Hilfe bei Härteofenbau...

dinscheder

Mitglied
Ich bin der Sucht verfallen nicht nur Messer zu schmieden sondern auch die Maschinen zur Herstellung wie Bandschleifer oder Vakuumpumpen zum Griffimprägnieren selbst zu bauen...denke die Sucht ist hier bestens bekannt etwas zu sehen und es haben oder bauen zu müssen:irre::irre:

Mein neues Projekt ist ein Elektrohärteofen, inspiriert durch Dietmar's grandiosen Härteofen für Langgut...

Nun folgendes Problem:
Ich habe bei einer Firma ein Keramikroht angefragt, das als Brennkammer dienen sollte...nun 160€ sind für mich als Student etwas viel:jammer:
Ich wollte das Rohr durch eine Brennkammer aus Schamotte mit Klassifikationstemperatur von 1400 C° ersetzen, wobei ich den Ofen nur bis ca. 850 C° betreiben möchte um C-Stähle zu härten...
Um diese Kammer wollte ich dann den Kanthaldraht wickeln und alles mit Keramikwolle dämmen...
Mir stellt sich nun die Frage, die ich auch mit google nicht beantworten konnte, ob die Schamottplatten leitend sind und so zu einem Kurzschluss führen oder einfach lebensgefährlich sind???
Wenn ja müsste ich mir etwas anderes überlegen


Danke für eure Hilfe:super:

Dinscheder
 

sanjuro

Mitglied
......Mein neues Projekt ist ein Elektrohärteofen......Mir stellt sich nun die Frage,.......ob die Schamottplatten leitend sind und so zu einem Kurzschluss führen oder einfach lebensgefährlich sind?.....
Infos dazu gibt's direkt an der Quelle: www.kanthal.com. Die freundlichen Leute berechnen Dir den Draht, die Leistung, die Außen- und Innentemperatur bei x cm Wärmedämmung usw.

Gruß

sanjuro
 

Dietmar

Mitglied
Schamotte ist nicht leitend. Aufpassen muß Du bei den Zuleitungen,
genauer gesagt bei den Durchdringungen des Mantels. Hier muß alles
100%ig sicher sein. Auch bei evtl auftretenden Beschädigungen, Um-
fallen des Ofens usw.
Gruß Dietmar
 

dinscheder

Mitglied
Danke für eure Antworten!!:super:

Das was ich an dem Gehäuse aus Stahl baue werde mit einander leitend verbinden und dann ordentlich erden...das sollte Schutz genug sein...

Habt ihr eine Idee wie man den Kanthaldraht am geschicktesten mit einem normalen Kupferdraht verbindet, da dieser die 1200 C° wohl keine Sekunde mit machen wird...


Dinscheder
 
Wenn du hast oder findest,in alten E-Backöfen sind Keramikteile drin zum verbinden,ob alte Verteilerdosen noch mit Keramik gehen weis ich aber nicht,bei meinem Brennofen ist der Kanthal aber nicht direkt mit dem normalen Kabel verbunden,sondern es ist noch ein Draht mit einer Hitzebeständigen Umhüllung dazwischen,Ceran-Kochfelder haben sowas auch,
 

dinscheder

Mitglied
Ja die Ideen sind vielversprechend:super::super:

Habt mir schon deutlich weitergeholfen...aber da ist noch was:

Was man immer wieder findet sind Platten aus Vermiculite die sich einfacher bearbeiten lassen als Schamotte. Die sollen bis 1100 C° temperaturbeständig sein. Ich dachte mir die ersscheinen nicht ganz so spröde und rissanfällig wie Schamotte.

Hat jemand Erfahrung mit diesen Platten und weiss ob die es aushalten, wenn ich den Kanthaldraht unmittelbar drum wickel??
Hier gibt es die z.B:
http://www.schmidt-feuerfest.de/product_info.php?products_id=47

Dinscheder
 
Zuletzt bearbeitet:

sanjuro

Mitglied
Hilfe bei Härteofenbau

......Was man immer wieder findet, sind Platten aus Vermiculit, die sich einfacher bearbeiten lassen als Schamotte. Die sollen bis 1100 C° temperaturbeständig sein......
Hat jemand Erfahrung mit diesen Platten und weiß, ob die es aushalten, wenn ich den Kanthaldraht unmittelbar drum wickle?.....
Vermiculit hat bessere Dämmeigenschaften als Schamotte, ist aber nach meiner Kenntnis weit weniger robust als vom Vertreiber angepriesen. Die gute Wärmedämmung beruht darauf, dass das Vermiculit thermisch expandiert wird und daher viel Luft in den Zwischenräumen speichert. Wenn man es nun wieder verpresst oder bindet, lässt naturgemäß die Wärmedämmung nach.

