß

aeglos

Ps: wenn jemand eine alternative bezugsquelle hat, die kleinstmengen liefert, darf er die hier gerne posten (oder mir per pm schicken, wenn das angebrachter erscheint)
 

peles

Mitglied
In Österreich kenn ich eine gute Quelle:
http://www.fcf.at/
Kleinstmengen bekommt man auf jeden Fall auch zu einem guten Preis.
ich bezweifel aber das sie auch versenden aber für jeden aus Wien oder Umgebung sicher ein Tipp

lG.Jakob
 

ombre3000

Mitglied
Hi,
ich benutze schon immer Steinwolle mit Schamotplatten und Zement in meiner 11kg Gasesse alles aus dem Baumarkt. Die läuft jetzt 1 Jahr ohne Probleme!
Spar dir dein Geld! Es sind hier im Forum viele anderer Meinung, aber das kann ich nicht bestätigen.

Gruß

Andre'
 

aeglos

Mitglied
@peles: danke für den Tipp, werde die anschreiben, wenn ich in D ichts finde.

Weitere Nachforschungen haben bis jetzt nur eines Ergeben: Es gibt satte Preisunterschiede bei gleichen Temperaturarbeitsbereichen. Fast das 10fache bis jetzt zwischen dem billigsten und dem teuersten. Ich bin noch im Gespräch und versuche herauszufinden, woran das liegt und wie sich das auf tauglichkeit für eine gasesse auswirkt. Ob wir einfach das billigste nehmen können? Hoffentlich.
 

sanjuro

Mitglied
......Es gibt satte Preisunterschiede bei gleichen Temperaturarbeitsbereichen. ......
Es gibt auch satte Qualitätsunterschiede! Die 'Shots' (einzelne Fasern) können sehr unterschiedlich dick sein. Wenn da bei der Herstellung zu 'großzügig' verfahren wird (etwas geringere Schmelztemperatur, etwas weniger Blasdruck usw.), ist der Anteil dickerer Fasern höher, was weniger Wärmedämmwirkung und geringere Elastizität bei der Verarbeitung bedeutet.

Billig bedeutet auch immer, dass da etwas hastiger oder weniger aufwändig produziert wird. Die Preisspirale 'immer billiger' bleibt natürlich nicht ohne Nebenwirkungen, die 'immer schlechter' heißen.

Gruß

sanjuro
 

gnilreh

Mitglied
Moin!

Nur mal meine zwei Pfennig in die Runde geworfen:

Alle Vergleicherei und Suche nach dem billigsten/ günstigsten Preis mal außen vor:
Was ist der Grund immer wieder nach Alternativen zur bewährten und zigmal erprobten Isolierwolle von Peter Abel zu suchen?!?

Klar spart man irgendwo nen Eurofuffzig, aber was ist bei einem Paketpreis von roundabout 70,00 € komplett mit dem passenden Zement großartig zu teuer, zumal man dann die Gewissheit hat, mit funktionierendem Material arbeiten zu können...

Grüße,
Dom
 

aeglos

Mitglied
@gnilreh und annihilator: eingansgpost gründlich lesen, dann was konstruktives schreiben bitte. Aber ich nehms euch ab und sags hier nochmal. Es geht nicht um den Preis bei Peter. Ich hätte schon längst bei ihm bestellt, wenn nicht der shop anzeigen würde, dass die Wolle nicht auf lager ist.

So und jetzt frage ich, was ist verkehrt daran, wenn sich einer mal mit dem Isoliermaterial beschäftigt. Ich habe ehrliches Interesse daran, die Preisbildung und die damit verbundene Faserqualität zu verstehen. Soll ja auch nicht der letzte Ofen sein, den ich baue.
Ist einfach genauso wie man verstehen will, welche mechanismen Stahl härten, verschleißen usw. Nur leider gibts keinen Keramikschlüssel^^

