Horl Rollschleifer

Hallo Pebe,

ich habe mir gerade mal Bilder angeschaut.
Diese gakelige Stellage, in die ich das Messer einspannen muss soll einfacher sein als das Messer einfach per Magnet an die Lehre zu pappen und mit der Rolle 5 mal entlangzufahren?
Never.
Ganz abgesehen davon wie riesig das Ding ist, wenn man es nicht immer zerlegen und zusammenbauen will.
Rolle und Lehre brauchen aufeinander gestellt praktisch keinen Platz und sind in 10 Sekunden einsatzbereit und wieder weggeräumt.
Noch einfacher ist nur ein Wetzstab.

Die wirklich nicht gerade billige Variante mit Planetengetriebe braucht man ja nicht wirklich, mir war es das Gimmick aber wert.

Ich erinnere mich noch an den hochgelobten Spyderco Sharpmaker.
Einmal mit rumgeärgert und ab zu ****

Grüße Linda
 

pebe

Premium Mitglied
Weiss jetzt nicht, welche Variante du angesehen hast.

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Meine steht mit zwei Saugern auf dem Cerankochfeld bombenfest und die Kochmesser werden einfach auf die Ablage gelegt, wo sie von Magneten gehalten werden.

Wenn fertig, beide Standbeine umklappen, Schleifstange rausziehen, fertig.

Grüsse, pebe
 
Ja, genau die Dinger habe ich mir angesehen, überzeugt mich nicht, auch wenn man damit natürlich saubere Winkel schleifen kann.
Beim Horl habe ich 2 Schleifscheiben indem ich die Rolle einfach umdrehe und von der anderen Seite nutze, ohne dass ich einen Schleifstein wechseln muss.

Aber zum Glück gibt es ja verschiedene Systeme, da findet jeder das, was für ihn das Beste ist und für mich ist das ein Horl.

Grüße Linda
 

pebe

Premium Mitglied
Sei‘s drum.

Die Idee dahinter ist ja eher, einem dünn ausgeschliffenen Kochmesser mit kleinem Schneidwinkel eine 18 Grad Microfase dran zu machen, als jedes Messer auf fragile 15 Grad oder outdoortaugliche 20 Grad zu trimmen.

Aber jedem Jeck das Seine 😁

Grüsse, peb
 

Bukowski

Mitglied
@Linda Decosta, die Gerätschaften und Methoden, die du hier zerreißt, sind allesamt zigfach erprobt und liefern für ihren Zweck hervorragende Ergebnisse, man muss halt nur wissen, was man tut.

Ich hab grad mal nachgesehen, die "feinere" Diamantscheibe des Horls hat 46 μm, also nichtmal 360 JIS. Damit schärfst du deine japanischen C-Stahl-Messer regelmäßig und gehst danach kurz nochmal über's gepastete Leder um den Zentimeter Grat zu entfernen? ;)

Gut, jeder wie er mag.
 

pebe

Premium Mitglied
Der Horl hat ja die übliche Problematik jeglicher nicht zentrierter Messeraufnahme.

Bei fetter Klinge weicht der Winkel nochmals nach unten ab. Bei Edge Pro kann ich so voreinstellen und belassen, dass die meisten Messer im Bereich 17,5 bis 18,5 Grad landen. Oder wohin auch immer gewünscht.

Und bis 20 cm kann man dann locker mittig auf- und loslegen. Wenn man das regelmäßig macht, brauchts auch nicht mehr für einen touch-up als einen feinen Spyderco Keramik, der prima ohne Wasser funktioniert.

Grüsse, pebe
 
Ich bestreite ja gar nicht, dass es bessere Möglichkeiten gibt.
Die sind aber wesentlich komplexer und benötigen auch mehr Übung.
Am Ende kann man seine Messer auch auf der Werkzeugschleifmaschine schärfen :)

Ich will mit möglichst wenig Geraffels schnell und unkompliziert zu einer brauchbaren Schärfe kommen, und genau das geht mit dem Horl.
Wobei es auch Leute gibt die selbst damit keine scharfen Messer hinbekommen, weil sie den Grat nicht entfernen - aber das ist ein anderes Thema :)

Ja, eine feinere Diamantscheibe für den Horl wäre nett, wobei das grobe Schleifbild auch für ordentlich "Biss" des Messer sorgt, fast wie ein Wellenschliff 😎

Grüße Linda
 

Bukowski

Mitglied
"brauchbare Schärfe", wie man es nimmt, es gibt auch Köche, die mit einer Victorinox Konditorsäge ihr Gemüse schneiden.

