Hölzer Stabilisieren...

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit Hölzer und andere Griffmaterialien zu Stabilisieren OHNE DEN EINSATZ EINER VAKUUM-ANLAGE ?


Gruss

Daniel

[ 23-03-2001: Nachricht editiert von: Daniel Gentile ]
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Guten Tag Daniel, ich hoffe es ist alles OK bei dir?
Nun zum stabilisieren. Im vakuum geht es nicht! Haben wir schon probiert, ergebnis ist unbefriedigend. Medium (welches auch immer) dringt nur bruchteile von mm in das holz ein.
Es geht nur mit enorm hohen drücken, so 200bar und darüber. Sehr gute erfolge hat andreas Schweikert mit einer selbst gebauten anlage erzielt. Er hat auch das entsprechende "harz" gefunden, ein sog. feucht aushärtendes acrylharz.
Geh mal auf seine site und mail ihn an: www.as-schmide.de (falls sie wieder funktioniert) oder e-mail: andy@as-schmide.de
Es ist eine bereicherung den burschen kennenzulernen!!
Gruß
Wolfgang

[ 23-03-2001: Nachricht editiert von: Wolfgang Dell ]
 

Armin II

Mitglied
Soviel ich weiss wir zum Stabilisiern das Holz zunächst einige Zeit im Vakuum behandelt um Feuchtigkeit und Luft aus den Poren zu entfernen. Dann wird das Harz zugegeben und unter Druck gesetzt, so dass es ins Holz eindringt.
 

Wolfgang Dell

Mitglied
Hallo Günther und Armin2, absolut richtig, hatte ich vergessen, vakuum ist dabei. Mit vakuumpumpe erreicht man nicht ganz -1.
Hab früher meine tragflügel im vakuum beplankt, daher stammt noch die pumpe.
Wolfgang
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Muß ich Dir etwas widersprechen, Wolfgang.
Nur im Vakuum geht es nicht.Punkt.
Aber, wenn im Vakuum die Gasblasen nachlassen, Vakuum auffüllen und mit Kompressor 6 - 8 ATÜ Druck draufgeben. Das Stabilisiermittel muß dünnflüssig wie Wasser sein, feuchtigkeitsaushärtendes Acryl ist nicht schlecht. Nur mit Druck stabilisiert nicht ganz durch, irgendwo muß die Luft und Feuchtigkeit aus den Poren ja bleiben.
Das Vakuum muß auch nicht sehr hochwertig sein, 90 bis 95% reichen und sind mit einer kleinen Handpumpe zu erreichen.
Gruß
Guenter
 
G

gast

Gast
Sicher ein interessantes Thema an dem ich auch schon einige Zeit arbeite. Also muss ich mal den gesammelten Senf dazu geben:
Auf den Seiten der Amerikanischen Messermacher wimmelt es von Tipps. Im Labormassstab, den man privat kaum übersteigen muss, ist Vakuum der wichtigste Teil des Verfahrens. Wie heisst es so schön in der Physik: "wo ein Körper ist kann kein anderer sein". Also muss Feuchte und Luft raus, dann kann Harz rein. Man kan sich das leicht klar machen wenn man sich das trockene Holz als Zellgebilde aus Luftblasen und rel. starren Zellwänden vorstellt. Eine Fa. in USA verwendet 400 bar Druck. das reicht die Luft in den Zellen sehr weitgehend zu komprimieren. Harz wird eingepresst und teilweise bei der Entspannung wieder raus. Wände bleiben getränkt und härten aus. Folge stabilisiertes Holz, das weiterhin porös ist, aber nicht mehr arbeitet.
Curtis Wilson setzt hauptsächlich Vakuum ein. Im Beispiel, das Vakuum zieht die Luft aus den Zellen, teilweise verdampft auch Restfeuchte. Anschließend wird das Harz vom Umgebungsdruck eingepresst, bzw. vom Unterdruck in den Zellen eingesaugt. Man macht das mehrfach und hält den Unterdruck jeweils längere Zeit. Es sprudelt wie ein Luftstein im Aquarium. Sobald das Harz etwas höhere Viskosität hat klappt das aber nur noch mit der Hilfe des zusätzlichen Überdruckes. Die tiefen Geheimnisse liegen aber in der Wahl der Lösungen und da bin ich auch noch am Anfang. In USA gibt es Wood Hardener, der gut sein soll. Auch werden alle Arten von Tiefgrund verwendet, oder Polyurethan. Dann gibt es da noch das recht unangenehme Methyl Methacrylat, das in der Medizinischen Präparationstechnik verwendet wird......wenn ich mit meinen Versuchen fertig bin verrate ich die Rezepte!

Vielleicht habt ihr weitere Tipps.

so long
 

Camig

Mitglied
Hallo,
ich mache dies heute zum ersten Mal und bitte um Nachsicht falls irgedwas schiefgeht.

Ein Supertip zum (zumindest oberflächlichen ) Stabilisieren von Holz oder anderen porösen Materialien ist ein Cyanacrylatkleber namens
"Starbond" ( www.starbond-europa.de ). Es gibt ihn in verschiedenen Konsistenzen von geleeartig-dick bis ultra-dünnfließend, wobei letzters ideal ist um z.B. Holzoberflächen damit zu "imprägnieren".
Das Material dringt je nach Dichte des Holzes mehrere Millimeter bis zu Zentimeter ein und härtet mehr oder weniger schnell aus. Die Oberfläche ist nachher vollständig wasserfest und fleckbeständig, das ist ja wohl der Hauptzweck der Stabilisierung.
Eignet sich natürlich auch zum Kleben von z.B. Griffschalen an Klingen anstatt von Epoxy.
Zum guten Schluß gibt es noch " Accelerator" und " Debonder" zum sekundenschnellen abbinden bzw. lösen der Klebeverbindung.
 
G

gast

Gast
Richtig,
Cyanacrylat, wie auch Starbond, wird besonders empfohlen um Horngriffe nach dem Schliff und vor der Politur zu versiegeln. Man soll dadurch eine dichtere Oberfläche erhalten. Für die Stabilisierung nach dem Druckwechselverfahren wird aus einigen Quellen sogar geraten es nicht einzusetzen, warum weiss ich nicht, sicher nicht nur wegen des hohen Preises.
Das Mittel der Wahl ist da wohl MMA, Methyl Methacrylat, das letztlich zu Acrylglas härtet. Es wird z.B. zur Restaurierung und völligen Tränkung von Steinstatuen, nach gleichem Verfahren eingesetzt. Den Entwickler und Betreiber dieses Verfahrens !in Germanien! habe ich inzwischen an der Leine....schaun wir mal.

bis dann