Fragen zum ersten Messer (Griff und Härten)

Leonardo75

Mitglied
Hallo Ihr Messermacher!

Ich habe nun auch mein erstes Messerprojekt angefangen und möchte gerne einige Fragen an Euch stellen :

1. Mein Stahl ist 1.2842, 6mm stark. Im Griffbereich wollte ich den Stahl nicht verdünnen (das bisherige Feilen war schon anstrengend genug ;-) und ich würde mir sonst Sorgen über die Ebenheit des Griffes machen), sondern entweder durch Bohrungen leichter machen, oder im Extremfall wie beim Puma Expeditionsmesser nur noch einen Rahmen stehen lassen.

a) Welche Auswirkungen hat dies beim Härten, und was muss man dabei beachten? Kann Verzug beim Abschrecken oder Härten durch den durchbrochenen Griff begünstigt werden (Herbert hatte mich diesbezüglich gewarnt)?
b) Reicht bei der Methode mit dem Rahmengriff die Fläche zum Kleben aus, oder sind die Bohrungen besser, um einen eher flächigen Klebekontakt zu erstellen?

2. Als Griffmaterial wollte ich Buche oder Haselnuss nehmen, eventuell auch Birke oder Weide, bzw. Kirschbaum (je nachdem was ich gerade in guten trockenen Zustand beim Kaminholz finde).
a) Gibt es Möglichkeiten die Maserung dieser Hölzer stärker hervorzuholen (Teaköl oder Beizen)?
b) Wird die Klebeverbindung durch das verwenden von Öl als Holzpflegemittel nach und nach aufgelöst, so dass das Messer nur noch an den Nieten hängt?
c) Würdet Ihr die Nieten auch stauchen, oder reicht es, sie einfach einzukleben und nachher abzuschleifen?

Vielen Dank schonmal für die Tips!

Es grüßt Euch der Leo.
 

Claymore

Mitglied
Hallo Leonardo75



Ich würde den Griff durch einige (viele) bohrungen erleichtern.
Das ist einfacher und Schneller zu bewerkstelligen wenn du es in eigenarbeit ohne Fräasmaschine machst.
Die Kontaktfläche für den Kleber ist größer als beim Rahmen, das ist schon Vorteilhaft.
Bei der Rahmenkonstrukrion die du ansprichst sehe ich keinen Vorteil, außer evetl. noch ein paar gramm weniger im Grifbereich.
Beim härten ist di gefahr de Verzuges größer, da keine aussteifenden Materialstege mehr stehen wie beim Griff mit Erleichterungsbohrungen, da geb ich Hebert recht.
Denn Griff musst du garnicht härten, sondern nur die Klinge, der 1.2842 erlaubt das aufgrung seiner zusammensetzung ganz gut.

Beim Holzgriff aus Kaminjolz musst du darauf achten, das das holz wirklich TROCKEN ist, ansonsten kann es Probleme mit Verzug und schwund geben.
Ein tip versuchs mals bei einem Schreiner, Zimmermann, meist haben die trockene (gelagerte) Resthölzer die man günstig/umsonst bekommen kann.
Die Maserung kann man durch ölen etwas stärker hervorholen, aber auch feinschleifen un Polieren mir der Schwabbelscheibe bringt schöne ergebnisse.
Vor dem Auflösen der Klebeverbindung durch das Öl brauchst du wenn du den Richtigen Kleber nimmst keine Angst zu haben.
Zwei-Komponnenten Kleber z.b. von UHU endfest 300
Die Nieten zu stauchen ist nicht notwendig.
Etwas aufrauen uns beim vestiften verkleben reiht völlig aus.
du kanns wenn du möchtest auch stauchen, dann musst du aufpassen, das beim stauchen das Holz im Randbereich der Bohrung nicht zu stark gestaucht wird, sonst kann es einreißen.
Sie dir mal den Thread von HankER an zu seinen Selbstgebauten Messern, da steht einiges drin zum Messerbau mit 'Haushaltsüblichen'Mitteln.
oder den Thread zum difernetiell härten, würde ich die Vorschlagen.


ansonsten viel spass

gruß
 

HankEr

Super Moderator
Alle Löcher im zu härtenden Material solltest Du entgraten (ansenken) um unnötige Spannungen beim Härten zu vermeiden. Zum anderen haben angesenkte Löcher für die Pins den Vorteil, daß Du eine größere Fläche zur klebenden Verbindung von Griff und Pin hast. Stauchen bei einem Holzgriff würde ich die Pins nicht, erstens denke ich es ist unnötig, zweitens denke ich es bringt kaum was und zum anderen wäre mir die Gefahr zu groß die Griffschalen dabei zu sprengen.
 

