Holz spalten (hacken) Basiswissen

fshamburg

Premium Mitglied
Hallo

Nach zwei Tagen Holz spalten (Kiefer und Tanne), einem zersplitterten Stiel, vermutlich einem Baumarkt-Fehlkauf und Durchsicht dieses Forums stellen sich mir Grundsatzfragen. :staun:

Was ist der Unterschied zwischen einer Spaltaxt und einem Spalthammer?

Das Ding steckt fest im Holz. Darf man auf einen Spalthammer oder eine Spaltaxt mit dem Vorschlaghammer schlagen?

Was ist bei der Verwendung von Spaltkeilen zu beachten?

Nicht jeder Schlag trifft. Wie kann man den Stiel schützen? Meine Umwicklung mit Gewebeband schützt zwar, ist aber bei einem heftigen Fehlschlag auch gleich abgenutzt. Habt Ihr bessere Ideen?

Welches Kopfgewicht ist zu empfehlen?

Die Kopfformen unterscheiden sich besonders hinsichtlich der Breite. Welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus?

Danke auch für die Beantwortung einzelner Fragen. :super:


Gruß Frank
 

klausevert

Mitglied
ich verstehe unter Spaltaxt ein Werkzeug mit relativ kleinem Schneidenwinkel, evtl dann schnell breiter werdend. Mit ner Spaltaxt kann man auch mal nen Ast abschlagen.
Win Spalthammer ist m.M. ein gober Keil am Stiel. Der kann eigentlich auch nicht festklemmen.

Draufschlagen würde ich auf beide nur im Notfall, und dann mit ner Zwischenlage aus Holz. Da ist die Angst vor Absplitterungen doch zu groß
 

cugar

Premium Mitglied
Moin,

gegen Fehlschläge hilft nur üben, in 2 Tagen hat man das nicht drin.

Ich mach das seid knapp 30 Jahren (ja ich wurde schon als Kind zur Mitarbeit angehalten, das war damals so üblich) und von Zeit zu Zeit geht immer noch mal ein Schlag nicht dahin wo er hin soll.

Der Kunststoff Stiel der Fiskars Äxte ist sehr robust,
und für den Anfang sicherlich die beste Wahl.

In WilliW´s Thema sind gute Bilder die den Unterschied zwischen Spaltaxt und Hammer zeigen, zusammen mit einen Bericht dazu.


Ein hohes Kopfgewicht haut natürlich mehr durch, du musst es aber auch jedesmal
hochheben bevor es wieder nach unten kann ... :D

Auf meine Fiskars habe ich schon des öfteren mit dem Vorschlaghammer geschlagen,
das zeigt mit der Zeit zwar spuren, aber kaputt gehen sie davon nicht.

Keile verwende ich nur bei grossen oder verwachsenen Stücken,
bei denen ich schon von vornherein mit "Problemen" rechne.

Das gekloppe werde ich aber durch hydraulisches Drücken ersetzen,
Spalter sind doch wesentlich weniger Schweißtreibend.


Grüsse, Alex
 

sanjuro

Mitglied
.......Was ist der Unterschied zwischen einer Spaltaxt und einem Spalthammer?

Was ist bei der Verwendung von Spaltkeilen zu beachten?

Nicht jeder Schlag trifft. Wie kann man den Stiel schützen? Meine Umwicklung mit Gewebeband schützt zwar, ist aber bei einem heftigen Fehlschlag auch gleich abgenutzt. Habt Ihr bessere Ideen?

Welches Kopfgewicht ist zu empfehlen?
Eine Spaltaxt hat durch ihr breites, stabiles Haus einen großen 'Anschliff'-Winkel. Sie wirkt durch den erzeugten Schwung und ihr Kopfgewicht.

Ein Spalthammer hat bei ähnlicher Bauweise ein noch stabileres Haus, damit man mit dem Vorschlaghammer auf den 'Hinterkopf' schlagen oder mit dem Spalthammer Keile eintreiben kann.

Bei Spaltkeilen gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an Modellen. Damit ich nicht alle aufzählen muss, empfehle ich Dir den Besuch einiger Websites für Holzwirtschaft und Forstbedarf, z.B. DOMINICUS.

Es gibt Äxte, die einen serienmäßigen Stielschutz aus robustem Kunststoff oder Metall aufweisen. Ich habe mir so etwas selbst aus Schwarzblech (1 mm) gemacht. Gegen Fehlschläge hilft das aber nicht, da hilft nur Üben. Bei reinen Fälläxten braucht man den Schutz aber nicht.

