Glühofen für Langgut

Dietmar

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Schlosser

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Alle Anerkennung!
Da Du das Mantelrohr selbst gebaut hast, vermute ich, daß Deine Dämmung mindestens eine Lage mehr hat als der Ofen in der Anleitung. Wie genau läßt sich die Temperatur regeln?
Müssen wir also in Zukunft, vielleicht schon in Trebsen, mit großen Klingen von Dir rechnen?
 
Zuletzt bearbeitet:

cerry

Mitglied
Hi Dietmar,
klingt gut. Hast du auch sowas wie einen Schaltplan für die Elektronik?
Wollte mir einen Härteofen bauen und von der Elektronik die Finger lassen.
macht dann ein Kumpel.

Mfg

Alex
 

Torsten Pohl

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Tolle Sache Dietmar!!!:super::super:

Welchen Rohrdurchmesser Draht etc. hast du jetzt verwendet, rück mal ein paar Daten raus!!!

Tschau Torsten der den klasse findet!
 

leielekt

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Hallo Dietmar,
bei der Größe Deiner Werkstatt müssen jetzt Schwerter her. Die Rüstungen kommen später. Weiter so.:super:
 

Dietmar

Mitglied
Hallo, das Thermoelement, der Fühler und das Relais sind von Conrad.
Das Mantelrohr hat einen Innendurchmesser von 60 mm und ist 1300 mm
lang. Der Kanthaldraht hat einen dm von 1,5 mm und ist ca. 15 m lang.
Das sind ungefähr 1,85 KW. Die Drahtenden des Heizdrahtes habe ich verdrillt, damit die Wärme im Übergangsbereich nicht so hoch ist. Die Anschlüsse wurden mit den guten alten Porzellanlüsterklemmen ausgeführt. Die Durchführungen nach außen sind mit Keramikröhrchen vom Luftgewehrschießen ausgekleidete Drehteile aus Pertinax.
Und ja Micha, ich werde versuchen das erste selbergemachte Schwert nach Trebsen mituzubringen.
Gruß Dietmar
 
@Dietmar

Da haben wir ja noch was zu bereden im Mai,wie Heiß wird das Teil Außen ?,mal sehen ob sich mein Gedanke umsetzen läßt,das spart Wolle und dürfte noch besser Isolieren und für das Umsetzen dürftest du die Mittel ja haben.
 

schrope

Mitglied
Hallo,
hast du den Kanthal Draht wie in der Anleitung welche du referenziert hast auch mit Magnesium-Aluminiumoxid bedeckt?
Wenn ja woher hast du das Aluminiumoxid, weil das kommt mir doch recht teuer vor! Wieviel hast davon benötigt?
Wie teuer war das Mantelrohr und wo hast du das bestellt?

Bez. Keramikwolle: hast du die bei Schuba bestellt?

Sorry für die vielen Fragen, aber dieser Aufbau ist genau das was ich gesucht habe.

Danke!
Mfg
Peter
 

Dietmar

Mitglied
Hallo, bei 750° C Glühtemperatur habe ich lediglich einen handwarmen Außenmantel. Den Draht habe ich mit Feuerfestmörtel verschmiert.
Die Keramikwolle hatte ich noch da. Frage bei Peter Abel. Wenn das Keramikrohr gemeint war, dann nach "Pythagorasrohr" googeln.
Der Preis war, denke ich, bei 350,00 €
Gruß Dietmar
 

Uxma

Mitglied
Hi Dietmar,
klingt gut. Hast du auch sowas wie einen Schaltplan für die Elektronik?

Es gibt ein Fertigmodul. Das ist fertig vergossen, hat nur die Drähte für Netz und für das Regelpotentiometer. Dazu gibt es bei einigen Versendern des Moduls Potis, die gleich isoliert sind.
Hier mal ein Beispielmodul von Kemo (das nutze ich ür die Regelung unserer Labordestille.
http://www.kemo-electronic.de/de/Wandler-Regler/Regler/M028-Leistungsregler-110-240-V-AC-2600-VA.php

Viele Grüße

Uxma
 

Dietmar

Mitglied
Das Thermoelement ist von Conrad und läßt sich digital einstellen, incl.
Temperaturabsenkung. Das habe ich vor ca. 4 Jahren gekauft, zusammen mit dem Fühler. Dazu ein Relais in einer passenden Box.
In der Box ist auch eine Schukosteckdose untergebracht und auf der anderen Seite ein Netzkabel. So kann ich die gesamte Regelung universell einsetzen. Gruß Dietmar
 

schrope

Mitglied
Hallo Dietmar,

bist du sicher das du einen 1,5mm Draht verwendet hast?
Weil der spez. Widerstand vom 1,5mm Kanthal A1 beträgt 0,787Ohm/m und bei 230V ergibt das bei 15m Länge eine Leistung von P=U²/R --> P=230²/11,805 --> P=4481W :staun:

Deshalb hat der Kollege von deinem Referenzlink einen 1,0mm Draht genommen welcher einen Widerstand von 1,77Ohm/m hat; egibt bei 15m Länge P=1992W.