Ich kenne Vermiculit (auf englisch/französisch Vermiculite) als thermisch nicht hoch belastbar, vor allem feuerseitig nicht. Die 1.100°C halte ich für die Angabe der Klassifikationstemoperatur, also besser 10 - 15% abziehen! Das Reißen der Schamotteplatten ist übrigens kein Mangel oder Fehler, sondern das ist unvermeidlich und baut Materialspannungen ab. Wenn Dich das stört, gibt es die Möglichkeit, den Ofen aus Feuerleichtstein zu bauen (kleben). Dort tritt das Phänomen nicht so deutlich auf; gleichzeitig hättest Du eine sehr wirksame Wärmedämmung.

Für Anschlüsse an die Heizwendel gibt es spezielle Klemmen aus Kanthal-Legierung (Infos dazu gibt's direkt an der Quelle: www.kanthal.com. Die freundlichen Leute berechnen Dir den Draht, die Leistung, die Außen- und Innentemperatur bei x cm Wärmedämmung usw.). Der Kupferdraht darf nur außerhalb des Ofens mit dem Kanthal-Draht verbunden werden. Meist werden dafür die Anschlussenden der Wendeln doppelt verdrillt, um einen größeren Querschnitt und daher geringere Temperatur zu erhalten.

Gruß

sanjuro
ls Ein
 

dinscheder

Mitglied
Danke sanjuro:super::super:

Hm hatte ich mir schon fast gedacht mit dem vermaculite....

Habe gegoogled aber Feuerleichtsteine sind als Platten scheinbar nicht aufzutreiben....
Hatte mit überlegt eine viereckige Brennkammer aus den Plattem zu basteln und mit Kanthaldraht zu umwicken. Wenn die Feuerleichtsteine einen so hohen Dämmwert haben wird die Hitze schlecht in den Innenraum gelangen und der Draht wäre thermisch hoch belastet...

Werde einen Entwurf machen den Draht im Innern unterzubringen, was für mich jedoch zwei Nachteile hat: Es muss eine totsichere Stromabschaltung geben, was außerhalb des Brennraumes nicht nötig wäre. Zum anderen ist das deutlich komlizierter zu bauen und der Brennraum wird nicht soooo schön. Man muss wohl Kompromisse machen was den Eigenbau angeht....

Habe hier im Forum auch überaschender Weise nur ein Eiigenbauprojekt gefunden...
Wenn jemand einen Link hat mit einer Anleitung oder Bildern würde er mir damit sehr weiterhelfen....


Dinscheder
 

Badger1875

Mitglied
Was man sich noch überlegen sollte:

die Feuerleichtsteine haben eigentlich alle die Aufgabe wärmetechnisch zu isolieren...



...wenn ich nun die Feuerleichtsteine nach innen nehme um eine Stabile Kammer zu erhalten und die Kanthaldraht-Wicklung von außen (!) um die Steine anbringe, das Ganze nun mit Keramikwolle oder ähnlichem einwickle, wieviel Energie brauche ich dann mehr, um den Innenraum (der ja durch die Feuerleichtsteine noch isoliert wird) auf meine gewünschte Temperatur zu bringen?

Abschaltung? Kein Problem:

mit einem Türkontakt ein Relais ansteuern, so wie es eben bei allen Öfen dieser Art gemacht wird.
Soll es 100% sicher sein? Zieh doch einfach den Stecker!


Freddie
 

dinscheder

Mitglied
Es geht in die nächste Runde!!

Habe lange gesucht und mir dann ein Sillimantin Keramikrohr mit 100mm Innendurchmesser besorgt (350mm lang) sowie 25m Kanthaldraht 1,1mm stark:hehe::hehe:

Die Steuerung werde ich wohl mit einem Leistungsregler-Bausatz von Conrad machen (Leistungsregler und Poti enthalten bis 2700W)
Oder spricht da etwas aus technischen Gründen dagegen??

Nun zur eigentlichen Fragen:
Wollte mit ein Mantelthermoelement zulegen, aber da die recht teuer sind suche ich eine billigere Lösung...
Verstehe ich das richtig, dass ich mir auch eine günstige Ausgleichsleitung kaufen kann um mir selber ein funktionstüchtiges Thermoelement herzustellen? -Sprich enden abisolieren, verdrillen und in den Eingang eines Manomethers für Thermoelemente Typ K friemeln??

