Gewindeschneiden Titan

Prometheus

Mitglied
Hallo,

Hab bereits gelesen dass man beim Gewindebohren in Titan größer vorbohren soll und nicht mit öl sondern spezieller Schneidpaste schmieren sollte.

Wo ich noch unschlüssig bin soll ich immer zurückdrehen zum Spanbrechen oder in einem Zug reindrehen?

Danke!
 
Über welche Gewindegrößen sprechen wir und über welche Titanlegierung?

Wenn du z.B. M3 in Grand 5 Titan mit einem handelsüblichen 3er Satz Gewindeschneider schneiden willst, geht das völlig problemlos mit den identischen Vorbohrmaßen wie für Stahl.


PP
 

ErwinMcKnives

Mitglied
Mit "das Loch etws größer machen" liegst du erst mal gar nicht schlecht
1/10 mm wäre bei z.B. M2 nicht verkehrt. Schmieren ist ein absolutes muss bei Titan. Ob Paste oder Schneidöl ist im Endeffekt egal, nur reichlich muss es sein.

Und was das Zurückdrehen des Gewindebohrers berifft: NEIN, NEIN und nochmals NEIN.

Warum ist leicht erklärt: weil Titan langspanendes Material ist! Der enstehende Span wird als Ganzes Stück (und nicht als feine Brösel) abgeführt.

Wenn du also zurückdrehst bricht der Span, beim weiterschneiden rechtsherum verklemmt er sich, und man ahnt es schon - der Gewindebohrer bricht ab!

Hoffe dir damit geholfen zu haben

>>> Erwin
 

ndg

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N Abend Gemeine !

Zum Gewindeschneiden von Titan nimmt mann am Besten einen Maschinengewindebohrer mit Ausgesetzten Zähnen .
Die gibts bei den üblichen großen Wekzeugfirmen für Industrie-Werkzeug ( ich meine aber nicht Proxon)
Z. B. daaa:
http://www.hoffmann-tools.com/Zersp...mit-ausgesetzten-Zaehnen-M20-GARANT-oxid.html


Das Problem bei Titan ist das es einen Relativ nidrigen E-Modul (ist sehr elastisch) hat bei einer Relativ hohen Zugfestigkeit (reißt erst sehr spät ) .
Das ist auch die Kraft die beim Zerpahnen/ Gewindeschneiden überwunden werden muß.

Durch den Geringen E-Modul federt die Bohrung beim Gewindeschneiden zurück auf den Gewindebohrer . (klemmt tangential)
Da der Gewindebohrer mit seinen Zähnen eine relativ grosse Mantelfläche im Verhältniß zum Durchmesser hat so , entsteht eine große Reibkraft .
Um diesen Effekt tz vermindern ist bei solchen Gewindebohrern einfach jeder 2. Zahn einfach wegelassen worden.

Zum schmieren würde ich ein gutes Schneidöl empfehlen .
Zur Not geht auch ein gutes Kettenspray vom Motorrad .
Af jeden Fall irgendwas das einen sehr druckfesten Schmierfilm ergibt.

Mfg. NdG
 

Prometheus

Mitglied
Vielen Dank für die Antworten helfen mir viel weiter!!!


Bei kleinen durchgehenden Gewinden ist jetzt alles klar,

und gibt es vl. was bei Gewinden in Sacklöchern zu beachten? (M4-M6 Feingewinde in Grad5)
Die speziellen Gewindebohrer gibt es nicht als Feingewinde, und da muss ich ja zurückdrehen ohne dass der Span auf der anderen Seite weg kann... Soll ich da den Span brechen und immer wieder ganz heraus drehen um ihn abzuführen oder auch bis zum Anschlag in einem Zug und dann erst raus?


Danke sehr,
Chris