Ich hab das Rezept zum [Damast] Färben

Wolfgang Dell

Mitglied
Hallo an all jene die es interessiert, ich habe von Francesco Pachi das folgende Rezept zum färben von damast erhalten. Es stammt von Kaj Embretsen und Stephen Schwarzer.

3,8 L Wasser
1850 gr CAUSTIC SODA
483 gr SODIUM NITRATE (Natrium nitricum)
115 gr SODIUM NITRITE (Natrium nitrosum)

Trockene Anteile zuerst vermischen, dann vorsichtig Wasser dazugeben!!
Kochen bei 140° Celsius. Vorgang dauert etwa 20 Minuten. Nach dem Vorgang mit Seifenwasser reinigen. Es sollte konstant die Farbe geprüft werden.

Wundert mich eigentlich, daß unsere im Forum stark vertretene Schmiede Gilde das Rezept nicht kannte? Es kommen dann solche Farben zu Tage wie sie ChrisInzwischen weis ich, daß auch die Uhrenindustrie früher die Schrauebn so "gebläut" hat. Das sind die Farben wie sie Chris Reeve, Devin Thomas, Francesco Pachi und andere verwenden, nur geil!
Wolfgang
 

Armin II

Mitglied
Schon gefunden, caustic soda ist Natriumhydroxid (NaOH), also auf Deutsch:

3.8 l Wasser
1850 gr. Natriomhydroxid NaOH
115 gr. Natriumnitrit NaNO2
483 gr. Natriumnitrat NaNO3

Beim Ansetzen dürfte sich die Mischung wahrscheinlich schon durch die chemische Reaktion ziemlich erwärmen. Siedepunkte für Natronlauge (Natriumhydroxidlösung) sind abhängig von der Konzentration und können bis im Bereich von 200°C liegen.

Natronlauge ist ätzend, und Laugenverätzungen sind einiges schwerwiegender als Verätzungen mit Säuren, also Schutzkleidung tragen.

Hast natürlich Recht gehabt, Helmut, Ohne N kein Nitrat .
:confused: :confused:

[ 15-02-2001: Beitrag editiert von: Armin II ]
 

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Vogel75

Premium Mitglied
Hi Wolfgang,

wie war´s in Lugano? Gut besucht? Ich hoffe Du hast trotzdem Zeit gehabt, ein paar Bilder zu "digitalisieren" und natürlich auch nebenher noch was zu verkaufen. Ich denke wir sind alle gespannt auf einen kleinen Messebericht.

Sascha :rolleyes:
 

judge

Mitglied
:) Natriumtrioxid, chemisch höchst interessant.
Natriumhydroxid (in fester Form sind das normalerweise linsenförmige Plätzchen) ergibt in H2O gelöst Natronlauge, und bei der Menge sehr konzentrierte. Bei 140 Grad C ist das nicht ungefährlich. Hat jemand schon mal nen Siedeverzug mit konzentrierter Lauge erlebt? Unbedingt ZUMINDEST Schutzbrillen verwenden und in der Nähe einer Wasserleitung arbeiten, um Laugenverätzungen schnell durch Spülen mit Wasser behandeln zu können. Nur so als kleiner Sicherheitstip.
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Hallo, es fehlen keine "n", hab das so von Pachi übernommen und er hat es von Kaj Embretsen. Hört sich ja alles sehr gefährlich an, ich bin schon ein wenig verunsichert. Sollte vor der schönheit so viel gefahr liegen?? Ich bin mal gespannt wo ich das zeug überhaupt herbekomme, Pachi hatte in Italien schwierigkeiten, da irgendwas verboten war!
Lugano war klasse, berichtchen ist schon geschrieben, ich muß nur noch wissen wie ich mehr als ein bild verschicke (Rai hilft sicher), dann kommt alles auf einen schlag.
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

ich habe nicht deine sprachliche Bezeichnung der Substanzen gemeint, sondern die Formelbeschreibung.
Soweit ich mich erinnere, ist Stickstoff in allen Verbindungen, die ...nitrit oder ...nitrat heißen. Da N für Stickstoff steht, müßte dieses N meiner Meinung nach in den chemischen Formeln von Armin vorkommen.