Ich finde z.B. den Ruixin bzw. Edge Pro von @pebe einfacher und flexibler, weil ich damit mein Kochmesser nicht erst mit 120er Diamantkorn auf einen der zwei "Horl-Winkel" umschleifen und danach bis Minimum 1000er Korn die Riefen ausschleifen muss. Das ist für mich nämlich keine schnelle unkomplizierte Lösung. Die 30 Sekunden Aufbau und 10 Sekunden Steinwechsel nehme ich im Gegenzug gerne in Kauf.
 

ebenezer

Mitglied
Aus meiner Sicht sind all diese Hilfsmittel Krücken für Leute, die nicht die Fähigkeit haben, ein Messer konventionell auf Wassersteinen ordentlich zu schleifen. Oder, die einfach nur relativ scharfe Messer haben wollen, ohne sich wirklich mit dem Thema Schleifen beschäftigen zu wollen. Wenn man damit auch nur einem Bruchteil der Küchenmesser Deutschlands ein Stück Richtung dauerhafter Nutzbarkeit hilft, ist schon viel gekonnt. Ein echter Messerfan mit der Ambition seine Messer auf bestmögliche Schärfe zu bringen sollte davon die Finger lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:

alxh

Premium Mitglied
Das messerforum ist ja ein Fachforum und natürlich haben wir wenig Verständnis dafür, dass jemand mit halbscharfen Messern schneidet. Bei einem Bekannten von mir weiss ich, wie er seine Messer behandelt. Auf seine Frage nach dem Horl hab ich nur gesagt:"mach doch". Hat er gemacht und ist superglücklich, seine Messer sind schärfer als vorher, so what...
 

pebe

Premium Mitglied
Fachforum. Darum geht‘s.

Sonst nimmt man das 3-teilige Messerset von Aldi für 7,99. Und mindestens 10 Stück davon. Muss man nie schärfen, nur tauschen und schneidet auch.

Es geht ja letztlich um Empfehlung, hier im Forum. Durchzieher der besseren Art oder eletrische Schleifer z.B KAI bringen ebenso sehr stumpfe Messer wieder zum Schneiden. Irgendwie.

Ist aber eben alles keine Empfehlung wert, jenseits der Aldi Messer.

grüsse, pebe

P.S. Den Horl konnte ich im Rahmen einer Testveranstaltung selbst ausprobieren.
 

tomancik

Premium Mitglied
OK, ich oute mich dann mal, ich habe das Teil seit einigen Wochen.

Vorher habe ich es mit Schleifsystemen, Steinen, Diamantplatten und was weiss ich nicht allem probiert.
Das Ergebnis war immer unbefriedigend und mangelhaft und am Ende habe ich mich mit stumpfen Messern gequält und nur geschliffen wenn es wirklich gar nicht mehr ging.
Das Hauptproblem war für mich den Winkel konstant zu halten.

Beim Horl ist der Winkel vorgegeben und das funktioniert sogar bei stark gebogenen Klingen sehr gut.
Ich selbst mache nur mit den beiden Diamantscheiben rum, die grobe habe ich mir zusätzlich gekauft um verschliffene messer einfacher und schneller auf die 15° zu bekommen.
Auf die feinen Steine habe ich keinen Bock, aber ich vermisse die auch nicht.
Mit dem Diamantscheibe, der Abziehscheibe und einem mit Diamantpaste bestrichenem Leder zum Brechen des Grates und etwas Polieren komme ich auf eine extrem gute Gebrauchsschärfe, die ich vorher nicht kannte.
Es ist noch nie so viel Blut in meiner Küche geflossen :)

Ja, für die Puristen mag das nichts sein aber ich will schnell und einfach scharfe Messer haben, sonst nix.
Und der pro mit dem Planetengetriebe drin ist schon ein geiles Teil :)

15° für alle Küchenmesser und 20° für Taschenmesser und Ähnliche reicht mir auch völlig aus.



Grüße Linda
Hauptsache es passt für dich, und du bist zufrieden mit dem Ergebnis (y)
 

natto

Mitglied
Ein wesentlicher Teil von Wartung & Pflege ist Menschen zu unterstützen die erste Hürde beim schärfen zu überwinden. Da ist eine machbare Lösung besser als alles was dann doch nicht benutzt wird. Wenn wir wieder einen Interessierten verschreckt haben, was bleibt dann?
 

