Feuerbohren, was mache ich falsch?

Sephebos

Mitglied
Hallo,

ich hab mich heute das erste mal am Feuerbohren versucht. Hab Spindel, Handstück und Brett aus dem selben Holz (Fichte glaub ich) gemacht.

Immer wenn ich Rauch aufsteigen sehe habe ich nachgesehen und musste feststellen, dass es immer nur im Hansdstück zu rauchen anfängt. Ich hab sogar schon Schmieröl an die Stelle getan, mit dem selben Ergebniss (hat nur länger gedauert)

Das untere Ender der Spindel und das Feuerbrett sind zwar auch dunkler geworden, aber nicht verkohlt sondern nur blankpoliert worden.

Wer kann mir helfen?
 

snatcher

Mitglied
Härteres Holz als Spindel kann man machen, ist aber für das Ergebnis egal. Wichtig ist das heißes Material abgenommen wird. Dem Feuer ist in diesem Fall egal ob von der Spindel oder dem Brett.

Schön wäre es, wenn du ein Photo von deinem gesamten Feuerbohrwerkzeug einstellen könntest. Die Anzahl der möglichen Fehlerquellen ist nicht gering.

Wenn du im Loch selber keinen Abrieb und nicht genügend Reibungswäre erzeugst, versuch mal folgendes. Reduziere die Reibpaarung oben an der Spindel. Nimm einen Stein oder härteres Holz. Auch Wasser Öl, oder ein anderes Gleitmittel darf gerne genommen werden. Spitze das obere und untere Ende der Spindel sauber an. An deinem Brett und ggf. an deinem oberen Halteklotz schnitzt du jeweils an kleines Loch. Die Spindel wird in die Löcher gesteckt und mit sauberen und gleichmäßigen Zügen die kleinen Löcher zu vernünftigen Lagerstellen aufgebohrt, bzw. die Spindel passt sich automatisch an. Wenn das Bohrloch den Durchmesser deines Bohrers hat, schneidest du eine Kerbe zum Rand des Bohrbrettes. Das ausgeschnittene Stück der Kerbe sollte bis kurz vor die Mitte deines Bohrloches reichen und ca. 45° betragen. Die Kerbe sollte nicht ganz durch das Brett reichen und ein leichtes Gefälle in Richtung Zunder aufweisen. Man kann die Kerbe auch durchziehen, bis zur Bodenseite des Bretts, dann ist von unten aber ein Stückchen Holz zum auffangen des Bohrstaubes nötig. Vorab natürlich den Zunder vor der Kerbe platzieren. Wenn du ca. eine Haselnuss oder Murmel von Bohstaub erzeugt hast, die qualmt, kann der Zunder angeblasen werden. Achte beim arbeiten mit dem Feuerbohrer darauf, dass du gleichmäßig arbeitest und das deine Sehne nicht hoch und runter tanzt. Dann arbeitest du falsch.



Gruß
Snatcher
 

Riddick

Mitglied
Härteres Holz als Spindel kann man machen, ist aber für das Ergebnis egal. Wichtig ist das heißes Material abgenommen wird. Dem Feuer ist in diesem Fall egal ob von der Spindel oder dem Brett.
Richtig, dem Feuer ist es egal, woher das abgetragene Material kommt, aber mit einem Bohrer aus Hartholz tut man sich doch etwas leichter. Wer (noch) wenig Übung hat, wird den (Weichholz-) Bohrer u.U. eher "verbiegen", als saubere Drehungen zu erzeugen. ;)

Ein weiteres Mittel, um schnellere Ergebnisse zu erzielen, ist etwas Sand, welchen man zur Erhöhung der Reibung in die Bohrkuhle gibt.
 

Joe Vogel

Mitglied
Hi, es ist durchaus so, dass die Kombination der Hölzer sehr ausschlaggebend ist. Selbst wenn Spindel und Bohrbrett richtig gewählt sind, kann falsche Reibung zwischen Druckstück und Spindel zum Verglasen auf der unteren Seite führen.
Ich habe hier mal die wichtigsten Fehler aufgeführt.
Ein Bild mit deinem Feuerbohrmaterial wäre super!
Wichtig its außerdem die Haltung. Mit zu viel Wackelei an der Spindel kann das Pulver nicht sammeln und bleibt zu kalt.
Hier ist mal die grundsätzliche Haltung:
phoca_thumb_l_bohrvorgang_joe.jpg


LG Joe
 

Stahlophil

Mitglied
Hi Sephebos!

Das Feuerbohren ist am Anfang etwas schwierig und führt leicht zur Frustration. Wenn man es aber einmal raushat läuft es wie am Schnürchen und unter 20 Sekunden.
Fichtenholz ist bei Spindel und Bohrbrett geradezu optimal. Man sollte aber nicht gerade auf harzigen Stellen bohren. Das funktioniert nicht. Aber Fichtenholz ist im Innern meist sowieso harzfrei.

Zu deinem Problem mit dem Handstück....
Am besten du holst Dir ein Stück Hartholz. Z.B. einen trockenen Eichenholzast und spaltest Ihn. Eichenholz ist bekanntlich sehr hart und funktioniert in der Rolle als Handstück sehr gut. Da es sogar noch Öle beinhaltet ist es perfekt. Jedes andere härtere Holz funktioniert aber genausogut. Dann schnitzt Du eine Kerbe und benutzt es ohne Schmierung bis sich Spindel ein Loch in das Handstück eingebrannt hat und ordentlich sitzt. Es muß also bei ein zwei Vorbereitungsdurchgängen am Handstück qualmen.


