Fighter

Almi

Mitglied
Was macht genau einen Fighter aus, was trennt ihn beispielsweise von einem Bowie, o. ä. ?

Und ganz blöd gefragt:Ist ein Fighter automatisch immer ein "Fixed"? !:confused:

Danke
 

freagle

Mitglied
Hallo Almi,

Ich glaub da kann man keine konkrete Aussage machen, da fast jeder andere Ansichten hat wie ein Fighter aussehen muss, schau dir z.B. mal einen Fighter von Brend und einen von Nealy an, unterschiedlicher gehts nicht mehr und beide kommen gut an.

Ich bin schon der Meinung dass ein Fighter nicht unbedingt ein Fixed sein muss, man kann auch Folder so stabil bauen dass sie stabil geng sind um diesen Zweck zu erfüllen.

freagle
 

Geist

Mitglied
Almi, ein Bowie ist ja auch ein Fighter. Oft haben Fighter ein beidseitig ausgeführte Parierstange/Element, ein muss ist das aber nicht. Ein Fighter ist ein Messer das eigentlich an 1. Stelle für den Kampf entwickelt/gebaut wurde und da es keine verbindlichen Punkte gibt wie ein Fighter aufgebaut sein soll, ist erlaubt was gefällt und jeder hat da seine eigenen Vorstellungen...
 
Militärische Kampfmesser haben zweischneidige, symmetrische Klingen von ca. 15 cm Länge oder mehr und einen beidseitigen Handschutz. Auch wenn die beiden Schneiden rasiermesserscharf geschliffen sein können (Forderung von Col. Rex Applegate), sind sie doch in erster Linie Stichwaffen.
"Stiefelmesser" sind verkleinerte Versionen als Backup-Waffe, wenn gar nichts anderes mehr vorhanden ist.
Zivile Stoßdolche haben natürlich wesentlich kürzere Klingen, aber sie wurden ja auch für den Messerkampf bei Auseinandersetzungen an Spieltischen im Wilden Westen konzipiert.

Klappmesser aller Art sind im Vergleich zu feststehenden Klingen einfach zu unzuverlässig beim Öffnen. Und das Öffnen kostet immer Zeit und Konzentration des Anwenders. Deswegen kann der "Tactical Folder" genau wie Balisong und Springmesser immer nur ein Notbehelf sein, egal wie gut er ansonsten gemacht ist.
 

Nidan

Mitglied
Hi Almi,

wie ja freagle schon gesagt haben, jeder versteht ein bisserl was andres drunter. Unstrittig ist, daß ein Fighter, wie ja schon geist geschieben hat, eigentlich ein Messer zum Kämpfen ist. Nun hat aber jeder andre Vorlieben und einen andren Stil, und deshalb schaut für viele Leute ein Fighter verschieden aus.

Schau dir nur mal von Spydie das Chinook das Civilian oder das Gunting an, alles Fighter aber für ganz unterschiedliche Kämpfertypen.

Oder vergleich das AF und z.B. was von Lightfoot oder Nealy. Jeder halt wie er`s mag.

Und jo, Fighter können auch Folder sein.

http://www.lightfootknives.com/knives.html

http://www.budnealyknifemaker.com/aboutus.html
 

thommios

Mitglied
Und: Bowie-Messer sind meines Wissens ursprünglich überhaupt nie nich` gedacht als "fighter", sondern eher werkzeugartig eingesetzte Messer der sogen. Trapper/Waldläufer.
Die sie auch wohl öfter als Hau-Messer für HOLZbearbeitung einsetzten (daher die enorme Grösse und Stabilität/Masse der Klinge usw.).

Erst Rambo-Filme neuerer Zeiten u.ä. und ein auf "Kämpfen" ausgerichtetes , vermutlich etwas einseitiges Denken haben sie vielleicht in einigen Köpfen zu "Kampfmessern" mutieren lassen. Dass man sich damit nötigenfalls (!) einen Bären oder sonstwas (in der modernen Großstadt evtl. einen Hund oder so ?!) vom Leib halten KANN ist eigentlich klar,grins.
 

