Horl Rollschleifer

So, heute ist meine Bastelei fertig geworden und ein paar Bilder gibt es auch.
Hier die zersägte Diamantplatte und die Horl Scheibe schon aufgeklebt:

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Die Scheibe nach der Feinbearbeitung:

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Und an den Horl montiert:

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Erste Schleiftests zeigen, dass es sehr gut funktioniert.
Der Abtrag mit der 3000er Körnung ist zwar wirklich minimal, aber da der Winkel genau 15° hat braucht man ja zum Nachschärfen auch nicht viel.

Optisch gefällt mir die Geklebte Lösung nicht so gut, deshalb werde ich mir eine Scheibe aus einer der dickeren DMT Platten mit Gewinde bauen.
Ich weiss nur noch nicht ob ich bei der 3000er Körnung bleiben, oder den fast doppelt so teuren Stein mit der 4000er Körnung nehmen soll.

Irgendwelche Empfehlungen?

Danke und Grüße Linda
 
Jetzt noch 2 Bilder vom Ergebnis.
Mit der 3000er Diamantscheibe geschliffen, danach übers Leder mit Diamantpaste.
Die Schneiden spiegeln jetzt nur noch, es sind auch mit der Lupe keine Riefen mehr zu erkennen.
Nachdem das Ergebnis so überwältigend ist habe mir jetzt die 4000er DMT Platte bestellt, mehr geht nicht, zumindest mit Diamant pur :)

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Nochmals Danke, dass ihr so hartnäckig wart :)
Ich fand die Messer ja schon vorher gut scharf, aber das jetzt ist der Wahnsinn!

Grüße Linda
 
Mein letzter Beitrag zum Thema, es interessiert ja eh niemanden :)

Heute ist die 10mm starke Extra Extra Fine DMT Platte mit JIS 4000 angekommen.
Das ist wirklich schon verdammt fein, man hat Probleme Vorder - und Rückseite der Platte zu unterscheiden :)
Ich hatte wirklich Bedenken, ob damit überhaupt noch ein spürbarer Abtrag möglich sei oder ob das schon unter "polieren" fällt.

Also Platte zersägt, abgedreht, Gewinde dran und ab ans nicht wirklich scharfe Messer, das natürlich schon 15° hatte.
Viel Abtrag gibt es tatsächlich nicht, aber es reicht um das Messer in kurzer Zeit richtig Scharf zu bekommen, den Rest zur Politur erledigten dann ein paar Züge über den Riemen mit Paste.

Ich habe mein Ziel erreicht und kann meine Messer zukünftig mit wenig Aufwand und wenig Verschleiss scharf halten.

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Grüße Linda
 

pebe

Premium Mitglied
Das sieht nach sauberer Arbeit aus - sowas weiß ich immer zu schätzen.

Mit verschiedenen Böcken für mehrere Winkel gefällt mir das so recht gut - als quick & dirty Lösung (y)

grüsse, pebe
 

rocco26

Premium Mitglied
Ich bin echt beeindruckt von der Arbeit! (y) Von dem Horl wird mich keiner überzeugen, aber wenn du das so ambitioniert für deine Bedürfnisse anpasst...
Was soll man da einwenden? Respekt!
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute von Horl hier mit lesen ...(GREEZ)...
Vielleicht könnten die sich bei dir mal bedanken für die Aufwertung dieses Systems! ;)
rocco26
 
Ich fasse meine Sicht auf den Horl nochmal zusammen:

Primär ist das natürlich ein Teil für Noobs, die auf besondere Gadgets stehen.
Trotzdem denke ich, dass damit auch unbedarfte Menschen ihre Messer schnell und einfach auf eine brauchbarere Schärfe bringen, als sie dies mit anderen Consumerprodukten schaffen würden.
Der Horl ist in seiner Anwendung praktisch idiotensicher.
Aber auch hier gibt es wohl Ausnahmen, die es nicht schaffen ihre Messer damit zu schärfen, die Sache mit dem Grat ist halt auch wirklich ziemlich kompliziert :)

Was mir gefällt?

