Härteverzug bei unsymmetrischen Querschnitten?

Klaus1602

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Ich habe die Suchfunktion genutzt :p , und ich denke, dieser Thread passt am besten zu meiner neuen Frage.

In einer DIN über Wärmebehandlung (habe leider im Moment die Nummer nicht im Kopf) heißt es : "Das Anlassen soll unmittelbar nach dem Härten erfolgen, ansonsten steigt die Gefahr der verzögerten Rissbildung".
Ein evtl. notwendiges Richten soll zwischen dem Härten und Anlassen durchgeführt werden. Soweit ist mir das klar.

Nun meine Fragen:
1.) Wie dehnbar ist den der Begriff "unmittelbar" ? Minuten ,Stunden, Tage ?
2.) Spielt die Abmessung eine Rolle? Sind dicke Querschnitte unempfindlicher als dünne? Wenn ja, wie lässt sich das begründen.

Würde mich über Eure Meinung hierzu freuen.

Gruß Klaus
 
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SimonSambuca

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Hallo Klaus,

im Bezug auf das Richten von Verzug sollte dies sofort und so schnell es geht passieren. Ist ja hier bereits beschrieben worden, ich glaube die unterste Temperatur bei der man anfangen sollte liegt bei ca. 120 Grad. Du siehst also hier könnten Sekunden schon arge Probleme bereiten...

Zum Anlassen kann man sagen das hier höher Legierte wesentlich mehr Aufmerksamkeit erfordert. Bei Niederlegiertem enstehen quasi kein Restaustenit daher kann man solche Klingen auch mal ein paar Stunden rumliegen lassen wenns nicht anderst geht.
Bei Hochlegiertem ensteht leider Restaustenit welches sich nach ca. 2 Stunden stabilisiert. Solche Klingen müssen eigentlich so schnell es geht angelassen und (wenns optimal sein soll) zusätzlich tiefgekühlt werden.

Ich bin jetzt nicht der Stahl- und Härteguru - zwecks der Abmessung denke ich mir mal das sich dünne Sachen zwar schneller verziehen aber auch leichter gerichtet werden können. Um den Verzug einer dicken Klinge zu korregieren braucht man viel Kraft - und je mehr Kraft man einsetzen muss umso höher ist die Gefahr von Rissen/Brüchen etc.

Nachtrag: Damits keine Mißverständnisse gibt: Das Anlassen bei niederlegiertem sollte ebenfalls so schnell wie möglich gemacht werden zwecks der Rissgefahr etc.!!! Sollte man es aber (aus welchem Grund auch immer) nicht machen können dann ist das nicht sooooo tragisch - man verschenkt halt etwas an Leistung.

Gruß

Simon
 
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Schmiedeglut

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Woran sehe ich denn beim Abschrecken in Öl wenn der Stahl in den martensitbildenden Bereich kommt und ich es aus dem Öl nehmen soll ???


Ich habe es bisher immer so gemacht, dass ich es einfach rausgenommen habe wenn es kein Zischen und keine Bläschenbildung mehr gibt !?!

Wenn ich U.Gerfin in einem anderen beitrag richtig verstanden habe, dann bildet sich doch dann Bainit oder Perlit, wenn ich nicht lange genug abgeschreckt habe und die Temperatur noch zu hoch ist, oder ?
 

SimonSambuca

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Hi,

also ich hab bis jetzt auch immer gewartet bis die Bläschenbildung nachlässt bzw. kaum mehr wahrgenommen werden kann. Man muss dann aber sau fix sein! Ich schätze mal das die Temperatur dann irgendwo um die 100°C liegen wird, muss ja auch nicht so genau sein.

Zwecks Bainit oder gar Perlit musst du dir dabei keine Sorgen machen, die brauchen höhere Temperaturen etc. Hierzu gibts wirklich schon x-Themen die alles beinhalten.

Gruß

Simon