Das richtige Kopfgewicht ist das, mit dem Du auf Deinem jeweiligen physischen Niveau eine ganze Weile ermüdungsfrei arbeiten kannst. Das bedeutet: bei großer Grundkraft und viel Training kannst Du mit schweren Werkzeugen arbeiten.

Bei solchen Holzarbeiten ist anzumerken, dass man mit einer guten Technik und dem richtigen Rhythmus energiesparender arbeiten kann. In vielen Fällen ist der limitierenden Faktor aber - unabhängig von Kraft und Technik - die Haut der Innenhand. Auch da hilft nur Gewöhnung, sprich Training!

Gruß

sanjuro
 
Zuletzt bearbeitet:

Dark Hunter

Mitglied
Hallo Fshamburg,

ich versuch mich mal an der Beantwortung Deiner fragen.

1. Ein Spalthammer ist meist deutlich schwerer als eine Spaltaxt.
Spalthammer so ca. 2,5 bis 3 kg, Spaltaxt bis ca. 2 kg.
Außerdem hat ein Spalthammer eine Hammerbahn zum treiben der Keile. Ebenfalls gibt es Unterschiede bei den Stielen. Der vom Hammer ist meist länger und auf Grund der Nutzungsart gerade. Axtstiele sind in den meisten Fällen geschwungen und daher besser für die Hände und Arme, da sie durch die Form Prellschläge vermeiden.

2. Nein, zumindestens nicht wenn Du länger was von Deinem Werkzeug haben möchtest.

3. Wenn Du einen Eisenhammer verwendest, solltest Du keine Eisenkeile benutzen. Die schlagen sich irgendwann flach (die Keile) und bördeln um, dabei können Splitter abbrechen und durch die Gegend fliegen. Sehr ungesund. Bei einem Kollegen hat mal so ein Splitter den Stiefel durchschlagen und steckte mehrere Zentimeter Tief in der Wade.
Es gibt mittlerweile auch Spalthämmer mit einer Schlagfläche aus hochfestem Kunststoff.

4. Mit einer Metallmanschette. Schau Dir die Teile von Gränsfors an, die haben so was. Alternative wären die Kunststoffstiele von Fiskars.

5. Kommt drauf an. Ist abhängig von Holzart, Durchmesser und Deiner Kraft. Ich selbst verwende die große Spaltaxt von Gränsfors mit ca. 2 kg, damit krieg ich auch Eichen- u. Robinienrolle von 50 cm Länge und 40 cm Durchmesser klein und muß nur in sehr seltenen Fällen auf Hammer und Keile zurückgreifen. Mit einer leichteren Axt lässt sich natürlich besser zielen, vorallem wenn man wenig Übung hat.

6. Ist mit der Breite die Schneidenlänge oder die Dicke des Blattes gemeint? Ich gehe jetzt mal von der Dicke des Blattes aus. Es gibt Äxte und Beile für die unterschiedlichsten Anwendungen. Je breiter desto besser zum Spalten, da die Keilwirkung besser ist. Schmale Blätter sind günstiger zum Entasten. Im Baumarkt werden meist Universaläxte verkauft, die kann man für fast alles nehmen, sind aber für nichts wirklich optimal.

Gutes Werkzeug ist die halbe Miete. Ich selbst bevorzuge Gränsfors, die find ich einfach optimal für den jeweiligen Zweck. Zweite Wahl wäre dann Fiskars.

Von Baumarktwerkzeug sollte man tunlichst die Finger lassen. Vor zwei Wochen hab ich da erst echt grusliges gesehen. Ein Nachbar hatte auch Holz zu spalten und sich Werkzeug gekauft. Der Spalthammer hat nach zwei Stunden aufgegeben, die Hammerbahn war deutlich weicher als die verwendeten Keile und hat sich dementsprechend verformt. Die Axt war viel zu dünn und hatte den Anschliff eines Schaukampfschwertes (statt einer Schneide 2 mm Schlagkante), der Stiel war zu lang und so glatt lackiert, das man Angst haben musste, das sie ständig aus der hand rutscht.

Also gutes Werkzeug und dann üben, üben, üben. Vieleicht sich mal von jemanden zeigen lassen, ders kann.

Viele Grüße
D. H.
 

