Kaltgeschmiedet?

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taunide

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Hallo Forum,

das gehört zwar nicht so ganz zum Thema Messer, aber hat mit Schmieden zu tun. Ich hoffe, jemand antwortet mir auf diese zugegeben etwas blöde Frage...

Bei einem bekannten Discounter gibt es demnächst eine "Kaltgeschmiedete Pfanne" im Möchtegern-Western-Style. Natürlich für deutlich weniger Geld als man für eine "Richtig" geschmiedete hinlegen müsste.

Kann mir jemand die Qualitätsunterschiede zwischen kalt- und warmgeschmiedet an der Stelle erklären ? Verformen tut ja beides, große Strukturunterschiede sollte es auch nicht geben, oder ?

Danke !

taunide
 

Schlosser

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AW: Kaltgeschmiedet ??

Kalt schmieden ist eigentlich nicht ganz korrekt, auch wenn sich dieser Begriff für bestimmte Formen der Kaltverformung von Stahl eingebürgert hat.
Der Stahl wird beim Kaltschmieden nicht in Ofen oder Esse erwärmt. Wenn hier Wärme im Spiel ist, dann nur durch die Verformungsleistung.
Eine solcherart hergestellte Pfanne kann unter einer Presse im Gesenk aus einem Stück Blech geschlagen werden (evtl. gleichzeitig gestanzt).
„Strukturunterschiede“ im Stahl gibt es sehr wohl. Alle Gefügeveränderungen, die erwärmter und abkühlender Stahl durchmacht, werden beim Kaltschmieden kaum tangiert. Großer Vorteil: Es gibt bei dieser Verarbeitungsweise keine Verzunderung der Oberfläche. Was aus der Maschine fällt, kann so verkauft werden.

Billiger als handgeschmiedete Pfannen? Ist wohl durch den Herstellungsprozeß ausreichend erklärt.
Qualitätsunterschiede? Wenn man in einer Pfanne etwas braten möchte, muß man sie nicht zwangsläufig Wärmebehandeln.

Ist die Pfanne auf kaltem Wege richtig hergestellt, wird sich der Verzug beim Erwärmen in Grenzen halten und diese Pfanne für das Rührei/das Steak genau so gut geeignet sein wie eine warm freiformgeschmiedete (Schwarzbrennen oder andere Oberflächenbehandlungen 'mal außen vor gelassen).
 

Holgi

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Guude!

Wir haben uns letztes Jahr, ich glaube bei Aldi, so eine "kaltgeschmiedete" Pfanne gekauft. Sogar von einem deutschen Hersteller. Der Stiel ist zwar angenietet, aber das macht nichts. Ich habe gedacht, für den Preis kann man das mal probieren. Wir haben nämlich noch eine uralte, "richtig" geschmiedete Pfanne.

Die Pfannen werden als Ronde ausgestanzt und in einem Preßwerkzeug in Form gebracht. Die Kreuzrillen werden dabei gleich mit eingebracht.

Wir haben sie nach Anleitung eingebraten, einwandfrei. Man kann damit echt super braten, egal ob auf der Küchenhexe oder auf dem Ceranfeld.
Der Pfannenboden ist bisher auch plan geblieben. Ich meine, sie hat so ca. 30 Euro gekostet.


Gruß aus Mittelhessen,

Holger
 
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