Ein cooles Teil, das schnell und unkompliziert einzusetzen ist.
Ich sehe bei einem sich drehenden Schleifkörper Vorteile gegenüber einem Oszillierenden:
Beim oszillierenden Schleifkörper werden eventuelle Unebenheiten auf die zu schleifende Klinge übertragen, bei einem sich drehenden Schleifkörper wird kontinuierlich immer ein anderer Bereich des Schleifkörpers genutzt.
Besonders stark ist dieser Effekt natürlich bei der durch das 4fache Planetengetriebe des Horl Pro noch schneller drehenden Scheibe.
Einen weiteren Vorteil der sich schneller drehenden Scheibe sehe ich am Klingenende Richtung Griff, wo sonst weniger Abtrag stattfinden würde.

Die einfache Einhaltung des Winkels mittels Magnetschablone finde ich genial.
Für meinen Bedarf spricht auch nichts gegen den 15° Winkel, für Outdoor und Taschenmesser drehe ich die Schablone um und schleife mit 20°
Sollte ich irgendwann merken dass 18° wären besser, baue ich mir halt eine entsprechende Magnetschablone.

Dass der Winkel beim Schleifen gebogener Klingen mit dieser Methode nicht überall genau 15° beträgt ist klar, er wird etwas nach oben und unten abweichen.
Wie ich gerade in einem anderen Thread lesen konnte, ist das ja aber auch bei den hier favorisierten Stangenschleifern der Fall :)
Mir reicht es aus, wenn der Winkel an jeder Stelle der Klinge reproduzierbar immer gleich ist, egal ob 14° 15° oder 16° und das ist der Fall

Die mitgelieferte Diamantscheibe ist natürlich zu grob, das habe ich inzwischen gelernt :)
Horl bietet deshalb für seine Jünger feinere Steinscheiben an, die natürlich Verschleiß haben und dadurch Umsatz generieren :)
Mir persönlich gefällt diese Option nicht, deshalb habe ich mir eine 4000er DMT Diamantscheibe gefertigt.
Im Moment denke ich, dass sie zum Nachschärfen ideal und ausreichend ist, sollte sich mit der Zeit herausstellen, dass ich sie zu fein gewählt habe, mache ich mir halt noch ne 3000er DMT Scheibe.

Die beiden Horl Diamantscheiben haben bei mir nur noch den Zweck neue Messer auf die 15° anzulernen.

Grüße Linda.
 
Das ist eine wirklich gute Idee, sowas setze ich mal auf meine todo Liste :)
Die originale Schleiflehre hat nämlich auch Verbesserungspotential wie großflächigere und stärkere Magnete - am Besten gleich eine ganze Magnetplatte über die komplette Fläche :)

Danke und Grüße Linda
 

PaMo

Mitglied
Hallo linda. Sehr schöne arbeit hast du da hingelegt.
Mit Hilfe von einfacher mathematik und unterlegen der schablone kann auch damit ziemlich jeder beliebige winkel erreicht werden. Ist eine einfache und effiziente Methode würd ich Mal behaupten.
Bezüglich schleifwinkel bei gebogenen klingen ist das auch keine unlösbare aufgabe. Schablone an den rand der tischkante und den zu schleifenden abschnitt des messers parallel zur tischkante ausrichten. Der griff steht dann sozusagen nach unten. Ich hoffe das ist verständlich erklärt. Man wird ja nicht gezwungen die gesamte schneide mit einem zug zu schleifen. 😉 Muss man ja beim edge ähnlich machen und das messer schief in die Halterung klemmen.
Der ein oder andere merkt es schon, ja ich hab auch so ein teil. Schleifen funktioniert damit tadellos und mit der 6000er scheibe kriegt man tolle ergebnisse. Zugegeben, sehr teure messer würd ich damit nicht schleifen.

