Hurra der Nickolaus und das Buch sind da

luftauge

Mitglied
Du Unglücklicher :glgl: ,

Jetzt hast Du so ein Klasse-Buch rausgebracht, und kannst selbst noch nicht darin lesen, das nennt man wohl Künstlerpech :D

Ich bin jetzt auf S.113 angelangt und restlos begeistert, nicht nur vom Geschriebenen, auch vom Buch selbst, sehr robustes Papier, sehr stabil, als wäre es direkt für die Werkstatt gemacht ;)

Im Gegensatz zum Vorwort bin der Meinung, dass sich das Buch sehr leicht lesen lässt, allerdings fällt es mit einigen wenigen Grund- oder Vorkenntnissen bestimmt auch leichter.
Sehr angenehm fiel ebenfalls auf, dass bisher alles unter Weglassung von Formeln oder "geheimnisvollen" Diagrammen um-/beschrieben ist, auch hast Du Dir viel Mühe gemacht, "werkbankmässig" zu erklären, d.h. ohne wissenschaftliche Fachbegriffe.
Das würde auch eine technisch uninteressierte Hausfrau verstehen können, die Messer nur kauft oder benutzt.

Ist bestimmt nicht ganz einfach für einen Wissenschaftler, seine Kenntnisse unwissenschaftlich rüberzubringen, ist Dir IMO aber sehr gut gelungen.
Meine Frage vor einigen Wochen wegen der Härtetemperaturen ist schon fast beantwortet :D

Nur ein Wermutsströpfelchen:
Wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, dürfte man eigentlich keine Begriffe, wie "ausscharten" mehr benutzen, da Ausschartungen im Sinne des Buches Andere sind, als die Umgangssprachlichen, da muss man sich dann wohl doch etwas umstellen ;) :D - aber das dürfte leicht fallen.

Superbuch, das Warten hat sich gelohnt :super:

Gruß Andreas
 

HankEr

Super Moderator
auch vom Buch selbst, sehr robustes Papier, sehr stabil, als wäre es direkt für die Werkstatt gemacht ;)
Da sind wir aber absolut konträrer Meinung. Ich finde die Bindung absolut Sch...., da sollte der Wieland Verlag wohl mal einen Praktikanten zu O'Reilly entsenden ...
 

luftauge

Mitglied
OK,
Die Bindung ist nicht das Gelbe, aber im Vergleich zu anderen Verlagen/Büchern mit Thema Messer ist es IMO schon ein sehr stabiles Papier ;)

Gruß Andreas
 

C. Raiber

Mitglied
Ein Super Buch :super:
Die Kennfelddatenblätter find ich, gerade für mich als Laie, sehr gut. Es hätten ruhig noch ein paar mehr sein können. @ Roman, gibts da vielleicht noch unveröffentlichtes Material?

Bin mal gespannt auf die Diskussionen die da kommen werden. Aus der Fraktion hochlegierte, rostbeständige, PM Superstähle müßten doch einige Stimmen laut werden.

Die Ausführungen über's Schmieden und die Wärmebehandlung haben mir gar nicht gefallen. Ich hab gerade erst mit dem Schmieden begonnen und weiß jetzt das ich so ziemlich alles falsch gemacht habe was man falsch machen kann.:argw: Vorher war ich zwar dümmer aber glücklicher:confused: :glgl:

Gruß Christoph
 

luftauge

Mitglied
Nun,
zum Thema Schmieden hatte ich eigentlich gar keine ausführlichen Erläuterungen erwartet - war von Roman bestimmt auch nicht so gedacht, es ging halt um die technologische schwerpunktmässige Betrachtung der Stähle und deren Auswahl, bzw. die Möglichkeiten der gezielten Optimierung durch Geometrie und Wärmebehandlung.

Aber auf die Stahldiskussionen bin ich auch schon sehr gespannt, vor allem wegen freagles Thread zum ausgescharteten Jagdmesser, da wollte ich mir die Bemerkung "...schau mal in Roman's Buch..." verkneifen :D

Ich habe auch schon verzweifelt nach Büchern mit Schwerpunkt Schmiedetechnik gesucht, und dabei festgestellt, dass man sich zu dem Thema die Infos leider aus vielen verschiedenen Quellen zusammensuchen muss :( - das Schmiedehandwerk ist leider so gut wie ausgestorben und die alten Meister sind sehr zurückhaltend, was den Informationsfluss betrifft.

Einige Kurzinfos im Thread Harvard Bergland - Messerschmieden.

Gruß Andreas
 
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Camig

Mitglied
Jetzt hab´ich´s auch(schon gelesen).