Gruß Helmut

[ 15-02-2001: Beitrag editiert von: Helmut Warmann ]
 

Claymore

Mitglied
Hallo wolfgang,

frag mal Armin II, der müßte eine Adresse haben.
Das Zeug solltest du normaleweise auch in einer Apotheke bekommen, es muß wahrscheinlich bestellt werden, ist aber innerhalb eines Tages verfügbar.
die Preise sind dann allerdings wie aus der Apotheke :D :D
Ich habe mal Borax in der Apotheke bestellt weil ich es schnell brauchte.
Ich habe es auch innerhalb weniger Stunden bekommen, teurer zwar, aber ich hatte es.
Dabei hab ich dann erfahren, das Borax früher mal ( heut nicht mehr ) zum Ansetzen von Lösungen zum behandeln von augenentzündungen genommen wurde ( Augenspülung )
:eek:

Ich nehms dann aber doch lieber zum Schmieden.


Peter
 

HankEr

Super Moderator
Wenn man es nicht gerade tonnenweise braucht, sollte man in D eigentlich alles aus de Apotheke bekommen --- zumindest wenn man nicht wie ein Bombenbauer aussieht ;).
 

Armin II

Mitglied
Chemikalien gibts bei Merck eurolab,
Fax 01805 / 70 22 22

Natriumnitratat
Best.-Nr. 1.06535.1000, DM 37,60/Kg

Natriumnitrit
1.06544.1000, DM 39 / Kg

Natrimhydroxid
1.06462.1000, DM 25 / Kg

Wie bereits erwähnt ist der Siedepunkt abhängig von der NaOH Konzentration und liegt bei bis 200 °C (bei 340 g NaOH
auf 100 g H2O). Bei der angegebenen Konzentration von 490g /L liegt der Siedepunkt bei ca 130°C

Über die Temperatur kann die Farbe gesteuert werden, Temperaturen unter 180°C ergeben blaue und blauschwarze Färbungen, darüber erhält man Braunfärbung. Wie gesagt sollte unbedingt Schutzkleidung getragen und auf ausreichende Belüftung geachtet werden. Ich kann mir in meiner Werkstatt schöneres vorstellen als einen Bottich mit Natronlauge, die da bei 150°C vor sich hinsiedet :D

[ 15-02-2001: Beitrag editiert von: Armin II ]
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Hallo Armin, du König des Nebelreiches. Deine Tipps sind sehr gut, danke.
Das mit der Apotheke stimmt, Schwefelsäure der Liter DM 19,80, neulich über nen Freund der Liter .-90!!!!! Allerdings nicht rein, aber was solls.
Ich werde das sicher nicht morgen testen, hab nämlich einen höllen Respekt vor Pulver und Säuren (Laugen).
Also bis dann
Wolfgang
 

