Frage bezügl. Fairbairn/Sykes Dolche

TheLonestar

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Ich wünsche recht belehrt zu werden:

und zwar..

bin auf der Suche nach einen von diesen schwarzen Fairbairn/Sykes Dolchen. Da ich mich dort nur rudimentär auskenne, weiß jemand von euch, wo ich einen Authentischen herbekomme? Man sagt, Shevfield? in England stellt welche her, wo zu bekommen?

In jeden Grabbelladen gibt es welche für 30 Euro, woran erkennt man bessere, gibt es verschiedene Qualitäten?

Brainstorm plz!

thx,
Lone
 
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Thomas Wahl

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Hi oinsames Sternerl!

Sowat gibts auch bei mir. :D

Die Messer von Sheffield haben alle einen Metallgriff. Hm... ich dachte immer, die Originalen hatten einen Griff aus Lederscheiben (ähnlich wie die Kabars). Ich glaube allerdings, daß mitten im 2. Weltkrieg die Messer auch mit Metallgriff hergestellt wurden, weil das schneller ging und billiger war. Außerdem meinte ich mal irgendwo mal gelesen zu haben, das Wilkinson-Sword diese Messer auch mal wieder hergestellt hat.

Dann gibt es noch von Paul-Chen eine Version mit Damastklinge in Präsentbox, die jedoch sauteuer ist.
 

cearbhallain

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Soweit ich weiß, wurde das 'Messer' (ist ja ne reine Dolchform) ursprünglich mit Stahlgriff konzipiert, die anderen Formen beruhen auf Materialverfügbarkeiten während des Krieges. AFAIK stellt auch Wilkinson noch jedes jahr eine begrenzte Menge dieses Gerätes her, diese dann mit der bekannten Wilkinson-Ätzung auf der Klinge. Teuer. Gut. Nächste Quelle: Sheffield. Teuer bis bezahlbar. Auch gut. Alles andere, was ich ansonsten bissher in den Fingern hatte, war Müll. Schlecht verarbeitetes billiges Ausschußmaterial. Ich würde mir immer die verarbeitung ansehen, das ist immer ein erster Hinweis, ob der Rest auch etwas taugen kann.
Guck ma HIER. Allerdings weiß weiß ich nicht, aus welchen Katalog dieser Händler seine Angebotsseiten kopiert hat. Vielleicht weiß das aber jemand anders hier.
 

effect100

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Hallo,

die Seite stammt aus dem letzten Katalog von HALLER.
Die Dinger kann man schon besorgen.


Gruß

A.:cool:
 

Vogel75

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Der Fairbairn-Sykes-Dolch wurde zum ersten Mal 1941 von der Fa. Wilkinson Sword in Sheffield/England hergestellt. Es gab während des Krieges drei verschiedene Versionen: Modell 1 mit Klingenspiegel, geschwungenem "S"-Parierstück und Spindelgriff aus Stahl oder Messing mit Fischhaut zwecks Rutschfestigkeit - Auflage 1250 Stück in reiner Handarbeit. Beim Modell 2 wurde der Produktionseinfachheit halber das Parierstück gerade belassen und die Klinge hatte keinen Spiegel mehr. Diese beiden Modelle hatten jeweils die Wilkinson-Ätzung auf der einen, die Ätzung "F-S" auf der anderen Seite der Klinge. Beim Modell 3 wurde die Produktion nochmals vereinfacht und der Griff erhielt konzentrische Ringe anstatt der Fischhaut, somit konnte dieses Modell maschinell hergestellt werden. Eine aktuelle Version des Modell 3 von Wilkinson kann über BÖKER zu einem recht stolzen Preis bezogen werden - siehe auch Böker-Jahreskatalog.

