Framelocks: Unterschiedliche Qualitäten der Locking Bars?

mactheknife

Mitglied
Als überzeugter Anhänger von Framelocks mal eine Frage bzw, Beobachtungen.
Immer wieder finde ich Maker/Hersteller von Framelocks, bei denen mir das Gefühl beim Wegdrücken des Locking Bars nicht gefällt.
Genauer gesagt, der Widerstand die der Liner mir beim Wegdrücken entgegenstellt.
Persönlich mag ich, wenn man zum Entriegeln schon ein bischen drücken muss. Dies hat natürlich damit zutun, wie weit der Liner nach oben vorgebogen wurde und wie stark die Ausdünnung am Linerende ausgefrässt wurde. Auch die Länge des Liners spielt eine Rolle.
Dabei gibt es bedeutende Unterschiede.
Positive Beispiele:
Darrel Ralph Apogee, mein kleiner Dozier Tapstop, mein Zwicker Integral Lock. Hier hat man das Gefühl einer kräftigen Feder, bei den Ausfräsungen bleiben mindestens 1,5mm Material stehen und der Liner ist nicht zu lang.
Unterschiedliche Beispiele:
grosses Sebenza, mein grosses und kleines S2 CRKT. Während mein Seb richtig Dampf auf dem Riegel hat, hatte ich einige in der Hand deren Lock Up sich doch recht schlabbrig anfühlte. Einen mittleren S2 habe ich mir nach Befingern nicht gekauft, weil der Liner sich schwach anfühlte, während meine beiden anderen sich nur mit Anstrengungen 1 bis 2mm über die Höhe der Platine wegdrücken lassen.
Negative Beispiele:
mein grosser Dozier Tabstop, dessen Liner sich aufgrund der viel zu starken/tiefen Ausfrässung am Liner bereits verabschiedet hat. Tom Mayos TNT: gefingert bei Ray, fand ich den Linerwiderstand zu lasch. Ähnlich "schwammig/weich" fühlten sich die Framelocks vom Schanz an, weshalb ich mich bis heute nicht zu einem Kauf bewegen konnte.
Ganz mies: mein Eindruck beim aktuellen Titan-Salsa von Spydie: auch hier wurde extrem viel Material weggefräst.
Deshalb meine Frage:
a) gibt es bei Verwendung des angeblich gleichen Materials 6AL4V Titan Qualitätsstreuungen, die sich auf die Federkraft auswirken?
Und was ist der Sinn eines Framelocks, deren Liner so dünn ausgefräst wurden, dass sie kaum stärker als mikrige Liner bei herkömmlichen Linerlocks sind?

In diesem Zusammenhang auch eine Frage an Raimund: die Ausfräsungen bei deinem Scott Cook "Lochsa-Folder" sind auch recht heftig. Auch der im dazugehörigem Thread beschriebene Biegevorgang per Hitze lässt mich fragen: ist der Liner nicht zu schlabbrig/weich beim Entriegeln?

Also Macher/Fachleute klärt mich bitte auf.
 
Zuletzt bearbeitet:

pitter

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Teammitglied
Original geschrieben von mactheknife
Und was ist der Sinn eines Framelocks, deren Liner so dünn ausgefräst wurden, dass sie kaum stärker als mikrige Liner bei herkömmlichen Linerlocks sind?

Keiner. Wenn man mal die hard use/abuse und ob man das braucht Diskussion auslassen. Der Liner ist so stark, wie die schwächste Stelle. Ausfräsungen kann man sein lassen, da kann man gleich den Liner so dick machen, wie die Ausfräsung übrig lassen würde.
Mit zwei Nachteilen:
1. Der Rahmen wird optisch ungleichmässiger.
2. Der Materialabtrag an der Rampe wird hoeher, weil der Druck auf kleinerer Fläche wirkt.

Mir ist das auch schon aufgefallen und mir ist nach wie vor ueppige Dimensionierung auch lieber, auch wenn ich das immer mehr nach Art des Messers Unterscheide. Ok, irgendwann unter 1mm ist Schluss ;) Andererseits, wenn Macher nicht auf Bestellung/Spezifikation bauen, haben sie halt ein Problem. Dem einen sind die Liner zu duenn, dem anderen geht der Liner zu schwer auf bzw., die Klinge läuft schwerer.