ebenezer

Mitglied
Man könnte die Hürde auch einfach niedriger hängen, indem man den Leuten erklärt, dass Messerschleifen nicht wirklich schwierig ist, dass man nicht ein Vermögen für Steine ausgeben muss, und man mit wenig Übung bereits Ergebnisse erzielen kann, die weit über denen solcher scheinbar idiotensicherer Hilfsmittel liegt. Häufig wird da mystifiziert, und nur das Beste propagiert. Dabei reicht es für brauchbare Schärfergebnisse an normalen Gebrauchsmessern sich zwei billige doppelseitige Chinasteine in Körnungen zB. 400/1000/3000/5000 für ca. 30 Euro zu holen. Dazu einen Lederriemen und eine Tube Gundelputz.
Auch wenn die Steine oft zu weich oder zu hart gebunden sind, und die angegebenen Körnungen gerade bei den feineren Graden nicht stimmen kann man damit arbeiten und mit ein wenig Übung auf Basis von Youtubeanleitungen jedes Messer aus einigermaßen brauchbarem Stahl auf Rasierschärfe bringen.
 

Bukowski

Mitglied
@ebenezer, deine Beschreibung der Chinasteine trifft z.B. auch exakt auf den Ruixin Schärfer (mit den beiliegenden Steinen) zu, wieso ist nun das eine schlechter als das andere?

Wieso ich schlechte Steine und sinnlose Pasten-Riemen empfehlen soll, nur weil sie ein paar Euro billiger sind als ein guter Stein, der langlebiger und komfortabler in der Anwendung ist, leuchtet mir nicht ein. Die Gefahr, jemanden mit einem Stein, der vor Gebrauch 30 min gewässert werden muss und/oder sich direkt hohl schleift etc., zu verschrecken, ist doch viel größer als die Preisdifferenz.
 
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güNef

Premium Mitglied
Servus,

aus meiner Sicht sollte man die Schleifmethode und das Schleifzeug der Qualität, Geometrie und dem Wert eines Messer anpassen. Nichts spricht dagegen ein Ikea-oder Diskontermesser um ein paar Euro mit einem einigermaßen brauchbaren Durchzugsschärfer oder ähnlich spanabhebenden und extrem abrasiven Schleifmittel/Systemen/Stäben oder was auch immer zu bearbeiten. Sobald aber die Schneide eines Messer feiner wird und das Messer hochpreisig wird, grenzt es an Irrsinn, unkontrolliert Material abzunehmen nur um ein Messer scharf zu bekommen.

Jedem steht frei sich allen nötigen Informationen zu holen, wie und womit man möglichst materialschonend schärft. Wenn die Mittel den Zweck heiligen und alles erlaubt ist was scharf macht, ohne an den Verschleiß seiner Klingen zu denken, dann ist das aus meiner Sicht eine Themenverfehlung. Sinnvoll wäre es, für sich einen Weg zu finden, der es möglich macht einfach und reproduzierbar seine Messer scharf zu bekommen, ohne das die Schneide/Klinge unnötigerweise rascher verbraucht wird, als es eigentlich nötig ist. Ein regelmäßig zu hoher Abtrag beim Schärfen, führt zu einem merkbaren Verlust an Schneidfähigkeit, die Schneide wird unnötig früh dicker und dicker, das Messer schneidet immer schwerer. Sowas lässt sich mit sanften Methoden extrem verlangsamen. Leider wird das viel zu wenig bedacht.

Gruß, güNef
 

BastlWastl

Mitglied
Servus,

so ein Horl ist gar nicht so blöd. Dieses System hat gegenüber einem EP sogar den Vorteil das die Klinge keinem großartigen Druck ausgeliefert ist... (beim EP bis zu 600 g auf wenig Schleiffläche!, je nach verwendetem Stein).
Aber man kann nicht gegen die Schneide "Abziehen" (ist ja der falsche Ausdruck dafür eigentlich ;) ).

Aber es ist so simpel (was ja gut ist) das es wirklich in No Time nachgebaut werden kann. Im Baumarkt ein dickes Brett auf den gewünschten Winkel bringen lassen oder auch 4 bei nem 4Eckigen Stück ;) . Magnete dranpappen die für wenig geld erworben werden können, dazu dann ein paar Diamantschleif discs.. Und noch etwas rundes im passende Durchmesser und Kleber... Echt nicht so schwer. Das Prinzip kann man auch noch schneller mit Schleifpapier und ner alten Gewürzdose probieren... Ja das geht und man hat den Winkelfehler von EP gleich inclusive ;) .

Oder man kauft sich einen guten Schleifstein und probiert ein bisschen ;) . Geht meist schneller.

Grüße Wastl.
 

pebe

Premium Mitglied
Also gut.

Jetzt sind wir schon wieder beim basteln angekommen, weil vermeintlich günstiger. Oder beim Banksteinschleifen, weil sowieso einfach und damit alles andere eigentlich überflüssig.