Spielt es eine Rolle auf welcher Länge die beiden Litzen Kontakt haben durch das Verdrillen oder das Wegschmelzen der Isoliereung??

Danke für eure Hilfe!!

Dinscheder
 

nether

Mitglied
Verstehe ich das richtig, dass ich mir auch eine günstige Ausgleichsleitung kaufen kann um mir selber ein funktionstüchtiges Thermoelement herzustellen? -Sprich enden abisolieren, verdrillen und in den Eingang eines Manomethers für Thermoelemente Typ K friemeln??

Spielt es eine Rolle auf welcher Länge die beiden Litzen Kontakt haben durch das Verdrillen oder das Wegschmelzen der Isoliereung??

ja, man kann sich selber ein thermeoelement aus einer ausgleichsleitung basteln. allerdings sollte man einige dinge wissen:

1) man misst immer die temperatur des punkts, an dem sich die drähte als erstes berühren. wenn dir die isolierung weg schmilzt und die drähte berühren sich nach 2 cm in der isolierung, dann misst du die temperatur 2 cm in der isolierung.

2) wenn du einen masseschluß baust, dann wirst du höchst wahrscheinlich nicht mehr viel messen, weil das messgerät damit üblicherweise nicht klar kommt
 

jafi

Mitglied
@ dinscheder
verrätst du, was du für das Keramikrohr bezahlt hast und wo du's her hast?

Zur Steuerung: Nimm besser eine Reglung :D. Es gibt inzwischen erstaunlich günstige PID-Regler mit Anschlußmöglichkeiten für Thermoelemente.

Wie willst du den Kanthaldraht auf dem Rohr befestigen?

Gruß, Jan.
 

dinscheder

Mitglied
Hallo jafi!

Habe das Rohr aus Sillimantin 60 bei Haldenwanger bezogen. So ein Rohr kostet um die 150€, was nicht ganz billig ist wie ich finde. Ich baue den Ofen mit ein paar Studenten und als ich einem sehr freundlichen Mitarbeiter bei Haldenwanger von unserem Projekt erzählt habe konnte ich es als kostenloses Muster bekommen. Wir haben uns über diese Spende sehr gefreut, weil wir nicht besonders viel Geld über hatten. 150€ hätten wir nie aufbringen können muss ich sagen. Hab wohl glück gehabt :steirer:

Habe mir 1,25mm 25m Kanthaldraht bei heizspiralen.de besorgt mit zwei großen Keramiklüsterklemmen. Den Drahl habe ich an einem Ende mit einer Schlinge aus Kanthaldraht befestigt und dann so fest wie möglich gewickelt, was unfassbar anstrengend ist, weil der Draht mehr als störrisch ist:staun::staun:
Beim Durchmssen kam ich ziemlich genau auf meine gewünschten 1500W (35Ohm - 6,5 Ampere...wer nicht rechnen möchte:hmpf:). Hatte ich nach einer Vorlage aus dem Forum berechnet...
Ich hatte die Illusion das würde so halten, also einfach mal in die Steckdose (Keine Angst mein Vater ist Elektriker und hatte ein Auge auf mich:rolleyes:) aber der Draht dehnte sich etwas und einige Wickelungen berührten sich schon nach wenigen Sekunden.
Komme über Vitamin-B an Schamottemörtel bis 1600 C° den ich mit einer Keramikfasermatte mischen werde, sodass wenn sich Risse bilden der Mörtel nicht sofort bröckelt....(Weiss nicht ob das etwas bringt aber mal ausprobieren)
Konnte mir bei Firma Silca in Mettmann kostenlos vakuumgepresste Keramikplatten mitnehmen, mit denen ich einen Kasten um das Rohr baue. Lasse mir von einem Freund noch ein Gehäuse aus Edelstahl kanten, um die Platten zu schützen. Die neigen nämlich zu fusseln was wiederum zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Krebs führen soll, also lieber vorsicht!!! Wenn ich Zeit finde kann ich ja mal ein paar Fotos machen wie ich das Ding baue.