Vielleicht lag es an mir, aber je länger ich gelesen habe, desto schwieriger wurde es zu verstehen - entweder wegen der schon weit fortgeschrittenen Uhrzeit oder weil halt die schwierigen Dinge hinten im Buch stehen.

Sinngemäß meint Roman, daß die Qualität einer Schneide zu je einem 1/3
von Stahlauswahl, Wärmebehandlung und Schneidengeometrie bestimmt wird. Jeweils auf zweckgebunden optimiert und aufeinander abgestimt.
Die ersten beiden Punkte sind in extenso erläutert worden, aber wie man nun den optimal ausgesuchten und perfekt wärmebehandelten Stahl mit einer feinen Schneide im µ-Bereich versieht wurde leider nicht erklärt.
Damit fehlt leider ein wichtiger Teil - schade, aber vielleicht gibt es ja demnächst eine Fortsetzung....
 

roman

MF Ehrenmitglied
@caming
Die Zielsetzung des Buches beinhaltet das nicht. Das Bedürfnis danach war mir schon klar. Es ist ein Sonderthema das auf der einen Seite richtigerweise eine theoretische Grundlage braucht, aber vorallem von dem machen lebt, daher setze ich hier auf Schärfseminare.


Herbert hat zum Thema schärfen und dem was in meinem Buch steht eine wunderschöne Untersuchung gemacht, und damit die untersuchungen von Stüdemann, usw. bestätigt, da freu ich mich schon drauf, das zu sehen.
Cold Steel vs. Busse....;-))) gell herbert

@C. Raiber
zum Thema Kennfelddatenblätter: Richtig geschätz. Herr Wieland und ich beraten uns derzeit wie wir das gestalten werden.

Interessant wirds dann, wenn du mal hergehst und selbst eins ausfüllst auf dem Stand eines Neugirigen auf dem Du dich heute befindest.
Und Dir gelegendlich überlegst, ob das noch so stimmt von Zeit zu Zeit, dann kann man sehr schön den Fortschritt in der Entwicklung des eigenen Wissens über die Zeit feststellen.

Grüße roman
 

freagle

Mitglied
Ich hab das Buch jetzt auch schon zur Hälfte durch und mir gefällt es sehr gut. Eigentlich genau das was ich erwartet habe, super verständlich geschrieben find ich.

@Luftauge die Bemerkung hätt ich dir auch voll übel genommen;)

Was solche Stähle wie z.B. 2842 und von Claymore gehärtet leisten können ist mir auch nicht entgangen, leider wollen die meisten Leute die sogn. Hightechstähle in "rostfrei" da kann man beraten wie man will.

freagle

Freagles Messer
 

luftauge

Mitglied
@ Freagle:

Wie Du weist, habe ich keine Zweifel an Deinen Messern -
Das unbekannte Nutzerverhalten betont Roman schließlich auch als einen erheblichen Punkt.

Gruß Andreas
 
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dirty-harry

Mitglied
Kann mir einer eine Bezugsquelle von Romans Buch in Österreich nennen?
Da ich keine Kreditkarte habe ist ein Bezug über den Wieland Verlag
für mich leider nicht möglich.

harry
 

xtorsten

Premium Mitglied
@dirty-harry:
ist auch über wolf borger erhältlich. der ist zwar nicht in Ö., versendet aber wohl auch dorthin, falls es keine andere möglichkeit für dich gibt.
gruß,
xtorsten
 

pitter

Forumsbetreiber
Teammitglied
Original geschrieben von freagle
Was solche Stähle wie z.B. 2842 und von Claymore gehärtet leisten können ist mir auch nicht entgangen, leider wollen die meisten Leute die sogn. Hightechstähle in "rostfrei" da kann man beraten wie man will.

Das ist ja auch ok so. Wenn du jemanden auf rostfrei trimmen musst, hast du nur Ärger hinterher, weils eben doch nicht so problemlos ist, damit umzugehen und weils nicht zur Handhabung passt.

Ich hab auch kein Problem mit rosträgen Stähle, da kann mir Roman erzählen was er will und auch nicht nachdem ich das Buch gelesen habe ;) Was mir aber besonders an dem Buch gefällt, ist, dass den ganzen hochlegierten Stählen von CPM letztlich bis Supracor ;) der Nimbus des Superduperalleskönner Stahl genommen wird, und klar wird, dass ein Stahl - und alle anderen Merkmale eines Messers eben auch - zur Anwendung passen muessen. Da ist dann sowohl vom Macher/Hersteller wie vom Kunden Nachdenken, Informieren und Kommunikation gefragt.
Diese Zielrichtung halte ich fuer viel wichtiger, als nur ne ewige "rostend oder nicht" Diskussion. Die führt zu nix. Das Beschäftigen mit der Materie kann dem Thema Messer aber nur gut tun.