Aber etwas muss mal gesagt sein. Hinter dem horl steckt eine wirklich tolle idee und ein gut verarbeitetes produkt aus D.
Mit der diamantscheibe, abziehscheibe und leder erzielt man damit eine schärfe, die weit über der durchschnitts haushaltsschärfe liegt. Jeder (bis auf wenige ausnahmen) erzielt dadurch einen reproduzierbaren schliff der es mit abziehscheibe und leder in kurzer zeit erlaubt seine messer wieder scharf zu bekommen. Und genau das ist der Anspruch den horl hat. Einfache reproduzierbare schärfe.
Was auch wichtig ist, das schleifen macht auch noch spaß. Der horl hat es geschafft sehr viele leute für scharfe messer zu begeistern. Er ist quasi eine einstiegsdroge in die messerwelt und auch das muss man ihm zu gute halten. Der horl trägt sicher mehr dazu bei, dass die qualität und schärfe in den küchen ansteigt, als eine schlammschlacht beim freihandschleifen mit wassersteinen. Dafür kannst halt den 0815 hobbykoch nicht begeistern. Aber paar mal übers messer rollen klingt dagegen schon attraktiver für viele.
Einen messerfreak der einen edge pro um 400 zuhause hat kann man damit nicht begeistern. Aber es kann dazu führen dass ein hobbykoch auf den geschmack von scharfen messern kommt und sich zu einem messerfreak entwickelt der sich dann als nächstes ein etwas vielseitigeres schärfsystem zulegt.
Ich sprech da etwas aus erfahrung.

Grüße
 

Greycap

Mitglied
So, heute ist meine Bastelei fertig geworden und ein paar Bilder gibt es auch.
Erste Schleiftests zeigen, dass es sehr gut funktioniert.
Der Abtrag mit der 3000er Körnung ist zwar wirklich minimal, aber da der Winkel genau 15° hat braucht man ja zum Nachschärfen auch nicht viel.

Tolle Arbeit. Wenn es für dich funktioniert, wunderbar. Egal, mit welchem System.

Jetzt noch 2 Bilder vom Ergebnis.
Mit der 3000er Diamantscheibe geschliffen, danach übers Leder mit Diamantpaste.
Die Schneiden spiegeln jetzt nur noch, es sind auch mit der Lupe keine Riefen mehr zu erkennen.
Nachdem das Ergebnis so überwältigend ist habe mir jetzt die 4000er DMT Platte bestellt, mehr geht nicht, zumindest mit Diamant pur :)


Nochmals Danke, dass ihr so hartnäckig wart :)
Ich fand die Messer ja schon vorher gut scharf, aber das jetzt ist der Wahnsinn!

Für sich selber Ausrüstung basteln / anpassen...ich bin beeindruckt von der sauberen Arbeit.
Die Fasen sehen auf den Fotos sehr ansprechend aus. Und ja: Der Aha-Effekt, wenn man merkt, dass ein Messer, von dem man denkt, das ist schon scharf, noch mal deutlich an Schärfe zulegen kann...super, oder?
Mit DMT hast du in Sachen Diamant Qualität erworben...sollte bedeutend länger halten als die einfache China-Platte.

Mein letzter Beitrag zum Thema, es interessiert ja eh niemanden :)

Ich habe mein Ziel erreicht und kann meine Messer zukünftig mit wenig Aufwand und wenig Verschleiss scharf halten.

Doch, es interessiert ein Menge Leute. Deshalb wird hier so fleißig diskutiert.;)

Ja, was glaubst Du wie viele Anfragen ich jetzt schon wegen der DMT Scheiben habe, aber für so etwas ist mir meine Freizeit zu kostbar :)

Lach. Jetzt hast du die Büchse der Pandora geöffnet...
 

Loup de mer

Mitglied
Bezüglich schleifwinkel bei gebogenen klingen ist das auch keine unlösbare aufgabe.
Hier habe ich scheinbar ein Verständnisproblem 🤔 ?
Der Schleifwinkel ist doch beim System HORL für die gesamte Klingenlänge fest vorgegeben? Oder?
Zur Erklärung meiner Sichtweise:
- nehmen wir als physikalisches Bezugssystem mal die "Ebene der Tischplatte"
- die Schleiffläche des HORL wirkt konstruktionsbedingt immer in einem festen Winkel von 90° zur Tischplatte
- wenn man die Messerklinge nun mit dem mitgelieferten Magnethalter befestigt, befindet sich doch die gesamte Klinge (mal mathematisch als Ebene betrachtet) überall in diesem einen bestimmten Winkel zur Tischplatte. Nur der Berührungspunkt des HORL an der Schneide variiert dann (in Abhängigkeit von der Klingenform) von der Höhe her - aber der Schleifwinkel ist doch immer derselbe.
Oder mache ich einen Denkfehler? Wenn ja , wo?
 

