Feuer machen: Womit?

judge

Mitglied
Hallo an alle Survival-Profis da draußen! Schönes neues Forum zum Austoben
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Da ich annähernd keine Ahnung und praktische Erfahrung im Outdoor-Survival habe, freue ich mich schon auf interessante, für mich sicher lehrreiche Diskussionen.
Meine Frage: Womit kann man am besten ein Feuer in Gang bringen? Welche Ausrüstungsstücke würdet ihr für diesen Zweck mitnehmen?
Möglichkeiten gibt es ja viele: Vom Bic-Feuerzeug über Streichhölzer, Brenngläser und Magnesiumblöcken bis zu Feuerstählen. Was funktioniert eurer Meinung nach am Besten?

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judge
"Every tool is a weapon if you hold it right" - Ani Difranco
 

Blade Runner

Mitglied
Für den Alltag: Glühpunkt-Feuerzeug.

Als Reserve: Streichhölzer mit Reibfläche (die sich überall anzünden lassen; gibt's als normale STeichhölzer in Italien. Wasserdicht verpackt.

Für den äußersten Notfall: Magnesium-Feuerstarter.
 

Hunter

Mitglied
Ersteinmal:
Danke für die Einrichtung dieses Forums!

Ich habe immer drei "Feuerstarter" dabei: Je nach Dauer der Reise ein oder mehrere Einwegfeuerzeuge, normale Sturmstreichhölzer mit Reibfläche in zwei Wasserdichten Schraubdosen und einen Magnesium-Feuerstarter (das dazu notwendige Messer muß ich ja hoffentlich nicht erwähnen ?
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)

Zu den erwähnten "Überallzündern" aus Italien: Wo es draußen echt eng werden kann, möchte ich diese Teile nicht dabei haben, sie sind zwar irgendwie praktisch, aber auch ziemlich unsicher, da sie sich eben auch selbst entzünden können. Hab´ ich schon selbst erlebt, macht keinen Spaß, aber viel Schaden.

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M. Messersammler-Hunter-Abenteuerreisender

[Dieser Beitrag wurde von Hunter am 09.10.2000 editiert.]

[Dieser Beitrag wurde von Hunter am 09.10.2000 editiert.]
 

Seal_6

Mitglied
Hi alle zusammen!

Normalerweise hat man ja ein Feuerzeug dabei.
Allerdings kann man die leidige Erfahrung machen, daß einige Einwegfeuerzeuge ihren Inhalt nach 1 Jahr nicht mehr haben!
Wie Hunter bereits geschildert hat, sind die sog. "Überallstreichhölzer" auch nicht gerade ungefährlich!
Die besten Anzünder die ich kenne, stellt immer noch die britische Fa. BCB her. Diese Streichhölzer (Lifeboat-Matches)sind zu 25 Stück in einer Schraubdose verpackt. Reibefläche befindet sich auf dem Deckel (einige zusätzliche mit reinstecken!!!). Nachteil: ziemlich teuer (ca. 5-6 DM). Allerdings brennen sie nicht mit richtiger Flamme, sondern eher wie Wunderkerzen.
Wer mit diesen Dingern kein Feuer anzünden kann, der hat´s nicht anders verdient als zu frieren!
Wenn man sich allerdings richtg vorbereiten will sollte man die verschiedensten Techniken und Möglichkeiten ein Feuer zu entzünden ausprobieren bis es absolut und traumhaft sicher sitzt.
Hier hilft nur üben, üben, ausprobieren und daraus lernen.
Jedes provisorische Mittel funktioniert unterschiedlich gut oder schlecht und ist mit mehr oder weniger Arbeit verbunden (auch Magnesiumstarter brauchen insbesondere für Ungeübte so ihre Zeit!)
Wichtig ist, daß man für sich selbst herausfindet, was wann am schnellsten funktioniert.
In einer richtigen "Survivalsituation" hat man oft nicht wahnsinnig viel Zeit (Kraft!) ein Feuer zu entzünden.
Viel Spaß beim Üben (und nicht den Stadtwald niederbrennen, gell!)

