J. Eichel Solingen - Henkel Werbemesser

Khayman

Mitglied
Hallo Allerseits,

ich habe vor paar Wochen ein „Werbemesser“ erstanden, das ich irgendwie witzig fand, da ich so was in der Art vorher noch nicht gesehen hatte …

Das Messer ist zusammengeklappt 90mm, hat eine Klinge von 65mm incl. dem Flaschenöffner (Klinge 45mm), genietete Blechschalen mit Hammerschlaglack, intergrierter 7mm Innenvierkant, und hat einen 7mm starken Nagelzieher(?). Sehr stammer Slipjoint!
Die Werbeprägung ist auf der einen Seite „Henkel“, und auf der anderen Seite „Prela-Krepp“
Die Klinge ist auf der einen Seite mit Bau-M. (vermutlich für einen Baumarkt?) und auf der anderen Seite mit J. Eichel Solingen beschriftet.
Das Messer scheint ziemlich unbenutzt, ist aber auch sehr stumpf …
Ich vermute, dass das Messer als Tapezierhilfe gedacht war!? Mit dem Nagelzieher habe ich so meine Probleme, ich finde ihn an der Stelle ziemlich unnütz, aber eine andere Funktion kann ich dem Seitenteil nicht zuordnen.

Hat von Euch jemand Infos zu einem Solinger Messermacher J.Eichel oder Infos zu diesem, in meinen Augen, schönen kleinen Messer?

Ich freue mich auf Eure Antworten

Gruß Khayman
 

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WeißAuchNet

Premium Mitglied
Henkel hat die Wortmarke "Prela" 1968 angemeldet, als Wort-Bildmarke 1969.
Es gab in Solingen eine Josef Eichel, Stahlwarenfabrik, die sich laut Anthony Carter auf Klappmesser spezialisiert hat. Das Unternehmen existierte laut Handelsregister vom 16.04.1930 bis zum 07.03.1977.
Ob es sich bei J. Eichel tatsächlich um Josef Eichel handelt kann ich dir allerdings nicht sagen.

Claus
 

Khayman

Mitglied
danke Claus für die Infos, Prima!:super:

Sollte es sich tatsächlich bei J. Eichel um die Josef Eichel Stahlwarenfabrik handeln, was ja irgendwie Nahe läge, könnte man das Messer also zwischen 1968 und 1977 datieren.
Vielleicht sollte sich mein Augenmerk ja auch mal auf alte Henkelkataloge aus den 70ern richten, vielleicht war es ja gar kein Werbemesser, sondern als irgendein hilfsreiches Utensil, spich Messer mit Nagelzieher, direkt in deren Verkaufsprogramm!?

Gruß Khayman
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Khayman
bei diesem Messer handelt es sich in der Tat um ein Messer aus der Firma Josef Eichel, aus Solingen. Josef Eichel war mein Großvater. Dieses Taschenmesser war ein Werbemesser für die Firma Henkel und richtete sich an Maler und Lackierer. Es gab dieses Messer noch in anderen Farben und mit anderen Beschriftungen. Aber immer für Henkel.
Die Klinge ließ sich durch die geschliffene Kerbe ebenfalls als Kabelmesser benutzen. Und der Vierkantbolzen ließ sich vorne dazu benutzen, um den Deckel von Farbdosen aufzuhebeln. Nicht zum ziehen von Nägeln gedacht. Mit der Kerbe, von der du dachtest, man könnte Nägel damit ziehen, kann man das Ende eines Kabels abisolieren.
Und fehlte auf dem Bau bei einer Tür die Türklinke, so ließ sich der Vierkantbolzen in die Tür stecken und so die Tür öffnen. Steckte aber in der Tür schon ein Bolzen, so steckte man einfach das Messer mit der Vierkantbohrung auf den Bolzen und umfunktionierte das Messer als Türklinke.
Das sind alle Funktionen dieses Baumessers, daher auch die Prägung Bau M. .
Es freut mich, dass Messer meines Großvaters immer noch Interesse wecken. Wünsche dir viel Vergnügen mit diesem tollen Messer.
viele Grüße
der springende Löwe
 

Khayman

Mitglied
@springender Löwe,

wow, ich bin beeindruckt :super:!

Vielen Dank für diese aufschlussreiche Erklärung. Ja, jetzt wo Du es sagst ... zum abisolieren taugt die Kerbe sicherlich echt gut:ahaa:.
Ein gut durchdachtes Messer.
Weißt Du in etwa, wie lange Dein Großvater dieses Messer produziert hat?

Mein Messer ist ja in ziemlichen Neuzustand ... ich werde es in Ehren halten und es wird sicherlich noch lange in diesem guten Zustand sein!

Gruß Khayman
 

cut

Premium Mitglied
... eine Josef Eichel, Stahlwarenfabrik, die sich laut Anthony Carter auf Klappmesser spezialisiert hat. Das Unternehmen existierte laut Handelsregister vom 16.04.1930 bis zum 07.03.1977. ...
Claus

Anthony Carters Veröffentlichung über deutsche Messer- und Blankwaffenhersteller ist zumindest bei diesem Hersteller in einigen Details unvollständig.
Die Stahlwarenfabrik Josef Eichel bestand bereits vor 1930 (vielleicht kann "springender Löwe" genauere Hinweise geben) und warb in den 1950er Jahren mit einem eigenen Markenzeichen:

1954JosefEichel.jpg
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Grüße
cut