Gebrauchtes Metallsägeblatt HSS Bimetall

Flo78

Mitglied
Hallo zusammen

Ich hab ein gebrauchtes Sägeblatt einer Metallsäge erhalten.
Maße ca. 500 * 65. Bezeichnung, HSS, jedoch greift die Feile am Sägeblattrücken. Also vermutlich Bimetall.
Nun die Frage: Was kann ich mit so was anfangen, wie weit geht die HSS-Schicht in den Vergütugnsstahl, gibt es hier Erfahrung? oder soll ich die HSS-Schicht wegschneiden?
Hat jemand Erfahrung, wie die Wärmebehandlung des verbleibenden Vergütungsstahls dann auszusehen hat?
Wäre um Tips/Infos dankbar.

Beste Grüße
Flo
 

U. Gerfin

MF Ehrenmitglied
Der Anteil Schnellarbeitsstahl ergibt einen roten Schleiffunken, der corpus aus Federstahl funkt hell mit recht vielen Sternchen.
Nach sauberem Anschliff kann man die Materialien auch durch Anätzen unterscheiden.
Wem das zuviel Mühe ist: Aus Kostengründen spart man den teuren Schnellarbeitsstahl. Mehr als ca 7-8 mm wird die Arbeitsschicht nicht ausmachen.

Man k a n n diese wertvolle Schicht abschleifen, um auf die Trägerschicht aus Federstahl zu kommen. Wie Federstahl zu behandeln ist, richtet sich natürlich nach der jeweiligen Sorte. Große Unterschiede gibt es nicht- die Angaben für C 60 werden in etwa passen.

Man kann- was ich für wesentlich sinnvoller halte- das Bi-Metallblatt auch so wie es ist verwenden, mit zähem Klingenkörper und knallharter Schneide.
Rasieren -im Gesicht, nicht nur Armhaare abkratzen- möchte ich mich damit nicht. Ansonsten ergibt das eine robuste,äußerst verschleißfeste all-round- Klinge.
Vorausgesetzt natürlich, daß es auch wirklich Bi-Metall ist. Die großen Blätter, die ich kenne, sind alle aus durchgehend Schnellarbeitsstahl gefertigt.

Zum hundertsten Mal, weil es mich immer wieder ärgert: HSS bezeichnet Hochleistungsschnellarbeitsstähle. Hochleistung nicht im Sinne von Verschleißfestigkeit, Zähigkeit oder sonstigen wünschenswerten Eigenschaften, sondern im Sinne von Warmfestigkeit und damit Schnittgeschwindigkeit beim Drehen. Diese Stähle sind kobaltlegiert und den normalen Schnellarbeitsstählen im Hinblick auf Zähigkeit deutlich unterlegen. Siegfried Wilmes hat dazu in der Fachschrift : "Stahl und Eisen" überzeugende Untersuchungen veröffentlicht
Für Metallsägenblätter wird also kein denkender Mensch HSS verwenden, sondern die üblichen kobaltfreien Schnellarbeitsstähle.
Das richtet sich natürlich nicht gegen den Fragesteller, sondern gegen den bewußt irreführenden Sprachgebrauch.

Freundliche Grüße

U. Gerfin
 

Flo78

Mitglied
Hi

Ah, super, das hat mir ja schon mal sehr weitergeholfen, vielen Dank.
Wenn die Arbeitsschicht über die Sägezähne hinausgeht, kann ich die dann natürlich verwenden.
Ich schleif das Blatt mal an und schau mir den Funkenflug an.

Geplant war, irgend etwas in Richtung Machete oder Haumesser für den Garten zu machen. Dafür sollte das Material dann alle mal ausreichend sein. Und einem geschenkten Gaul.........:hmpf:
Beste Grüße
Flo
 

Nick

Mitglied
Ahoi,

ich hab auch noch ein solches Blatt liegen - hast Du schon mal darüber nachgedacht die Sägezahnung als Klingenrücken weiter zu verwenden ?

Nick
 

Flo78

Mitglied
Also, die Schleiffunken sahen rund herum gleich aus, also wohl doch kein Bimetall.

@ Nick: Nachdem das kein Bimetall ist, kann ich natürlich auch die Säge am Klingenrücken lassen, macht wirklich Sinn bei einem Messer für Garten und Wald....