Geld war hier nicht das Thema. Und wenn Banksteinschleifen wirklich eine Alternative wäre, würden wir nicht diese Diskussion führen.

Bei Rockstead im Werk werden die berühmten convex spiegelpolierten ZDP-189 Klingen mit 67+ Rockwell von Hand auf schmalen Nassschleifpapier von der Rolle auf einem kleinen Metallbock mit Hartschaumstoff gepolstert, gefinished. Das sind dann die Klingen, die jedes andere Serienmesser beim Hanfseilschneiden hinter sich lassen. Damit sollte die günstigste der effektiven Methoden beschrieben sein.

Der Horl hat prinzipiell ähnliche Vorteile wie ein Spyderco Triangle, der für viele Klappmesser User ausreichende Möglichkeiten bietet, wenn das Messer lediglich einigermaßen scharf sein soll - abseits mikroskopisch kontrollierter Fasen und feinster Schnitte. Alles mit den genannten Einschränkungen.

Edge Pro und dessen Derivate bieten neben den Winkeleinstellungen den Vorteil umfangreichster Schleifmittelauswahl. Diamant, Keramik trocken, nass, Boride, weiche Steine, harte Steine, viel Wasser, wenig Wasser, Arkansas mit Öl, belgische Brocken und, und, und.

Meinen 20 Euro Klon hab‘ ich schon ewig und er erfüllt die Erwartungen an einen solches System hinreichend. Mit zunehmender Erfahrung und steigenden Ansprüche kann man dann eine ganze Weile bei Bedarf aufrüsten und sehr viele Bereiche des Schärfens abdecken.

Warum bei vergleichbaren Rahmenbedingungen mit weniger zufrieden sein?

Grüsse, pebe
 

chamenos

Super Moderator
aus meiner Sicht sollte man die Schleifmethode und das Schleifzeug der Qualität, Geometrie und dem Wert eines Messer anpassen. Nichts spricht dagegen ein Ikea-oder Diskontermesser um ein paar Euro mit einem einigermaßen brauchbaren Durchzugsschärfer oder ähnlich spanabhebenden und extrem abrasiven Schleifmittel/Systemen/Stäben oder was auch immer zu bearbeiten.

Darf ich dir da einfach mal vollumfänglich widersprechen?!

In ein Messer von mieser Qualität stecken wir bitte weder Geld noch Zeit ;)

Die Geometrie eines Messers ist beliebig zu ändern.... na gut.... deutlich "dicker" bekommt man eine Klinge im Nachhinein eher schwer.... aber dünner geht immer.

Welchen Wert meinst du? Monetären oder ideellen? Die Klingen der Old Hickory sind sehr ordentlich gehärtet. Die der Pallares auch. Das sind Messer unter 30,-€, die dünner ausgeschliffen kaum Wünsche offen lassen.

Der olle "ASPEKT" von Ikea kostet 6 Euro und liefert passable Schleifergebnisse.... auch an teuren Messern ;)

Es gibt erwiesenermaßen untaugliche Messerschärfer.

Es gibt welche, die idiotensicher eine brauchbare Schärfe produzieren.... egal, wie teuer das Messer war.

Es gibt Methoden um aus einem Katzenfutterdosendeckel ein Schneidinstrument zu machen, das ein Mikrotomenmesser alt aussehen lässt (zumindest kurzfristig).... so what?

Ich habe eine Tormek, zwei Dutzend Steine, mehr Leder als die meisten hier, zig verschiedene Pasten und Polierwachse, einen Sharpmaker, einen Ruixin, das Lansky, ein Dutzend Stäbe (Keramik, Sinterrubin, Wetzstahl und Polierstahl) und jede Menge diamantbeschichteter Dinger...... na und?

Hier geht es um den Horl Rollschleifer.

Wenn ich richtig gezählt habe, dann haben hier im Thread zwei Leute das Teil und sind zufrieden.
Und alle anderen Beiträge handeln von Alternativen (nach denen nicht gefragt wurde) oder Zweifeln an der Funktion des Rollschleifers.... oder nörgeln an seinem Preis rum und schlagen Eigenbauten vor.... oder philosophieren über das "perfekte Schleifen".

Alles komplett am Thema vorbei..... nur zur freundlichen Erinnerung. ;)


Gruß
chamenos
 
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tomancik

Premium Mitglied
Meine Erfahrung ist, dass sich nicht jedes Messer mit jedem Schärfsystem gleich gut schärfen lässt. Bin allerdings ungeduldiger Grobmotoriker. Bei manchen Klingen brauchts ein Mauspad mit Schleifpapier, bei anderen reicht der Sharpmaker. Übung braucht man bei allen Systemen.