Zu steuerung dachte ich auch an eine PID-Reglung die man bei der Bucht für ca. 50-60 Euronen beziehen kann.Dachte an so etwas hier:
http://cgi.****.de/Einbauset-Temper...675126?pt=Sensoren_Regler&hash=item43a288ad76(Ihr müsst die vier **** wohl durch "die Bucht" ersetzen...geht wohl nicht ohne, zumindest kann ich es nicht direkt verlinken-urheberrechte?? naja wie auch immer)
Wollte vielleicht noch einen Dimmerbausatz aus der Bucht in Reihe schalten um die Leistung fein zu dosieren, wodurch ich mir verspreche das Pendeln der Temperatur zu minimieren...

Hoffe alle Fragen sind beantwortet wenn nicht immer her damit....

Grüße Dinscheder
 

dinscheder

Mitglied
Noch was zu dem Keramikrohr:
Hatte auch daran gedacht das Rohr in eine Drehbank einzuspannen und mir in die kleine Flex eine Diamantscheibe einzuspannen. Dann erst die Spirale vorzeichnen und gaaaaanz vorsichtig mit der Flex Rillen reinschneiden....

Hatte aber zu viel schiss dass die Nummer schiefgeht-Komme an so ein Rohr nur schwer wieder dran. :steirer:

Sollte aber problemlos gehen da das Rohr eine Wandstärke von 7,5 mm hat...die Rillen müssten das Verrutschen gut verhindern. Hätte auch den Vorteil dass man sich das gematsche mit dem Beton sparen kann. Wenn der günstige Draht mal den Geist aufgibt lässt sioch diese wechseln ohne den Boton anzukratzen - Wird das Rohr wohl kaum überleben:(:(

Grüße Dinscheder
 
G

gast

Gast
Noch was zu dem Keramikrohr:
Hatte auch daran gedacht das Rohr in eine Drehbank einzuspannen und mir in die kleine Flex eine Diamantscheibe einzuspannen. Dann erst die Spirale vorzeichnen und gaaaaanz vorsichtig mit der Flex Rillen reinschneiden....

Hatte aber zu viel schiss dass die Nummer schiefgeht-Komme an so ein Rohr nur schwer wieder dran. :steirer:

Sollte aber problemlos gehen da das Rohr eine Wandstärke von 7,5 mm hat...die Rillen müssten das Verrutschen gut verhindern. Hätte auch den Vorteil dass man sich das gematsche mit dem Beton sparen kann. Wenn der günstige Draht mal den Geist aufgibt lässt sioch diese wechseln ohne den Boton anzukratzen - Wird das Rohr wohl kaum überleben:(:(

Grüße Dinscheder

vielleicht kannst du auch sozusagen in die Gegenrichtung arbeiten: Eine Schnur als "Platzhalter" um das Rohr wickeln, Feuerfestmörtel dünn aufs Keramikrohr schmieren, die Schnur entfernen, so lange der Mörtel noch weich ist, so dass du eine Rillenstruktur bekommst. nur so als idee...

Gruß
hobbit
 

dinscheder

Mitglied
@hobbit

ja die Idee ist gut!!:super:
Wird bestimmt so funtionieren aber ich habe den Draht schon mit den Schlingen befestigt und keinen Zentimeter mehr übrig um neue Schlingen zu machen. Hatte extra 2m mehr bestellt aber die sind für die dreifach verdrillten Anschlusskabel draufgegangen...

Sollte ich nochmal dazu komme einen Ofen zu bauen werde ich es mal ausprobieren....

Danke für deine Hilfe
Dinscheder
 

jafi

Mitglied
@dinscheder

- den Kanthal Draht mit Schamottemörtel festkleben ist wohl keine gute Idee. Es gibt genau für diesen Zweck (Kleben und Einbetten von Heizelementen) spezielle Isoliermassen.

- Der Pt100 Fühler, der in der Auktion die du verlinkt hast mit angegeben ist ist ungeeignet.

- einen Dimmer in Reihe mit einem Regler zu schalten ist aus mehreren Gründen Murks. Um Überschwingen zu vermeiden, müssen nur deine Regelparameter gut angepasst sein.

Gruß, Jan.
 

dinscheder

Mitglied
@ jafi

hatte mir schon ein Thermoelement Typ k besorgt...werde versuchen das Angebot ohne den Messfühler zu beziehen

mit dem Schamottemörtel mag sein...hast du eine idee wo man die Masse beziehen kann oder was genau das für ein Zeug ist??

hast recht mit dem Dimmer- habe alles noch mal nachgelesen und viele kommen alleine mit der PID Steuerung gut klar. Werde es damit ausprobieren.

Danke für deine Hilfe

Dinscheder