Katana vom Flohmarkt

MJH

Mitglied
Ich habe vor kurzem ein Samuraischwert auf einem Flohmarkt gekauft. Es soll angeblich aus dem 2. WK sein. Die Verkäufer waren Chinesen, das Schwert wurde angebl. bei einem chin. Bauern gefunden und stammt von der jap.Invasionszeit in China.
Woran erkenne ich, ob das Schwert echt ist ? (Was ich bezweifel)
Was wäre es Wert ?
Die Klinge hat eine Seriennummer im eingeätzten Logo.(Ich kann leider kein japanisch)Auf beiden Seiten ist sind Symbole eingeätzt.Die Scheide ist kupferfarben mit Verziehrungen. Was für markante Zeichen oder Formen müsste es für ein echtes Schwert haben ?
 

kanji

Super Moderator
Hi MJH

die Chance das es echt ist ist vielleicht gar nicht so schlecht, dh. aber noch lange nicht das es auch wertvoll ist.
In diesem Zeitraum wurden in JApan Unmengen Schwerter hergestellt, leider kaum gute ;-)
Hab so ein Teil vor Jahren auch mal in Österreich in einem Waffenladen gesehen, war halt eher was für an die Wand.
Der Preis für das Teil damals in Österreich 3500 Schilling (ca. 250 Euro)
 

Armin II

Mitglied
Wie Kanji schon sagte wurden von den Schwertern Unmengen hergestellt. Allerdings gibt es von sämtlichen japanischen WWII Schwertern auch unmengen von Reproduktionen, genauso sind allerdings auch Schwerter im Umlauf, die mit alten, traditionell geschmideten Klingen ausgestattet wurden. mehr Infos zum Thema gibts z.B. unter http://japanesesword.homestead.com/files/military.htm
 

cearbhallain

Mitglied
... bin kein Fachmann für den Weltkriegsschrott, allerdings wurden zur Kennzeichnung meines Wissens nach Prägungen und nicht Ätzungen verwendet. Üblich waren wohl Zahlenkombinationen. Hinweise auf die Klinge kann man erhalten, wenn man sich die Angel (nakago) ansieht - Patina, Verarbeitung etc lassen Rückschlüsse zu.

Vielleicht schaffst Du es mal, so etwas wie ein Foto hierher zu bringen? Möglicherweise kann man dann etwas mehr sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:

sabiji

Mitglied
Hallo,
traditionel hergesstellte Schwerter (Gendaito)tragen definitiv keine Seriennummern. Deine Beschreibung erinnert mich an einem Schwerttyp, wie er damals im jap. besetztem Teil Chinas, der Mandschurei (Manchuko) hergestellt wurde.

Gruß,
Thomas Schirrwitz.
 

micknives

Mitglied
ich denke die wurden auch ordentlich geschmiedet und mit einem
hamon versehen. es war zwar schon eine"massenfertigung" aber doch
in sehr ordentlicher qualität(immerhin offiziers Waffen)ich habe von
einem freund zwei klingen zum reinigen gehabt. die waren völlig
tadellos´,bloß der hamon war einfach wellig.
wenn das stück günstig war ist das völlig ok.


micknives
 

Haudegen

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ich darf mal kurz OT`en,..
sabiji / Thomas, was bitte ist denn Nihonto.
falls du links zu jap. kunst u. geschichte hast, als her damit. aber besser per mail, sonst werden wir geschimpft. ;)

:eek: , ja sorry, hätt ich auch per mail machen können.
 
Zuletzt bearbeitet:

sabiji

Mitglied
Hallo Micknives,
offensichtlich gilt immer noch das vorhandensein einer Hamon bzw. einer Yakiba (gehärtete Schneide) als Gradmesser für die Qualität einer Klinge.
Ich denke, man sollte da etwas differenzieren: einerseits die "Gendais", also absolut traditionel hergestellte Schwerter. Da gab es zur Showa Periode und auch schon davor eine regelrechte Renaissance (z.B. Yasukuni Schrein Schmiede usw.).Die damalige politische Situation begünstigte natürlich das enstehen vieler Werkstätten Aber es gab nur eine Handvoll wirklich handwerklich bedeutender Schmiede.
Da es nachvollziehbar ist, das nicht jeder Offizier mit "guten Klingen" ausgestattet werden konnte (ist natürlich auch ein Kostenfaktor), stellten die Manufakturen Stahlklingen her und versahen diese mit einer Hamon und letztendlich mit einer Schnellpolitur. Als Sahnehäubchen setzte der leitende "Schmied" schwungvoll seinen Namen auf die Angel.
Bekannt sind diese Schwerter als "Showato". Sie tragen Abnahme Stempel des Militärs: Zeichen der Manufakturen, der Showastempel, der Sekistempel und andere.
Vergleichen kann man ein Gendaito und ein Showato nicht, zu groß ist der Unterschied in der Qualität und handwerklichen Ausführung und Herstellungsweise.
Trotzdem erreichen Showato in guter Erhaltung heute noch ordentliche Preise.
Zum Schluß gibt es dann noch die absolut maschinel hergestellten Klingen mit Seriennummer, und ich fürchte, oben beschriebenes fällt in diese Sparte. Aber sicherlich, ohne ordentliches Foto ist alles nur spekulativ.