AchimW

Mitglied
Ich würde die Finger von Weide, Buche und Haselnuss lassen, da diese Hölzer sich auch wenn sie gut trocken sind sehr stark verziehen können. Birke oder Kirsche sind eine gute Wahl, zumal es davon auch sehr attraktive Stücke gibt. Noch besser bei einheimischen Hölzern ist Buchsbaum und Ilex sowie Eibe. Die sind alle sehr hart und wiederstandsfähig, sollten aber gut abgelagert sein.

Ich habe übrigens schon eine ganze Reihe von Messern gemacht, die nur genietet und nicht geklebt waren. Dabei habe ich oft mit Kupfernieten gearbeitet, die wirklich extrem stark aufstauchen (z.b. von 4 auf 5,5 mm). Ich habe weder in Holz noch in Hirschhorn jemals ein Problem mit Rissbildung gehabt. Ich frage mich wirklich woher das Gerücht kommt, das das problematisch ist. Wenn man genügend viele Niete verwendet bekommt man auf diese Art übrigens auch eine ziemlich dichte Verbindung zwischen Stahl und Griffmaterial. Und ab bekommt man diese genieteten Schalen auch nur noch mit dem Vorschlaghammer.

Achim
 

HankEr

Super Moderator
Früher habe ich das aufstauchen schon mal probiert, und da ist das Holz dann gerissen. Was für Holz das war weiß ich allerdings nicht mehr. Hängt wohl auch von Art und Zustand des Holzes ab sowie vom Impuls den man bei Aufstauchen überträgt.
 

Leonardo75

Mitglied
Danke für die Tips

Hallo Claymore, hallo HankEr und hallo Achim!

Vielen Dank ersteinmal für Eure hilfreichen Antworten. Wahrscheinlich werde ich die Klinge nur ausbohren. Wie groß sollte dabei denn der Bohrerdurchmesser sein?
Den Griff werde ich wohl zuerst polieren, wenn dann die Maserung noch nicht ausreichend herauskommt, dann werde ich ihn noch ölen.

Es grüßt Euch der Leo.
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Wen Du die Haftung des Klebers noch etwas erhöhen willst, versuch mal folgendes:
erst die Löcher für die Grifferleichterung bohren, 6 bis 7mm. Dann die Löcher mit einem 1mm größeren Bohrer immer abwechselnd, das eine von rechts, das nächste von links so weit aufbohren, daß nur noch ein ganz dünner Rand auf der jeweiligen Unterseite stehen bleibt. Wenn Du jetzt die Griffschalen mit etwas mehr Kleber aufklebst, setzt er sich hinter diesen Rand und ist praktisch unlösbar.
 

Claymore

Mitglied
@achim,
kein gerücht, klar gibt das stauchen der Nieten eine sichere Verbindung.
Ist mir beim stauchen auch schon passiert, niet staucht prima, alles paletti, dan spleisen sich einige holzfasern um den niet herum ab un drücken sich nach oben.
kann man wieder überschleifen wenns nicht zu tief geht.
Wenn man's allerdings noch nie gemacht hat geht schon mal leichter was kaputt.

@Leonardo
der bohrerdurchmesser spielt keine so große Rolle, was du eben hast, nicht zu klein, sonst bohrst du dir den 'Wolf' :steirer:
nicht zu groß das es deine Maschine nicht mehr Packt.
Ich nehm meistens einen 8er oder 10er Bohrer, warum, weil ich ihn grad zur hand hab.
Bohr deine nietlöcher vor den erleichterungsbohrungen, damit nicht ein niet durch solch ein loch geht.
Wenns passiert ist machts zwar auch nicht so viel aus, aber wenn die nietbohrungen passen ergibt das alleine durchs zusammenstecken einen prima halt.

gruß
 

Leonardo75

Mitglied
Bohrungen

Hallo Günter!

Dir auch vielen Dank für Deine Antwort!

Ich werde das mit der doppelten Bohrung mal ausprobieren. Mal schauen, ob ich den Bohrer vor dem Durchbrechen des letzten Stegs bei der Nachbohrung aufhalten kann. Mein Bohrtiefenanschlag am Bohrständer ist nicht optimal.

@ Claymore
Wahrscheinlich bohre ich mit 5mm oder 4 mm vor und dann mit 7mm und 8 mm nach. Meine Bohrmaschine kann große Löcher nur schwer in den Stahl bohren, daher muss ich immer vorbohren.
Und auf das Stauchen der Nieten werde ich wohl verzichten.

Gruß Leo