Jetzt zum regulären Betrieb und der Schmierung....
Dafür braucht man kein Öl, kein Nasenfett, keinen Bach mit Wasser, sondern lediglich ein frisches Blatt oder ein paar Grashalme. Diese steckt man einfach in die Kerbe des Handstücks bevor man anfängt zu bohren. Durch die Reibung beim Feuerbohren entsteht nasser Brei der das Holz kühlt und schmiert. Gerade Eichenholz wird damit sogar spiegelpoliert und du hast mit zu hoher Reibung am Handstück kein Problem mehr. Einfach aber effizient!


Joe hat vollkommen recht! Der Schlüssel zum Erfolg ist die richtige Körperhaltung. Siehs Dir auf dem Foto an und achte ganz besonders auf dein Handgelenk. Wenn Du es stabil an Dein Schienbein andrückst, deinen Fuß auf dem Brett knapp neben die Bohrstelle setzt und mit Deinem Körperschwerpunkt über der Spindel bist, bleibt beim Bohren alles senkrecht. Nichts wackelt rum und alles läuft cremig. Du wirst sehen, Du brauchst keinen riesigen Druck und du mußt auch nicht bohren bis Du keine Luft mehr hast. Wenn Du die Technik mit ein bisschen Übung beherrschst ist es überhaupt nicht mehr anstrengend.
Experimentiere ein bisschen mit der Spindellänge. Eine Spindel wie auf Joes Foto funktioniert, wäre mir persönlich aber schon etwas zu kurz. Ich bohre am liebsten mit Spindeln die gut 20 cm Länge haben. Das passt bei mir vojn der Körperhaltung am besten und ich habe dann auch mehr Platz um mit dem Bogen zu hantieren.


Beste Grüße...
 
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Beelzebub

Mitglied
Feuerbohren hat beim mir nur einmal funktioniert und zwar mit einer :haemisch: Schlagbohrmaschine:haemisch: als Antrieb....

Ich habs im Hobbykeller nicht geschaft werde das in der "Wildniss" garantiert nie probieren. Da ist die Möglichkeit das ich aus Frust Feuer spucke definitiv größer....
 

Egbert

Mitglied
Vor 14 Tgen war ich noch in Kenia. Dort hat uns beim Besuch eines Massaidorfes ein alter Massai gezeigt wie man es macht.
Ein wenig trockes Gras und darauf trockener Elefantenmist (er meint das sei "Massaibenzin"):D. Dann kommt ein kleines Stück trockenes weiches Holz in das gebohrt wird. Gebohrt wird dann mit einem frischen geschälten Stock, etwa bleistftstark. Zur besseren Reibung hat er etwas feinen Straßendreck auf die Reibstelle getan. Die Handflächen hat er ebenfalls mit dem Straßendreck griffiger gemacht. Er hat dann in ca 20 Sekunden Feuer gehabt. Gelernt ist eben gelernt!
Gruß Egbert
 

Stealth97

Mitglied
Manchmal ist es auch hilfreich, für den Ein oder Anderen, wenn man mit den Handinnenflächen, statt mit einem Bogen, bohrt, oben eine kleine Kerbe in seinen Bohrstab zu schnitzen, in die später eine ca 15cm lange Schnur mit zwei Schlaufen an den Enden drangehängt wird. Die zwei Schlaufen kommen dann an beide Daumen und das Ganze verhindert dass die Hände während des Bohrens ständig abrutschen. Im übrigen kann man so auch mehr Druck ausüben. Ich hoffe ih konnte verständlich machen was ich meine. Sonnst einfach nachfragen.

LG Leon
 

zaza

Mitglied
Also wenn es nur um das Feuerbohren geht, dann hab ich da mal eine Anleitung für alle Interessierten.

Ist von mir erstellt und auch auf meiner Homepage druff.

Ist HIER zu finden.

Viel Spass :)
 
Verwende Linde als feuerbrett. Mach das Druckstück aus Eiche oder buche, eigentlich egal aber das druckstück muss hart sein, du kannst auch einen stein mit vertiefung nemen, wenns hält. Dann mach die spindel auch aus Linde. ( Also Linde ist Weichholz, das besste holz zum feuerbohren das ich kenne) Es funktioniert am bessten wenn spindel und feuerbrett aus dem selben Holz sind. Vergiss was manche sagen mit der Harten spindel, dass funktionirt, aber am bessten gehts nach meiner meinung mit einer weichen spindel. ( Beim Hamddrill MUSS die spindel hart sein) Dann der Bogen darf nicht biegsam sein. Sand braucht mann nicht als reibungserhöhung, Das erleichtert das bohren mit dem handdrill, aber beim bogen hast du viel mehr speed. Achte darauf dass die spindel schön rund ist und die kerbe nicht zu weit eingeschnitzt ist. Dann kannst du noch frisches gras oder blätter als reibungsbremmse für das druckstück verwenden. Dann denk noch daran übung macht den meister.
 

dirkb

Super Moderator
...sonst würd er nich son blödsinn schreiben.

Und du als Neuling nimmst dir bitte vor dem nächsten Post mal die Zeit, dich zumindest mit den Grundzügen von Rechtschreibung und Grammatik sowie den Gepflogenheiten in diesem Forum vertraut zu machen ... Deine Ausdrucksweise lässt zu wünschen übrig und ist hier nicht gern gesehen.