Frage an die Stahl-Profis [D4 + 440B mod]

Nidan

Mitglied
Frage an die Stahl-Profis

Also ich bin heut mal dem Link von Guenter zur Firma Lohmann nachgegangen und hab da mindestens 2 Stähle gefunden, die mich interessieren würden :

1) der D4 (steht unter Kaltarbeitsstähle)

2) der modifizierte 440 B (steht unter Rostbeständige Stähle)

Glaubt ihr, daß man das Zeug zum Messer bauen brauchen kann ?

Und kennt jemand die Firma genauer und weiß ob die auch kleine Mengen Stahl liefern ( so wie Recknagel)

Hier noch mal der Link

http://www.lohmann-stahl.de/produkte/index.html

[HankEr: Titel erweitert :hmpf:]
 

mark23

Mitglied
Hallo!

Beim D4 wären mir die 2,2% Kohlenstoff zuviel ... dafür gefällt mir der LO-K 2695 :D (allerdings nur fast so gut wie ein 1.2631) ... Ich denke für absolut rostfreie Messer würde ich den 440B+Co dem 440B vorziehen, weil Kobalt die Bildung eines feinen Korns fördert, und das besser für ein Messer ist. Aber zur Frage: Messer kannst Du bestimmt aus beiden bauen.

Gruß

Mark23
 

roman

MF Ehrenmitglied
Der 4153 Sieht ganz manierlich aus dem würd ich mal einen Versuch gönnen. Schade nur das Sie V reingetan haben W oder Nb Ta wären mir lieber gewesen
 

Guenter

MF Ehrenmitglied
Auch wenn Lohmann den 1.4528 als 440B mod( oder +Co) bezeichnet, es ist eigentlich der 440C mod und vergleichbar mit dem N 690, der ja letztens in 3mm Stärke angeboten wurde. Der eigentliche 440B mod ist der 1.4535.
Sind aber beides recht gute Stähle.
 

gundacker

Mitglied
Der 1.4528 wird von Stefan Gobec http://www.gobec.at hauptsächlich verwendet (hat auch eine kurze Beschreibung auf der Homepage) und scheint sehr brauchbar zu sein; - ich habe jetzt - DANKE Moses ! -auch was zu Hause und werde mal schauen was draus wird:hmpf:
Grüsse, hannes
 

roman

MF Ehrenmitglied
Hab ich mir auch mal angeschaut was sofort ins auge fällt ist das die vorgeschlagene "WB für Messerklingen" müll ist. (490°C anlasstemp)
 

gundacker

Mitglied
Hallo roman !
Hab ich mir auch mal angeschaut was sofort ins auge fällt ist das die vorgeschlagene "WB für Messerklingen" müll ist. (490°C anlasstemp)
Bei dem angeführten link http://www.lohmann-stahl.de/produkte/index.html steht als Anlasstemperatur auch 460 - 480 für erhöhte Zähigkeit, wobei sich allerdings die Härte ziemlich vermindern dürfte; aus Erfahrung weiß ich, daß die Messerklingen von Gobec ca 60 HRC Gebrauchshärte aufweisen; :confused:
Wie kann das funktionieren ? Was wäre deiner Meinung nach eine vernünftige Anlasstemperatur/-zeit ?
Danke schon mal
Grüsse, hannes
 

kababear

Mitglied
@roman: das ist ja öfter so, dass industiemesser normalerweise weicher sind als unsere klingen. man kann ja keine glasharten klingen in nen fleischwolf einbauen. da wäre die gefahr viel zu groß, dass bei kontakt mit einem knochen oder so ein stück absplittert..
 

roman

MF Ehrenmitglied
@gundacker

Wie bereits von Hanker erwähnt hatten wir das im gelisteten thread bereits.

@kababear

nun das kann sein, jedoch würde ich dann die Stahlwahl und die Autenitisierungstemperatur mal ganz einfach in Frage stellen.

In der Realität kenn ich das natürlich aus meiner Härtereizeit. Da hat man als Anwender gute Erfahrungen mit einem Stahl gemacht und dann möchte man dabei eben bleiben, auch wenn man jetzt nicht den optimalen Einsatzzweck mehr hat, dann macht man erst mal alles so wie man es kennt und wenns dann nicht funktioniert ist dann die Härterei schuld und die solls dann auch richten und die wiederum tun das indem sie z.b. das Ding im Sekundärhärtemaximum anlassen. Wenn sdamit fuktioniert, ist das ja auch ok für diesen Fall. Nur optimal ist es nicht...
Und wir hier reden nicht über Industriemesser sondern über Handmesser und wer mein Buch kennt der weis da gelten etwas andere Regeln

Zudem 60HRC sind ok für eine Messerklinge jedoch der Wert als solches ist nicht entscheidend, sondern wie man ihn erreicht hat auch hier Verweis auf mein Buch....
Und wenn ich besondere Zähigkeit bei Messern will sollte man einen entsprchenden Stahl auswählen, anstatt zu versuchen aus ein und dem selben Stahl etwas zu machen was er nicht ist und dabei sein Potential zu verschenken....
 

Fobbel

Mitglied
Hallo,
Ich habe heute mit den Lohmanhn Leuten telefoniert. 1.4528 und 1.4122 haben die beides nicht auf lager. Schade besonders den 1.4528 hätte ich gerne mal ausprobiert. 1.4122 hätte ich nicht für Klingen, sondern für Frames an Foldern benutzt.
 

gundacker

Mitglied
@Fobbel !
Mir hat Moses vor kurzem ein Stück 1.4528 mit 3,2 mm besorgt; er hat bei Böhler eine halbe Tafel erworben - vielleicht ist noch was übrig, schreib ihm mal ne mail !
Grüsse, hannes
 

Fobbel

Mitglied
@ gundacker: Danke! Hast du aus dem Stahl schon was gemacht und wie sind deine Erfahrungen? Rostträge, Schnitthaltig usw.
 
Zuletzt bearbeitet:

gundacker

Mitglied
@ Fobbel !
Ich habe einen Rohling in Arbeit, möchte aber noch ein oder zwei weitere fertigstellen, bevor ich sie zum Härten schicke; wenn ich näheres zu berichten habe melde ich mich !
Grüsse, hannes
 

Tobse

Mitglied
Hallo, meine Erfahrungen mit dem 1.4528 sind durchweg positiv: mit der Bearbeitbarkeit bin ich zufrieden, geht mit Feile und Schleifpapier problemlos, auch das Finishen ist wesentlich angenehmer als z.B. bei D2 - die Klingen sind sehr rostbeständig: bei meinem üblichen Oberflächenfinish mit 400er Schleifpapier und anschließend feinem Schleifvlies habe ich, trotz Neckknife-Trageweise und Kontakt zu Schweiß, keinerlei Flugrost beobachten können (bei ATS34 ist das deutlich problematischer).
Systematische Tests zur Schnitthaltigkeit habe ich nicht gemacht, bin aber bisher zufrieden damit.

Munter bleiben,
Tobse!