Feile als Bandschleifer-Ersatz

Tobse

Mitglied
Hallo allerseits,
Für mein nächstes Messerprojekt soll statt des Bandschleifers hauptsächlich Muskelkraft eingesetzt werden. Zur Zeit feile ich schon mit ordentlichem Erfolg mit einer Flachfeile (Hieb 2 von Basco, 250x25mm) an einem Rohling, aber der nächste (1.2842, 6mm Klingenstärke, ca. 17cm Klingenlänge) erfordert wohl eine größere Feile - was sind die optimale Größe und der optimale Hieb für hohen Abtrag an größeren Rohlingen, und wo bekomme ich so große Feilen im Versand ?

Munter bleiben,
Tobse!
 

zorro_43

Mitglied
Hi Tobse,
du solltest dir auf jeden Fall mehrere Feilen zulegen.
Hieb 2 ist doch gar nicht so schlecht. Bei den festeren Stählen sind grobe Schruppfeilen (Hieb 1)
nicht immer so ideal.
Ich mache fast alles mit einer grossen Dreikantfeile Hieb 3.
Die Dreikantfeile hat den Vorteil, das sie stärker gegogen ist als eine Flachfeile. Dadurch kannst du auch in der Mitte einer Fläche arbeiten und wirklich plane Flächen erreichen.

Ich benutze Feilen mit maximal 300mm länge. Größere werden mir zu unhandlich, aber das ist geschmacksache. In der Regel sollte eine Feile aber immer möglichst groß sein.

Wichtig ist auch, die Feile rechtzeitig auszutauschen. Feilen sind Verschleissteile und auch wenn sie noch lange irgendwie Feilen ist die Leistung doch mit einer neuen nicht zu vergleichen.
Also nicht am falschen Ende Sparen.

Zorro
 
Hallo,

ich kann mich zorro_43 nur anschliessen: wenn die Feile zu grob bzw. zu gross ist, ist sie für Stahl nicht mehr gut geeignet (ich dachte auch mal dass ich eine grössere bräuchte-ca. 40 cm lang, Hieb 2, das Teil sieht aus wie eine Raspel!)...

ein Tipp gerade bei längeren Klingen: durch sog. draw filing erziehlt man ebene Flächen viel einfacher als durch normales feilen-hierzu die Klinge im rechten Winkel zur Schneide über die Klinge ziehen...gibt auch eine relative schöne Oberfläche.

Grüsse, Jens.
 

dcjs

Mitglied
genau JensJ,
und eine noch schönere oberfläche erhält man, wenn man die feile (feiner hieb) mit kreide einreibt. sieht dann schon so gut aus, als hätte man mit sandpapier gearbeitet.
 

Tobse

Mitglied
Vielen Dank für die Tips, aber warum die Dreikantfeile planer schleift, ist mir noch nicht ganz klar. Biegt die unter Belastung einfach weniger durch ?

Munter bleiben,
Tobse!
 

dcjs

Mitglied
hi tobse,
die dreikantfeile hat ja gar keine richtig planen flächen, sondern einen "bauch".
auch die meisten flachfeilen haben einen leichten "bauch" (dadurch, dass sie nicht ganz gerade sind), wenn man eine fläche planfeilen möchte, sollte man das immer mit der bauchigen seite tun.
benutzt man nun die konvexe seite der feile (bei der dreikantfeile sind halt alle drei konvex), so ist es schwerer, die kanten des werkstückes zu "verrunden", die fläche wird also planer.
ich selber bevorzuge aber eine flachfeile, weil die eine gleichbleibende breite hat.
feilen mit einem groben hioeb (hieb 1) müssen scharf sein, sonst taugen sie nichts! dann ist hieb zwei im abtrag sogar besser.
viel spass beim feile schwingen :) :p
 

zorro_43

Mitglied
Hi Tobse!

Du wirst es nicht schaffen die Feile wirklich nur parallel zu deiner Werkstückoberfläche zu bewegen. Es ergit sich also bei einer ganz flachen Feile eine ballige Werkstückoberfläche.
Wenn die Feile aber auch ballig ist kann sich das wieder Ausgleichen.
Bei Dreikantfeilen ist die Balligkeit wesentlich stärker als bei Flachfeilen. Du kannst damit sehr Zielgenau eine bestimmte Stelle in einer Fläche bearbeiten und z.B. eine leicht gewölbte Fläche wieder Plan bekommen.
Ausserdem ist die Dreikantfeile schmaler und du kannst bei den festen Stählen einfach mehr Druck ausüben.

Aber letztendlich musst du einfach rumprobieren und deine Methode finden.

Zorro