helle Stellen in Holz

Tolstoi

Mitglied
Hallo,

ich hab mir neulich mal ein Paar Hölzer für Griffschalen besorgt. Dabei sind einige mit etwas ausgebleichten, hellen Bereichen. Ich erkläre mir das so, daß beim mehrjährigen Lagern/Trocknen dieser Hölzer, einige mehr oder weniger Licht und evt. Sauerstoff abbekommen haben. Wenn ich nun so ein Holz als Griffschale verwenden möchte, würde mich interessieren, ob ich diese Bereiche wegsägen soll, oder ob es im Laufe der Zeit die eigentliche Färbung des Holzes annimmt.
Bei den Hölzern handelt es sich um Veilchenholz und Fernambuk. Über Fernambuk habe ich hier schon mal gelesen, daß es evt. bis zu einem halben Jahr dauert (unter Lichteinwirkung) bis es seine endgültige Färbung bekommt. Wie das bei anderen Hölzern aussieht weiß ich nicht. Hoffentlich habe ich das jetzt einigermasen verständlich formuliert.

Grüße Tolstoi
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Daß einige Bereiche im Rohholz durch ausbleichen oder ähnliches hell geworden sind habe ich noch nie gesehen. könnte es sich nicht u Splintholz handeln, welches bei den farbigen Tropenhölzern fast immer hell ist? In diesem Fall wird es auch nicht mehr nachdunkeln.
Sollte es tatsächlich ausgebleicht (Veilchenholz bleicht im Sonnenlicht)oder noch nicht gefärbt sein (Fernambuk), kannst du es leicht feststellen. Diese Stellen reichen nur wenige Zehntel Millimeter ins Holz. Etwas abschleifen und die Stellen sollten sich ihrer Umgebung anpassen.
 

Tolstoi

Mitglied
hallo Guenter,

natürlich handelt es sich hier um Splintholz. Ich habe mal von beiden etwas abgeschliffen, und beim Veilchenholz tut sich da nix. Da es aber nur eine kleine Kante ist, werde ich sie einfach absägen. Beim Fernambuk bin ich mir nicht ganz so sicher. Teilweise kommt eine orange Färbung zum Vorschein. Sicherheitshalber habe ich mal ein Foto davon gemacht

http://de.photos.yahoo.com/bc/anach...src=ph&.dnm=Fernambuk.jpg&.view=t&.done=http%

von vorne sieht es genauso aus wie hinten. Von oben ebenfalls. Die Stirnseiten der Kantel haben allerdings nur im oberen Bereich eine helle Färbung (ca. 3mm). Meintest Du das auch bei Fernambuk die orange Färbung sofort nach dem Schleifen zum Vorschein kommen muß, oder dauert es hierbei auch etwas länger. Ich will nicht nerven, aber ich bin mir nicht sicher, was ich jetzt damit machen soll. Wäre ja schade, wenn ich die Griffschalen auf das Messer mache, und feststellen muß, das sich da nix mehr tut. Was würdest Du mir raten ?

Grüße Tolstoi
 
Hallo Tolstoi

natürlich handelt es sich hier um Splintholz.

Dann ist ja eh alles geklärt, wie Günter schon gesagt hat, Splintholz ist bei den meisten Tropenhölzern hell und wird nicht dunkel!

Beim Fernambuk sieht es auch stark nach Splint aus, es kann aber kein Splint sein, wenn es auf den Stirnseiten von allen Kanten nur 3mm rein geht.

Kannst du noch ein Foto von den Stirnseiten machen?

Kann auch ein Trocknungsfehler, ein Dämpfeffekt, eine Fäule, ein Lagerfehler oder eine Gärbsäurereaktion sein.
Das ist am Foto leider schwer zu erkennen.

Grüsse Richard
 

darley

Mitglied
helle stellen

man kann sich natürlich nach einem photo nie sooo sicher sein, aber für mich sieht das sehr nach splint aus.
ich würde das fernambuk mal komplett überschleifen und sehen wie es dann ausschaut.
ich glaube nicht, dass zwischen dem nicht lichtausgesetzten holz und dem mit lichteinwirkung solch große unterschiede gibt wie bei deinem stück.

wenn das holz gut und lang gelagert wurde und wirklich trocken ist, dann ist es bei einem griff die zweifarbigkeit vielleicht ein netter optischer effekt.

wenn nicht, dann auf keinen fall als griff verwenden.
die schwundrate des splintholzes ist sigifikant anders - i.d.r. höher - als beim kernholz. und die "knack-gefahr" sehr hoch!

ich habe zum test alle hölzer, die ich erstanden habe, seit 3 wochen im fußbodengeheizten wohnzimmer nahe dem boden liegen.
wenn's da nicht knackt, dann ist das holz stabil und nach dem versiegeln kann theoretisch kaum noch was passieren.