Grüße, Micha
 

rolynd

Mitglied
Ein Einwegfeuerzeug und eine Schachtel Sturmfeuerzeug hab ich immer dabei. Wenn's eine längere Tour wird nehme ich auch gern noch einen Magnesium Feuerstarter mit. Damit das dann gut klappt brauch man auch noch guten Zunder. Ich hab gute Erfahrung mit den Flugsamen von Löwenzahn, Disteln, Kletten und anderen ähnlichen Sorten gemacht(muß man gut zusammenrollen sonst glüht der Funke sofort wieder aus!).Nachteil ist, sie sind nicht das ganze Jahr über erhältlich. Ein weiterer natürlicher und guter Zunder ist die filzähnliche obere Gewebeschicht(NICHT die darunterliegenden Röhren) einiger Sorten von Baumpilzen. Hier an erster Stelle zu nennen der klassische Zunderschwamm (warum der wohl so heißt???
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) Hängt an toten Bäumen rum und sieht Grau aus,konsolenartiger Wuchs, Unterseite weiß wenn jung, sonst beige bis braun, auf Laubholz, Mehrjährig, häufig. Andere ähnliche Arten. Aus interesse hab ich auch probiert nur mit einem Messer als einziges Werkzeug in der Natur Feuer zu machen.
Ergebnisse:
1.Es dauert manchmal eeeeewig bis man die richtigen Hölzer zusammenhat und eine zweite Ewigkeit bis es verdammt nochmal endlich brennt!
2.Vielleicht liegts an mir, aber manche Methoden funktionieren einfach nicht so gut wie andere. Ausprobiert hab ich Feuerbohren mit und ohne Bogen, Feuerreiben, Feuersägen.
Wirklich gut und "einigermaßen" schnell funktioniert ist der Bogenfeuerbohrer wenn man das richtige Holz findet.Ich bevorzuge Laubholz, der Bohrstab etwas weicher als Unterlager( Daumennagelprobe, beide sollten sich mit dem Daumennagel etwas eindrücken lassen) und müssen kno-chen-tro-cken sein sonst Feuer nix nur viel Rauch. Wenns nur raucht, der Stab schwärtzt sich am Ende und sonst passiert nichts hat man entweder zu hartes Holz, oder es ist nicht ganz trocken. Bei dieser Methode ist es sehr empfehlenswert sich eine feste nicht zu dünne Schnur und ein glattes Wiederlager gleich mitzubringen. In einer Survivalsituation improvisiert man aus der Kleidung etc..
Was auch gut funktioniert ist Kaliumpermanganat + Glycerin (Apotheke) einfach die beiden Komponenten zusammengeben und in ein paar Sekunden brennts! Ebenfalls gut ist Kaliumpermanganat + Zucker, diese Mischung verreibt man mit etwas Druck zwischen zwei harten Oberflächen und hat auch hier nach ein paar Sekunden Feuer. Der Nachteil ist, man muß es auch Mitnehmen, es verbraucht sich, man kanns verlieren.

Vor kurzem hab ich einen Feuerpiston ausprobiert und Wow! das Ding hat mich wirklich beeindruckt

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Superschnell, Einfach, Zuverlässig. Glühender Zunder in null komma nix!! Hat vielleicht einer von euch auch schonmal sowas getestet?

FFFFFEEEEEUUUUUURRRRIIIIOOOOOOOOO!!!!!!!

Also, let's set it on fire!
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Gruß Ralph.
 

Armin II

Mitglied
Also dass Einwegfeuerzeuge ihren Inhalt verlieren hab ich noch nie erlebt. Neulich habe ich z.B. bei mir im Keller einige BIC Feuerzeuge entdeckt, die dort sicherlich schon 10 Jahre lagen. Gasfüllung war noch voll OK, allerdings haben sich die Feuersteine zersetzt, so dass die Feuerzeuge gänzlich unbrauchbar waren....
 

Hunter

Mitglied
Einwegfeuerzeuge verlieren Ihr Gas nur dann, wenn der Gashebel unbemerkt gedrückt wird. Dies kann z.B. in engen oder vollen Taschen mal passieren. Es gibt bei verschiedenen Werbemittelfirmen Steckhüllen aus Aluminium, die man individuell beschriften lassen kann und in die dann die Standard-BIC-Feuerzeuge gesteckt werden. (Es gibt die Hüllen für die großen und die kleinen BICs. Ich habe immer die großen.) Dreht man diese Hüllen nun um und steckt das Feuerzeug "falsch" herum hinein, ist der Gashebel vor unbeabsichtigtem Betätigen geschützt. Ich habe mir ein paar solcher Hüllen besorgt und sie haben sich bei mir gut bewährt. Der Nachteil ist nur, daß das Feuerzeug nicht sofort einsatzbereit ist, aber das ist ja nicht schlimm.