Camig

Mitglied
Hi Almi,

ohne daß ich davon eine Regel ableiten würde, sind die Fighter an die ich mich erinnere alle mit einer schlanken schmalen Klinge mit ziemlich mittig in Längsachse sitzender Spitze ausgeführt.

@ Sgian

netter Avatar.
 

Frank

Mitglied
Bowie-Messer sind meines Wissens ursprünglich überhaupt nie nich` gedacht als "fighter"

Nix für ungut, :D thommios, aber da bist Du meiner Meinung nach nicht richtig informiert.

BTW, wenn Du irgendwie in Reichweite von Hannover wohnst, komm doch am 28sten vorbei! :)

Bis denne!
Frank
 

zorro_43

Mitglied
"fighter" bedeutet doch nix anderes als Kampfmesser!
Und da sich für dieses Wort in letzter Zeit keine einheitliche Definition herausgebildet hat erfasst der Begriff fast alle Messer der letzten 3000 Jahre, wenn es denn keine Spezialmesser sind.

Zu den Bowie-Messern: Denen hat Jim Bowie doch nur den Namen gegeben.
Oder klärt mich auf: Was ist besonderes an einem grossen Messer mit Handschutz? Die Bauernwehr sieht auch nicht anders aus. Und Werkzeug waren die Dinger garantiert auch, da sie im Kampf keinen Vorteil gegenüber einer richtigen Waffe haben(entweder Kurzschwert oder Dolch).

Zorro
 

Geist

Mitglied
Wer nun die Klingenform der Bowie Messers als erstes gebastelt hat, das weiß keiner, aber Jim Bowie hat diese Art Messer Populäre gemacht, da er mehrere spektakuläre Kämpfe mit dem Messer ausgefochten hat, von da an wurden die Messer eben als Bowiemesser bekannt. Wie Jim Bowie zu seinem 1. Bowiemesser gekommen ist, darüber gibt es mehrere Geschichten z.B. soll sein Bruder ihm das 1. Messer geschenkt haben!

Egal wie nun Bowie zu dem 1. nach ihm benannten Messertyp gekommen ist, er hat es als Kampfmesser eingesetzt und als das Kampfmesser bekannt gemacht.
 

Howie

Mitglied
Hallo,
hier mal die unterschiedlichen Arten und Formen von Fighter
http://www.militaryknives.org/
vom 1.Weltkrieg bis Heute. Hier kann man sehen, daß sich in jedem Zeitabschnitt die Prioritäten eines Fighters verändert haben.
Aber der Ursprung liegt meines Wissens beim Bowie Messer, wie schon geschrieben.

Gruß
Klaus
 

Nidan

Mitglied
Also daß das Bowie ein sehr gutes Kampfmesser ist haben wir ja jetzt wohl geklärt. (Übrigens James Keating unterrichtet u.a. speziell Messerkampf mit dem Bowie und Bill Bagwell ist berühmt für seine Fighting Bowies), aber alle Kampfmessertypen stammen definitiv nicht vom Bowie-Messer ab !

Da gibts ja auch noch (um nur einge zu nennen) , das Tanto, ein absolut reinrassiges Kampfmesser, das Stilett, den Dolch, den Stoßdolch ........

Übrigens, Howie, welche Messertypen von den einzelnen Leuten benutzt worden sind, lag sicher weniger an der Epoche sondrn mehr im Stil dn der Anwender bervorzugte. Schließlich haben ja die unterschiedlichen Klingenformen eigentlich immer parallel existiert ;)

@ Zorro : Jo klar kann man ein Bowie auch als Werkzeug einsetzen, wie eigentlich jeden Fighter außer den absoluten Spezialformen (Dolch und co), schließlich soll ja ein Fighter exzellent schneiden ;)

Und natürlich finden sich im Bowiemesser Einflüsse von andren Messern. Schließlich kanmen ja auch die Einwandrer die man heut Amerikaner nennt nicht aus dem Nirvana ;)

Achja und nen Vorteil hat ein Bowie gegenüber einem Dolch schon, es schneidet nämlich und trotzdem kann man, je nach Design prima damit zustechen. Schau dir mal die Fighting Bowies von Bagwell an.
 