bernd
 

Tolstoi

Mitglied
also mit Stirnseite und 3mm meinte ich folgendes : Wenn man die beiden Stirnseiten von vorne anschaut, sieht man nur im oberen Teil der Stirnseiten einen Bereich von ca. 3mm ,der genauso hell ist wie die Vorder/Rückseite der Frontansicht der Kantel im oberen Bereich (ist jetzt aber echt heavy beschrieben:confused: ). Ich werde auf jeden Fall die Kantel morgen noch etwas besser schleifen und ein Bild von den Stirnseiten machen. Die Fernambuk-Kantel habe ich übrigens bei Herrn Heinle/Messer-spezial gekauft. Insofern gehe ich mal davon aus, das diese schon einige Zeit getrocknet wurden. Könnte es vielleicht sein, daß ich da ein Stück Holz habe, welches aus dem Übergang Kern/Splint-Holz ist, und deshalb so aussieht ? Da ich von Holz bisher nicht allzuviel Ahnung habe (habe mich heute zum ersten mal mit dem Unterschied Kern/Splintholz auseinandergesetzt), wäre ich sehr erfreut, wenn ihr mir weiterhelfen könntet. Außerdem ist mir beim Bearbeiten der Fernambuk-Kantel schon aufgefallen, das dieses Holz ein wenig "splittert" (habe allerdings auf die schnelle nur ne grobe Raspel benutzt.

viele Grüße

Tolstoi
 

darley

Mitglied
helle stellen

geeeenau!

es ist der übergang vom splint- zum kernholz!
man sieht das schon auf deinem bild, dass ja rechts oben ein wenig von der stirnseite zeigt.
da siehst du, dass die maserung der vorderseite genau auf die der stirnseite zuläuft.

ich habe auch holz von herrn heinle. er sagte, er hätte das holz von einem instrumentenbauer und es sei absolut gut gelagert und getrocknet.
meinen beobachtungen nach - fußbodenheizung ->oben - stimmt das!
ich hatte übrigends ein überraschungspacket und ein packet mit jeweils 10 griffschalen in olive und in ebenholz. alles recht gute qualität zum schnapperpreis.
zusammen material für ca. 25 messergriffe. alles edle hölzer und das für zusammen nicht mal 40,-€. war schon ein echter schnapp!!:D

so feines holz solltest du eh nicht mit einer groben raspel bearbeiten.
da sind ausbrüche unvermeitlich.
zumal fernambuk sicher eine sehr lange faser haben muss, da es als material für instumentenbögen einsatz findet.
wenn du da mit deiner raspel einen span anhebst, reißt das halt recht weit ins holz hinein.

also lieber mit der laubsäge möglichst sauber aussägen, dann erst die feile nehmen oder überhaupt nur schleifen.

bernd
 

darley

Mitglied
kern- splintholz

schau mal, ich hab grad ein ähnliches stück rausgesucht.
das dunkle ist das - meist - härtere kernholz und das heller der splint.

auch das ist übrigens fernambuk, wenn auch wesentlich dunkler als deins. dieses holz kann sehr je nach gegend und alter in der farbe enorm schwanken.
ich hab aber auch - dank herrn heinle - noch so ein herrlich rotes stück, allerding durchgängig rot und sehr schön gemasert.
 

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Guenter

MF Ehrenmitglied
@ Tolstoi: das Stück sieht wirklich stark nach Splint aus, weil der Übergang dem Verlauf der Maserung folgt. Der Splint wird nicht beim abschleifen dunkler, sondern das Kernholz wird heller, bis fast farblos blaß. Mit der Zeit färbt es sich dann wieder über verschiedene Orangetöne, bis fast dunkelbraun bei manchen Stücken.
 

Aleena

Mitglied
Hi,

gerade Fernanbuk färbt sich erst relativ spät. Das heißt auch qualitativ gutes Holz muß nicht gleich farbig sein.:)
Die Fasern sind ewig lang und splitter beim Sägen und Raspeln mit Leidenschaft. Schleifen und fräsen statt sägen und raspeln.
Wir haben aus einem ganz ähnlichen Stück eine Bank für Vasen gemacht. Das Holz hat sich prima benommen, außer der Farbe kein Unterschied in Festigkeit und Bearbeitung. Steht jetz seit Weihnachten über der Heizung und ist nicht gerissen.:super:
 

Tolstoi

Mitglied
hallo,

also vielen Dank für die vielen Antworten. Jetzt ist bei mir eigentlich keine Frage mehr offen. Zum Bearbeiten werde ich sicher eine Laubsäge benutzen, und anschließend sehr vorsichtig weiterschleifen. Die Raspel habe ich nur mal benutzt um zu sehen, ob
danach eine andere Färbung zum Vorschein kommt. Da ich jetzt die Fotos von der Ober/Stirnseite schon mal gemacht habe stell ich die mal hier rein

http://de.photos.yahoo.com/bc/anach...100/lst?&.dir=/Lansky-Nachbau&.src=ph&.view=t[/URL]

Also wenn ihr sonst keine Bedenken habt, werde ich daraus auf jeden Fall Griffschalen machen, und viel Geduld mitbringen bis sich die Färbung eingestellt hat. Wäre es eigentlich ein Fehler, das Holz auf die Fensterbank zu legen, um durch Sonneneinstrahlung diesen Vorgang zu beschleunigen ?

