Härte bei 4034

Hallo,

letzte Woche hatte ich zwei Klingen beim Härten. Die Klingen sind aus 4034. Eigentlich wollte ich eine Endhärte von 54 HRC. Nachgemessen mit einem Härtemessgerät ergab aber, daß die Klingen 57 HRC haben. Ist das für den 4034 zu hart ??

Gruß Kuno
 

HankEr

Super Moderator
Tja, was willst Du denn damit machen? Zudem ist ja nicht nur der Wert Härte an sich von interesse sondern auch der Weg wie sie zustande gekommen ist, sprich das Gefüge welches zu dieser Härte führt.
 
Hallo HankEr,

das soll ein Messer geben (was sonst). Klinge 4mm stark 35mm breit und 220 mm lang. Gehärtet wurde die Klinge im Vakuumverfahren, was ist sonst noch entscheidend.

Gruß Kuno
 
das soll ein Messer geben (was sonst).

Da wir uns in einem Messerforum befinden, dürfte das HankEr durchaus klar sein. Seine Frage bezog sich auf Art des Messers (Größe, Anwendungen), denn nur mit den Angaben kann man entscheiden, ob es eventuell durch die angesprochene Härte zu Problemen kommen kann.

JensJ (der sich immer häufiger wundert...)
 

HankEr

Super Moderator
Ja ein Messer schon, aber was willst Du damit machen? Rasieren? Briefe öffnen? Obst schneiden? Schnitzen? Büsche umhacken? Bäume fällen?

[Nachtrag: JensJ war eine Minute schneller]

Ich bin jetzt sicher nicht der 4034 Spezialist, aber entscheidend für eine Ferndiagnose ist der gesamte Verlauf der Wärmebehandlung (Vorbehandlung, Härtetemperatur, Haltezeit, Abschreckmedium und Geschwindigkeit, Anlaßtemperatur,...), aber wenn die Härtung soweit daneben gegegangen ist, dann nehme ich mal an das der Verlauf auch nicht bekannt ist, oder es sich um einen anderen Stahl handelt.
 

zorro_43

Mitglied
Tja nu...
die Klinge ist jetzt so. Ich würde sie direkt mal anschleifen und testen!
Wenn sie dabei deinen Ansprüchen genügt ists doch okay.
Wenn nicht muss sie eben nochmal gehärtet werden.
Mehr kann man da meiner Meinung nach nicht machen.

Zorro
 

HankEr

Super Moderator
Einen ersten Test wenn es geschliffen ist kannst Du ja auch mit einem Stück glattem Rundmetall machen. 3--15mm Durchmesser und etwa 30cm lang. Darauf legst Du die Schneide maximal im 40° Winkel und drückst sie so stark bis Du siehst wie die Schneide durch den Druck ausgelenkt wird. So ziehst Du die Schneide in voller Länger über den Stab. Hast Du danach Ausbrüche in der Schneide hast Du ein Problem, ist die Schneide danach verbogen, ebenfalls.
 

luftauge

Mitglied
HankEr hats gerade gesagt, woran ich dachte:
Ist die Klinge denn nur hart, oder auch noch elastisch ?
Manche wären froh, wenn sie eine 4034 Klinge mit 57HRC aus der Härterei wiederbekämen.

Durch geringe Abweichungen des C-Gehalts nach oben, sind durchaus entsprechende Härtesteigerungen möglich, das kann man aber nur vorher durch eine Analyse herausfinden.

Die Legierungsangabe im Stahlschlüssel ist immer nur ein Mittelwert !
Ansonsten würde ich die Klinge so behalten, wie ist (Elastizität vorrausgesetzt), und meine Anwendungen darauf abstimmen, wenns einzurichten ist.

Gruß Andreas
 
Hallo,

@HankEr
es soll ein Messer in Richtung Jagdmesser geben. Bäume werde ich damit keine fällen. Eigentlich betrachte ich meine Messer eher als Sammelobjekte, aber sie sollten nicht gleich brechen oder Schaden erleiden wenn einmal etwas damit gearbeitet wird (also ein sogenannter Sammel-User).

Die Maße des Messers:
Länge 220mm ; Klingenstärke 3,8mm ; Klingenhöhe 35mm.

Die Elastizität müsste eigentlich vorhanden sein. Bei einem Test habe ich die (gehärtete) Klinge in den Schraubstock eingespannt und kräftig dagegen geschlagen und auch ein ganzes Stück gebogen. Die Klinge ist anschließend wieder sauber in die Ausgangsstellung zurückgefedert. Mehr kann ich dazu nicht sagen, da mir auch der Härtevorgang nicht bekannt ist. Gehärtet wurden die Klingen in einer großen Härterei welche für unseren Betrieb auch Schablonen und ähnliches härtet. Die Klinge war nach dem Härten weder verzundert (gibts beim Vakuum nicht) noch war sie schwarz. Eine solch saubere Klinge habe ich vom Härten noch nie zurückbekommen. Es ist mir nur bekannt, daß die Klinge hängend (am der Ösenbohrung aufgehängt) gehärtet wurde.