Gruesse
Pitter
 

freagle

Mitglied
Also ich mags auch lieber etwas deftiger, gerade beim Framelock, um auch die Vorteile besser ausspielen zu können. Die meisten jammern aber schon rum wenn ein 2mm Liner etwas schwerer zu betätigen ist (nicht weil der Lock klemmt, wegen der 2mm Materialstärke), deshalb versuch ich die Messer die ich nicht speziell für jemanden mache schon leichtgängig zu gestalten.

Ich mach gerade einen Framelock, der zukünftige Besitzer wills deftig haben, da hab ich in die 3,2mm Platinen nur eine Ausdünnung gefräst im 10mm Radius, an der dünnsten Stelle stehen etwa 1,2mm und da muss man schon heftig drücken, da ist ordentlich Spannung drauf diesen Lock bekommt nicht jeder so einfach gelöst. Je größer die Federraft auf die Rampe drückt, desto steifer wird auch die ganze Konstruktion im geöffneten Zustand, je stabiler wird auch der Lock.

Die ausgedünnte Stelle ist ja nur in dem Bereich von etwa 2mm Breite so dünn, dann steigt die Dicke ja gleich wieder, somit kann ich das auch nicht mit einem nur 1,2mm dicken Liner vergleichen der sich bei Belastung über die komplette Länge durchbiegt. Durch die Framelockbauweise wird der ganze Rahmen viel steifer als eine dünne Linerkonstriktion, da kann ich den ganzen Griff durchbiegen.

Beim Material könnt ich mir schon vorstellen dass es da Unterschiede gibt, biegt man den Liner auch ein paar mal hin und her um ihn zu biegen, oder einzustellen wird er auch leichtgängiger weil das Titan nach ein paar mal an der gebogenen Stelle spröde wird und nicht mehr die Spannung hat, man sollte es deshalb am besten beim einmaligen Biegen belassen.

freagle
 

mactheknife

Mitglied
Thanks für die Info Ray.
Wenn du nach Frankfurt auf die Börse kommst, bring das gute Stück doch einfach mit.

Bleibt immer noch die Frage: Warum labbert z.B. der eine Sebenza bei gleicher Linerstärke, Tiefe der Ausfräsung und der nächste nicht??
 

freagle

Mitglied
Ja Ray brings doch bitte mal mit nach Frankfurt, der Lochsa würd mich auch interressiern.

: Warum labbert z.B. der eine Sebenza bei gleicher Linerstärke, Tiefe der Ausfräsung und der nächste nicht??

würd mich auch interessiern, kommt vielleicht wirlich durch Meterialschwankungen zustande, oder auch durch Fertigungsfehler. Wenn so eine dünne Titanstelle mal überdehnt wird, lässt da schnell die Spannung nach, seh ich manchmal beim Clipbiegen, einmal zu weit gebogen und wieder zurrückgebogen und das Titan wird an der Biegestelle spröde, kann dann sogar brechen.

freagle
 

Vogel75

Premium Mitglied
Was den Schanz-Folder angeht, kann ich Dich beruhigen: Jürgen hatte in Solingen einen mit Drop-Point-Klinge dabei, bei dem ich Bedenken hatte, weil der Liner nicht sehr weit die Rampe rauffuhr und nur ca. die Hälfte des Liners Kontakt mit dem Klingenfuß hatte. Nachdem er das gute Stück dann mehrmals mit dem mittlerweile schon berühmten Schweinebacken-Test konfrontiert hat (sämtliche Macher und Besucher an den Nebentischen haben sich komischerweise umgedreht und geschaut, was da wohl geschrottet wird), war ich überzeugt. Übrigens war zu dem Zeitpunkt noch jemand vom Forum am Tisch, Hartmut glaub ich.
 