Gruesse
Pitter
 

roman

MF Ehrenmitglied
Ja pitter da kann ich Dir nur zustimmen. Letzendlich läufts auf eine gute Kommunikation hinaus.

Du weist ja das ich oft einen sehr provokanten Argumentationsstil im Forum fahre.
Immer mit dem Ziel die Aussagen wie: das ist der neuseste beste alleskönner.... in Frage zu stellen und die Leute (hoffenlich) ein wenig in grübeln zu bringen.

Wie sich schlußendlich jemand entscheidet: also ob nun rostbeständig oder nicht, ist wurscht. Wichtig ist, das er jetzt die Möglichkeit hat zu wissen, welche Vor und Nachteile das hat, wenn er eine Entscheidung trifft.

Mir persönlich ist es wichtig mit dem Buch gezeigt zu haben, das ein hochwertiges Messer machen alles andere ist, als sich auf den vermeindlich besten und teuersten Stahl zu verlassen und die CNC gesteuerte Erodiermaschine anzuwerfen.

Da stekt eben nicht nur leidenschaft drin, sondern auch eine gehörige portion wissen um möglichst alles richtig zu machen.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Und es fängt an zu fruchten. Gestern hat ein Arbeitskollege, der bislang (da kannte er mich noch nicht richtig) mit messern nix am Hut hatte. Ich hab ihm mal das Buch überlassen, und er wollte eins haben. Hat mir zugesetzt. Ich hab ihm dann mein mühsam abgewartetes Exemplar überlassen und mir gestern ein neues bestellt. Kurz vor Mittag war das. Heute war gottseidank schon der Ersatz da.
Ich setzt da mal auf den Verbreitungseffekt. Vielleicht tut sich noch ne Menge. Informiert sein ist das Geheimnis, und dann entscheiden, was man braucht:
also, rostende mit ballig, hohl, flach, lange Klinge, kurze Klinge, breite Klinge, schmale Klinge, alle Kombinationen von oben, und das dann in mehreren Stählen, und dann das ganze noch in rostfrei, also alles in allem einige tausend Messer braucht man. Packen wirs an.
In diesem Sinne alles Gute zum Fest.
 

Silkcut

Mitglied
1.4111 Rasierklingenstahl

Für mich war der 1.4111 immer DER Rasierklingenstahl. Nun wird in den Kenndatenfeldern neben dem 4111 noch ein weiterer Rasierklingenstahl aufgeführt (im kleinen Stahlschlüssel nicht zu finden), der für meine Begriffe nur geringe Abweichungen in Si, Mn und Cr aber ein vollkommen unterschiedliches Kennfeld zeigt. Wunder der Wärmebehandlung, Zauberei oder was sonst???
 

roman

MF Ehrenmitglied
Das ist das Zeug von dem ich geschrieben habe das, welches man nicht bekommt.
4111 in der alten form, wird schon lange nicht mehr für diesen zweck benutzt die Rasierklingenhersteller haben ihre speziallegierungen die in dieser sparte des 4111 sind. das was ich geschrieben habe ist auch nur die analyse einer Rasierklinge eines Herstellers die andern können sich auch teilweise stärker unterscheiden

Die herstelluungsverfahren sind auch noch unterschiedlich manchmal PM manchmal Thermomechanische Umformung zum erzielen der feinen Struktur.

Wunder der WB stimmt auch ein wenig das macht man da mit índuktionsduchlaufanlagen.

Alles in allem wie ich schon geschrieben habe die chemie alleine ist es nicht.....
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@silkcut, wie ich eben im post über 440C geschrieben habe, sind oft nominell gleiche Stähle bedingt durch ihren Herstellweg im Resultat (vor allem im Gefüge) stark unterschiedlich. VIele kleine Unterschiede in der Analyse rühren auch manchmal daher, dass man eben den Effekt dieser unterschiedlichen Prozesse unterstützen bzw. Einflüsse unterdrücken will. Wie roman eben schrieb, die Zusammensetzung allein ist es nicht.
Wenn Du das Buch hast, dann schau Dir mal den Vergleich 100Cr6 in den Kenndatenblättern an, da ist ein Gefügebild drin, geteilt in Ansicht als 3505 (Wälzlagerstahl) und 2067 (Werkzeugstahl). In der Behandlung und in der Primär- und Sekundärmetallurgie steckt schon die halbe Miete für ein optimales Ergebnis im Werkstoff.