Gruß Kuno
 
Zuletzt bearbeitet:

HankEr

Super Moderator
Naja, dann mach noch mal den Elastizitätstest an der Schneide (mit dem ganzen Messer macht es nicht so den großen Sinn) und wenn er gut verläuft, sei froh.
 

kababear

Mitglied
das klingt ja recht ermutigend.. wenn sie die klinge von sich aus hängend gehärtet haben zeigt das aus meiner sicht eigentlich, dass sie was von ihrem handwerk verstehen, oder auf nummer sicher gehen. schlecht ist weder das eine, noch das andere.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Da es bei der Größe ja nicht gerade ein Haumesser ist, hätte ich keinerlei Bedenken. Die Härterei wollte wahrscheinlich nicht so hoch anlassen, wie es für 54 HRc nötig gewesen wäre. Macht auch für ein Messer, mit dem man nicht unbedingt stark hebeln will, keinen Sinn. In den üblichen Messerdimensionen ist 56 - 57 HRc durchaus eine gute Gebrauchshärte. Ich habe schon Klingen aus 4034 mit 60 HRc zurück bekommen, und die brachen auch nicht wie Glas.
 
Vielen Dank für Euere Beiträge und Hilfe.

@HankEr
Diesen Test werde ich auch noch durchführen, einfach um einmal zu sehen was dabei passiert.

@Guenter
es ist beruhigend, daß auch schon größere Härten als Messer verarbeitet wurden. Da brauche ich mir keine weiteren Gedanken zu machen.

Gruß Kuno
 
Zuletzt bearbeitet:

Flaming-Moe

Mitglied
Nachzüglerfrage:

Wie hart kann 4034 denn (inkl. Anlassen natürlich) werden. Für Küchenmesser z.B.?

Roman hatte irgendwo mal geschrieben, daß das seiner Meinung nach der meistunterschätzte Stahl ist und er, sofern hoch genug gehärtet, durchaus einen brauchbaren, rostfreien Stahl abgibt.

Nur die Rockwellzahl, die er nannte, ist mir entfallen...
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Hier ist das Anlassschaubild, nach den Daten im Stahlschlüssel sowie nach Daten von Saarstahl (übereinstimmend).
Wahrscheinlich im Sekundärhärtemaximum angelassen, ist zwar nicht so optimal wegen der Rostträgheit, aber nicht schlecht was Biegsamkeit angeht.
 

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xtorsten

Premium Mitglied
wie Guenter schon geschrieben hat, so um 60 Hrc ist Schluß.
Hans Stüdemann hat diesen Stahl bei unterschiedlichen Temperaturen und Haltezeiten gehärtet und das Gefüge untersucht. Die o.g. Härte ist ohne unnötige Bildung von grobem Korn möglich. Nachdem Anlassen können dann so 59-60 Hrc rauskommen. Temperatur war, glaube ich 1060 Grad C, Haltezeit 20-30 min.
gruß,
xtorsten
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
@ Herbert: wie Du ja weißt, gilt das Anlaßschaubild inclusive Ansprungshärte für dickere Querschnitte. Ich glaube auch nicht, daß eine Härterei ohne dazu aufgefordert zu werden, im Sekundärhärtemaximum anläßt. Die Härte um die 57HRC ist bei dünnen Querschnitten durchaus üblich.
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Stimmt, Guenter. Gilt hier für Durchmesser ca. 20 mm Rund. Bei Messergeometrien holt man immer mehr raus.
Insofern kann das schon sein. Aber bei Härtereien weiß man nicht immer, was die tun, wenn man keine Vorgaben macht.
Läßt sich aber jetzt wohl nur zerstörend beantworten. Oder durch Nachfragen. Das Anlassen im SHM kostet natürlich mehr und wird wohl nicht unbedingt ohne Aufforderung gemacht.
 
Hallo,

vielen Danke für die vielen Beiträge un Tipps.
Bei Abgabe der Messer in der Härterei habe ich genaue Angaben gemacht. Die Klingen sollten auf 58 gehärtet werden und dann auf 54 HRC angelassen. Es ist mir allerdings schon einmal passiert, dass ich Klingen von einer Härterei (eine andere Firma, bei uns gibt es mehrere Härtereien in der Gegend) bekommen habe welche auf 63 HRC (D2) gehärtet waren aber nicht angelassen wurden. Erst auf mein Nachfragen kam dann die Antwort, "ups haben wir vergessen", die Klingen wurden dann nachträglich auf die richtige Härte angelassen.

Gruß Kuno