Desweiteren stellten während des Krieges auch viele andere englische Messerfirmen F-S-Dolche her, die man heute überwiegend in schlechterem Zustand auf verschiedenen Waffenbörsen wie z.B. IWB Stuttgart etc. kaufen kann. Diese sind teilweise markiert (Breitpfeil der brit. Armee, "B2" oder andere Markierungen verschiedenster Art) und ebenfalls authentisch. Die Preise beginnen bei ca. 140 DMark für das Modell 3 bis hin zu knapp 2.000 Mark für ein Original des Modells 1, je nach Zustand des Dolches. Vorwiegend englische Aussteller haben einige F-S ab und zu dabei, wobei hier auch aus zwei oder drei kaputten Stücken ein ganzes zusammengesetzt wurde, also nicht mehr ganz so authentisch. Letztes Jahr war in Stuttgart sogar ein Nachbau eines Modell 1 zu sehen, welches als Original zu einem entsprechenden Preis verkauft werden sollte.
 

Vogel75

Premium Mitglied
Berichtigung

Leute Leute, hab ich doch tatsächlich behauptet, Wilkinson sei in Sheffield ansässig ... Die Fa. Wilkinson Sword Company hat ihren Sitz in London. Die meisten der anderen Hersteller des F-S waren damals in Sheffield, das ja Schneidwarenmäßig mit unserem Solingen vergleichbar ist!

Visier Militärmesser ist eine von vielen Quellen, in denen man über das F-S nachlesen kann. Wenn man mal mehrere Bücher, Zeitschriften etc. zum Thema vergleicht stellt man fest, daß die Geschichte über Fairbairn und Sykes überall gleich erzählt wird, aber andere Daten wie z.B. die Entwicklung des Dolches, Produktionszahlen und die Termine der Aufträge vom brit. Verteidigungsministerium an Wilkinson teilweise auseinander gehen.
 

Slick

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Ja, alle Englischen Versionen haben einen Metallgriff.
Es gibt aber auch U.S Nachbauten aus dem WK.2 mit Lederscheibengriff.

Bei Wolfster.de bekommst du Sheffield F/S-Dolche

Al Mar hat auch eine gute Version gebaut, wenn du sie noch bekommst.

CAS Iberia Hat eine U.S.-Nobelversion aus Dammast, mit gravirter Parierstange UND Ledergriff, in Eichenkiste mit einer Dammast Gürtelschließe.
Ich weiß allerdings nicht ob sie noch zu haben ist.
 

Vogel75

Premium Mitglied
Original geschrieben von Slick
Ja, alle Englischen Versionen haben einen Metallgriff.
Es gibt aber auch U.S Nachbauten aus dem WK.2 mit Lederscheibengriff.
Ich kenn F-S nur mit Metallgriff. Bitte nicht mit dem Case V42 verwechseln, das ist nicht direkt ein Nachbau des F-S sondern separat in den USA gefertigt für die 1st Special Service Force in einer Auflage von ca. 3400 Stück. Das hat einen Griff aus gepressten Lederringen und auch einen Skull-Crusher am Griffende (Bild siehe unten)!


Al Mar hat auch eine gute Version gebaut, wenn du sie noch bekommst.
Das Teil sieht super aus, hat nur den kleinen Nachteil daß Al Mar immer die Spitze so furchtbar ausschleift. Das geht glatt als Nadelersatz durch!


CAS Iberia Hat eine U.S.-Nobelversion aus Dammast, mit gravirter Parierstange UND Ledergriff, in Eichenkiste mit einer Dammast Gürtelschließe.
Die gabs vor vielleicht 2 Jahren mal bei HBS und Marc Zwicky von Peacock-Knives hatte auch mal eins auf einer Ausstellung in der Schweiz dabei.
 

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TheLonestar

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Danke erstmal für Eure Antworten.
Wobei mir immer noch nicht klar ist, ob und wie man einen "echten"
Sheffield von einem "made in Taiwan" unterscheiden kann.