Matthias

Mitglied
Hallo, ich freue mich sehr, dass hier im "Axtforum" wieder mal was los ist. Beile, Äxte und Hawks gehören mittlerweile zu meinen bevorzugten Objekten, besonders das Aufarbeiten und "Verschönern". (Ich vermeide hier die neudeutschen bzw. "denglischen" Begriffe, obwohl sie evtl. besser passen würden).
Vorab gesagt, einen Spalthammer habe ich nicht und brauche auch keinen. Nach meinem (angelesenen) Wissen wird ein solcher für die Arbeit im Wald gebraucht, um Stammrollen von Meterlänge einmal zu spalten. Eine Arbeit für Spezialisten, welche dem Zwecke dient, die Stammstücke handlicher und für einen Mann leicht genug zu machen. Auch ist es mit einem Spalthammer im Gegensatz zur Axt möglich mit (Eisen)Keilen zu arbeiten.
Eine Spaltaxt hingegen kann für`s Kaminholz nützlich sein, wo ein Beil oder eine Universalaxt bisweilen überfordert ist, bei großen, astigen Holzstücken zum Beispiel.
Da ich keinen Kamin und auch keine Holzheizung habe, brauche ich natürlich auch keine Spaltaxt. Für meine Gartenlagerfeuerchen genügt ein Handbeil. Habe trotzdem eine und bin meinem Nachbar gelegentlich beim Holzspalten behilflich. Es ist erstaunlich, was für ein Unterschied zur Universalaxt in puncto Spalten besteht.
Zum Thema Stielschutz: Fehlschläge sind nicht immer ganz zu vermeiden. Es ist ja nicht so, dass man einfach danebensemmelt, sondern die Axt (durch welche Umstände auch immer) gelegentlich nicht genügend in das Holz eindringt, und dann der Teil des Stieles unmittelbar unter dem Eisen mit teilweise erheblicher Wucht auftrifft. Er nimmt dann Schaden, was besonders ärgerlich ist, wenn man gerade mit viel Mühe neu eingestielt hat. Eine Wicklung mit Draht, eine Verblechung, selbst eine simple Schnurwicklung kann da nützlich sein und die Lebensdauer des Stieles verlängern. Ganz abwenden kann aber keine dieser Maßnahmen die Gefahr der Beschädigung. Deshalb gibt es ja heute die "Fiberglas"-Stiele, siehe Fiskars. Damit habe ich allerdings keinerlei Erfahrung. Ein Schtuz des Holzstieles unmittelbar unter dem Eisen kann aber keinesfalls schaden und, wenn er sauber gemacht ist, sogar recht ansehnlich sein.
Es gibt hier sicherlich bessere Axtschwinger und größere Spezialisten als mich. Ich freue mich auf deren Beiträge.

Beste Grüße aus Esslingen
Matthias
 
Es ist so ziemlich alles wesentliche gesagt worden, aber einen kleinen Tipp hätte ich noch.
Bis du geübter im Treffen bist, geh in Baumarkt in die Abteilung zum Schlauch abrollen und hol dir 1m Schlauch mit dem größten Durchmesser der da ist.
Den kannst du in 20cm Stücke zerteilen, auf einer Seite der Länge nach aufschneiden aufeinanderlegen und hinterm Axtkopf mit Kabelbindern festmachen.(die Schicht sollte nicht dicker als das Haus sein, sonst klemmts beim spalten. Probier wie es bei deiner Axt am besten passt)
Der Schutz ist günstig, hält aus eigener Erfahrung sehr lange und hilft gut gegen kleine aber tiefe Macken die meißtens den Stiel sehr schnell ausfransen lassen und somit bruchgefährlich.
 

danki

Mitglied
Alles sehr individuell zu sehen...
Ich verwende überwiegend eine Fiskars, 1200 gr mit dem extra langen Stiel. Unkaputtbar bis jetzt.
Wenn man genügend "Schnell" zuschlägt (und dabei treffen kann) reicht mir das bei auf Brennholzlänge gesägten Stücken so gut wie immer.
Trifft Du die Trocknungsrisse, die ja schon nach kurzer Zeit auftreten hast Du es leichter. Manche Stücke spalten sich leichter wenn man in Wuchsrichtung schlägt. Oder wenn das Holz trocken/Feucht ist, je nach Holzart. Oder das Scheit Stellen/legen.
Es gibt genügend Varianten bei einer so einfachen Sache.