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Howie

Mitglied
@ Nidan,
du hast vollkommen Recht mit deiner Aussage, ich wollte eigentlich nur damit sagen, daß im Zeitraum des 1.WK die zweischneidigen Schlagringdolche mehr benutzt wurden als Später. Dann kamen die Ka-bar stärker und nochmals später, Vietnam, legte man auch Wert auf Survivaleigenschaften. usw. Ich meine damit auch eher den typischen Trent der einzelnen Epochen.

Gruß
Klaus
 

Jake Cutlass

Mitglied
Bowies vs. Fighter/Kampfmesser

Tja liebe Gemeinde, zu diesem Thema muß ich natürlich auch meinen Senf dazugeben.

Wenn wir über das oder die Messer von James Bowie (1796-1836) sprechen wollen so gibt es darüber leider keine gesicherten Erkenntnisse, geschweige denn Fotos oder Zeichnungen. Und es ist ausgesprochen schwierig, hierbei die Legende von der Wahrheit zu unterscheiden. Das "erste" Bowiemesser (d.h. ein von einem Bowie entwickeltes Messer) ließ meines Wissens Rezin Bowie, James' Bruder von einem Schmied namens Jesse Clifft aus einer Feile herstellen. Wie das ausgesehen hat, tjaaa die Experten streiten sich.

Lucie Leigh Bowie, eine Familienangehörige, die Anfangs dieses Jahrhunderts versucht hat, das Dunkel der Vergangenheit etwas aufzuhellen, schrieb von einem Messer mit doppeltem Handschutz, das Rezin Bowie konstruiert hatte, nachdem er sich an seinem alten Messer ohne ein solches Merkmal, bei der Jagd auf ein Wildrind verletzt hatte.

Andere Historiker und/oder Messerexperten u.a. Dr James L. Batson, der Präsident der ABS (American Bladesmith Society) sehen die Form dieses Bowiemessers eher wie ein Koch- oder Schlachtermesser, ohne Handschutz, allerdings mit einer massiveren Klinge. Die Form wäre dann vielleicht so wie das "Forrest-Bowie", zu sehen im VISIER-Sonderheft Bd. 9: Messer II, S. 89 oder das Messer aus KNIVES 97, S. 115 oben rechts.

Dieses Messer hat dann Rezin seinem Bruder James geliehen, als er 1827 in Natchez/Mississippi u.a. mit Norris Wright in Streit geriet, der dann in dem berühmten "Sand Bar Fight" kulminierte, bei dem Bowie Wright mit dem Messer tödlich verwundete und selbst schwere Verletzungen durch Pistolenkugeln und Stockdegenstiche erlitt. Von da an war James Bowie ein berühmter Messerkämpfer und viele wollten ein "Messer wie Bowie" oder kurz ein Bowiemesser.

Ab hier werden die Dokumente knapp. Die Legende erzählt, das James Bowie seinem Bruder dessen Messer zurückgab und sich auf seinem Krankenlager selbst mit dem Design eines Kampfmessers beschäftigte. Er soll dann ein Holzmodell geschnitzt haben und dieses zu James Black, einem berühmten Messerschmied in Washington/Arkansas gebracht haben, mit dem Auftrag selbiges in Stahl herzustellen. Bei der Abholung soll Black Bowie zwei Messer präsentiert haben: das erste original nach Bowies Modell gebaut, das zweite mit Blacks eigenen Verbesserungen des Originaldesigns. Bowie soll sich dann für das zweite Messer entschieden haben und dafür 50 $ bezahlt haben (damals ein ziemlicher Preis im Wert von mehreren Unzen Feingold!).

Wie dieses Messer, das vielleicht das "Alamo-Bowie" ist, also das Messer, das James Bowie bei seinem Ende in der Missionskirche bei San Antonio in Texas benutzte (?), ausgesehen hat weiß genau schon gar kein lebender Mensch.