judge

Mitglied
Nochmal zur Chemie: Natürlich muß es NaNO3 bzw. NaNO2 heißen.
Der Preis der Chemikalien hängt hauptsächlich von der Reinheit ab. In der Apotheke werden sie dir wahrscheinlich Chemikalien nach Arzneibuch verkaufen, die sind halt sehr rein, und entsprechend ist der Preis.
Auch im Chemikalienhandel gibt´s natürlich Unterschiede. Wenn du alles in Analysequalität kaufst, wird´s teuer. Für "Heimwerkerzwecke" sollte technische Qualität reichen, da schwimmt halt noch ein bißchen Mist drin herum, dafür kostet´s weniger.
"Verboten" solte da gar nichts sein, ist ja nur Natronlauge und Natriumnitrit bzw. -nitrat. Kann sein, daß jemand bei Ammoniumnitrat nachfragen würde, aber das gibt´s sackweise als Stickstoffdünger. Peinlicher wird´s, wenn man Schwefelsäure gemeinsam mit Salpetersäure einkaufen will, da werden die meisten Verkäufer hellhörig. Theoretisch könnte Natriumnitrat bzw. -nitrit für Nitrierungen verwendet werden, um Explosivstoffe zu kochen, aber das wird üblicherweise anders gemacht.
Wenn irgend ein Verkäufer Streß macht, reicht eine einfache Erklärung, wozu man´s braucht, meistens aus. Im Notfall kann man immer noch sagen, man ist Bäcker, und E524 (Natronlauge für Laugengebäck) kaufen sowie E250 (Natriumnitrit - Nitritpökelsalz) und E252 (Natriumnitrat - Nitratpökelsalz), weil man ja schließlich zuhause am Bauernhof selbst räuchert und pökelt ;) Natriumhydroxidplätzchen gibt´s auch als ordinären Toilettenreiniger.
Wegen der Sicherheit sollte man keine Panik bekommen, cool bleiben verhindert die meisten Unfälle. Wirklich wichtig ist Augen- bzw. besser Vollgesichtsschutz (faceshield, Schweissermaske mit klaren Gläsern etc), und gute Belüftung (Laugen-/Säuredämpfe keinesfalls einatmen, außerdem würden sie in einer Werkstatt auf Dauer Metalle angreifen -bei einem Messermacher vermutlich schlecht). Ich hatte ein Opinel (nicht rostfrei) mal ein halbes Jahr in einem Labor liegen, am Ende hab ich´s nicht mal mehr aufgebracht, weil es so stark verrostet war. Bei Laugen- und Säureunfällen ist verdünnen, sprich Lauge/Säure ausgiebig mit Wasser abspülen, die beste Erstversorgung. Benetzte Klamotten sofort ausziehen bzw. runterschneiden. Eine Dusche oder einen Wasserschlauch in der Nähe zu haben hilft natürlich. Besonders Paranoide können sich natürlich Laugenresistente Einwegschutzanzüge, Stiefel und Handschuhe besorgen, aber das wäre in den meisten Fällen wohl Overkill.
Neben Merck ist Sigma-Aldrich www.sigma-aldrich.com (keine Ahnung ob die eine deutsche Webseite haben) eine gute Adresse für Chemikalien und Laborausrüstung, z.B. auch sicherheitsrelevantes Zeug.
Viel Spaß beim Färben wünsche ich!
 

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Armin II

Mitglied
Einwegschutzanzug mag vielleicht "Overkill" sein, aber ne Gummischürze und Handschuhe sind durchaus zu empfehlen und ersparen einem doch das eine oder andere Loch in den KLamotten oder der eigenen Haut. :eek:, ich sprech da aus eigenen Erfahrungen...

[ 16-02-2001: Beitrag editiert von: Armin II ]
 

roman

MF Ehrenmitglied
Stellt das rezept doch mal in die datenbank, da fällt mir ein ich hab da schon mal was von einem büchlein zum thema metallfärben gehört. ihr solltet mal beim hephaitos nachfragen.
 

judge

Mitglied
Da muß ich ArminII recht geben, Handschuhe schaden nicht, solange sie nicht mechanisch störend oder nicht laugenfest sind. Schürze ist auch praktikabel. Das "Overkill" bezog sich auf ein komplettes Marsmännchen-Outfit.
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Hi Haudegen und all die anderen, auch danke!
Jaaa, genau darum geht es, ist doch geil oder? Wundert mich, daß sowas immer erst von amiland kommen muß. Ich bin ja kein stahlmensch und kein schmied, aber mir scheint die amerikaner sind in dieser hinsicht etwas experimentierfreudiger. Trifft auch für mosaikdamaste für bolster zu. Also Andreas Schweikert ist schon am rumexperimentieren, er hat die chemikalien schon parat. Also demnächst kommt ein folder und der hat hoffentlich auch so schöne farben.
Tschau Wolfgang