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M. Messersammler-Hunter-Abenteuerreisender
 

judge

Mitglied
Danke an alle für die vielen Infos.
Zum Thema Einwegfeuerzeuge: Ich habe gehört, daß diese bei tiefen Temperaturen Probleme machen/nicht funktionieren. Stimmt das?
Und rolynd, was ist ein Feuerpiston?

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judge
"Every tool is a weapon if you hold it right" - Ani Difranco
 

rolynd

Mitglied
Hi judge!

Ein Firepiston arbeitet mit Kompression und schlägt meiner Meinung nach alle anderen "kein Feuerzeug/keine Streichhölzer" Methoden um längen! Einziger Nachteil ist, daß man das Teil vorher bauen muß da unterwegs schwierig. Dafür wird er nie all und ist schnell und zuverlässig. Meiner gefällt mir immer besser
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. Feuerzeug und Streichhölzer sind natürlich überlegen weil man sofort eine Flamme hat nicht nur Glut.
Ein paar Bilder und sogar kleine mpeg's zur Arbeitsweise gibt's unter www.geocities.com/firepiston

Gruß Ralph.
 

Schleifalot

Mitglied
Hallo Firestarter,
seit ich draussen unterwegs bin hat immer das Einwegfeuerzeug am besten funktioniert. Ich habe immer mindestens zwei in verschiedenen Taschen am Mann und zwei weitere im Rucksack. Ich habe zwar auch einen Magnesiumblock im Rucksack, aber ich halte von dem Ding nicht viel. Ist halt nur ein Notnagel. Wenn Du auf Feuer angewiesen bist, dann nimm Dir eine Tube "Feuerpaste" (gelierter Spiritus) mit. Die wiegt nur 50 gr, brennt immer und reicht für mehrere Wochen draussen. Im Urlaub in Kanada diesen Sommerhat uns das Zeug vor einer Unterkühlung bewahrt. Das ganze Brennholz war durch starken Regen naß. Mit der Paste hat es dann doch noch geklappt. Das hebt die Moral gewaltig, wenn man 300 KM von der Zivilisation entfernt ist. Mein Guide hatte immer noch eine kleine Dose Streichhölzer und ein bisschen Birkenrinde am Mann. Das funktioniert auch ganz gut.
Viel Spaß beim Zündeln
 

shindendojo

Mitglied
Bei meiner diesjährigen Kanutour in Schweden gab es natürlich wasserdicht verpackte Streichhölzer und ein Feuerzeug.
Wir haben aber immer erst andere Methoden versucht.
Die Magnesiumsteine habe ich zwar auch auf verschiedene Kits und Messerscheiden verteilt, ich bevorzuge aber den sogenannten Metal Match:
Ein fingerdickes und fast -langes Stück Ferrocerum (hoffe, das ist richtig) - einfach dran schaben und die Funken setzen ratzfatz Löcher in´s GoreTex ;-)
PS: Der Metal Match paßt genau in den Hohlgriff des CS Bushman, jetzt noch Paracord drum und schon hat man für wenig Geld eine Survivalausrüstung, die schon viel abdeckt.

Dirk

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Info über Survival, Kampfkunst, Messershop
www.shindendojo.de

Busse Combat Deutschland
www.busse-messer.de

[Dieser Beitrag wurde von shindendojo am 17.10.2000 editiert.]
 

