indischer Damasttanto

kanji

Super Moderator
Hi,

bin seit heute Besitzer eines inischen Damasttantos.
Das Messer sah ich in meinem Urlaub, in einem kleinen Messerladen (Messer Wohlgenannt, sher zu empfehlen, viele Customs von J. Königshofer) in Dornbirn.

Dazu gibt es eine kleine Geschichte:
Dieser Tanto war bei Lieferung von so schlechter Qualität, dass sich der Besitzer des Ladens sich dazu entschloss dass Messer zu Jürgen Königshofer zum überarbeiten zu schicken.
Dieser entfernte zunächst die Horngriffschalen, überarbeitete und härtete die Klinge neu.
Also ein Indischer Damast-Königshofer Tanto ;-).


Letzte Woche hab ich mich dann dazu durchgerungen diesem Laden ne email zu schicken und mir das Messer zu bestellen.
(Nochmal Lob an Gerhard Wohlgenannt, hat alles super geklappt)

Die Griffwicklung bestand aus hellgrüner Schnur an der der Zahn der Zeit jedoch schon etwas genagt hatte. diese wurde von mir durch eine schwarze Nylonschnur ersetzt.

tantod1.jpg


weitere Bilder auf Kanjis-Web
 

Musashi

Mitglied
Dieser Tanto repräsentiert das, was mich an japanischen Klingenformen fasziniert. Eine klare schnörkellose Linie, bei der nichts vom Wesentlichen ablenkt.

Oder kurz gesagt: Boaaahhh.:staaun: Wunderschön!

*Neid*

Gruss
Andreas
 

freagle

Mitglied
@Kanji

Das glaub ich dass du da nicht wiederstehn konntest, sieht wirklich gut aus, mit einer traditionell aussehenden Wicklung plus Rochenhaut würds bestimmt noch besser kommen, ich hab das irgendwo eine Seite gespeichert wo diese Wicklungen genau beschrieben werden, such ich dir mal raus wenn du Interesse hast.

freagle
 

AchimW

Mitglied
Na...

....der Raimund, immer präsent um Anderen in die Suppe zu spucken! :irre:

Aber Recht hat er. Das Messer ist wirklich schön, aber ungefähr so japanisch wie Weißwurst. Musashi, informier Dich mal über klassische japanische Blankwaffen. Da wirste Dich wundern!! Zitat: "Eine klare schnörkellose Linie, bei der nichts vom Wesentlichen ablenkt." Kann ich nicht so sehen. Die Klingenformen sind bei genauer (dreidimensionaler) Betrachtung erstens extrem vielfältig und zweitens alles Andere als simpel und schnörkellos. Letzteres vor allem dann nicht, wenn man Dinge wie die verschiedenen möglichen Hamon, die zum Teil extrem verspielten und aufwendigen Griff- und Scheidenmontierungen, die möglichen komplexen Klingenaufbauten und viele viele andere Dinge mit ins Kalkül zieht.

Ein frühmittelalterliches Skramasax, das würde ich schnörkellos und von klarer Linie nennen.

Achim
 

Musashi

Mitglied
Okay, erwischt.

Puristen mögen jetzt aufstöhnen und mit ihrer Stirn die Schreibtischplatte malträtieren, aber ich vermag einfach nicht die Ausgangsform zu übersehen. Der amerikanische Tanto stellt für mich lediglich eine Variation des Themas dar.

(Wie gesagt: Puristen-Alarm):fack:

Davon ausgehend ist dieser Tanto in seiner Form für mich einfach schön, von klassisch habe ich ja nichts gesagt. Meine Betrachtungen sind einfach nicht so tiefgängig, aber eben dennoch meine Meinung dazu. Dass er nicht "echt" japanisch ist, steht ja deutlich in der Beschreibung von Kanji.

Achim, du hast natürlich recht. Da habe ich dich wohl in einem Spezialgebiet erwischt. Die Möglichkeiten, dieses Thema zu betrachten sind sehr vielfältig und nicht so simpel, wie ich es dargestellt habe.

Raimund, was macht einen Ami-Tanto eigentlich nutzlos? (Ist das ästhetisch oder praktisch gemeint?)

Gruss
Andreas
 

kanji

Super Moderator
ok klassisch ist es nicht,

weiss ich auch,

wie dass Teil im Urzustand aussah weiss ich auch nicht, das ist halt das was J. Königshofer anschliessend draus gemacht hat.
scheint auch relat. hoch gehärtet zu sein
 

Ookami

Mitglied
ich mag es auch

finde die tantoform ga nicht sooooo unpraktisch, wenn die ecke nicht allzu eckig ist, wie etwa beim bob lum folder oder dem neuen tanto. ist dann zwar eher eine rückenspitzeklinge, aber ich will hier keine haare spalten.

ookami
 

Ookami

Mitglied
was ich nicht mag

emerson stil mit scheißelgrind und so eine art clip point ableger:ack:

wenn dann rückenspitz, mit oder ohne ecke und möglichst noch ein klingen velauf mit einer leichten krümmung zum messerrücken hin.

ich weiß, das historische modelle anders aussahen, aber ich mag auch die moderne version, bis auf genannte einschränkung.

ookami
 

fshamburg

Premium Mitglied
Was ich mag

Also, ich mag diese "eckige" Spitze beim Bob Lum Folder. Einfach das Gefühl: Wenn man mal ein Autoblech durchstoßen muss. Ich hab noch nie ein Autoblech durchstoßen. Aber wenn man mal ... Eben einfach ein gutes Gefühl.
 

Tierlieb

Mitglied
Also halten wir mal fest: Japanisch isses nicht.
Ich finds hübsch, weil es dennoch schlicht wirkt und weil der stil eben "gemein" wirkt.

Einzige Frage: Weiß einer von Euch, wie ein japanischer Panzerstecher (Yoroi doshi) aussah?
Passende Bilder habe bisher nur in Verkaufsangeboten gefunden, denen traue ich nicht... aber ich denke, zu so einem Benutzungszweck würde die amerikanische Spitze passen (und das trotzdem eine Schneidklinge dran bleibt, paßt zum japanischen Magel an Kreativität bei der Waffenentwicklung).

MfG, Tierlieb
 

Floppi

Mitglied
Original geschrieben von Tierlieb
Einzige Frage: Weiß einer von Euch, wie ein japanischer Panzerstecher (Yoroi doshi) aussah?

Ich kann Dir verraten, wie ein europäischer Panzerstecher (z.B. ein Tuck) aussah. Und der hatte keine American-Tanto-Spitze. :fack:
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Und der japanische Panzerstecher hatte auch nicht diese Spitze, sondern sah fast wie die normale Tantoform mit etwas länger ausgezogener Spitze aus, war nur enorm dick, so ca. 10 bis 12mm. War in Solingen in der Ausstellung zu sehen.
Hatten ja auch Leder- und Wattepanzerungen zu durchstechen, da ist eine Schneide schon von Vorteil.