Hirschhorn

fria

Mitglied
kann mir jemand den unterschied zwischen europäischem hirschorn (rotwild etc.) und indischem sambarhirschhorn bei der verwendung als griffmaterial erläutern? was sind die vor- bzw. nachteile und was muß man generell bei der verarbeitung beachten? wie sind die preise?
 

Odin

Mitglied
ich kann dir nur soviel sagen:
Bei Rothirsch ist ein sehr grßer teil des Horns innen aus mark und deshlab nur schwer zu gebrauchen. Bei sambar ist der markanteil sehr viel geringer und man kann das horn besser verarbeiten.
 

Claymore

Mitglied
Beim europäischen rotwild, hat ein größerer Anteil des Horndurchmessers eine poröse Struktur, als z.b. beim Sambarhirsch oder beim Rentiert, die sich nicht gut polieren lässt und durch die offenporige struktur leicht unschön und schchmutzig wirkt.
Wenn mann statt Grifschalen einen 'vollhorngriff' macht, kann der poröse Anteil leichter ausgebohrt und mit Epoxid Harz verfüllt werden.
Da wird der Nachteil also fast zum vorteil.
Alles eine Frage des Standpunktes.
zu Preisen kann ich nicht viel sagen.
Azwo hat schon mal gute Erfahrungen mit Flohmärkten gemacht, auf denen er die Dinger billig bekommen hat

gruß
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Und wenn Du auf den Flohmarkt gehst, dann halte Ausschau nach den osteuropäischen Stangen, Ungarn/Rumänien/Polen. Bei diesen ist die Wandung sehr viel dicker als bei unseren, was am Gewicht leicht abzuschätzen ist.
 

Haudegen

Mitglied
hi fria,

eine stange könnte ich dir fürn vergelts gott überlassen ( rothirsch). allerdings sind halt die transportkosten nach dings, ähh , A
a bisserl hoch. kommst du nach münchen zum treffen ??

ps: die stange ist leicht, aber wie claymore schon sagte, kann auch ein vorteil sein. <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0">

grüße,..........

[ 28-05-2001: Nachricht editiert von: Haudegen ]
 

AchimW

Mitglied
Langsam, langsam Leute.

Wenn Ihr Euch mal die Mühe macht in eine Artenliste nach den Cervideen zu schauen, so werded Ihr feststellen, daß es dutzende (vielleicht 80 oder 100) verschiedener Arten von Reh- und Hirschwild gibt, die alle unterschiedliche Arten von Geweihen tragen.
Der europäische Rothirsch hat in aller Regel für Messergriffe viel zu dicke Stangen, die zudem noch extrem porös sind. Da findet man nur hin und wieder eine brauchbare Spitze. Das was aus dem Osten kommt ist, wenn die Wandung dicker ist, meist Maral-Hirsch. Aber auch da sind die Stangen meist zu dick um als Messergriffe zu dienen. Was sehr brauchbar ist ist Rentierhorn, das kaum porös ist. Auch Elch (die Spitzen) ist wunderbar und sieht von alten Schaufeln wenn's geschliffen ist wie altes Elfenbein aus.
Was aus Indien kam (ja, kam, aber dazu später) war meist Sambar- seltener Sikka-Hirsch oder Axis-Reh. Alle drei Arten produzieren erstklassiges, dichtes und schön gefärbtes Hirschhorn mit einer tollen Oberflächentextur. Sambar hat sogar überhaupt kein poröses innenmaterial, sondern nur ein sehr kleines Mittelloch, das sich durch das gesamte Geweih zieht.
Nun zur traurigen Seite: die indische Regierung hat in 1998 einen totalen Exportstopp für Hirschhorn verhängt. Warum weiß der Teufel, vielleicht brauchen die indischen Politiker das Zeug als Potenzmittel. <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0"> Im Markt sind jedenfalls nur noch Restbestände von Sambar zu finden, die zum Teil für hohe Preise gehandelt werden. Fast alle großen amerikanischen Firmen (Case etc.) haben jedenfalls die Produktion ihrer Serien mit Hirschhorn einstellen müssen.

Achim
 

Claymore

Mitglied
da bleibt nur eins, vorausgesetzt man muß das besagte stück nicht zu teuer kaufen.

ausprobieren, was funktioniert.
 

Matthias

Mitglied
Hallo Leute,

möchte mich auch mal wieder zu Wort melden. Das mit dem Export-Stop von indischem Hirschhorn ist schon ein dickes Ding. Ich frage mich allerdings, warum im Handel noch immer soviel Messer mit besagten Horngriffen vorliegen. Restbestände?
Renhorn ist wirklich ein tolles Material für Messergriffe, habe grade ein schönes gebogenes Stück verarbeitet. Aber es hat halt nicht die Struktur von Hirschhorn, die so "rustikal" wirkt. Dafür kann man damit eine elfenbeinähnliche Oberfläche erzielen und wird bisweilen von hübschen Farbtönen überrascht.

Grüße aus Esslingen,

Matthias.
 

DeadlyEdge

Mitglied
Ist der Sika-Hirsch (Cervus nippon) nicht eingebürgert ?
Ich habe mal in Bulgarien ein Hirschgeweih-Horn in dem Wald gefunden <IMG SRC="smilies/cwm41.gif" border="0"> . Es hat Mark , aber auch eine Menge dichtes Material .
Martin
 

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Claymore

Mitglied
Hing da etwa noch ein wenig Hirsch am Horn des Hirschhorns <IMG SRC="smilies/biggrin.gif" border="0">
Die Aussage über die Struktur des Horns der einzelnen Arten ist mit Sicherheit korrekt.
Abweichungen gibt es aber überall.


cu