Hallo Haudegen,

Nihon = Japan, japanisches
To = Schwert
Nihonto, die Bezeichnung für in Japan auf traditionelle Art und Weise hergestellte Schwerter, egal ob alt (Jidaito = Koto, Shinto, Shinshinto also antike Schwerter) oder neu (ab Meiji Periode,also Gendaito, und moderne - Shinsakuto).

Viele Grüße,
Thomas Schirrwitz.
 

micknives

Mitglied
ich bin nicht so bewandert über jap. schwerter aus dieser
periode. aber ich denke das der hamon ein bedeutender punkt
bei der beurteilung einer klinge ist. lässt sich nicht oft
am hamon die periode, schmied etc.. selbst die qualität des
stahls ableiten?

gruß

micknives
 

caerbhallain

Mitglied
Daß man aus dem Hamon (Ha = Schneide; Mon = Muster, Wappen) Hinweise auf die Periode oder auch dem Hersteller erhalten kann, ist richtig, zur Qualität des Stahls dürfte der Hamon nichts sagen, weil die Art der Linienführung doch nur davon abhängt, welches Muster der Klingenschmied in den Ton 'gemalt' hat, den er zum Abdecken der klinge vor dem Härten benutzte.
 

sabiji

Mitglied
Hallo,
ein bombastischer Hamon sagt nicht viel über die Qualität einer Klinge aus. Natürlich ist die Yakiba und die Hamon das augenscheinlichste und ästhetischte Merkmal auf der Klinge, aber nur ein Punkt, welcher in der Bewertung berücksichtigt wird. So lassen auf alle Fälle martensitische Erscheinungen (wie die Hamon nun einmal eine ist)auch Rückschlüsse auf die Stahlqualität schließen. Einige dieser Aktivitäten können vom Schmied nicht direkt erzeugt werden und sind Ergebnis des unterschiedlichen Kohlenstoffgehaltes in den Stahllagen.Eine aus einer Stahlsorte "zusammengepappte" Klinge wird kaum sollch eine Hamon erhalten, wie ein aus verschiedenen Stahlsorten verschmiedet und verschweißtes Schwert. Dabei spielt das gezeichnete Muster der Hamon überhaupt keine Rolle.
So entscheiden zumindestens die "inneren Werte" einer Hamon über deren Qualität, wie etwa die Brillanz und Erscheinung des Nie und Nioi und deren Aktivitäten.

Gruß,
Thomas Schirrwitz.
 

caerbhallain

Mitglied
... ob Du diese ganzen Merkmale abner auch erkennen kannst, darüber entscheidet die Qualität der Politur. Fazit: Hamon taugt nicht zur Bestimmung der Qualität des Stahls.
 

sabiji

Mitglied
Bei allen Respekt, aber das verstehe ich jetzt nicht.
(Davon abgesehen haben wir uns mächtig vom eigentlichem Thema des Threads entfernt, wäre einen eigenen Thread wert!)

Solange ich eine Hamon erkennen kann, werde ich in Grundzügen Rückschlüsse auf die Qualität ziehen können es sei denn, die Klinge sieht aus wie die Angel...

Es wäre fatal, etwas zu kaufen, von dem man nicht annähernd weiß, was daraus nach einer Politur wird.

Natürlich - durch den Materialverlust einer Politur, jeh nach Zustand der Klinge, können Ermüdungen in dem Jihada und der Hamon auftreten.

Und noch etwas: bei einigen Polituren, wie sie scheinbar gerne in den USA Freunde findet, sind die Klingen dermaßen auf Hochglanz poliert und die Hada so zugequetscht, das man tatsächlich wenig sieht.

Thomas Schirrwitz