MfG
Peter
 

Dietmar

Mitglied
Hallo Peter, ich habe auf Deine Nachricht hin nochmal nachgesehen. Es sind nicht 15,0 sondern 25,0 m. Und es sind nicht 1,85 kw sondern 2,5 kw. Die Drahtstärke stimmt aber. Schön wenn jemand aufpaßt, so können Fehler beim Nachbauen vermieden werden. Gruß Dietmar
 

Zoidberg

Mitglied
Hallo zusammen,

meine erste Eigenbau-Schwertklinge ist gerade zum härten in der Traumschmiede. Aber da ich das Härten gerne in Zukunft auch selbst machen würde (oder es zumindest mal versuchen will), habe ich mir vorgenommen mir einen Härteofen zu bauen. Von der Bauart soll das Ganze ziemlich genau so werden wie der von Dietmar beschriebene Ofen. Also, Keramikrohr umwickelt mit Kanthaldraht und isoliert mit Mörtel und Keramikfasermatten.
Für die Schwertklinge verwende ich Federstahl 55Si7. Der soll eigentlich ganz gut zu härten sein und daher für Anfänger empfehlenswert.
Ich habe mir soweit in einigen Foren die Vorgehensweise beim Härten zusammengesucht. Da ich aber noch absoluter Änfanger bin wollte ich einmal in die Expertenrunde fragen ob jemand schon einmal 55Si7-Schwertklingen mit so einem Rohrofen gehärtet hat?
Die Vorgehensweise die ich gefunden habe ist:

1. Schwertklinge herstellen (geht bei mir über Fräsen und schleifen).
2. Klinge im Ofen Spannungsarmglühen. Also auf Glühtemperatur bringen und dann langsam zusammen mit dem Ofen abkühlen lassen. Hier weiß ich aber nicht die genaue Temperatur für das Spannungsarmglühen bei diesem Material?
3. Klinge im Ofen härten. Also, Schwert im Ofen aufhängen, den Ofen langsam auf Härtetemperatur hochfahren (für 55Si7 ca. 820°C) so dass die Klinge komplett "durchgeheizt" ist und dann ca. 3 min. auf Härtetemperatur halten.
4. Klinge entnehmen und im warmen Ölbad (Rapsöl, ca. 80°C) ca. 1 Minute abschrecken, dabei leicht hin und her bewegen. Danach entnehmen und falls noch warm in Wasser bis Zimmertemperatur abkühlen.
5. Klinge bei eventuellem Verzug richten (mit Gaslötbrenner, Schraubstock usw.). Dabei nicht über 120°C erwärmen und möglichst direkt nach dem Härten richten (innerhalb von ein paar Minuten).
6. Klinge DIREKT nach dem Härten/Richten anlassen. Dafür Klinge bei ca. 180°C ca. 15-20 Minuten im Ofen erwärmen, dann in Wasser abschrecken. Den Vorgang 3-4 mal wiederholen--> Fertig....

So, wer meinen langen Text bis hierhin schon gelesen hat dem danke ich schon mal :). Jetzt kommen die Fragen:
Ist die Vorgehensweise soweit korrekt?
Kennt jemand die spannungsarm-Glühtemperatur für 55Si7?
Wie variiert man eigentlich die entstehende Härte? Über die Härtetemperaturhöhe und/oder Haltezeit (3min.), oder über die Anlasstemperatur, Anlasszeit und Anzahl der Wiederholungen des Anlassens?
Kriegt man bei einem so langen senkrecht stehenden Ofen keine Probleme mit einem Temperaturunterschied zwischen oben und unten (Konvektion) auch wenn man das ganze während des Härtens "dicht" verschlossen hat, so dass die Klinge unterschiedlich aufgeheizt wird?

