Hilfe beim Messerbau - Bohrungen, Griffe

zipehpa

Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe meine erste Messerklinge soweit fertig, dass ich sie demnächst härten kann, aber voher will ich noch Bohrungen zur Fixierung der Holzgriffe machen, hierfür habe ich Stangenmaterial (Vollmaterial) mit Ø8mm gekauft (ich säge sie sozusagen zu kurzen Stiften ab).

Meine frage nun, mit welchem Durchmesser bohre ich vor um später (nach dem härten) die Stifte gut durchschlagen zu können? Sind 7,8mm in Ordnung? Klingenstärke ist 5mm.

Ein Foto lade ich noch hoch, dann ist das vielleicht verständlicher.


Nachtrag: Kann man nur noch Bilder von einer URL hier einfügen? Ich sehe nichts wo ich von meiner Festplatte uploaden könnte.
 
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alxh

Premium Mitglied
Moin
ich bezweifle, dass du die Stifte durch ein 7,8mm-Loch durchkriegst. Kannst ruhig die Löcher mit 8mm bohren, im Holz bohre ich dann sogar mit 8,1.
Falls du unbedingt einen festen Sitz der Pins haben willst, könntest du die nach Einsetzen etwas mit einem nicht zu leichten Hammer stauchen. Mache ich aber nicht, wenn ich noch zusätzlich verklebe.

alex
 

zipehpa

Mitglied
Moin
ich bezweifle, dass du die Stifte durch ein 7,8mm-Loch durchkriegst. Kannst ruhig die Löcher mit 8mm bohren, im Holz bohre ich dann sogar mit 8,1.
Falls du unbedingt einen festen Sitz der Pins haben willst, könntest du die nach Einsetzen etwas mit einem nicht zu leichten Hammer stauchen. Mache ich aber nicht, wenn ich noch zusätzlich verklebe.

alex

Das macht die Sache leichter, dann bohre ich mit 8mm und mit Öl :)

Das mit dem Stauchen bringt mich auf eine weitere Idee, man könnte auch mit einem Meißel Kerben reinschlagen, das wirft Material auf und führt auch zu einem festen Sitz. Werde ich mir überlegen ob ich das mache oder nicht. Auf alle Fälle danke für den Tipp :super:

Meine Klinge ist unten an der Spitze 1mm dick um Wellenbildung beim Härten zu vermeiden, ist der Schleifaufwand erheblich dadurch? Habe damit noch keine Erfahrung, man liest aber, dass man 0.4 bis 2mm stehen lassen kann. Wenn ich deshalb 30min länger schleifen muss weil es 1mm statt 0.4mm sind, ist das ok für mich.
 
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Armin II

Mitglied
Die Bohrungen im Erl und in den Griffschalen mit 8,1 bis 8,2 mm.
Stauchen der Pins ist nur in Metallbacken sinnvoll.
Stauchen von Pins in Holzgriffschalen führt gern zu Rissen in den Griffschalen.
Aus diesem Grund mindestens 0,1mm grösser bohren und die Pins einkleben.

Presspassungen bei solchen Durchmessern haben typischerweise 0,01-0,03 mm Untermass. Mit deinen 7,8mm bist du da ganz weit entfernt.
 

alxh

Premium Mitglied
Meine Klinge ist unten an der Spitze 1mm dick um Wellenbildung beim Härten zu vermeiden, ist der Schleifaufwand erheblich dadurch? Habe damit noch keine Erfahrung, man liest aber, dass man 0.4 bis 2mm stehen lassen kann. Wenn ich deshalb 30min länger schleifen muss weil es 1mm statt 0.4mm sind, ist das ok für mich.

das sind alles auch Fragen des Equipments. Wenn du 1mm stehen lässt und die Möglichkeit hast, gehärteten Stahl nass zu schleifen, wai not. Hat man noch die Möglichkeit, etwas Verzug rauszuschleifen.
Wenn man gut vorgearbeitet hat und alles schön symmetrisch ist, dann härte ich auch schon mal mit 0,3-0,4. Ein bisschen Zeit hat man nach dem Abschrecken ja noch, um ein bisschen zu richten. Kommt dann auch wieder etwas auf den Stahl an, die Verhalten sich ja auch schon mal unterschiedlich, was Härteverzug angeht.
 

Wolfgang78

Mitglied
Hallo, bei Youtube haben die Jungs von Man at arms die Klinge nach dem Abschrecken zwischen zwei Holzstuecken festgeklemmt und sie dazwischen fertig abkuehlen lassen. Ich habe das selber probiert (mit zwei 5cm dicken Planken im Schraubstock) und die Klinge war kerzengerade. Nun weiss ich natuerlich nicht ob die sich sonst verzogen hätte, sie war sehr gleichmässig geschliffen vorm Härten, aber schaden kanns meiner Ansicht nach nicht, fuer mich hats jedenfalls funktioniert. Viele Gruesse Wolfgang
 

zipehpa

Mitglied
Hallo Wolfgang, super Tipp Danke dafür!

Wie lange schreckt man eigentlich ab? Bis keine Bläschen mehr kommen oder gibts da ne bestimmte Zeit? Verwende aktuell einen CK75 Stahl.
 

Wolfgang78

Mitglied
Hallo, ich hole die Klinge ganz kurz aus dem Ölbad, und wenn das Restöl auf der Klinge nicht von alleine wieder Feuer fängt ist die Temperatur bei ca 200 Grad ( jedejfalls bei dem Öl das ich bisher verwendet habe) und das scheint zu funktionieren, der Stahl ist dann auch noch formbar sozusagen. Ob sich der von dir verwendete Stahl anders verhält weiss ich natuerlich nicht, sollte aber so funktionieren finde ich. Vielleicht haben die mehr erfahrenen Kollegen hier auch bessere Tips, ich bin ja auch noch Neuling. Aber fuer mich hat das funktioniert. Viel Spass beim Probieren!:super:
 

Bummi

Mitglied
Hallo zipe… , c75 ist ein Klassestahl. Lässt sich auch einfach härten. ich würde folgendermaßen vorgehen
- vorwärmen auf 300grd blaue Farbe
- härten im Holzkohlefeuer dafür geht jeder Gartengrill , braucht ein bisschen mehr kohle
- dafür grill auf hellrot bringen etwa 850grd , wenns mehr ist macht das nichts bei den kurzen Zeiten.
- mit Schneide nach unten in die Glut stecken. Griff draussen lassen.
- Haltezeit max 10 min. Klinge muss Farbe über ganze Schneidzone zeigen, Rücken kann etwas schwächeln
- im Winkel von 45 Grd ins Öl stecken
- jetzt abschrecken, Rücken voran, leicht bewegen.
- zähl bis 45 dann herausnehmen, es ist ein Tugschluss das man dann noch was richten kann- bitte niemals versuchen
- wenn sich Martensit gebildet hat dann ist das hart und ist spröde
- mit dieser minimalen Härtezone kommt es zu keinem Verzug ( ich hatte noch nie Probleme )
- handwarm entnehmen , waschen in warmen Wasser
- anlassen bei 180 bis 200grd , ergibt 58 bis 60 HRC
- möglichst 2 Std /kann nie zu lange sein

Dein Griff sollte danach noch bearbeitbar sein , so das du Fehler noch korrigieren kannst.
Nur Mut , trotz aller Sorgfalt lässt es sich nicht vermeiden , daß auch mal was klappt.

Gruß Fritz
 
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