pebe

Premium Mitglied
Zur Korrektur des Schleifwinkels im Kurvenbereich wird gerne das Messer so eingespannt, dass eine gedachte Gerade von der Fase am Klingenende bis zur Fasenspitze als Waagerechte zum Einspannen verwendet wird, wodurch die Klingenlage mit Messerspitze deutlich höher als das Ende resultiert. Funktioniert in der Regel nur bei sehr sanfter Krümmung.

Die etwas komplexere Variante berücksicht die Kreisbahn, den ein Schleifarm ziehen kann, beim Horl der Scheibendurchmesser, wodurch sich oft ein mit der Messerspitze nach unten und Klingenende nach oben gerichtetes Einspannen ergibt.

grüsse, pebe
 

PaMo

Mitglied
Hier habe ich scheinbar ein Verständnisproblem 🤔 ?
Der Schleifwinkel ist doch beim System HORL für die gesamte Klingenlänge fest vorgegeben? Oder?
Zur Erklärung meiner Sichtweise:
- nehmen wir als physikalisches Bezugssystem mal die "Ebene der Tischplatte"
- die Schleiffläche des HORL wirkt konstruktionsbedingt immer in einem festen Winkel von 90° zur Tischplatte
- wenn man die Messerklinge nun mit dem mitgelieferten Magnethalter befestigt, befindet sich doch die gesamte Klinge (mal mathematisch als Ebene betrachtet) überall in diesem einen bestimmten Winkel zur Tischplatte. Nur der Berührungspunkt des HORL an der Schneide variiert dann (in Abhängigkeit von der Klingenform) von der Höhe her - aber der Schleifwinkel ist doch immer derselbe.
Oder mache ich einen Denkfehler? Wenn ja , wo?
Du unterlegst nur eine seite der schleiflehre. Diese steht also schief. Dadurch hast du dann plötzlich 18 grad statt 15. Verstehtst was ich meine?
 

PaMo

Mitglied
Ja sorry hab grad gecheckt dass ich da was missverstanden hab. Pebe hat es eh schon versucht näher zu erläutern. Ich post dir gleich ein bild zur veranwchaulichung
 
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Wenn die Klinge nicht parallel zur Tischoberfläche ist ändert sich der Winkel, weil die Schleifscheibe dann eine Kurve beschreibt.
Perfektion gibt es da nur mit dem Nakiri, bei jeder gebogenen Schneide hat man das "Problem"

Ja, man kann es ausgleichen, wenn man an der Tischkante schleift und den Griff an der Kante nach unten hängen lässt.
Ich mache das aber nicht, dann habe ich zwar nicht überall die perfekten 15°, dafür ist es bei jedem Nachschleifen reproduzierbar.

Linda
 

pebe

Premium Mitglied
Klar, aber darauf bezog sich mein obiges Zitat deines Beitrags ja auch gar nicht. Mir ging es um die von dir vermutete Änderung des Schleifwinkels durch die Kligengeometrie (Rundung an der Klingenspitze z.B.)
Zum Verändern des Schleifwinkels unterlegst du die Halterung seitlich der Klinge, zum Ausgleich der Kurve unterlegst Du an der Kanten die im rechten Winkel zur Spitze oder Griff stehen..

Die untere rote Linie ist die Tischkante. Da wo der Horl die Klinge an der oberen roten Linie trifft, schleift man im angelegten Winkel, beim Horl also 15 oder 20 Grad.

Wenn man das Freihand über die Tischkante machen möchte, muss die Fase an dem Punkt, an dem gerade geschliffen wird, parallel zur Tischfläche stehen.

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