Frage zu Damastklinge

Hallo,

Ich habe mein erstes Damastklinge gefertigt, und habe eine Frage.

Meine Klinge ist aus Damaststahl mit dem Muster Torsion, habe die klinge puliert, aber das Muster ist nur bei genaueren hinschauen erkennbar. Was kann ich machen damit das Muster richtig rauskommt?
Giebt es ein mittel dafür?
Wen ja wo bekomme ich soetwas her?

danke an alle Experten die mir schreiben.
 

Odin

Mitglied
Hallo Richknife,
um die struktur zur geltung kommen zu lassen muss man den damast erst ätzen und dann polieren. zum Ätzen nimmt man siedene Batteriesäure (ca.30%Schwefelsäure) oder gängiges Platinenätzmittel (Kaliumpersulfat oder ähnliches). Wenn sowas siedet sind schutzbrille und Handschuhe ein muss!!
Wie lange sowas darin verweilen muss weiß ich nicht, du könntest aber mal Markus Balbach fragen der sagt dir das bestimmt.
Gruß Dirk
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Als erstes muß die Klinge auf jeden Fall gehärtet sein, ungehärtetes Material benimmt sich vollkommen anders.
Das Ätzmittel hängt etwas von den verwendeten Materialien ab. Sind die Stähle stark unterschiedlich, z.B. ein Stahl stark Nickelhaltig, Dann erzielt man mit der erwähnten heissen Schwefelsäure gut und schnelle Resultate: 20 bis 50 Sekunden ätzen reicht! Außerden werden keine so hohen Ansprüche an die Fettfreiheit der Klinge gestellt.
Bei zwei recht ähnlichen Stählen sollte man mit weniger agressiven Mitteln arbeiten, z.B. kalte Schwefelsäure, eventuell bis 15% verdünnt; Eisen-3-Chlorid (Ätzmittel für Elektronikplatinen) in 2 bis 5%iger Lösung oder sogar Zitronensäure. Diese Mittel ätzen sehr langsam, müssen oft kontrolliert werden, können dann aber u.U. bei schlecht zeichnendem Damast noch etwas herausholen. Bei diesen Mitteln muß aber die Klinge vorher peinlichst von allen Verunreinigungen wie Fett, Öl, Fingerabdrücken oder Poliermittelresten gereinigt werden.

Gruß
Guenter
 

bert

Mitglied
Hallo richknive,
willst du die Klinge nicht härten?
Du kannst die Klinge natürlich auch ungehärtet ätzen.
Auch 20-30% warmen Salzsäure kannst du verwenden.
Das einzige Problem, wie Guenter schon sagte ist dass sich der ungehärtete Stahl anders verhält als der gehärtete.
Das hängt aber auch von den verwendeten Stahlsorten ab.
Du kannst ja einmal einen Versuch machen.
Unter ständiger Kontrolle kann nichts passieren.
Besser-Härten-Ätzen.
Tip:
Mit einer harten Stahlbürste (für die Bohmaschine) lässt sich das Muster etwas herausheben. Hängt aber auch von den Stahlsorten ab....einfach testen!

Gruß
bert www.69nord.at
 

Gagstätter

Mitglied
Hallo Richi
normalerweise kann man auch ungehärteten Stahl ätzen, da ich alle meine Messer,Schwerter,Äxte und vor allem Schmuck
ersteimal einer Kontrolle unterziehe wenn
ich mit dem Schmieden fertig bin, also auch an ätze, weiss ich, dass es normalerweise kein Problem darstellt.
Es gibt da aber ein paar wichtige Punkte auf die Du achten musst.
1. Deine Sicherheit
2.Der Klingenstahl muss absolut fettfrei sein, einfaches Abspühlen reicht nicht!
Du kannst, Aceton oder ein anderes restlos
verdampfendes Lösungsmittel nehmen und anschliessend reibe ich das ganze noch gut mit Wienerkalk ab( unter fliessendem Wasser spühlen) dann kannst Du Ätzen mit Eisendreichlorid, Schwefel,-Posphor,-Salz oder Salpetersäure. Ich bevorzuge zum einfachen sichtbarmachen der Muster Eisendreichlorid und zum Plastischätzen Phosphorsäure. Alle Säuren mit denen ich Arbeite beutze ich in einer maximalen konzentration von höchstens 30% und leicht warm ca. 30-40°C.
4. Die Säuren müssen Sauber sein. Auf garkeinen Fall darf vorher mit der säure
Bunt oder Edelmetall gebeizt worden sein.
5. Die Ätzgefässe müssen neutral zur Säure, und immer Sauber sein. D.h.zb. Geberit(Kunstoffrohr hat sich bei mir sehr gut bewährt) Sog. Säurebeständige Stählrohre sind schon wieder heikel, da Du durch den Metallabtrag in der Säure von Deinem Damast
den Stahl schon kontaminierst kann es sein
das Dein säurebestandiges Rohr bald leckt.
6.Die Klinge muss nach dem Ätzen neutralisiert werdenz.B. mit Soda. Es versteht sich von selbst,dass das Soda nicht in Deine ätzflüssigkeit gelangen darf, sonst ist diese hinüber!
7. Trocknen und mit einem feinen Schleifleien
abziehen und polieren.

Hinweis:
ich poliere vor dem ÄTZEN NIE!Man schmiert die Poren des Stahles beim polieren zu und so
verschmiert man auch zwangsläufig die Angriffsfläche der Säure. Normalerweise schleiffe ich für eine Kontrollätzung bis Korn 240 und dann zum richtigen aussziehen der Klinge bis Korn 600 anschliessen wird
der Stahl noch gepleisst d.h. mit SCHLEIFPASTE auf einer sehr harten Sisal scheibe gebürstet, anschliessend gut entfettet und dann geätzt.
Mir freundlichen Grüssen Peter