Ach ja, beim Herr Heinle habe ich insgesamt ca. 10 verschiedene Hölzer bestellt, und muß sagen, das die Kanteln sehr großzügig ausgefallen sind. Der Preis (50 Euro) war echt in Ordnung.

vielen Dank und viele Grüße

Tolstoi
 
Hallo Tolstoi


Auf das Nachdunkeln würde ich nicht warten, bei frisches Holz kann relativ schnell zu Farbänderungen kommen, aber deines wurde sicher schon lange gelagert.
Farbänderungen basieren auf Gerbstoffreaktionen und treten häufig bei Tropenhölzern oder bei manchen Heimischen Hölzern auf. Wie gesagt frisches Holz verfärbt sich schnell, aber trockenes und abgelagertes Holz kann sich nur durch UV-licht der Sonne verfärben. Dabei wird die Zellulose an der Oberfläche des Holzes abgebaut und das Lignin bleibt über. Das Lignin ist der dunkle bestandteil des Holzes neben Zellulose und Hemizellulose die hell sind.
Abgesehen davon dass es sicher einige Jahre braucht bis das Holz deutlich dunkler wird, ist es ein Holzabbau und eigentlich für das Holz slecht.
Daher würde ich das Holz so wie es ist auf den Griff Kleben und den Splint einfach wegschneiden.

Wichtig ist nur dass das Holz trocken ist.

grüsse Richard
 

Aleena

Mitglied
Hi Tolstoi,

da hab ich mich wohl misverständlich ausgedrückt. ;)
Weiterfärben tut sich nur lebendes Holz. Das trockene Zeug ändert sich nicht mehr.
Aber wegschneiden muß du es nicht unbedingt. Es sei denn so hell magst du es nicht.
 

Tolstoi

Mitglied
Hallo,

ich habe gestern abend die Griffschalen fertig gemacht, und dabei die hellen Bereiche abgesägt. An einer Stelle sieht man noch etwas helles, aber nach dem ich die Griffe zum Schluß bis auf Körnung 600 (Schleifvlies) bearbeitet habe, passt es sich dem Rest der Färbung sehr gut an. Heute Nachmittag werde ich sie aufkleben. Und wenn ich es kommende Woche noch schaffe, mache ich die Schneide fertig und zeige euch das fertige Messer

Grüße Tolstoi
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Hier noch mal ein Beispiel mit Amboina, das zeigen soll, daß man das Splintholz nicht unbedingt wegschneiden muß, wenn man es als Designattribut einsetzt.
95/200mm, 440C-Halbintegral.
 

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luftauge

Mitglied
Das sieht ja Klasse aus Guenter!
Sehe ich das richtig, dass dieses Amboina wechseldrehwüchsig ist, oder ist es ein Wurzel-, bzw. Maserstück (falls es dass bei Amboina gibt)?

Ich hab ein Stück Chan-Ching, ebenfalls mit grossem Splintabschnitt, nur ist das gerade gewachsen, was die Sache etwas tückisch macht.
Ich vermute, dass Wechseldrehwuchs den Splint-Einbau vereinfacht, weil keine richtigen Jahresringe das Ausbrechen fördern, oder sehe ich das falsch ?
edit:
(ausbrechen = abplatzen der weicheren Splintabschnitte beim Zusammenbau oder später, je nach nach Lage in der Griffschale)
Gruß Andreas
 
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Tolstoi

Mitglied
wow, das sieht echt super aus !!!!

wenn man so ein Stück Holz hat, kann man das Splintholz sicherlich gut stehen lassen. Leider war bei meiner Kantel zu wenig davon übrig, so das es eher störend war.

Gruß Tolstoi
 
Ein Holz mit wechseldrehwuchs würde ich nicht für einen Messergriff nehme. Nicht wegen den Absplittern, sondern weil die Schalen unvorhersehbar quellen und schwinden.
Es entstehen mitten im Holz Risse, die dir die Griffschalen zerstören.
Oder die Griffschalen lösen sich mit der Zeit.

Das ist eigentlich schade, es gäbe viele Hölzer die schön aussehen würden, aber einen Wechseldrehwuchs haben.

grüsse Richard
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Da das hier gehandelte Amboina Maserholz nur die "Krebsknollen" des Padoukholzes (Sandelholz) sind , ist es auch kein definierter Wechseldrehwuchs. Obwohl alle Wurzel- und Maserknollen die undefinierbaren Schrumpfeigenheiten des Wechseldrehwuchses haben.