smaragd

Mitglied
mal dieses Thema wieder aufwärmen!
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Ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht und bei den verschiedensten Gelegenheiten (Pfadi's, Wehrpflicht) verschieden Lösungen gesehen.
Weil ich wie die meisten von euch auch am Überleben und den nützlichen Dingen die das Überleben erleichtern sollen interessiert bin habe ich mir ein tolles Feuerzeug gekauft.
Die Herstellerfirma heißt Lubinski und es funktioniert mit Piezoelektrizität und Gas.
Unter normalen Bedingungen gibt es eine tolle blaue Flamme die echt heiß ist.
Unlängst jedoch wollte ich im Freien eine Kerze anzünden und siehe da.... nichts.
Nun bin ich auch nicht auf den Kopf gefallen und habe versucht das Feuerzeug zu erwärmen (in der Hosentasche, nicht über einer Kerze!!)
Aber leider nichts.
Fazit: für indoor echt tolle blaue Stichflamme,
für survival würde ich mich damit Totärgern.
Ich glaube ein normales Einwegfeuerzeug ist immer noch das Beste. Obwohl piezo-Zündung besser ist, da sie sich nicht verbraucht.
All das führt auch mich zu der Frage wie sieht es bei den tollen Sturmfeuerzeugen (Gas) bei Kälte aus?

alles im grünen bereich
smaragd
 
Mir persönlich ist mein "Zippo" am liebsten,
weil das Ding immer zündet. Für Brennstoff-
nachschub ein kleiner Zippofluidkanister(hält
ewig und drei Tage, ist total dicht und wenns Holz mal nass ist, dann ein bisschen was davon drauf und es brennt wie die Hölle.
Zugleich hab ich das Ding schon in div. Fällen als Ersatzfackel brauchen können.
Gruß
Wolf

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Die Nacht ist mein.
 

Hocker

Mitglied
Hat jemand einschlägige Erfahrungen mit Magnesiumfirestartern ?
Ich weiß, es gibt klasse Feuerzeuge, aber mir gehts um was sicheres was auch mal ungewartet sehr lange Zeit liegen kann und trotzdem funktioniert.

Gruß Hocker
 

Moppekopp

Mitglied
Hi Hocker!

Mein Vater hat mir mal so einen Magnesiumfirestarter aus Schweden mitgebracht als ich so 14/15 war. Es war damit ganz einfach Feuer zu machen.....:D .
Allerdings nur auf trockenem dünnen Material wie Papier, Heu, etc.

gruß Moppekopp
 

le.freak

Premium Mitglied
magnesium: benutz ich gerne zum campen, diese scout-firestarter, oder wie die heissen. am leichstesten ists damit ein feuer zu starten, wenn man etwas trockenes holz zesplittert und auf ein wenig watte legt; ziiiiiip, funken spruehen, feuer brennt.

meistens nehm ich die dinger aber zu haus beim grillanzuenden (mit watte und diesen pappanzuendern) oder aber fuer licht und gaskocher beim zelten. ich hab naemlich noch diese alten camping-gaz dinger ohne piezo-zuendung und die wollen einfach nicht kaputtgehen.

also ich spiel damit gern rum, allerdings bei starkem wind und wetter .... :confused:
 
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Damit!
Wasserdicht und mit den richtigern Feuersteinen unverwüßtlich!
Gehörte zum Stanardequipment der Wehmacht. Im Gegensatz zum Zippo halt kein Verkaufsschlager. Dafür primitiver und deutlich besser!
 

hagrid

Mitglied
Wenn schon, denn schon

Hallo Leute, also ich hab immmer eine Gas und eine Sauerstoffflasche dabei. Und so einen Gasanzünder mit Feuerstein. Hatte noch nie Probleme beim Feuermachen.:D :fack:
Okay, aber nun mal im ernst. So riesige Touren mach ich nicht und da reichen mir normale Streichhölzer zusammen mit Reibfläche in einer wasser dichten kleinen Alubox. Die ist im Rucksack immer dabei. Und wenn ich nur mal für 2-3 Stunden durch den Wald latsche.

Gruß

Hagrid
 

HankEr

Super Moderator
... swedish Firesteel, das große Modell. 10cm lang, Durchmesser des Stahls 9,5mm.

Das Teil hat den Vorteil, daß es zum einen ewig hält, absolut nässeunkritisch ist und auch wenn es mal zerbricht noch gut zu gebrauchen ist. Zusammen mit vaselinebehandelten Wattebäuschen ist das Feuermachen kinderleicht und auch wenn man keine Feuerstarter mehr hat geht's damit immer noch weit besser als mit allen natürlichen Alternativen. Klar ist eher ein Survival- statt ein Campingtool und normalerweise nehme ich auch ein Feuerzeug, aber ist schön soetwas auch dabei zu haben.
 

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