Meine Lösung bei feststecken:
Stecken lassen, von Hackklotz abrutschen lassen, mit dem Schwung einen kompletten Kreis in der Schulter Drehen und mit dem Axtrücken wieder auf dem Hackklotz ankommen. Das eigengewicht des Scheites reicht dann schon.
ABER: hinter Dir darf niemand und nichts sein! könnte ja von der Axt fliegen = aua

Viel Spass beim üben
 

kaputtmacher

Mitglied
hi,

vielleicht noch ein wichtiger Tip um den Stiel und Körper zu schonen

immer auf den Rand des Holzes schlagen!!!!
niemals in die Mitte, das ist Energie verschwendung!!

die Axt sollte immer ein Stückchen aus der Rinde schauen (in deine Richtung:D)

das hat Vorteile:

-die Holzscheite stehen beim Schlag vor der Axt und nix kann den Stiel treffen

-die wachsende Schicht unter der Rinde wird durchtrennt

-und es geht viel leichter :super:



mein Mittel der Wahl zum Spalten, ein 3kg Ochsenkopf

mfg
 

M.Schmid

Mitglied
@ kaputtmacher

Das kann ich nur bestätigen und gegebenfalls von außen nach innen arbeiten.

Wobei man aber schon einigermaßen treffen sollte :teuflisch
Sonst spaltet die Axt nicht das Holz sondern den Boden oder den Fuß

Gruß Max
 

yaammoo

Mitglied
Und noch ein Tip zum Holzspalten. Man spaltet immer " so wie der Vogel scheißt", also das Ende des Klotzes, das im Stamm tiefer war steht auf dem Hackeklotz, dasjenige welches weiter oben war, da trifft die Axt.
 

fshamburg

Premium Mitglied
Vielen Dank für die zahlreichen und interessanten Antworten. :super:

Bezeichnenderweise profitierte ich am meisten von den Handhabungstipps. Habe mir immer besonders Mühe gegeben, den Klotz genau in der Mitte zu treffen und nicht am Rand, daher die häufigen "Stieltreffer". Zusammen mit "spalten wie der Vogel scheißt" kann ich jetzt viel größere Stücke mit deutlich weniger Kraft spalten. Das Stielproblem hat sich damit praktisch gleich mit gelöst. :)
Mein Werkzeug ist doch gar nicht so schlecht. Als Anfänger wollte ich eine leichte Axt (1300 g) für die Menge haben. Der Spalthammer (3000 g) ist für´s Grobe. Mit der Kombi komme ich ganz gut zurecht. Dabei achte ich auf langsames Arbeiten. Zum einen halte ich dann länger durch, zum anderen hacke ich mir nicht ins Bein. :hehe:

Nun zu den neuen Fragen:
Gilt das Schlagen auf den Rand auch für den Spalthammer?
Wie lang sollte man dem frisch geschlagenen Holz Zeit zum Trocknen geben, bevor man es spaltet?

Nochmals Danke und Gruß Frank
 

chamenos

Super Moderator
Gilt das Schlagen auf den Rand auch für den Spalthammer?

ja----nein:D

Hängt vom Holz ab.

kleinere Stücke (so bis 20cm Durchmesser) bekommen es voll in die Mitte.
Von richtig großen Scheiben schlage ich gerne "Bogensegmente" vom Rand ab.

Wie lang sollte man dem frisch geschlagenen Holz Zeit zum Trocknen geben, bevor man es spaltet?

Je frischer das Holz desto leichter läßt es sich spalten und desto mieser läßt es sich sägen;)

Und da gespaltenes Holz schneller durchtrocknet gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund es nach dem Fällen noch liegen zu lassen, - es sei denn du sägst es mit der Schrotsäge auf:D

Gruß
chamenos
 

williw

Super Moderator
Moin,

das Spalten vom Rand her ist leider etwas risikoreicher, da die Axt dann auch schon mal unverhofft schneller aus dem Holz wieder zum Vorschein kommen und nicht unbedingt im Hauklotz einschlagen kann :rolleyes:

Cut1.jpg


Waren drei Stiche und eine Woche Antibiotikum.

Birke, Eiche, Erle spalte ich meist mittig.
Kiefer lässt sich aber wirklich nur vom Rand her vernünftig spalten.
Bei weichem Holz (Kiefer, Blaufichte) habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein schlankerer Axtkopf besser ist.
Ein schnell dicker werdender steckt schneller fest.

Willi
 

williw

Super Moderator
Aber immerhin hat die Plastikkappe gehalten. :p
Der Einschlag kam erst dahinter und ging dann bis auf den Knochen, bis die Axt von eben diesem und vom dicken Leder gestoppt wurde.

Ein Hackklotz war nicht drunter aber eine zweite 33er Rolle.
Für den Klotz war mir die 40cm Durchmesser Rolle noch zu schwer.
Daher wollte ich sie unten zerteilen.

Ist ja letztlich auch egal.
Ich wollte nur etwas sensibilisieren, was das Hacken vom Rand her angeht.

Willi
 

pele

Mitglied
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