Grüsse,
Lone
 

Vogel75

Premium Mitglied
Ganz einfach, ein echtes WK2 F-S hat irgendwo irgendeine Markierung, Firmenname, Breitpfeil etc. drauf. Außerdem merkt man es an der Klingendicke, die Teile die heutzutage in Taiwan oder sonstwo gebaut werden sind saudünn! Die Originale sind zwar auch nicht direkt mit z.B. einem Busse vergleichbar :D aber schon wesentlich dicker als der jetzige Schrott.
 

wagtho

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Nur zur Vervollständigung: Die Fa. Wilkinson Sword Ltd. (früher London) gibt es nicht mehr. Gewisse Rechte und Werkzeuge wurden von der Fa. WKC, Solingen (www.wkc-solingen.de), übernommen. Dort will man "gewisse" Modelle aus dem Programm von Wilkinson weiter fertigen. Vergl. deren Homepage unter "Neuigkeiten". Zur Zt. werden aber FS-Dolche dort nicht angeboten.
 

Blue Turtle

Mitglied
@jfive: ich hatte vor laaanger Zeit mal einen F/S bei Haller gekauft, der von der Fa. William Rodgers in Sheffield hergestellt worden war (Stempelung auf der Parierstange). M.W. war diese Firma auch offizieller Lieferant der britischen Streitkräfte.
Preislich dürfte es hinkommen.

Viele Grüße
Blue Turtle
 
K

Kwisatz

Gast
Es gibt von einem Herrn "Cassidy" eine sehr fundierte und authentische Kurz-Historie des FS-Messers, die mir als PDF vorliegt. Wenns jemand verlinken kann, dem sende ich das Teil gern zu.

Linder bietet übrigens seit kurzem eine asiatische Version mit rostfreier Klinge an. Preisbereich ca. 25 Euro. Auf alt getrimmt, merkt man den Unterschied nicht auf den ersten Blick. Die Balancen sind aber immer ganz anders, je nach Griffmaterial und Angellänge. Meine polierte Version von Nowill & Sons mit vergoldetem Griff ist übrigens markierungsfrei.
 
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Neil

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Hier gibts ein par infos uber FS messer (in English)
Hauptpunkte sind:

1. FS daggers waren von viele unterschiedlicher britischer firmen hergestellt.
2. Viele sodaten haben einzelstucke machen lassen (nicht alle soldaten bekamen FS dolche), und deswegen findet mann viele unterschiedlicher formen wie der abgebildeter.

Gruß
Neil
 

Jake Cutlass

Mitglied
Blue Turtle schrieb:
@jfive: ich hatte vor laaanger Zeit mal einen F/S bei Haller gekauft, der von der Fa. William Rodgers in Sheffield hergestellt worden war (Stempelung auf der Parierstange). M.W. war diese Firma auch offizieller Lieferant der britischen Streitkräfte.
Preislich dürfte es hinkommen.

Viele Grüße
Blue Turtle
Die Fa. heißt aber Joseph Rodgers und von der besitze ich selber einen F/S-Dolch (1978 aus einem Schottland-Urlaub mitgebracht). Er hat im Ggs. zum Modell von Wilkinson einen Griff mit umlaufenden Rillen; der von Wilkinson hat eine Rändelung am Griff und gilt als höherwertig.

Gruß aus Berlin, Jake C.
 

23er

Mitglied
Ich besitze noch einen F-S Dolch der Firma H.G.Long,Sheffield. Dieses seltene Stück hat das F-S-Zeichen auf dem Kingenspiegel und den Griff (ich denke, er ist aus Messing wie die ersten von Wilkinson hergestellten Stücke) noch mit Fischhaut, nicht diese hässlichen Ringe. Hab ich mal vor ca.10 Jahren auf eine Waffenbörse gekauft, neu mit Lederscheide zum einnähen und in Ölpapier verpackt.
Da ich finanziell gezwungen bin, einige Stücke aus meiner Sammlung zu verkaufen würde mich der Wert dieses Messers interessieren.
Für weitere Infos empfehle ich das Buch von Stephens "Kampfmesser".