Frage zu Hölzern

Nidan

Mitglied
Hallo zusammen,

ich war mal auf www.bladesandmore.de und hab mir dort die Hölzer für Messergriffschalen angeschaut.

Besonders gut gefallen ( optisch und auch preislich ;) ) haben mir :

Grenadill

Olive

Afrikanisches Wenge

Zebrano

Kann mir bitte jemand sagen, ob diese Holzsorten sich für Messergriffschalen eignen, d.h. ob sie hart genug sind und wenig arbeiten ? Und ob man sie vernünftig mit manuellen Mitteln bearbeiten kann.

Viele Grüße

Nidan
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Schau mal auf meine Homepage unter Material/Griffmaterial. Da steht schon etwas.
Wenge empfehle ich nicht, weil es 1. große Poren hat, 2. sich leicht Splitter ablösen. Die schwarzen Streifen sind extrem hart. die braunen relativ weich.
Grenadil nimmt schöne Politur an, ist aber fast einfarbig schwarz/dunkelviolett; sehr hart, setzt Feilen und Schmirgel schnell zu.
Olive hat beim bearbeiten einen angenehmen Geruch, setzt Schmirgel schnell zu, läßt sich gut polieren und hat häufig fast keine Poren (Kernholz).
Zebrano ist meistens relativ weich mit größeren Poren, Kernstücke sind härter und etwas dunkler. Gut zu bearbeiten.

Ich würde Amboina Maserknolle, Cocobolo und Wüsteneisenholz (etwas schwerer zu bearbeiten) mit in Betracht ziehen.
 

Nidan

Mitglied
Hallo Guenther,

vielen Dank für deine Tipps,

Cocobolo werd ich auf jeden Fall bestellen, Amboina und Wüsteneisenholz sind mir aber (noch) zu teuer und für so nen Anfänger wie mich auch zu schade.:hmpf:

Aber auf deiner HP ist mir noch das Bocote aufgefallen, kannst du mir vielleicht dazu noch was sagen ?

Viele Grüße

Nidan
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Bocote wird auch Mexico Palisander genannt, obwohl es nicht zur Familie "Dalbergia" gehört. Hat aber ähnliche Eigenschaften: Mittelhart, etwas trockener (nicht so harzreich) als Cocobolo, dadurch etwas besser zu bearbeiten. Manche Stücke neigen dazu, bis auf schokoladenbraun nachzudunkeln.
 

AchimW

Mitglied
Hölzer

Und VORSICHT beim Bearbeiten von Cocobolo! Immer besser eine Maske tragen (sollte man bei der Holzbearbeitung ohnehin), bei maschineller Bearbeitung nur mit Absaugung und nicht stundenlang mit dem Staub auf der Haut rumlaufen. Das Zeug verursacht schwere Allergien!

Wüsteneisenholz bleibt eins der Besten und Schönsten und ob Anfänger oder nicht, der Mehrpreis lohnt sich auf jeden Fall! Allerdings riecht das, als würde man einen alten Stockfisch schleifen. Naja, man kann nicht alles haben.

Was ich noch empfehlen kann, ist Gaiac (Lignum Vitae), das noch härter und dichter als Wüsteneisenholz ist und Bruyère, das zwar nicht sehr hart, aber extrem widerstandsfähig ist, eigentlich keine Oberflächenbehandlung benötigt und beim Gebrauch immer schöner wird.

Achim
 

Nidan

Mitglied
Hallo Achim,

danke für die Antwort, aber an Wüsteneisenholz trau ich mich erst, wenn ich ein paar gute Schalen gemacht hab, der Gedanke Griffschalen im Wert von so DM 50.-- versaut zu haben, macht mich frösteln ;)

Ne Frage zu dem Bruyere, kann man da Stammholz nehmen oder sind nur die Wurzelknollen brauchbar ?

Viele Grüße

Nidan
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Alles Bruyère, das ich kenne, ist Maserknolle. Wußte nicht einmal, daß das Stammholz auch gehandelt wird. D.h., ich wußte nicht einmal, daß Bruyère (botanisch Erica arborea, also zur Familie des Heidekrauts gehörend!) überhaupt einen nennenswerten Stamm hat. Dürfte aber ziemlich uninteressant sein, mit einheitlich heller, blasser Färbung. Die Knollen bekommen ihre rötlich-braune Färbung auch erst durch kochen in Kupferkesseln. In Eisenkesseln werden sie schwarz, das haben die Schotten für ihren Dirk und Sgian dubh verwendet.