@Sanjuro: Das hätte ich nicht gedacht. Kann ich mir auch gaaanz schwer vorstellen, dass da beim Druck in den Spindüsen gespart wird, oder bei der Temperatur. Ist ja schließlich doch ein einigermaßen hoch strukturiertes Produkt.
Ich habe eher die Vermutung dass Additive und die Zusammensetzung der Grundstoffe (ZiO, SiO2, Al2O3) diese Effekte mit sich bringen oder eben nicht. Leider weiß ich noch nicht, was mein Benchmark in dieser Beziehung hat.

edit: ach komm ich gebs auf. von meiner seite wird nichts mehr kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:

sanjuro

Mitglied
Keramikfaserwolle: Qualitätsunterschiede

......Kann ich mir auch gaaanz schwer vorstellen, dass da beim Druck in den Spindüsen gespart wird oder bei der Temperatur. Ist ja schließlich doch ein einigermaßen hoch strukturiertes Produkt.
Ich habe eher die Vermutung, dass Additive und die Zusammensetzung der Grundstoffe (ZiO, SiO2, Al2O3) diese Effekte mit sich bringen oder eben nicht......
Na klar, bei der Komposition könnte auch gespart werden. Im Faservlies ist aber nach meiner Kenntnis kein Zirkon, jedenfalls nicht in den Basisqualitäten in 'unserem' Temperaturbereich. Quarz und Alu-Oxid kosten fast nichts, Zusätze wie Chromoxid schon etwas mehr.

Meine Infos stammen aus der HTI-Industrie. Da wurde erwähnt, dass geringste Temperatur- und Druckschwankungen die Qualität des Produkts massiv beeinflussen können. Die Marktführer treiben sehr hohen technischen Aufwand bei der Steuerung der Produktionsprozesse, um 'dicke' Shots zu vermeiden.

Übrigens: Never give up, im Gegenteil!

Gruß

sanjuro
 
Zuletzt bearbeitet:

aeglos

Mitglied
so nach einiger zeit hab ich dann doch noch was zu verkünden ;)
Zitat aus einer Mail:

"Der große Preisunterschied [zwichen Polykristaliner Wolle und Keramikfasermatten] kommt durch den komplett unterschiedlichen Herstellungsprozess der Fasern.
Keramikfasern können aus der Schmelze heraus gezogen werden. Dies ist bei Polykristalliner Wolle (PCW) mit dem hohen Al2O3 Anteil nicht möglich.
Somit werden die PCW aus einem so genannten Sol-Gel Verfahren her gezogen. Diese Technik ist wesentlich aufwendiger und die bei der Fertigung entstandenen Reststücke können nicht wieder in den Produktionsprozess mit aufgenommen werden. Dies ist bei Keramikfasern möglich.

Reine Keramikfasern (ca. 54%SiO2-46%Al2O3) können bis zu einer Maximaltemperatur von 1260°C verwendet werden.
Keramikfasern mit Zusätzen von Zirkonoxid (ca. 54%SiO2-30%Al2O3-16%ZrO2) können bis ca. 1400°C verwendet werden.
Polykristalline Wolle findet ihre Anwendung in Temperaturen von ca. 1600°C. Je nach Aluminiumoxidgehalt (und je nach Produkt) können die Maximaltemperaturen sowie die chemische Beständigkeit erhöht werden.
Prinzipiell geht es also rein um den maximalen Temperatur-Anwendungsbereich.

Polykristalline Fasern haben aufgrund ihres Herstellungsverfahrens keine "Shot" (kleine Kugeln, die beim Verblasen von Keramikfasern entstehen), die die Wärmeleitfähigkeit erhöhen.
Des weiteren haben Polykristalline Fasern den Vorteil nicht in die Kategorie 2 ("Kann Krebs erzeugen") eingestuft sind. Der Grund hierfür liegt wiederum im Herstellungsprozess der Polykristallinen Wolle."

Ich hoffe ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht zu haben.
 

hydrou

Mitglied
Nur als Tipp, da ich da beruflich vorbelastet bin:

Diese Fasern und Wolle sind i.d.R. krebserregend und lungengängig, von daher Mundschutz und lange Kleidung und am besten auch Handschuhe tragen bei der Verarbeitung.