Mein persönlicher Favorit für das Aussehen des "Alamo-Bowie" ist das "Bowie No. 1", das man wohl tatsächlich James Black zuschreiben konnte. Es gehört jetzt dem "Arkansas Territorial Restoration Museum" in Little Rock und ist abgebildet im Internationales Waffen Magazin-Spezialheft S2/94, S. 104. Es hat keinen Handschutz, einen Sarg-Griff, eine 13,5-Zoll Clip-Point-Klinge, die so abgewinkelt ist, daß wenn man das Messer in Stoßrichtung mit der Schneide nach oben hält, die Klinge genau parallel zum Kampfarm liegt. Es handelt sich also tatsächlich um ein 100%iges Kampfmesser, das man wohl zu nichts anderem benutzen konnte, im Gegensatz zu dem Messer seines Bruders, das eben eher als Jagd- und Gebrauchsmesser gedacht war.

Von 1830 bis nach dem Bürgerkrieg lieferten Schmieden erst aus Sheffield und später auch noch Solingen alle möglichen Messerformen und -größen unter der Bezeichnung "Bowiemesser" u.a. in die USA. Die Clip-Point-Klingenform (Hechtklinge), die man heute meist mit dem Bowie verbindet, war historisch nur eine mögliche Klingenform, aber vielleicht die am weitesten verbreitete.

Damals, als Revolver noch nicht existierten und die Taschenpistolen daher i.d.R. einschüssig und kleinkalibrig also mithin unzuverlässig waren, hatten Messer als Kampf- bzw. Verteidigungswaffen einen viel höheren Stellenwert als ab 1870-1880 mit dem Aufkommen der schnell nachladbaren Patronenrevolver.

Es gilt wohl die Beziehung Bowie=Fighter, aber nicht automatisch Fighter=Bowie, wobei aber viele moderne Kampfmesser (Randall #1 und #14, Ka-Bar usw.) als abgewandelte (Hechtklingen-) Bowies angesehen werden können.

Ich hoffe, ich habe euch mit meinen langen Ausführungen nicht eingeschläfert (wenn ich anfange von Bowies zu erzählen, finde ich so schnell kein Ende) aber dies ist irgendwie MEIN THEMA...

Euer Mitfreak
Jake C.
 
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Nidan

Mitglied
Hi Jack Cutless,

nö war gar net langweilig, Bowies sind schon echt was faszinierendes. Und bei deiner Sig hab ich schon drauf gewartet, daß was gutes von dir zum Thema kommt :D

Aber 2 Sachen :

1) Du hast die Meteoriten-Storie vergeßen :hehe:

2) (wichtiger) Hast du vielleicht irgendwo ein Bild oder kennst du nen Link wo man das von dir angesprochene "Bowie Nr 1 " sehen kann ?
 

Jake Cutlass

Mitglied
Bowie

@nidan: ich hab mich bemüht, die Legenden nicht unnötig zu kolportieren. Die Meteoriten-Story stammt wohl aus dem Roman "The Iron Mistress" von William H. Wellman. Ich gucke mal bei google nach ner Seite, es gibt meines Wissens irgendwo ein Bild von Blacks Bowie im Net... oder ich kann es aus der erwähnten Zeitschrift scannen und dir mailen, aber erst in ein paar Tagen ich hab Nachtdienst und brauch jetzt erstmal Schlaf... :eek:
Gruß
Jake C.
 
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Almi

Mitglied
Wow, was für ein informativer Output, vielen herzlichen Dank;

ich war im Verkaufsforum über den Begriff gestolpert und hatte da schon die Vermutung, die Camig geäußert hat:

"...sind die Fighter an die ich mich erinnere alle mit einer schlanken schmalen Klinge mit ziemlich mittig in Längsachse sitzender Spitze ausgeführt"

Nach meinem Verständnis - und das wollte ich auch zur Diskussion stellen - waren Fighter nicht automatisch alle Kampfmesser (obwohl das angesichts der Übersetzung natürlich nahe liegt), sonden stehen für die bezeichnete Klingenform. Wie seht ihr das?

Grüße, Almi
 
Hallo @ all

Hm.. ich finde den Begriff Fighter oder Kampfmesser unpassend. Es gibt (??) kein Messer, dass außschließlich für den Kampf geeignet ist.... Denn auch mit einem Kombatdolch kann ich nen Apfel schälen ;) Ich denke mal, jeder hat sein eigenes Lieblingsmesser (oder auch mehrere :D )und wird dies zur Verteidigung gebrauchen.
 
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