Fragen über Fragen, wie immer wenn man gerade mit etwas Neuem anfängt.
Schönen Gruß
Thomas
 

Dietmar

Mitglied
Hallo, beim Weichglühen von Federstahl würde ich die Klinge auf 680°C
erwärmen. Den Ofen ausschalten und die Klinge mit dem Ofen abkühlen lassen. Bei Damast mußt Du die Temperaturen höher nehmen und
stufenweise reduzieren. Deine Technologie zum Härten ist schon richtig.
Jedoch Richtversuche an der gehärteten Klinge, unmittelbar nach dem Abschrecken würde ich lassen. Das geht schnell schief, auch wenn die Klinge noch 80°C hat. Bei verzogenen Messerklingen lasse ich immer erst einmal an. Beim nächsten Anlassen lege ich die Klinge auf ein Stück
Flacheisen, lege 2 kleinere Stückchen Stahl unter, so das sie hohl liegt und überspanne sie dann mit einer Stützenklemme vom Elektriker. Das funktioniert ganz gut. Bei einer Schwertklinge müßte man es mal auf diese Art versuchen.
Gruß Dietmar
 

Zoidberg

Mitglied
Hallo Dietmar,

danke für die Antwort.
Das mit dem Richten nach dem ersten Anlassen hört sich theoretisch besser an als direkt nach dem Härten, da die Klinge dann natürlich nicht mehr ganz so spröde ist. Ich bin da auch ein bisschen ängstlich, dass das Ganze beim Richten bricht, vor allem weil ja bis zu diesem Zeitpunkt schon eine Menge Arbeit in die Klinge investiert worden ist. Ich hatte bisher nur immer gelesen, dass man unbedingt direkt nach dem Härten richten muss, da sonst nix mehr zu retten ist bzw. sich die Klinge nach dem Anlassen nicht mehr richten lässt.
Hast du schon mal mit deinem neuen Ofen eine lange Schwertklinge gehärtet (bei der Länge ist der Ofen wohl nicht für Messerklingen gedacht)?
Auf den Bildern sieht es so aus, als hättest du nur einen Temperaturfühler im Ofen verbaut. Trotzdem die Frage: Hast du vielleicht Ahnung bzgl. der Temperaturverteilung (durch Konvektion) im Ofen zwischen oben und unten auch wenn der Ofen "dicht" verschlossen ist (siehe mein erstes posting)?
Woher hast du eigentlich dein Keramikrohr bekommen? Ich habe jetzt ein Angebot für ein Aluminiumoxidrohr (Pythagoras) mit 80x70x1200mm für ca. 260€ inkl. Märchensteuer (von Buntenkötter technische Keramik), ich denke der Preis ist ganz OK.

Schönen Gruß
Thomas
 

Dietmar

Mitglied
Hallo, ja ich habe eine Schwertklinge in meinem Ofen weichgeglüht,
geschliffen und dann gehärtet. Die Wärmeverteilung im Ofen ist, bedingt durch die dichte Wicklung des Kanthaldrahtes, gleichmäßig.
Meine Klinge war nach dem Härten leider krumm. Ich habe sie dann angelassen und mit ein paar Wärmespitzen aus dem Propanbrenner und
viel ,kaltem Wasser gerichtet. Mein Keramikrohr hat ca. 350,00 €
gekostet. Allerdings habe ich nicht lange im Netz gesucht, sondern bin
direkt dem Link in dem von mir angegebenen "Glühofenforum" gefolgt.
Gruß Dietmar
 
Hi Ihr

Super Ofen, gratuliere!

Gerade den 55 Si 7 kann man bedenkenlos im unangelassenen Zustand direkt nach dem Härten richten. Ich habe dafür seit jeher eine spezielle Vorrichtung verwendet, die über unterschiedliche, teils sogar variable Radien verfügt:

- Knie
- Hände
- Bauch :irre:

Bei Härtefällen kam Hightech zum Einsatz:

- Tischkante
- Schraubstock

Gelegentlich auftrenden Anlassverzug kann man mit dem Brenner im Schraubstock gut nachrichten. Von 100 Klingen geht so erfahrungsgemäß weniger als eine kaputt.

Weich- oder Spannungsarmglühen ist imho nicht erforderlich. Der Si 7 ist normalerweise im Lieferzustand tatsächlich gut vorbehandelt (normalisiert, von mir mehrfach metallographisch überprüft) und macht da keine Probleme, wenn nicht gerade irgendwelche wüsten Bearbeitungsspannungen drin sind. EDIT: Gilt natürlich NICHT für geschmiedete Klingen!!! Da ist Normalisieren auf jeden Fall wichtig!

Viel Erfolg weiterhin!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Arno

Bis wie weit gehst du vor dem richten mit der Temperatur runter ?

@Dietmar,kannst du auch in dem Ofen anlassen ?oder wie?

Gruß Maik
 
@Maik:

Die Restwärme beim Richten ist etwas, worauf ich zu Anfang immer geguckt habe. Ich habe dann aber festgestellt, dass es an sich keinen großen Unterschied macht, ob die Klinge noch warm ist oder bereits Zimmertemp. hat.
Bei 55 Si 7 und ähnlichen Stählen wohlgemerkt!