Fehler beim Härten!

Günther

Mitglied
Hallo, Leute!

Ich habe heute mein Messer aus 1.2379 gehärtet.
Habe es in Härtefolie eingeschlagen,bei 1040°C im Ofen 1 Stunde auf Temperatur gebracht und danach in vorgewärmten Öl abgekühlt.

Nach dem Sandstrahlen ist mir ein "Schatten" aufgefallen, der quer über die Klinge Läuft.Es handelt sich dabei um eine dunkle Stelle in Form eines Halbmondes, der nahe an der Spitze von der Schneidkante bis zum Rücken verläuft.
An dieser Stelle läßt sich das Material mit einer Feile abtragen,das restliche Messer hat aber eine Härte von 60 HRC.

Was ist falsch gelaufen?

Grüße, Günther.

[HankEr: Wärmebehandlung bitte nach "Material Total"; entsprechend verschoben]
 

Günther

Mitglied
Nein, hab ich nicht.
Auf der Arbeit schrecken wir immer mit der Härtefolie ab,allerdings härten wir nicht so geringe Stärken.
 
G

gast

Gast
Wenn ich mich recht erinnere lässt Wolf Borger in seinem Video auch die Härtefolie an der Klinge, auch andere messermacher haben mir gesagt das der dadurch schlechtere Wärmeübergang zu vernachlässigen ist....

Was meinst du dazu Armin II??
 
P

PhilippU.

Gast
Versuche es das nächste mal so:

1000 C°
wenn der Ofen die Temperatur eirreicht hat messer rein
wenn das Messer 1000 C° hat schreckst du es im Öl ab

Die Stelle kan ausgeglühtes Material oder durch falsches abschrecken entstehen (Luftblase) bin mir da aber nicht gans sicher.

PS. Ne Stunde bei 1000 C° ist auf alle fälle zu lange

Philipp
 

herbert

MF Ehrenmitglied
Hm, ich denke mal, die Aufheizung und die Haltedauer sind nicht optimal abgestimmt. Die Sache mit der Abkühlgeschwindigkeit ist unkritisch. In Anbetracht der Materialdicke würde ich vorwärmen, dann zügig auf Austenititsierungstemperatur fahren, dann nicht zu lange halten, 15-20 min sollten genügen, und dann mit der Folie abschrecken.
Ich würde neu weichglühen, und die WB wiederholen.
Ach so, könnte auch eine lokale Entkohlung sein, ich würd noch die Klinge mit Toilettenpapier umwickeln.
Hat die Folie eigentlich geklebt?
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@xtorsten: ich glaub, das war zu lang, und der Werkstoff ist lokal entkohlt. Unter diesen Bedingungen sind 1040 viel, die Haltedauer sehr lang. Die Klinge sollte (obwohl der Stahl ein schlechter Wärmeleiter ist) recht flott auf Temperatur sein. Das Problem ist, dass ich kein klares Bild habe, da ich weder Ofen noch dessen Charakteristik noch sonstige Nebenbedingungen genau kenne.
Das mit dem Restaustenit ist theoretisch auch möglich, die Anlassbehandlung ist da so eine Sache. Bei der Haltedauer und der Temperatur ist alles gelöst, was an Karbiden sich da getummelt hat, und wenn man dann nicht tiefkühlt oder mehrfach anläßt, dann kann das durchaus auch Restaustenit sein. Aber, wie gesagt, da müßte man noch ein paar INfos haben...
 

Günther

Mitglied
Hab mal irgendwo gelesen - ich glaube hier im Forum, das D2 sein Gefüge nur langsam verändern kann, und darum 1 Stunde im Ofen bleiben soll.
Ist mir auch etwas lang vorgekommen, auf der Arbeit härten wir selbst dickere Werkstücke nicht so lang.

@ Philipp U.
Im Anlaßschaubild von Böhler wird geraten entweder mit 1030 oder mit 1070°C zu härten, und die anlaßtemperatur aus dem Diagramm zu entnehmen.
Sind da 1000° nicht etwas niedrig und bei welcher Temperatur soll ich anlassen, um ca. 59 HRC zu erreichen?

@herbert
Was meinst du mit "Folie kleben"?
Durch die umwicklung mit Papier wird einer entkohlung entgegen gewirkt, ist das richtig?
Bin nach dem Anlaßschaubild gegengen und habe 1x mit 250°C angelassen ,was eine Härte von ca.59 HRC bringen sollte.
Vor dem Anlassen habe ich die Klinge über Nacht 6 Std in Stickstoff eingelegt.

Wenn ich jetzt wieder weich glühe (800 - 850 °C)langsame Ofenabkühlung bis 600°C,dann an Luftweiter abkühlen (Angaben von Böhler),
dann Härten bei 1000°C(15-20 Min halten),
mehrere Stunden in Stickstoff einlegen,
Dann 2x anlassen,Anlasstemperatur erfahre ich hoffentlich noch
Sind diese Werte richtig?

Grüße, Günther.
 

xtorsten

Mitglied
hi Günther ,
unter www.uddeholm.de findet sich ein "Werkstoffprospekt" für 2379, und zwar unter Produkte, Kaltarbeitstähle, heißt dann Sverker 21.
Da sind einige Angaben zur WB enthalten, fand es ganz interessant. Da wird z.B. der Restaustenitgehalt bei Härtung 1040 Grad C mit 20% angegeben. Härten mit 990 bis 1040 Grad.
xtorsten
 

herbert

MF Ehrenmitglied
@günther: Das mit dem Papier und dem Entkohlen ist richtig. Manchmal klebt die Härtefolie an der Klinge, das meinte ich. Dann ist nämlich wahrscheinlich die Temperatur dort lokal zu hoch gewesen.
Die Angaben von Uddeholm sind ok, mehrfaches Anlassen zur Restaustenitbeseitigung ist nur richtig erfolgreich, wenn Du im Sekundärhärtemaximum anläßt, bzw. da 2379 kein ausgeprägtes SHM besitzt, auf jeden Fall bei höheren Temperaturen. Es sei denn, Du nimmt die Härtetemperatur was runter und hältst nicht so lange. Wenn Du nicht alle Karbide löst, bleibt mehr C gebunden, die Gefahr von Restaustenit wird dann kleiner. Das mit dem Tiefkühlen ist auch nicht so einfach, da die Wärmeabfuhr richtig gewährleistet sein muß. Leidenfrost-Phänomen!
 
P

PhilippU.

Gast
Das kann ich dir nicht sagen habe einen unserer Schnittebauer gefragt. Und der hat mir das so geraten, bei meinem Messer hat das wunderbar funktioniert, sind eben Erfahrungswerte von ihm. Ich schätze dann wirst du so um die 60 Rockwell haben wenn du das Messer ungefähr 10 min drin lässt. 1030 C° ist ein Theoretisch berechneter Wert ich glaube nicht das der Härteofen auf den C° genau einzustellen ist. Auf die 30 C° wierd es nicht unbedingt ankommen.

Gruss Philipp