Kevin Wilkins

Moderator Forum Kevin Wilkins
Hi Mack, man soll nicht glauben, dass ein Framelock von sich aus stärker ist als ein Linerlock, das Wesentliche ist das Design des Verschlusses und wie es ausgeführt wurde. Ich habe Framelocks sowie Linerlocks gesehen, die man ohne zu entregeln schliessen konnten... ich glaube es hat mehr mit der Design Geometrie als mit Federkraft zu tun, aber ich habe Framelock bauen nicht gelernt.... Reeve hat mir mal gesagt, ich kann eine Stelle bei ihm in der Werkstatt bekommen, naja wenn diese Wirtschaftskrise in Berlin weiter andauert... ;-)

Zu Titan, es gibt einige Titanlegierungen, nach USA Norm (auch hier z.T. verwendet) Grade V 6al4v ist für Feder und Liners geeignet. Diese Legierung ist in DE sehr schwierig zu bekommen und kostet bis zum EUR 200 pro Kilo. Andere Legierungen Grade II z.B. wird öfters in Industrie benutzt und ist einfacher zu finden, kostet ca. EUR 40, hat kein Federkraftleistung und ist nicht so stark wie Grade V und viel einfacher zu verarbeiten... macht auch gute Backen. Ich vermute mache benutzen andere Ti Legierungen für Liner und Besonders für Frames, wo Materialverbrauch und Verarbeitung sehr hoch sind. Vom anschauen sehen die alle gleich aus... Ich kaufe Grade V nur aus Amerika weil es ist immer noch billiger inkl. Einfliegen usw. da ist ... probiere bei www.titaniumjoe.com Sache ist, mit UPS Portokosten von ca. $100 aufwarts, man muß eine grosse Bestellung machen...
 

mactheknife

Mitglied
Vogel:
mein Gefühl, was die Schanz Framelocks betrifft, bezieht sich nicht darauf, ob das Lock ordentlich verriegelt. Mir geht es darum, dass sich einige Liner beim Wegdrücken extrem weich anfühlen. Abhängig von der Materialstärke an der dünnsten Stelle könnte man beim Entriegeln den Liner leicht überbiegen. War bei einem meiner Tabstop Doziers jedenfalls so.
Wenn der Hersteller jedoch den Clip so anbringt, dass ein übermässiges Auslenken des Liners verhindert wird, wäre das Problem zumindest gemindert. Reeve tut das, indem er den Clip parallel zum Liner führt. D.Ralph auch teilweise beim Madd Maxx.

Kevin:
den Verdacht hatte ich bereits mehrmals. Dass nämlich einige Maker nicht das optimale Titan verbauen.
 

freagle

Mitglied
Stimmt das ist kann auch zum Problem werden, geht der Lock so leicht, dass man ihn na sagen wir mal bis 0,5-1cm über die Außenkannte Platine drücken kann, nimmt die Federspannung ab, passiert das dann ein paar mal unabsichtlich natürlich und man muss immer wieder zurrückbiegen, bricht der Liner irgendwann ab.

Was Kevin meint hab ich mir auch schon gedacht, manche wissen warscheinlich gar nicht das Ti6AL4V zwingend erforderlich ist, oder halt ne gleichwertige Legierung, das Titan was Wilhelmy z.B. verkauft ist für Framelocks untauglich, ist mir aber auch erst auf den zweiten Blick aufgefallen. Ich hatt hier in D auch Probleme Ti6AL4V zu bekommen in der 3mm Dicke, große Platten ab 2m kein Problem fürn paar tausend Euro, meins ist auch aus USÁ vom Titaniumman, dann war noch jemand so großzügig mir welches zu schenken:) .

freagle
 

Hartmut

Mitglied
Schanz

Hallo Leute,

was Vogel 75 oben sagte, kann ich bestätigen.
Du, Mac, hattest mir Deine Bedenken zum Schanz-Folder ja
mitgeteilt. Nach langem Hin und Her habe ich ihn dann doch gekauft und bin vollauf zufrieden. Der Kontakt Liner/Rampe hat zwar nur eine
geringe Fläche, trotzdem hält der Liner bombensicher. Zum Lösen des
Liners muß ich zwar nicht viel Kraft aufwenden, schwabbelig oder zu weich fühlt sich das aber auch nicht an. Das ist natürlich subjektiv.

Schönen Gruß

Hartmut